Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
9
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tw237, Der Regenleisten 0 305, Einholmstromabnehmer, jo-ke, Lokleitung

Von DiLos, DaLos und TriWas: Ein Tag bei der Hochwaldbahn inkl. Führerstandsmitfahrt Hermeskeil-Ruwer(mB)

Startbeitrag von Tw237 am 18.04.2013 11:33

Mahlzeit,

heute werde ich über eine etwas umfangreichere Tagestour berichten, die ich am vergangenen Sonntag mit dem Kollegen Fotofuzzi unternahm.
Dieser favorisierte das Auto, ich die Bahn. Also einigten wir uns auf den Kompromiss, dass wir die Bahn nehmen und ich dafür früh aufstehe.

So trafen wir uns um 6:50 am Mannheimer Hauptbahnhof samt Fahrrädern.





Dieser 425 brachte uns sicher nach Mainz.





Dort hatten wir Glück und konnten eine der neuen Varios ablichten. Statt dem Eigenwerbe-Spruch „49.000.000 fahren auf uns ab“ hätte man auch „49.000.000 können nicht aus dem Fenster schauen“ aufkleben können.





Da sich rund um den Mainzer Hbf. kein Frühstückslokal bot, gab es ein Mc Frühstück. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her voll ok.





Nach ca. 50minütiger Umsteigezeit bestiegen wir den RE Richtung Saarbrücken, den wir in Türkismühle, dem Ausgangspunkt der Hunsrückquerbahn, wieder verließen.

Deren Strecke führt von Türkismühle über Nonnweiler, Hermeskeil(BW), Morbach, Büchenbeuren, Simmern nach Langenlonsheim.

In Hermeskeskeil gehen Strecken nach Ruwer-Trier und Büschfeld (Anschluss an MBE vom letzten Saarland-Posting) ab. In Simmern Verzeigen sich auch noch mal Strecken nach Gmünden und Boppard.

All diese Strecken wurden in den 70ern und 80ern für den Personen- und in den 90ern und 2000ern für den Güterverkehr stillgelegt und sorgen damit für da doch recht flächendeckende Netz mit stillgelegten Bahnstrecken in RLP. Wenn man sich so in den Orten der Umgebung umsieht wohl leider zu Recht.

Dennoch soll der Abschnitt Langenlonsheim-Simmern-Büchenbeuren-Flughafen Hahn reaktiviert werden. Die andauernde Verschiebung und die prognostizierten Reisezeiten lassen das jedoch trotz aller bisherigen Bemühungen fragwürdig erscheinen.
Auf der Strecke Hermeskeil-Türkismühle und auf der Strecke Büchenbeuren-Morbach findet im Sommer sporadisch historischer Verkehr mit Schienenbussen statt.






Blick auf die stillgelegte Strecke nach Hermeskeil bei Otzenhausen.

Wir setzten unsere Fahrradtour ins ca. 25 Km entfernte Hermeskeil fort. Eine Strecke mit zahlreichen Steigungen. Man konnte bei Abfahrten 50-60 Km/h nur durch rollen erreichen.





Der ein oder andere mag vielleicht schon vom DaLo-Museusm Hermeskeil gehört haben. Im Nachbarort gibt es eine ähnliche Sammlung noch mal mit Flugzeugen. Man könnte wohl anmerken, dass es sich dabei um jene Flugzeuge handelt, die auf dem Hahn über die Landebahn hinaus geschossen sind.






Einige der Fliescher stehen sogar in einer Halle.





Der Großteil aber in einem weitläufigen Park.





Emirates: Da sagte der Scheich zum Emir….komm wir fliegen Holzklasse.





Natürlich ist auch die Honeckäir vertreten.






Zu dieser LH-Superconstellation ist vermerkt, dass es das Flugzeug war, mit dem Konni Adenauer 1955 nach Moskau flog um die letzten deutschen Kriegsgefangenen aus den Gulags heraus zu verhandeln.




Es passten zwar nicht alle 10.000 rein, dafür aber Konni Adenauer und seine Freunde und sie erreichten das, wofür meine Oma heute noch CDU wählt.





Blick ins Cockpit (Ist das eigentlich ein unanständiges Wort?).






Hubschaubers gibt’s auch.






Und er kann als einzigster „Supperluppinks“ fliegen.






Nach unserem Besuch bei den Flugzeugen waren die Lokken dran, im ca. 3,5 Km entfernten Hermeskeiler BW.


