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Nahverkehr Rhein-Neckar
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16
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lokleitung, Tw237, Heidelberger Straßenbahner, 1-er, Daniel Wottringer, Rumpelweiche

Wenn Sunn' scheint und des Wetter halt …...................

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 06.10.2013 12:14

…....... dann geh' ma in den Pfälzer Wald. Getreu diesem Moto wagten wir einen Ausflug zur Eiswoog (bei Ramsen – irgentwo tief im Pfälzer Wald). Die Stumpfwaldbahn stand schon lange auf meiner Wunschliste, und am 03. Oktober sollte der letzte Fahrtag für 2013 sein → wir hatten frei, passt also!

Der geneigte Eisenbahnfan reist natürlich stilecht an, außerdem koscht ja nix (Jobtiket) und mit nur 2x umsteigen noch zu ertragen.



Kleine Unannehmlichkeiten nimmt man gerne in Kauf, so zum Beispiel eine 20 Minütige Standzeit des Zuges in Grünstadt. Über die Gründe wurden die Reisenden im Unklaren gelassen, das Zugpersonal verkürzte sich die Wartezeit mit Rauchen und Informationsaustauch auf dem Bahnsteig.
Im Zug hörte man dann irgentwas von Autofreiem Eisbachtal und mir kamen die ersten Zweifel, ob es eine gute Idee war, ausgerechnet heute den Ausflug zu unternehmen.

Irgentwann setzten wir die Fahrt fort ….......... aber nur bis Eisenberg. Hier erhielten wir die Information, dass der Zug hier aufgrund der großen Verspätung endet. Froh gelaunt stiegen die ca. 100 Reisenden aus und bedankten sich freundlich beim Zugpersonal (nein, natürlich nicht, aber dass, was sich der Zugführer anhören mußte, ist wenig druckreif, getreu nach dem Motto: irgentwo entscheidet einer etwas, ausbaden kann es ein anderer).

Nun zum ersten Bild oben: „Unser“ Zug enschwindet Richtung Grünstadt.



Während der 40 Minuten Wartezeit bereute ich, unter dem Genörgle der anderen Reisenden, meine Idee mehrfach, mich doch so nahe an das Stellwerk Mainz herangewagt zu haben. Nun ja, das Bild der Güterschuppenbahnidylle wäre anders nicht entstanden.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kam der nächste Zug (auch mit 10 Minuten +) und der fuhr tatsächlich nach Eiswoog. Die Strecke endet mitten im Wald etwa 50 Meter vor dem Eiswoogviadukt.



Nun aber zur Stumpfwaldbahn: Die Strecke beginnt direkt unter dem Eisbachtalviadukt (hierzu später mehr).



Nun etwas Geschichte: Der Verein Stumpfwaldbahn Ramsen betreibt seit dem 09. September 1996 eine Museumsfeldbahn zwischen Eiswoog und dem Bockbachtal.
Am 20. Mai 2007 verlängerten Sie die Strecke bis nach Ramsen West. Auf der 3,5 Kilometer langen Strecke befinden sich drei Ausweichstellen, Wasserhaus, der Bahnhof Bockbachtal und die Ausweiche Kleehof.
Am Endbahnhof Ramsen West befindet sich ein „Bahnbetriebswerk“ mit Depot. Insgesamt besitzt der Verein drei Dampf- (eine Betriebsfähig) und zwölf Diesellokomotiven, einige müssen jedoch noch aufgearbeitet werden.



Nun etwas, was meine Stimmung schlagartig verbesserte: Wegen dem autofreien Eisbachtal wurde die Strecke nicht nur alle Stunde befahren (an allen Sonn- und Feiertagen acht Fahrtenpaare), sondern es waren vier Züge im 15 Minuten Takt eingesetzt.



Nach dem Umsetzen wir die Maschine bekohlt …................ was aussieht wie Kohlen nachfüllen, ist aber das Ergänzen des Sandvorrates!

