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Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
14
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 11 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fahrgastwunsch, Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., Führerbremsventil, Zweisystemer, Lokleitung, pfaffengrunder, dreamcastle, Vetter 16SH, Linie 8 muss wieder her, Vitesse, Zwergsignal

Das ist der Beweis: auch mit Hochflurfahrzeugen ist ein ÖPNV modern und zumutbar!

Startbeitrag von Zwergsignal am 26.07.2013 10:02

Oder will jemand ernsthaft behaupten, Hannover - immerhin Landeshauptstadt und Messestadt - verfügt über einen "nicht mehr zeitgemäßen" Straßenbahnbetrieb?

Dennoch ist die Haltestellenanlage "Hannover Hbf" (!!!) flach wie ein Brett, von einem Hochbahnsteig oder wenigstens einem Bordstein in den Haltestellenbereichen weit und breit keine Spur:



Und nicht nur das: auf den beiden Linien 10 und 17, die hier halten, setzt die ÜSTRA auch noch ausschließlich Hochflurfahrzeuge ein:







Da fragt man sich als Mannheimer unweigerlich: Darf das sein? Was ist mit den hannoverschen "Rollator-Omas" und "-opas"? Dürfen die nicht mehr raus? Weggesperrt? Zwangsumgesiedelt?

Die Antwort ist ganz einfach: JA, das darf sein! Und auch in Mannheim und Ludwigshafen würde keinem einen Zacken aus der Krone brechen, wenn hin und wieder auch noch Hochflurfahrzeuge (Düwag 6- und 8-Achser) eingesetzt werden! Natürlich hat man die Fahrgäste hier mit diesem "vorauseilenden Gehorsam", dass in einem modernen ÖPNV nur noch Niederflurfahrzeuge unterwegs sein dürfen, mittlerweile dermaßen verwöhnt, dass eine Anspruchshaltung herrscht, die schnellstens korrigiert werden sollte!

Gerade vor dem Hintergrund chronisch knapper Finanzmittel und der Neubaustrecke in die Gartenstadt, sollten die vorhandenen Düwag-Fahrzeuge nicht nur erhalten, sondern auch wieder betriebsfähig gemacht und eingesetzt werden! Wie man an diesem Beispiel hier sieht, spricht wirklich nichts dagegen!

Ganz nebenbei bleibt damit auch wertvolles technisches Fachwissen über diese Fahrzeuge in den Werkstätten erhalten, das sonst mit jeder weiteren Pensionierung altgedienter Mitarbeiter mehr und mehr "verdunstet". Ein nicht zu unterschätzendes Gut einer Firma, auch wenn es so nirgends als Bilanzposten auftaucht. Und dem Fahrdienst schadet es auch nicht, wenn hin und wieder mal gekurbelt werden darf! Gleichwohl bin ich mit der Lokleitung einer Meinung, dass dafür nur noch solche Fahrer in Frage kommen, die dies ausdrücklich wollen.

Die Fahrgäste sollten natürlich informiert werden, wenn mit einem Hochflurfahrzeug zu rechnen ist. Aber dies könnte absolut unproblematisch erfolgen, in dem man die entsprechenden Abfahrtszeiten im Fahrplan mit einer Fußnote versieht, etwa mit einer kleinen Dampflok und diese dann mit "= Hochflurfahrzeug" oder "= historisches Fahrzeug, wenn verfügbar" erläutert (ähnlich wie mit der Fußnote "Rollstuhl" ja eine Zeit lang Niederflurfahrzeuge angekündigt wurden). Damit kann dann jeder frei entscheiden, mit welchem Fahrzeug er fahren will: der Mobilitätseingeschränkte nimmt den nächsten Niederflugzug, der Straßenbahnfreund weiss wann mit "Qualitätsmaterial" zu rechnen ist.

Fazit: Es ist Zeit, endlich die selbst auferlegten Fesseln abzustreifen! Auch wenn vorhandene (oder zurückgeholte ;)) Düwag-Fahrzeuge wieder im Plandienst mitlaufen würden, müsste keiner befürchten, dass die RNV plötzlich als altmodisch oder nicht mehr zeitgemäß gilt. Und falls doch, gilt es mit nachvollziehbaren Argumenten dagegenzuhalten!