Das Hermeskeiler BW verfügt über einen Ringlokschuppen und so den ein oder anderen Kilometer Gleisabstellfläche. Beides steht voll mit alten Loks, meist DaLos, Puffer an Puffer.

Der Eigentümer der Maschinen hat damals nach der Wende so ziemlich die halbe Zone leer gekauft und teilt seine Schätze heute mit allen Eisenbahnfreunden dieser Welt für nur 4 Euro Eintrtt.





Drehscheibe




Auch an DiLos gibt es ein beachtliches Angebot:


















Diese DaLo stammt nicht aus der Zone, sondern von der Rumänischen CFR.






Vieleviele DaLos.





Die Fronten sind teilweise etwas aufgefrischt.

















Ein ganzes Gleis dient der Abstellung der E94igen




Das BW-Kätzchen wachte über all die DiLos und DaLos.






Blick in eine 50er DaLo






RiLoSchu





Kassenhäuschen uns Museumsshop mit bahntypischem Wandschmuck.







Nebenan befindet sich das BW des EVU Hochwaldbahn. Eine Schienenbusgarnitur sonnt sich vorm Bahnhof Hermeskeil.





Im BW selbst stehen jede Menge Schienenbusse, auch einige Wagen und Loks.
Dieser SchieBu wird so schnell wohl nicht mehr fahren.


Eigentlich hatte ich noch gehofft den 3-Teiligen Gelenkschienenbus der Hersfelder Kreisbahn, in „dem“ Fachkreis aus liebevoll „Kleinbahn Hersfeld-Heimboldshausen“ genannt, zu sehen.
Von den „grünen Sitzen“ soll der Überlieferung nach der verstorbene User Rastatter gefallen sein, als er durch „Heinerudi“ erfahren musste, dass nun Frauen Straßenbahn fahren dürfen.

Doch das gute Stück soll nun an die HWB-Außenstelle in Zittau gegangen sein.





Frau 60






Vt 95, den sogar die Lokleitung nicht ignorieren dürfte….






Denn man hat sich seiner Kritik angenommen und eine Nummer auf die Front gemacht.






Im Hinteren Teil des Bahnhofes auf der Strecke Richtung Simmern, die bis Morbach derzeit nicht befahrbar ist, stehen einige GüWas und SchieBu-Wracks abgestellt




Im folgenden Abschnitt meines Beitrages lade ich euch ein zu einer Führerstandsmitfahrt von Hermeskeil nach Trier. Da die Strecke bereits 1999 abgebaut wurde, ist es eine Führerstandsmitfahrt auf meinem Fahrrad.





Rechts neben der Strecke verläuft das Gleis der Strecke Richtung Simmern.






Hier zweigt die Bahn nach Trier nach links ab. Die Strecke nach Simmern verläuft unterhalb weiter.

Nach 3-4 Kilometern leichtem Anstieg fällt die Strecke nach Trier hin ab, mit bahntypisch geringen Steigungen. Insgesamt sind es nach Trier ca. 50 Km.
Aufgrund der guten Trassierung kann man ohne große Anstrengungen 25 Km/h erreichen.







In Reinsfeld gibt es noch eine Denkmallok.











Bf. Zerf.





















Der Bahnhof Pluwig dient heute einem Subheini als Depot.














Signaltechnisch ist die Strecke mit Kilometersteinen und BÜ-Signalen voll ausgestattet.




Ehemaliger Güteranschluss.





Schrankenbude in Ruwer






Bahnhof in Ruwer






Bis hier liegen noch Gleise, jeodoch zugewuchert.





Der Streckenanfang auf Trierer Gebiet ist noch befahrbar.





Im Bahnhof Trier gabs erst mal was für den kleinen Hunger.


Sollte jetzt jemand Lust haben auch mal eine Führerstandsmitfahrt auf dem eigenen Fahrrad zu machen, sei diese Seite empfohlen: [www.bahntrassenradwege.de]





Auf einer kleinen Tour Richtung Fußgängerzone und Porta Nigra konnten wir noch einige Fahrleitungsrosetten der 1951 eingestellten Trierer Straßenbahn finden.




Zu festen Anschlusszeiten strömt der SEV aus allen Richtungen auf den Trierer Hbf. zu:














In der Bahnhofsbuchhandlung wirbt man mit Papp-U-Bahnen im Semmelbahnmaßstab für Reiseführer. Einen Trier-Reiseführer gabs nicht, wohl mangels U-Bahn.