Während der Lokführer gemütlich einen Kaffe trinkt, hört man im Hintergrund die Stimme des Fahrdienstleiters, der offensichtlich keine ruhige Kugel schiebt!
Zur Anwendung kommt eine vereinfachte Form des Zugleitverfahrens: Roter Zug fährt bis Wasserhaus - blauer Zug durch bis Eiswoog – der Fahrdienstleiter braucht Kaffee – grüner Zug Kreuzung in Bockbachtal (oder so ähnlich).



Nach dem der Gegenzug eingefahren ist (und der Kaffee ausgetrunken) ist Abfahrt. In der Abstellgruppe wird derweil die Resevelok überprüft und „angeheizt“ - Im Hintergrund übrigens ein Magirus LKW mit Feuerwehraufbau (leider fotounfreundlich abgestellt).





Im Gegensatz zum Bild vom Viadukt auf dem die Bänke (noch) ziemlich leer aussehen war das Ganze gut besucht. Und es gab eine herliche Erbsensuppe mit Würstchen für die man doch manche Strapaze (wie 40 Minuten dumm in Eisenberg rumstehen), im Nachhinein gerne in Kauf nimmt.





Nach dieser Stärkung (leider ohne Bild) noch zwei „Schnappschüsse“ im Bahnhofsbereich, und dann ab auf die Strecke!

Der Bahnübergang wird vorschriftsmäsig gesichtert, dies gilt für Alle (ausgenommen Jogger). Der Zugführer wendet zusätzlich noch §44/8 an, was aber von Zeitgenossen mit Workman ignoriert wird!



Doch - bevor es nun „auf die Strecke“ und keiner mehr Lust hat konzentriert zu lesen und nur die Bilder betrachtet (da hätte ich mir die Mühe auch sparen können) – in einigen Tagen geht’s weiter mit Teil 2



Salü Erhard

Antworten:

Als Ergänzung Bewegte Bildchen aus Eisenbahnromantik

von Rumpelweiche - am 07.10.2013 03:35
Hallo Erhard,

danke für den schönen Bericht.

Wir waren auch dort gewesen und mit Tw 237 hatten wir zuvor noch über die VRN Fahrtmöglichkeiten diskutiert ...
(bin also heilfroh, dass ich das Auto in Asselheim abstellte und die 60 km - mit Abstecher nach Alsenborn - mit dem Rad machte)

Frage:
Kann man da nicht eine Entschädigung verlangen?
Wenn ja, sollte man machen, nicht wegen des Geldes, sondern damit es für die "Leistungs"-Träger nicht folgenlos bleibt!

Grüße

von 1-er - am 07.10.2013 07:33
Zitat
1-er
Frage:
Kann man da nicht eine Entschädigung verlangen?
Wenn ja, sollte man machen, nicht wegen des Geldes, sondern damit es für die "Leistungs"-Träger nicht folgenlos bleibt!


Mit einer Enschädigung - im Nahverkehr - bin ich mir nicht so sicher, obwohl einer (der am lautesten schrie) sich sicher war, hier eine Menge Geld rausschlagen zu können. Eine Dame telfonierte mit dem Handy und erreichte nach viel Musik hören auch tatsächlich jemand in Berlin, aber die wußte nicht mal wo Eisenberg liegt.

Wir haben ja unser Fahrziel eine Stunde später erreicht (gut auch mit +10). Und sind wir mal ehrlich, selbst mit dem teuersten Ticket (z.B. Tageskarte Netz 3 Personen zu 23,--€) sind 20% gerade mal 4,60€, rentiert sich da der ganze Ärger (oder geht es aus wie bei Werner/Abellio).

Ich denke, die Stimmung wäre nicht so hoch gekocht (und dies kann ich aus eigener Erfahrung sagen), hätte der Triebwagenführer in Grünstadt eine weniger geraucht uns die Fahrgäste, halt → Reisenden einfach mal kurz informiert.