Freundliche Grüße!
Zwergsignal


... das nach 4 Wochen Deutschlandpass ab heute auch wieder im Plandienst unterwegs ist! ;)

Antworten:

Ja, genau. Man sollte doch den Mannheimer Bahnhofsvorplatz in der Art wie den Bismarckplatz umbauen. Das funktioniert doch schon seit 30 Jahren gut! Und Behinderte steigen einfach woanders ein oder warten bis ihnen jemand hilft. :rolleyes:

Für mich ist ein Argument für den ÖPNV, das ich mit Kinderwagen oder später vielleicht einmal Rollator, in die Stadt zu fahren kann anstatt mein Auto zu benutzen. Weil es für mich bequemer ist und günstiger und ich schon fast jede Bahn oder Bus barrierefrei nutzen kann!

von Vetter 16SH - am 26.07.2013 12:52

Viele behaupten das!

Zitat
Zwergsignal
Oder will jemand ernsthaft behaupten, Hannover - immerhin Landeshauptstadt und Messestadt - verfügt über einen "nicht mehr zeitgemäßen" Straßenbahnbetrieb?


Verfolge mal die Diskussion um den zukünftigen Betrieb um den Hbf Hannover in den verschiedenen Foren.

von Linie 8 muss wieder her - am 26.07.2013 13:31
Ich möchte im Regelbetrieb nicht mit alten Düwag-Wägelchen durch die Stadt fahren. Bei einer Sonderfahrt dagegen gerne! Veraltetes Wagematieral hat leider auch eine entsprechende Außenwirkung. Und sind wir nicht alle für einen attraktiven Nahverkehr?

von Vitesse - am 26.07.2013 14:17
Nein, das ist nicht zeitgemäß, eine Linie ausschließlich mit Hochflurfahrzeugen zu bedienen, das ist nur bei einzelnen Fahrten vertretbar.
Und wie das im laufenden Planbetrieb dienstplanmäßig gehen soll, nur die Fahrer einzusetzen, die das wirklich wollen mußt Du auch erst mal erklären...

von Führerbremsventil - am 26.07.2013 15:12
Ältere Hochflurfahrzeuge sollten nur noch bei erhöhtem Bedarf (Schülerverkehr, HVZ als E-Wagen) eingesetzt werden. Die Gründe stehen weiter oben schon. Natürlich sollte zumindest immer ein Wagen pro Wagentyp erhalten werden, aber nicht für den Plandienst, sondern nur aus historischen oder nostalgischen Gründen für Sonderverkehre.

von dreamcastle - am 26.07.2013 21:32

wie das im laufenden Planbetrieb gehen könnte..

wie das im laufenden Planbetrieb gehen könnte ...
1. Umläufe festlegen, auf denen die "historischen" Fahrzeuge planmäßig eingesetzt werden.
2. Alle Dienste, die mit diesen Umläufen zu tun haben, aus dem Dienstturnus herausnehmen.
3. Diese herausgenommenen Dienste den geeigneten Fahrern zuteilen, die sich freiwillig dafür gemeldet haben.

Und damit nur die dafür geeigneten Fahrer diese Dienste bekommen:
1. Qualifikation für "historische" Fahrzeuge im Fahpersonaldispositionsprogramm definieren
2. Bei den entsprechenden Fahrern die entsprechende Qualifikation hinterlegen.
3. Bei den entsprechenden Diensten die entsprechende Qualifikation hinterlegen.

Wenn alles sauber im System hinterlegt ist, dürfte es eigentlich kein Kuddelmuddel bei der Dienstzuteilung geben.

von Fahrgastwunsch - am 27.07.2013 06:59

Re: wie das im laufenden Planbetrieb gehen könnte..

Zitat
Fahrgastwunsch
(...)

Wenn alles sauber im System hinterlegt ist, dürfte es eigentlich kein Kuddelmuddel bei der Dienstzuteilung geben.


Zu dumm daß dann aber auch meist die blöde Realität dazwischenkommt. rotfl

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 27.07.2013 08:08
Die oberirdische Haltestelle Hannover Hauptbahnhof ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, das sich leider nicht an die gängigen Anforderungen eines modernen und barrierefreien ÖPNV anpassen lässt. Denn es gibt auf auf dem gesamten Bahnhofsvorplatz nur Gleisbögen. Die Strecke biegt vom Aegi kommend im 90-Grad-Linksbogen auf den Bahnhofsvorplatz ein, fährt dann einen Halbkreis (180-Grad-Rechtsbogen) und verläßt den Platz dann in einem weiteren 90-Grad-Linksbogen in Richtung Steintor. Für eine Haltestelle in der Geraden ist einfach kein Platz.

Bahnsteige, auch Hochbahnsteige sind aber nur bei geradem Gleis im Haltestellenbereich möglich. Ich kann mir vorstellen, dass man in Hannover für die oberirdische Haltestelle Hauptbahnhof schon längst Bahnsteige gebaut hätte, wenn man es gekonnt hätte.

Das ist der Unterschied zum Bismarckplatz in Heidelberg: Da hätte man ordentliche Bahnsteige bauen können, wenn man es gewollt hätte.

