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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Vitesse, Jan N., pfaffengrunder, Das Biergleis, bassemohluff

Straßenbahnen hinter Radlern

Startbeitrag von bassemohluff am 27.09.2013 13:48

In der Rhein-Neckar-Zeitung ist heute ein Bericht erschienen unter der Überschrift

Warum die Bahnen häufig hinter Radlern herzuckeln
[www.rnz.de]

Wieso bloß überholt die Straßenbahn nicht? Muss sie so langsam hinter mir herzuckeln? Diese Fragen stellten sich in letzter Zeit einige Radfahrer in der Rohrbacher Straße. Manche fühlten sich von den Bahnen geradezu verfolgt. Doch eine Nachfrage bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und beim städtischen Verkehrsmanagement ergab nun, dass es für das merkwürdige Verhalten der Fahrer gute Gründe gibt.

Franz-Wilhelm Coppius, Betriebsleiter bei der RNV, klärt über den Sachverhalt auf. Im Frühjahr habe sich ein Radler darüber beschwert, dass der Straßenquerschnitt in der Rohrbacher Straße - im Abschnitt zwischen Franz-Knauff-Straße und Eichendorffplatz - viel zu schmal sei und die Straßenbahnen dort den erforderlichen Mindestabstand von 1,50 Metern zum Radfahrer nicht einhalten könnten. Immer dann, wenn eine der bis zu 40 Meter langen Variobahnen auf seiner Höhe war, fühlte er sich bedrängt.

"Nach der massiven Beschwerde habe ich es den Fahrern freigestellt, ob sie in der Rohrbacher Straße Radler überholen wollen oder nicht", berichtet Coppius. Das sei eine Einzelfallentscheidung, die immer auch etwas damit zu tun habe, ob der jeweilige Fahrradfahrer einen sicheren Eindruck macht oder stark hin- und herschwankt. Im Zweifelsfall sollten die Straßenbahnen lieber hinter dem Drahtesel bleiben. Diese Anweisung gelte für beide Fahrtrichtungen. Bisher habe es in dieser Straße aber noch keinen Unfall gegeben.

In den vergangenen Monaten versuchten Coppius und Jürgen Kuch, stellvertretender Leiter des städtischen Verkehrsmanagements, die Lage rechtlich zu klären. Doch das ist gar nicht so einfach. Zwar gibt es in Paragraf 5 der Straßenverkehrsordnung Regeln zum Überholen (siehe Hintergrund). Diese gelten jedoch nicht für Straßenbahnen, da sie ja nicht aus- und einscheren können. Stattdessen gelten für die RNV-Mitarbeiter die allgemeinen Regeln der Rücksichtsnahme, die in Paragraf 1 verankert sind. Zusammen mit der Polizei sei man nun zur Einsicht gelangt, dass in der Rohrbacher Straße Radler grundsätzlich überholt werden könnten. Im Einzelfall könnte es aber auch sinnvoller und sicherer sein, langsam hinterherzufahren. Den Radlern stehe kein regulärer Fahrstreifen zur Verfügung, klärt Kuch auf. Denn die Mindestbreite von 1,50 Metern könne nicht überall eingehalten werden. Stattdessen habe man nur einen Seitenstreifen auf der Fahrbahn markiert. Den Vorwurf der Fehlplanung weist Kuch trotzdem weit von sich: "Die Straße wurde vor nicht allzu langer Zeit saniert, und wir haben versucht, möglichst alle Interessen zu berücksichtigen."

Ein breiter Gehweg, eingezeichnete Parkplätze und ein Seitenstreifen für die Radler mussten Platz finden. "Eine neue Aufteilung des Straßenraums ist nicht möglich." Sowohl Kuch als auch Coppius wissen: Konflikte zwischen Bahnen und Radlern gibt es auch in der Brückenstraße in Neuenheim - und sie könnten auch in der Dossenheimer Landstraße nach deren Umbau entstehen.

Hintergrund :

> Das Überholen ist in Paragraf 5 der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Darin heißt es: "Beim Überholen muss ein ausreichender Seitenabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere zu den Fußgängern und Radfahrern, eingehalten werden." Nach der gängigen Rechtsprechung sollten Autofahrer einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu Radlern halten. Gibt es einen Radweg oder Seitenstreifen, sind mindestens 50 Zentimeter erforderlich. Die Überholregeln gelten aber nicht für Straßenbahnen. Das Überholen ist nämlich folgendermaßen definiert: "Es beginnt mit dem Ausscheren und endet mit dem Wiedereingliedern rechts."

> Die gegenseitige Rücksichtsnahme ist in Paragraf 1 StVO geregelt: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird."

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Antworten:

Einzigste Konsequenz: Den Radler verbieten.

von Das Biergleis - am 27.09.2013 21:15
Zitat
Das Biergleis
Einzigste Konsequenz: Den Radler verbieten.


EInfach alle 20 Meter Weichen einbauen. So kann die Bahn den gewünschten Schlenker doch noch machen.

von pfaffengrunder - am 27.09.2013 21:58
Das Biergleis meint bestimmt zweierlei Radler :cheers:

von Jan N. - am 27.09.2013 22:26
Zitat
Das Biergleis
Einzigste Konsequenz: Den Radler verbieten.


Die Idee findet Herr Ramsauer bestimmt großartig. rotfl

von Vitesse - am 27.09.2013 22:46
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