Noch ein Abschlussfoto beim Umsteigen in Lutre. Gegen 23:30 waren wir wieder in Mannheim. Insgesamt haben wir mit ca. 98 Km auf dem Rad an diesem Tag die 100 Km-Marke nur knapp verfehlt.



Alla hopp

Antworten:

Hochwaldbahn und ähnliches vor 14 Tagen (m 11Bu1S)

Netter Bericht, aber ein ziemlich unlöbliches Verkehrsmittel.
Naja, es ging ja wohl überwiegend abwärts (sowohl mit der Infrastruktur, als auch topografisch)

Dann geb ich mal meinen Senf dazu, mit Bildern von vor 14 Tagen, chronologisch rückwärts:

Am 01. September 2001 veranstaltete das Magazin "BAHN-REPORT" für seine Mitarbeiter eine Sonderfahrt mit Startpunkt Hermeskeil, und ich nahm teil. (Au weia, da hat mancher schon besser gereimt). Als Fahrzeug war ein Schienenbus ohne Nummer vornedrauf vorgesehen. Doch das Schicksal hatte ein Einsehen, der 798 war defekt, und so konnten wir die Fahrt in einem 998 antreten, vor den eine löbliche V60D mit der Nummer 1 vornedrauf gespannt war.


Das Gespann im Bahnhof Nonnweiler Bf., wo die Strecke nach Wadern von der Hochwaldbahn abzweigt:



Der klägliche Rest der bis 1968 nach Wadern führenden Primstalbahn führte damals (und heute noch?) bis Mariahütte und endete, kurz vor dem Ort Kastel, auf dem Widerlager vor einer entfernten Brücke:



Wir fuhren wieder zurück nach Nonnweiler und weiter auf der Hochwaldbahn nach Türkismühle, wo man an der Inschrift nun auch den ehemaligen Eigentümer der Lok "VEB Umformtechnik Erfurt" erkennen kann:



Von Türkismühle gings noch etwa elfeinhalb Kilometer auf der einst nach Kusel führenden Strecke weiter zum damaligen Endbahnhof Freisen, wo dann allgemeines Pizzaessen anstand (leider hab ich damals fast keine Essensbilder gemacht - Filme waren teuer. Ich bitte vielmals um Entschuldigung). Heute ist auch dieser Streckenast etwa fünf Kilometer kürzer, er endet nun schon nach sechs Streckenkilometern ab Türkismühle in einem Gewerbegebiet.
Beim umsetzen im Bf Freisen:



Auf der Rückfahrt nach Hermeskeil gabs dann noch einen sehr "speziellen" Fotohalt in einem Kaff unterwegs - fragt mich nicht, wie es heißt. Hier bot der Friedhof einen schönen Vordergrund für den Sonderzug. Ich hab mal aus dem 998 rausfotografiert:



Im Museum Hermeskeil entstanden dann noch einige wenige Bilder. Naturgemäß weniger von Dampfloks, als von schönen Diesel- und Elloks. Das meiste dort war schon damals in dem Zustand, wie es Tw 237 auch zwölf Jahre später angetroffen hat. Die zum 30. Juli 1992 ausgemusterte 244 148 des Bw Halle P machte einen traurigen Eindruck:



Dagegen glänzte die 120 355, ehemals Bw Gera. Auch sie wurde Mitte 1992 außer Dienst gestellt, aber erst Ende 1995 ausgemustert. Das rot unterlegte Nummernschild lässt erahnen, dass die Lok in Tschechien aufgearbeitet worden war. Im Gegensatz zu ungarischen oder tschechoslowakischen Loks ist der rote Stern auf einer DDR-Maschine nicht so wirklich okinal, sieht aber trotzdem ganz nett aus (die eckigen Puffer sinds natürlich auch nicht). Wenn meine Quellen stimmen wurde diese Lok im Jahr 2004 an eine polnische Privatbahn verkauft:



Eine die noch da ist ist das Eisenschwein 254 040. Auf Tw237s Bildern in frische Farbe getaucht. Die habe ich am 13. Janaur 1992 abgestellt im Bw Zeitz aufgenommen - damals wie heute fern jeden Fahrdrahts:



Am 24. Mai 1984 nutzte ich eine der letzten Gelegenheiten, die Strecke Trier - Pluwig mit einem Personenzug zu befahren. Der nächste Fahrplanwechsel am 2. Juni 1984 sollte schon eine gute Woche später das Aus für den Streckenabschnitt zwischen Waldrach und Pluwig bringen.

