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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 5 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Tw237, Lokleitung, Brubacker, Führerbremsventil, pfaffengrunder, jo-ke, Fabegdose

Neulich und vor 14 Tagen, Teil 8: Als man am Tattersall noch geradeaus fahren konnte (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 14.06.2013 10:48



Ohne die Ortsangabe auf dieser etwas lteren Postkarte hätte man wahrscheinlich etwas rätseln müssen, wo das ist. Der Kirchturm und die charakterischtische Front der Benz-Bude wären dann sicher hilfreich gewesen. Das Foto muss zwischen 1901 (Lieferung des TW 45 von Falkenried) und 1907 (Verglasung des letzten offenen TW) entstanden sein. Was sicher ist, ist dass das Foto wohl so gegen 16 Uhr aufgenommen wurde.
Und auch wenn ich mich selbst nur noch sehr dunkel an diese Zeit erinnern kann, möchte ich euch einiges dazu schreiben. Über Ergänzugen der vielgerühmten mitlesenden Zeitzeugen würde ich mich dennoch sehr freuen ;-)

Der Blick geht von der Bahnhofstraße, wie die Straße zwischen den A/B bzw. L/M-Quadraten heißt, auf die Haltestelle Tattersall, die damals schon so hieß.
Bahnhofstraße übrigens deshalb, weil sich am Tattersall der alte Mannheimer Kopfbahnhof befand, der im Rahmen des Projekts "Mannheim 20" 1875 durch den heutigen Neubau ersetzt wurde.

Wie man unschwer erkennen kann, gehen die Gleise noch weiter geradeaus in die Bahnhofstraße. Erst auf Höhe des Quadrats L8 (Stelle der Kurve lässt sich heute noch an der Anordnung der Gebäude erkennen) schwenkte die Strecke in die Bismarckstraße ein.
Erst 1927 wurde diese Führung durch eine Strecke, die auf ganzer Länge der Bismarckstraße folgte ersetzt. Diese Strecke wurde 1957 aufgegeben.







Heute sieht es dort so aus. An Sehenswertigkeit hat diese Stelle der Stadt deutlich verloren, was aber im wesentlichen der Umgestaltung des Kaisserrings in den 50ern geschuldet ist, als man statt der Grünanlagen eine 4-Spurige Straße und eine 3-Gleisige Straßenbahntrasse anlegte.
Nur wenige Häuser haben die Zeit bis heute überlebt, darunter auch das Haus des Basler Hofs an der Ecke, das heute mit äußerste Hässlichkeit glänzt, aber in wirklichkeit noch ein Altbau ist, den man einfach nur mit einer unansehnlichen Fliesenfassade versehen hat.

Antworten:

hier gibt's dann noch den Kirchturm dazu:



oder auch hier:



Schönes Haltestellenhäusschen hatte man damals.

von jo-ke - am 14.06.2013 15:57
Oh, ein Typ Mannheim. Wäre schön, wenn man noch einen hätte ;-)

von Tw237 - am 14.06.2013 17:04
Zitat
237
Über Ergänzugen der vielgerühmten mitlesenden Zeitzeugen würde ich mich dennoch sehr freuen.


Der mitlesende Zeitzeuge hat mich diesbezüglich heute nachmittag angerufen. Und mir erklärt, dass er sich an diese Situation nicht wirklich mehr erinnern kann, da er um diese Zeit noch nicht in Mannheim weilte.

Dennoch ist er sich absolut sicher, das Aufnahmedatum auf die Zeit zwischen 1901 und 1904 eingrenzen zu können. Weil es ja wirklich kompliziert gewesen wäre, die Karte am 12.12.1904 zu schreiben, aber sie erst später aufzunehmen. :-P

von Lokleitung - am 14.06.2013 17:11
Zitat
LL
Weil es ja wirklich kompliziert gewesen wäre, die Karte am 12.12.1904 zu schreiben, aber sie erst später aufzunehmen. :-P


Stimmt, war wahrscheinlich zu offensichtlich, dass es mir aufgefallen wäre :-P
Wobei ich gestehen muss, dass ich das erst als Datum indentifizieren konnte, als du schriebst, dass da eins stehen muss.
Ich glaube diese Schrift nennt man Hieroglyphen...

von Tw237 - am 14.06.2013 22:12
Ich bin mal gespannt was mit dem Tattersall passiert, wenn bis 2020 der Umbau stattfindet. Die kleinen gekachelten Häuschen (Kiosk, Fahrkartenverkauf, Personalraum) sind ja denkmalgeschützt. Vor 14 Tagen gab es hierzu mal einen lesenswerten Artikel im MM.

von pfaffengrunder - am 14.06.2013 23:15
Was wird denn umgebaut?

von Tw237 - am 15.06.2013 09:28
Abriß der Häuschen, sonst nix.

von Fabegdose - am 15.06.2013 15:28
Dazu erreichte mich folgende Mail:

Zitat

Hieroglyphen ist eine ägyptische Schrift, die sehr Bildhaft ist.

Bei der Schrift auf der Postkarte handelt es sich um die Sütterlin-Schrift. Eine damals in Deutschland übliche Schrift.
Im übrigen sind die Zahlen des Datums sehr deutlich geschrieben. Manche Leute sehen halt die gewisse Dinge nur,
wenn sie kompliziert sind. Übrigens ist die Uhrzeit exakt 3 Uhr 58 nachmittags. Und nicht gegen 16 Uhr.

Damals hatte der Tag noch 2 x 12 Stunden und nicht 1 x 24 Stunden.


von Lokleitung - am 17.06.2013 16:48
Zitat
geheimer Informant
Hieroglyphen ist eine ägyptische Schrift, die sehr Bildhaft ist.


Ja, war auch eher scherzhaft gemeint. Im übertragenen Sinne für "kann ich nicht lesen"




Zitat
G I
Übrigens ist die Uhrzeit exakt 3 Uhr 58 nachmittags. Und nicht gegen 16 Uhr.
Damals hatte der Tag noch 2 x 12 Stunden und nicht 1 x 24 Stunden


Wieder was dazu gelernt, aber dem Endergebnis tut das ja keinen Abbruch ;-)
Es dürfte jedenfalls deutlich sein, dass es nicht um 3 Uhr 58 in der Nacht ist, es sei denn, das war damals auch anders(ter)


Zitat
GI
Bei der Schrift auf der Postkarte handelt es sich um die Sütterlin-Schrift. Eine damals in Deutschland übliche Schrift.


Lesen kann ich sie trotzdem nicht, aber vielleicht kann uns ja jemand mittelen, was da steht...



Zitat
GI
Im übrigen sind die Zahlen des Datums sehr deutlich geschrieben


Im Vergleich zum Rest ja....

von Tw237 - am 17.06.2013 17:02

Dann leg mal los

Zitat
Tw237

Lesen kann ich sie trotzdem nicht, aber vielleicht kann uns ja jemand mittelen, was da steht...
..


Bitte:

[de.wikipedia.org]

von Führerbremsventil - am 17.06.2013 18:18
Zitat
Tw237
Zitat
geheimer Informant
Hieroglyphen ist eine ägyptische Schrift, die sehr Bildhaft ist.


Ja, war auch eher scherzhaft gemeint. Im übertragenen Sinne für "kann ich nicht lesen"
Da hast Du auch nichts falsches geschrieben. Selbst der Duden kennt diese übertragene scherzhafte Bedeutung.

von Brubacker - am 17.06.2013 20:54
Danke für den stichhaltigen Nachweis!

von Tw237 - am 17.06.2013 21:43
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