Aber für Ihn ist halt rot, halt natürlich Hp0 (wie auf dem Bild zu sehen), obwohl - ich kann mich des Eindrucken nicht erwehren, dass er auf der Fahrt Grünstadt - Eisenberg extrem gebummelt hat. Ob dies auch von Einen (weit weg im stillen Kämmerlein) vorgegeben wurde, oder er einfach die Standzeit in Eisenberg verkürzen wollte, kann ich nicht sagen.

Er hat sich eben sehr viel - auch beleidigendes - anhören müssen. Für das Unternehmen DB war es, zumal an so einem Tag, auf jeden Fall kein Imagegewinn.


Salü Erhard

PS.: Und bevor mich jemand zuerreist: Dies ist meine Wahrnehmung und persönliche Meinung!

von Heidelberger Straßenbahner - am 07.10.2013 09:21
Das ist immer so, wenn man auf eine Strecke mehr Verkehr packt, als die Menge, für die sie gebaut ist.

Wenn wegen des autofreien Tals Milliarden von Radfahrern die Züge bevölkern und deshalb das Ein- und Ausladen ordentlich Zeit kostet, dann schaukeln sich Verspätungen einfach auf, und irgendwann gibts nur noch die Möglichkeit zur Kurzfahrt.

Die Fahrgeschwindigkeit ist dort auch im Normalfall eher mäßig schnell.
Wie auch immer, ein paar tröstende Worte des Zugpersonals während der Wartezeit werden vom Publikum meist gerne angenommen.


Und zum Thema Entschädigung - dafür gibts doch die Infos im >>> Servicecenter Fahrgastrechte folgendes

von Lokleitung - am 07.10.2013 10:39
Was willst du da groß entschädigen?
Prinzipiell läuft der SPNV der DB im großen und ganzen pünktlich und zuverlässig, vielleicht mal von der Riedbahn abgesehen. Die Züge sind vermute ich mal (@ Sprinter, Fotofuzzi, Daniel W: vielleicht wisst ihr da mehr?) zu 95 % pünktlich. Die Großzahl der Unpünktlichen dürfte auf die Riedbahn entfallen (4 der 5 %)
In über 3 Jahren, die ich nach Heilbronn gependelt bin, kann ich die Probleme durch Zugausfälle oder Verspätungen an meinen Fingern abzählen.
Diejenigen, die mit dem Auto zur Hochschule gekommen sind können das sicher nicht. Und für den Stau kriegst du ja auch keine Entschädigung.

Im Fernverkehr, bei dem sich die DB eine goldene Nase verdient, finde ich es voll ok auf die Rückerstattungen zu bestehen, insbesondere dann, wenn es Probleme sind, die man dauerhaft nicht in den Griff bekommt.

Die SPNV-Angebote sind nicht nur spottbillig (im Vergleich zum eigenen Auto im Fall, dass man drauf verzichten kann fast nichtig), sondern decken auch nicht annähernd ihre Kosten.
Eine Verteuerung führt da eher zur Schmälerung des im großen und ganzen zuverlässigen Angebots.
Wesentlich schwewiegender finde ich da das kundenunfreundliche Verhalten des Personals. Da sollte der Betreiber oder der Aufgabenträger für Besserung sorgen.

von Tw237 - am 07.10.2013 17:25
Zitat
Heidlberger Straßenbahner
Die Strecke endet mitten im Wald etwa 50 Meter vor dem Eiswoogviadukt.


Auf der anderen Seite führte die Bahn früher nach Enkenbach. Bin die Strecke mit User Hummelchen dieser Tage abgelaufen. Die Bilder gibts demnächst hier...

Den von dir beschriebenen Streckenabschnitt habe ich im Frühjahr bewandert: [20066.foren.mysnip.de]

von Tw237 - am 07.10.2013 17:37
Hallo Ralph!

