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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tw237, Führerbremsventil, Linie 6 - Zentralfriedhof, Lindenhöfer, dreamcastle, Frieder Schwarz

Wenn Straßenbahnfahren krank macht (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 05.06.2013 20:32

lt. diesem Ränkung auf GMX sind die Straßenbahnfahrer die Berufsgruppe mit den meisten Krankmeldungen p.a. [www.gmx.net]

Nur Arbeitslose sollen noch mehr Krankheitstage haben.




Man könnte ja jetzt sicher wieder eine Jahrhundertthread machen, woran das denn liegen kann.
Die körperliche Belastung wohl eher nicht. Denn die ist ja wohl nachweislich in den vergangenen 100 Jahren kontinuierlich gesunken.

Antworten:

Hast du eine Ahnung...

Straßenbahnfahren ist "Fahren auf Sicht" (ausgenommen auf bestimmten Streckenabschnitten...). Die ersichtliche körperliche Belastung, sprich die Arbeitsabläufe, die man sehen kann, mag gesunken sein.

Als Fahrer einer Strab bist du immer angespannt, denn du mußt ständig damit rechnen, daß irgendein Fußgänger, Rad- oder Autofahrer auf die Schienen läuft bzw. fährt. Auch wenn Straßenbahnen extrem gute Bremsen haben darf man sich nicht darauf verlassen...

Diese Belastung, die ständige Anspannung, macht auch auf die Dauer krank. Insofern wundert mich (der ja in einer ähnlichen Situation ist) diese Statistik überhaupt nicht.

Wenn man die Belastungen natürlich nichteinmal erahnen kann, weil man nur den Betrieb "aus der Sicht eines Mitfahrers" kennt, sollte man sich mit derartigen Aussagen wie der deinigen zurückhalten... Denn auch diese Belastung ist körperlich...

von Lindenhöfer - am 05.06.2013 22:36

Re: Hast du eine Ahnung...

...und kann zu psychischen Streß und damit Krankheit führen.
Von den Bandscheibenproblemen durch die Sitzerei und das Gewackel mal ganz abgesehen...

von Führerbremsventil - am 06.06.2013 05:14

lern lesen...

Ich habe nich geschrieben, dass es keine gibt.

Außerdem würde ich das was du beschreibst nich als körperlich zählen.

Und du kannst kaum behaupten, um auf meine Aussage zurückzukommen, dass die Belastung früher geringer war.

Vielmehr hattest du früher einen Standplatz auf der ungeizten Plattform eines teils überfüllten Zweiachsers, der, man mag es kaum glauben, auch auf Sicht grfahren wurde. Und an der Endstelle musstest du mit einer fummligen Bolzenkupplung bei jedem Wetter den Bw umsetzen.
Und das 10-12 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche!

Und dabei hatte man weniger Krankheitstage.
Ich habe ja nicht behauptet, dass es sich um eine anspruchslose Tätigkeit handelt, sondern nur die These aufgestellt, dass die Fehltage nicht auf die körperliche Belastung zurückzuführen sind, da die früher höher war.

Also liegt es vielleicht an Dingen, die früher besser waren, wie die Bezahlung (relativ) oder die Qualifikation des Personals.

von Tw237 - am 06.06.2013 06:09

er liest doch...

Bandscheibenvorfälle und Erkrankungen des Skeletts bleiben körperliche Beschwerden, auch wenn die körperliche Belastung in diesem Tätigkeitsfeld als solche geringer wurde.

Wenn Du schon "Früher" und "Zweiachser" anführst; "früher" war der Verkehr nicht so dicht, die Kundschaft nicht ganz so unverschämt, der Fahrer nicht alleine auf dem Zug, an den Endstellen gab es vergleichsweise reichlich Wendezeit etc. pp.
Das sind KEINE körperlichen Krankmacher.

von Führerbremsventil - am 06.06.2013 08:01

Re: er liest doch...

Mehr geblieben ist dir von deiner Wendezeit sicher nicht und Assis gabs schon damals. Man denke nur an Schilder wie "nicht in den Wagen spucken". Und wenn die sich dann an dich pressen...mhhh

Und der Verkehr war mit wesentlich mehr Radfahrern, Fuhrwerken und weniger Eigentrassen.

Und in die Kurve gehauen sind die alten Wagen auch ordentlich. Man denke nur an die berühmten Rastatter mit dem kurzen Achsstand von 1908.

von Tw237 - am 06.06.2013 08:17

Re: er liest doch...

...und nach den Zweiachsern gab es Gelenkwagen, seit 1972 ausschließlich, die Kisten waren nicht so voll wie heute, und die Wendezeiten an den Endstellen betrugen so um die 15 Minuten, da ist schon was übrig geblieben, selbst wenn du mit Verspätung rausgekommen bist hattest du nicht die Not, weil du nicht gleich wieder zurückfahren musstest.

Ok, es gab damals natürlich keine Blockpausen, die gibt es ja jetzt - wie schön, dann ist ja alles gut...

von Führerbremsventil - am 06.06.2013 08:45

Re: er liest doch...

