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Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tw237, Linie 8 muss wieder her, Kastenlok, Lokleitung

St.Leon-Rot, Walldorf, Sandhausen: Busunternehmen: Ärger an allen Fronten

Startbeitrag von Linie 8 muss wieder her am 20.09.2013 08:04

Seit Wochen in der Lokalpresse
Für das Busunternehmen Werner wird die Luft offenbar immer dünner: Die Firma hat Ärger an allen Fronten. Im Rhein-Neckar-Kreis bedient das Unternehmen das Linienbündel Walldorf/St. Leon-Rot/Sandhausen und hat - vorsichtig ausgedrückt - massive Schwierigkeiten, seine vertraglichen Pflichten zu erfüllen.
Busunternehmen: Ärger an allen Fronten
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Antworten:

Tja

das ist es dann, "eigenwirtschaftlich".
Miserabel bezahltes Personal -> schlechte Qualität -> keine Reserven -> hohe Ausfälle.

von Lokleitung - am 20.09.2013 08:50

"eigentwirtschaftlich" gibts im ÖPNV "eigentlich" nicht...

Zitat
RNZ
Denn diese Strecke wird vom Verkehrsunternehmen Werner bedient und zwar "eigenwirtschaftlich".

Ein ungelenker Begriff mit großen Auswirkungen: Denn da in einem solchen Fall keine Ausgleichsleistungen gezahlt werden, durfte der Rhein-Neckar-Kreis keinen Beförderungsvertrag mit dem Unternehmen abschließen.


Zumindest keine Ausgleichszahlungen im eingentlichen Sinne....

Denn für die Beförderung von Schülern und Schwerbehinderten ( id.R. 2 der 3 As) erhalten die Buden gem. § 45a PbfG auch Ausgleichszahlungen. Diese laufen aber (außer in Hessen) als "sonstige Erträge" und gelten nicht als Zuwendungen der öffentlichen Hand, obwohl sie es eigentlich sind.

Während der große Subheini (z.B. Fist) eh unter Wert auf Bündel bietet, um auf Dauer mehrere davon zu bekommen, wovon er sich dann einen insgesamt wirtschaftlichen Betrieb verspricht, sieht es bei kleinen Subheinis anders aus.

Die gehen dann her und machen eine Leistung eigenwirtschaftlich und versuchen dann von den 45a-Mitteln zu leben. Die Personalsituation ist dann etwa so wie von der LL beschrieben.
Da reicht es dann schon aus, wenn weniger Schüler und Behinderte kommen oder einfach der Verbund statt dem eigenen Unternehmen die Erhebung macht, dass das Kartenhaus in sich zusammenfällt und man wie Werner mit dem Rücken zur Wand steht.

Daher finde ich die Regelung in Hessen nicht schlecht, dass auch 45a-Mittel als Zuwendungen gelten. Das schließt einen solchen Missbrauch aus.



Zitat
RNZ
Außerdem flössen alle Beschwerden, die beim RMV eingehen, in ein Qualitätsmesssystem ein. Kriterien wie Fahrtausfälle können dann Ende des Jahres zu Maluszahlungen führen, die das Busunternehmen an den RMV abtreten müsse.


Das lässt auf einen Anreizvertrag schließen. Leider gibt es davon immer noch sehr wenige, obwohl diese eigentlich als sehr sinnvoll gelten.

von Tw237 - am 20.09.2013 14:07
Kommt mir sehr bekannt vor:

Darmstädter Echo

Es grüßt

die Kastenlok

von Kastenlok - am 20.09.2013 21:51

Werner ist kein kleiner...

Zitat
Tw237

Während der große Subheini (z.B. Fist) eh unter Wert auf Bündel bietet, um auf Dauer mehrere davon zu bekommen, wovon er sich dann einen insgesamt wirtschaftlichen Betrieb verspricht, sieht es bei kleinen Subheinis anders aus.

Die gehen dann her und machen eine Leistung eigenwirtschaftlich und versuchen dann von den 45a-Mitteln zu leben. Die Personalsituation ist dann etwa so wie von der LL beschrieben.
Da reicht es dann schon aus, wenn weniger Schüler und Behinderte kommen oder einfach der Verbund statt dem eigenen Unternehmen die Erhebung macht, dass das Kartenhaus in sich zusammenfällt und man wie Werner mit dem Rücken zur Wand steht.

Daher finde ich die Regelung in Hessen nicht schlecht, dass auch 45a-Mittel als Zuwendungen gelten. Das schließt einen solchen Missbrauch aus.


Werner ist kein kleiner, er gehört zur Essener Abellio-Gruppe. Und in Hessen gibt es genau die gleichen Problem - siehe unten.

Es liegt am System, dass ein "eigenwirtschaftliches" Angebot ( fast immer ) akzeptiert werden muss, ohne Gewähr für die Erbringung der Leistung. Vielleicht sollte man an die Hinterlegung einer Sicherheitsleistung denken, aus der dann ggf. Ersatzverkehr bezahlt werden kann. Aber das wäre dann wieder "mittelstandsfeindlich" und der Verband der privaten Busunternehmen würde seine Lobbyisten einsetzen.

von Linie 8 muss wieder her - am 21.09.2013 07:38

Re: Werner ist kein kleiner...

Eine gewisse Sicherheit muss immer hinterlegt sein, die ist dürfte aber für einen wesentlichen Ersatzverkehr nicht ausreichen.

Was du da mit den Verbänden ansprichst ist leider sehr wahr. Gerade Vereinigungen wie der WBO haben eher die Ansicht, dass der ÖPNV für mittelständische Busunternehmen gemacht wird und nicht für den Nutzer.

ÖPNV kann viele Ziele haben. Umweltschutz, Modal-Split-Verlagerungen, Verkehrsvermeidung, Daseinsfürsorge, usw... Aber ganz sicher keine Mittelstandsförderung. Wenn der Mittelstand sich gegenüber den Großkonzernen nicht objektiv beurteilbar behaupten kann (und das kann er vielleicht in einigen Fällen sogar), dann ist ÖPNV im Zweifel keine Branche für den Mittelstand. Es gibt ja auch keine mittelständische Airlines :-P

von Tw237 - am 21.09.2013 09:25

Re: Werner ist kein kleiner...

Zitat
Tw237
Eine gewisse Sicherheit muss immer hinterlegt sein, die ist dürfte aber für einen wesentlichen Ersatzverkehr nicht ausreichen.


Davon bin ich nicht überzeugt. Ich sehe jedenfalls nicht, wo und von wem bei der Genehmigung eines eigenwirtschaftlichen Verkehrs eine Sicherheitsleistung gefordert (!) werden könnte.

von Linie 8 muss wieder her - am 21.09.2013 13:06

Re: Werner ist kein kleiner...

Nicht bei der Genehmigung des Verkehrs, aber bei der Einrichtung des Unternehmens. Richtet sich nach Anzahl der Busse.

von Tw237 - am 21.09.2013 13:28
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