Du hast die Situation sehr treffend beschrieben :spos: - warst Du irgentwo hinter einem Busch und ich habe Dich nicht gesehen?



Salü Erhard


PS.: Ein Taxi hat sich niemand bestellt

von Heidelberger Straßenbahner - am 07.10.2013 21:35
Die pünktlichkeit der S-Bahn dürfte bei so 98% liegen. Bekommen wir ab und an mal in Mitteilungen aufs Stellwerk gefaxt.
In anbetracht der relativ langen Laufwege der S-Bahn Linien doch ein recht gutes Ergebnis, finde ich. Gut, die S-Bahn hat dafür auch hier und da mal die ein oder andere Standzeit.

von Daniel Wottringer - am 07.10.2013 21:56
Nö, ich war nicht hinter einem Busch.
Aber ich bin diese Strecke schon mal abgefahren, und ich arbeite bei einem Verkehrsbetrieb ;-)

von Lokleitung - am 08.10.2013 15:45
Zitat
Loki
Aber ich bin diese Strecke schon mal abgefahren


Womit?

Mit TrieWa 628 oder noch mit SchieBu bzw. Frau Hundert?

von Tw237 - am 08.10.2013 17:13
Die Strecke lag ja ab 1976 im Personenverkehr still. Daher habe ich die Schiebu-Zeit nicht mehr miterlebt. Am 26. Mai 1994 wurde sie als erste Strecke in der Pfalz im Rahmen des Rheinland-Pfalz-Taktes für den Personenverkehr wieder eröffnet. Und nach der Wiedereröffnung gabs dann nur noch TrieWa 28, weil an den Endpunkten ja nicht mehr umgesetzt werden konnte. Aber die habe ich eh lieber fotografiert als Schienenbusse. Frau100 wären auch nicht schlecht gewesen.


628 265 am 21. August 1994 im damaligen Endbahnhof Eisenberg:



628 297, 20. Juni 1995 bei Eisenberg:



1995 wurde der Betrieb bis Ramsen ausgedehnt. 628 284 am 20. Juni 1995 in Ramsen, einen knappen Monat nach der Wiedereröffnung:



Erst seit 2001 wird wieder bis zum (neu gebauten) Endhaltepunkt Eiswoog gefahren.

von Lokleitung - am 08.10.2013 18:51
Bild 2 ist genauer gesagt nicht bei Eisenberg, was im weiteren Sinne betrachtet sicher richtig ist, sondern der neue Bahnhof von Ebertsheim, der erst 1895 eröffnet wurde.
Da früher aber alles besser war, ist man aber wieder zum alten Bahnhof übergegangen.


Habe das auch hier: [20066.foren.mysnip.de]
Das Bild vom neuen alten Bahnhof scheint aber nimmer zu funzen.

von Tw237 - am 08.10.2013 19:22
Ebertsheim ist ja auch irgendwie bei Eisenberg ;-)

von Lokleitung - am 09.10.2013 06:49
Was ich aus den Antworten nicht eindeutig herauslesen konnte, ob man im Nahverkehr vom Grundsatz her auch Entschädigungen geltend machen kann.
(ich sagte ja schon, dass es mir nicht um`s Geld in diesem Fall ging)

An diesen Tag stand ich wirklich hinter vielen Büschen, weil ich die Strecke noch nicht kannte. Ich konnte (leider) nirgendswo volle Züge oder Bahnsteige entdecken. Erhard, was war Dein Eindruck?

Ansonsten war das autofreie Eistal ein toller Tag, denn es war nicht überlaufen, man konnte gemütlich genauso wie auch zügig fahren, für Alle was geboten und nicht so überlaufen wie an der Weinstraße.

Grüße

von 1-er - am 10.10.2013 07:49
Zitat

nicht eindeutig herauslesen konnte, ob man im Nahverkehr vom Grundsatz her auch Entschädigungen geltend machen kann

Also wenn das >>> daraus

von Lokleitung - am 10.10.2013 11:04
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