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Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Joerg Diether, dreamcastle, Fotofuzzi, Tw237

Neulich und vor 14 Tagen, Teil 13: Einst und jetzt am Paradeplatz oder als man noch keine WM als Anlass für "Flaggenschmuck" brauchte (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 11.07.2013 22:13

Dieser Tage ließ mir ein hier nur mitlesender User diesen Bildlink zukommen: [www.panoramio.com]

Zu sehen ist ein einzigartiges Zeitdokument, eines der wenigen Bilder dieser Zeit in Farbe!





Zeitlich ist dieses Foto relativ leicht einzuordnen. Noch lange vor der WM 2006 "erstrahlte" das Stadtbild in der corporate identity der Nazis. Wie man am verdunkelten Scheinwerfer des Triebwagens erkennen kann, herrscht schon Krieg. Die noch ausstehenden Bombentreffer bestätigen Zeitpukt 1943.

Die Grünanlagen auf dem Paradeplatz sind schon weitestgehend entfernt, ebenso wie der Brunnen um die Grupellopyramide. Ob dies direkt mit dem Bau des Bunkers zusammenhängt oder ob man den Platz schon vorher eingeebnet hat, um besser Aufmärsche abhalten (eine solche Lösung brachte CDU-Jungstadtrat Nikolas Koch-Löbel vor einigen Jahren wieder ins Gespräch) zu können, ist mir nicht bekannt.

Der Straßenbahnwagen, dessen Wagen- und Liniennummer leider nicht zu erkennen sind, trägt bereits das Rücklicht unter dem Scheinwerfer.


Im Hintergrund ist noch das alte Kaufhaus zu sehen. Der Schönheit dieses Gebäudes aus dem 18 Jh., das das von Perry zum Rathaus umgebaut wurde, ist heute fast nur noch von Schwarz-Weiß zu bewundern.

Leider wurde das Kaufhaus im Krieg getroffen, wodurch von den Seitenflügeln nur noch die Arkaden übrig blieben, die nach dem Krieg notdürftig geflickt noch einge Buden aufnahmen.

1965 ließ die Stadt den Turm und die verbleibenden Seitenteile abreißen, um ein Hochhaus zu errichten. Da zwischenzeitlich die Kohle ausging, blieb das Gelände eine Brache.

In den 80ern gab es Pläne das alte Kaufhaus wieder zu errichten. Da das Quorum nur sehr leicht verfehlt wurde, wurden die 83 % Zustimmung ignoriert.
Selbst der OB Widder, der bis dahin den Wiederaufbau favorisierte, schwenkte auf einen Neubau um. Vielleicht hat ja jemand gut gezahlt...





Heute sieht es dort so aus. Durch die neuen Grünanlagen und den wieder vollständigen Brunnen ist der Platz selbst heute bedeutend schöner.


Überragt wird er vom neuen Stadthaus, das an Hässlichkeit kaum zu überbieten ist. Der verantwortlilche Architekt, Carlfried Mutschler, der der Mannheimer Bevölkerung diesen widerlichen Anblick tagtäglich zumutet, ist wenige Jahre nach Fertigstellung verstorben.

Aber immerhin hat man sich im Vergleich zum ersten Foto glücklicherweise von der Diktatur verabschieden können, die Beflaggung von Gebäuden findet lediglich zur WM statt. :-P




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Antworten:

Obwohl ich beruflich bedingt nichts gegen Blumenbeete habe, gefallen mir diese Herumsitzbeete dort nicht so. Um die Pyramide besser zur Wirkung zu bringen, wäre mir ein Basaltpflaster lieber. Hier hätte man dann einen Platz für den (Sch.-)Weihnachtsmarkt und könnte die jährlich mehrmalige geschmacklose Verunstaltung des Jugendstilareals am Wasserturm (Europas größte Jugendstilanlage) vermeiden. Außerdem hätte man dann mehr Platz für Kundgebungen und Paraden (wegduck...).

von Fotofuzzi - am 12.07.2013 21:03
...und der NSA kann die Leute besser beobachten...:xcool:

von dreamcastle - am 14.07.2013 21:38

Paredeplatz - ein Stern

Wenn ich bei dem 70 Jahre alten Bild auf die Oberleitungen schaue, fällt mir auf, das der Paradeplatz früher ein kompletter Stern gewesen sein muß. Wenn dem so war, dann frage ich mich, wieso die beide heute fehlenden Verbindungen ausgebaut wurden. Man ist doch froh, wenn man flexibel auf Betriebsstörungen reagieren konnte. Gab es etwa Probleme mit den Weichensteuerungen, und man daraufhin die Dreiwegweichen ausbauen mußte, weil kein Platz zum Vorsortieren (Wie vom Neckartor zum Kurpfalzkreisel) vorhanden war?
Ferner habe ich mir die Bilderreihe angesehen. Da wird das Datum 31. März 1943 (also rund 3 Wochen vor dem ersten großen Bombenangriff auf Mannheim - 23.4.1943 wurden viele Wagen mit Kriegsverlust erwähnt) angegeben. Da scheint einer "seinen Laden" in Ordnung zu halten. Vor allem ist es doch ein glücklicher Zufall ein solches Zeitzeugnis praktisch unmittelbar vor der ersten Welle der Zerstörung ergattert zu haben.

von Joerg Diether - am 06.08.2013 18:14
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