Dagegen müsste man in Hannover den gesamte Bahnhofsvorplatz umgestalten, um die Gleisanlage umfangreich umbauen zu können, damit man ausreichend lange gerade Haltestellenbereiche mit modernen zeitgemäßen und barrierefreien Bahnsteigen für die 16-Achsigen Züge (Doppeltraktionen aus zwei 8-Achsern) bauen kann.

Aus dieser Zwangslage für den ÖPNV in Hannover schließen zu wollen, dass alles sei modern und zumutbar, halte ich für sehr gewagt.

Ich kenne kein Dienstleistungsunternehmen, dass seine Dienstleistung damit bewirbt, dass sein Leistungsangebot zumutbar ist.

von Fahrgastwunsch - am 27.07.2013 08:44

Re: wie das im laufenden Planbetrieb gehen könnte..

Zitat
Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R.
Zu dumm daß dann aber auch meist die blöde Realität dazwischenkommt. rotfl


:spos:
So isses. Was, wenn der eingeteilte "historische Fahrer" kurzfristig krank wird, was tun bei Personalmangel, oder wenn eine Streckenstörung vorliegt, die Wagenumläufe vertauscht werden müssen, der Reservedienst damit umhergeigen darf, etc pp.
Da kannst Du in der Theorie im System sauber hinterlegen was Du willst.

Sorry, aber so sehr der Wunsch der Vater des Gedankens ist, so ist die Realität die Mutter.

von Führerbremsventil - am 27.07.2013 09:48
Der Gedanke von Zwergsignal ist gar nicht mal so verkehrt. Würde die Deutsche Bahn ihre doofen schnellen komfortablen ICEs endlich auf den Schrotthaufen fahren und dafür restaurierte alte Dampflokomotiven im Fernverkehr einsetzen, so hätte man viel gewonnen:

Es gäbe im Bahnverkehr eine Entschleunigung.Hamburg - München in 2 Tagen

Man kann den Kohleabbau in NRW wieder ankurbeln.

Man verbraucht keinen teuren Bahnstrom mehr (GKM Block 9 kann man vor Bauende wieder dicht machen)

Und als Hauptargument:

Die Raucherbereiche in den Bahnhöfen können dann abgeschafft werden, denn Dank der Dampfloks qualmt der ganze Bahnhof.

von pfaffengrunder - am 27.07.2013 23:28
Zitat
pfaffengrunder
Der Gedanke von Zwergsignal ist gar nicht mal so verkehrt. Würde die Deutsche Bahn ihre doofen schnellen komfortablen ICEs endlich auf den Schrotthaufen fahren und dafür restaurierte alte Dampflokomotiven im Fernverkehr einsetzen, so hätte man viel gewonnen:

Es gäbe im Bahnverkehr eine Entschleunigung.Hamburg - München in 2 Tagen

Man kann den Kohleabbau in NRW wieder ankurbeln.

Man verbraucht keinen teuren Bahnstrom mehr (GKM Block 9 kann man vor Bauende wieder dicht machen)

Und als Hauptargument:

Die Raucherbereiche in den Bahnhöfen können dann abgeschafft werden, denn Dank der Dampfloks qualmt der ganze Bahnhof.


Und endlich wieder richtiges TM Essen im Restaurant, da wieder Kohleöfen benutzt werden können! :up:

von Zweisystemer - am 28.07.2013 05:43
Zitat
Zweisystemer
Zitat
pfaffengrunder
Der Gedanke von Zwergsignal ist gar nicht mal so verkehrt. Würde die Deutsche Bahn ihre doofen schnellen komfortablen ICEs endlich auf den Schrotthaufen fahren und dafür restaurierte alte Dampflokomotiven im Fernverkehr einsetzen, so hätte man viel gewonnen:

Es gäbe im Bahnverkehr eine Entschleunigung.Hamburg - München in 2 Tagen

Man kann den Kohleabbau in NRW wieder ankurbeln.

Man verbraucht keinen teuren Bahnstrom mehr (GKM Block 9 kann man vor Bauende wieder dicht machen)

Und als Hauptargument:

Die Raucherbereiche in den Bahnhöfen können dann abgeschafft werden, denn Dank der Dampfloks qualmt der ganze Bahnhof.


Und endlich wieder richtiges TM Essen im Restaurant, da wieder Kohleöfen benutzt werden können! :up:


Nur wenn neun Nonnen die Kohlen gebracht haben. :D

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 28.07.2013 06:16

Nonnen mit Hochflurfahrzeugen

Nicht gebracht, geholt!

von Lokleitung - am 28.07.2013 09:44
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