Die Kursbuchtabelle zeigt das damals bei vielen Nebenstrecken übliche Durcheinander ohne Takt und zumindest ohne erkennbares System, bunt gemischt mit Bahn und Bus. Dazwischen gabs sicher noch irgendwelche Güterzugtrassen. Tabellierungsfehler (Bus 13:11 Uhr ab Pluwig vor statt nach dem Zug 12:57 Uhr ab Waldrach einsortiert) kamen durch den damals noch recht neuen Computersatz auch gelegentlich vor.

Wie man sieht, gab es nur noch zwei Zugpaare, die bis Pluwig durchfuhren. Passenderweise war der Mittagszug kein Triebwagen. Wenn's ein 798 gewesen wäre hätte ich die Strecke damals vielleicht gar nicht abgefahren, es wären ja nur Schienenbusbilder dabei herausgekommen.
Der Winterfahrplan 83/84 war übrigens der letzte, bei dem man das in der Planung noch gut unterscheiden konnte, denn es war noch durchgängig das Triebwagensymbol im Kursbuch angebracht. Ab dem Kursbuch Sommer 1984 wurde es fast gar nicht mehr angewendet:



Naturgemäß gibts keine Fotos von Unterwegsbahnhöfen, nur vom Endbahnhof Pluwig. 211 072 hatte drei Silberlinge dabei. Ein Idyll mit Eisenbahn, gelber Telefonzelle mit Wählscheiben-Münzfernsprecher und einem O307 für die Fahrt nach Hermeskeil:



Das Zuglaufschild habe ich eigentlich nur fotografiert, weil "Bw Bremerhaven-Lehe" eingestanzt war. Ich nehme an, dieses Schild hatte den Norden schon lange nicht mehr gesehen:



Natürlich hatte ein solcher Zug keinen Steuerwagen - 211 072 wäre eh nicht wendezugfähig gewesen, und man musste ja auch beweisen, dass der Betrieb von Nebenstrecken teuer ist. Nach dem Umsetzen steht 211 072 für die Rückfahrt bereit:



Viel Spaß beim vergleichen!

von Lokleitung - am 18.04.2013 20:13
aus der Ecke habe ich nur Busbilder aus den frühen 80ern zu liefern:


Thalfang







Talling:



von jo-ke - am 20.04.2013 07:28
Super starke Busbilder, das waren noch schöne Busse.

Grüße

Alex

von Der Regenleisten 0 305 - am 20.04.2013 09:21

Re: Hochwaldbahn und ähnliches vor 14 Tagen (m 11Bu1S)

Beide Berichte sind super! @TW 237 hast du vielleicht die Betriebsnummer des frisch lackierten Schienenbusses.

Grüße

Alex

von Der Regenleisten 0 305 - am 20.04.2013 09:24

Re: Hochwaldbahn und ähnliches vor 14 Tagen (m 11Bu1S)

Hallo,

keine Ahnung, steht ja keine Nummer vorne drauf :-P

Ich schätze mal es ist der hier: [www.hochwaldbahn.de]
Er heißt dort VT 55. Die passende DB-Nummer kenn ich nicht.

von Tw237 - am 20.04.2013 09:51
Super Bericht! Stell doch deine hochinteressanten Berichte auch bei DSO ein, da werden sie noch von viel mehr Eisenbahnfreunden angeklickt.

von Einholmstromabnehmer - am 20.04.2013 10:08

Re: Hochwaldbahn und ähnliches vor 14 Tagen (m 11Bu1S)

Frau 100 ist cool!

Durch die Anbindung an Trier wäre die Ruwerstrecke sicher erfolgreicher als Museumsbahn vermarktbar gewesen als die Linie nach Türkismühle oder eine Linie Büchenbeuren-Morbach, die beiderseits im nichts endet. Dennoch ist es ein schöner Radweg, der sich sicher besser vermarkten lässt, wenn man vernünftig nach Hermeskeil kommt. Also entweder durch einen regelmäßgen Museumsbetrieb auf der Hochwaldstrecke oder auch dort ein Radweg. Wobei mir ersteres lieber wäre...

von Tw237 - am 20.04.2013 10:10
Danke für dein Kompliment!

Leider empfindet man meine Berichte bei DSO als zu anstößig und hat mich aus diesem Forum verbannt. Daher müsste jemand sie entsprechend dort verlinken, dass die unter Zensur leidenden DSO-User den Bericht hier in Ruhe lesen können.

DSO ist schließlich das China unter den Foren. Die Meisten User, aber eine eingeschränkte Freiheit!

von Tw237 - am 20.04.2013 10:13
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.