Stress hätte ich dann aber eher zu seelischen Belastungen gezählt. Trotzdem komnte dir im Düwag einer in die Fratze husten. Und die Tatsache, dass viele Personalr an kalten Tagen in den letzten Tagen der Düwags die Vordertür mit Türstörungsschildern versperrt haben,zeigt wojl, dass fUr die Mehrheit der GTN den Fortschritt darstellt, der er natürlich nur sehr sehr sehr bedingt ist wenn man das große
Ganze betrachtet.

von Tw237 - am 06.06.2013 09:04

Re: er liest doch...

Zähle ich auch, hab ich sogar geschrieben, "lern mal lesen".
Ich finde nur interessant daß Du das alles noch miterlebt hast und eigene Erfahrungen als Fahrer beisteuern kannst :-P

von Führerbremsventil - am 06.06.2013 09:47

Re: er liest doch...

Freundschaft,

wenn man früher das alles miterlebt hat, dann fallen einem ganz andere Aufgaben ein, vor die das Personal gestellt war.

so mußte man beim Umsetzen oftmals noch die Endstellenkneipe aufsuchen und das auch noch in der Pause.
In einer nicht all zu fernen Vergangenheit, mußte man Kinderwagen in Kisten heben. Säcke mit "Pälzer Quetschen" in Gelenkwagen wuchten und manchmal auch noch die "Quetschenpflückleiter" verladen.
auch soll es früher vorgekommen sein, dass der Wagenführer einem Worktowner helfen mußte den neu erstandenen Rasenmäher zu verladen und wieder aus dem Zug zu heben.

Körperlich war es sicher anstrengender.

von Frieder Schwarz - am 06.06.2013 10:51

Re: er liest doch...

Sowas ist ja durch die alten Männer(TM) überliefert :-P

von Tw237 - am 06.06.2013 11:23

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Wenn du jeden Tag mit dem Auto durch den Berufsverkehr fahren müsstest,
hättest du bestimmt schon die Erfahrung gemacht, wie anstrengend es sein kann / ist,
wenn man ständig mit der Unachtsamkeit / Dummheit der anderen rechnen muss, um Unfälle bzw. Konflikte zu vermeiden.

Vielleicht solltest du mal, als praktische Übung für deinen kommenden Beruf, ein Fahr-Praktikum (Bahn und Bus) machen - 4 Wochen im Berufs- oder besser Schülerverkehr - anschließend würde ich gerne deine Meinung hören.

von Linie 6 - Zentralfriedhof - am 06.06.2013 11:24

korrekt(kT)

.

von Tw237 - am 06.06.2013 11:25

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Das ist auch nix körperliches. Außerdem habe ich Fahrradfahrpraxis. Das hat zu allen "Problemen" der Autofahrer wenigstens ne körperliche Komponente.

von Tw237 - am 06.06.2013 11:29

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Es wäre interessant zu wissen, auf welche Krankheitssymptome die Krankentage prozentual verteilt sind.

von Linie 6 - Zentralfriedhof - am 06.06.2013 11:38

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Stimmt. Würde mich auch interessieren. Vielleichr kann da mal einer der viel gerühmten Pra(c)ktiker was dazu sagen.

von Tw237 - am 06.06.2013 11:51

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Das eine geht mit dem anderen Hand in Hand.
[www.neuroplant.de]

Aber diese jahrzehntealte Erkenntnis ist hier ja sowieso völlig fehl am Platz.

von Führerbremsventil - am 06.06.2013 12:44

Ach komm, laß es gut sein...

Tw237 scheint die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben...

War mir ja schon irgendwie klar, daß dieser Thread in dieser Form verläuft...

von Lindenhöfer - am 06.06.2013 15:23

Re: Wenn Straßenbahnfahren krank macht

Na anscheinend scheints fürs entsprechende Kleingeld DAS Heilungsmittel zu geben :-P

von Tw237 - am 06.06.2013 16:03

Re: Ach komm, laß es gut sein...

Zitat
Lindi
War mir ja schon irgendwie klar, daß dieser Thread in dieser Form verläuft...


Komm, sei ehrlich, du legst es doch drauf an. Mit so ziemlich allem was du schreibst :-D

von Tw237 - am 06.06.2013 16:04
Man glaubt es kaum, auch psychische Belastungen sind körperlich. Denn Stress kann krank machen. Nicht umsonst sind es die Berufskraftfahrer die sehr häufig Herzinfakte bekommen.

Die Arbeit als Straßenbahnfahrer mag vielleicht, was die Kraftanstregung betrifft, nicht mehr so sein wie vor 50 Jahren, aber sie ist inzwischen wesentlich stressiger. Der Verkehr insgesamt hat zugenommen und damit auch Gefahrenpotentiale. Unfälle mit Straßenbahnen sind immer noch sehr häufig. So nebenbei- war die Krankheitsanfälligkeit auch früher sehr hoch. Aber während man sich heute eines Burn-Out bekennen kann, half früher meist nur der Alkohol.

Äh, nein, ich bin kein Fahrer!

von dreamcastle - am 06.06.2013 21:44
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