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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Tw237, Vetter 16SH, Lokleitung

Kein Betrieb auf der Bahnlinie Landau-Herxheim (m32B+1 Raubkopie)

Startbeitrag von Tw237 am 23.11.2013 23:39

Bereits vor einigen Wochen beschloss ich die neulich schon vom User Fabegdose als lauschig bezeichnete Bahnlinie von Landau nach Herxheim zu besuchen.

Einst gehörte sie zu den Top-Bahnlinien Bayerns, insbesondere wegen ihres hohen Güterverkehrsaufkommens.

Der Personenverkehr wurde bereits 1983 eingestellt, der Güterverkehr 1995. Als die Bahn sich nach und nach vom Transport der Rüben verabschiedete, konnte die Strecke nicht mehr überleben.

Heute ist die Strecke immer mal wieder ein Reaktivierungskandidat im bisher schon sehr erfolgreichen RLP-Takt.
Deshalb ist die Strecke auch noch nicht abgebaut worden. Es soll sogar ein Trassensicherungsvertrag bestehen. Die Fakten vor Ort sprechen hier und da aber eine andere Sprache....





Der Bahnhof Landau ist heute ein moderner Konotenpunkt und Schnittstelle zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern. User können hier vom Trabi in den Desir(i)o umsteigen.






Auf dem Gelände des ehm. BW Landau befindet sich heute löblicherweise ein großer P+R-Platz, der sichtbar gut angenommen wird.






Ausfahrt eines RE nach Karlsruhe. Ganz rechts erkennt man das Streckengleis nach Herxheim, das einige hundert Meter parallel zur Hauptbahn verläuft.






Hauptbahn mit Streckengleis nach Herxheim





Im Wesentlichen sind Stahlschwellen verbaut - Hart wie Krupp-Stahl :-P





Zug zum Fronzos






Das Nebenbahngleis fällt immer mehr ab.







Direkt vor der ersten Unterführung unter der Hauptbahn befindet sich der erste BÜ - inzwischen überteert.





Streckengleis im Gebüsch





Geradeaus gehts weiter nach Mörlheim.






In Mörlheim gibts sogar eine Weiche zu einem abgebauten Abstellgleis.

Was auffällt. Die Bebauung des Ortes ist stark an die Bahn herangerückt. So wie die Umgebung hier von Neubauten geprägt ist, muss der Bahnhof zu Betriebszeiten der Bahn auf freier Flur gestanden haben.





Der Bahnsteig ist noch vorhanden, das EG ist privat genutzt.





EG






Hier sehen wir einen von zwei BÜs, an dem die Strecke eine Straße kreuzt, deren Status etwas unwesentlich über "Feldweg" angesiedelt ist.





Verladerampe - Der Hänger steht hier wohl seit der Rübenkampagne 1995 :-P





Weiter gehts nach Offenbach an der Queich





Dort sieht es aber nicht wirklich nach Trassensicherung aus: Das Gleis verläuft unter dem Rollrasen der Gärten dieser Neubauten.






Am Ortseingang von Offenbach wurden die Gleise zurückgebaut.






Das Bahnhofsareal kurz dahinter ist zugewuchert.






wenige Meter weiter geht das Gleis weiter.





An mehreren Stellen wurde die Strecke unterbrochen - bei einer Reaktivierung wohl das geringste Problem.






Trasse auf dem Weg nach Herxheim.





Einfahrt in den ehm. Bf. Herxheim.





Die Zahlreichen Güterbuden sind zu Wohnungen umfunktioniert.






Auch in Herxheim wird rund um den alten Bahnhof viel neu gebaut. Für eine Reaktivierung sicher nicht schlecht...
...es sei denn man baut wie hier auf der Bahntrasse. Vor diesem Neubaukomplex wäre Schluss, es sei denn man verschwenkt die Trasse.






Der Bahnhof ist ein schöner Sandsteinbau, der die Kneipe "Old Station" beherbergt.





Auf dem Vorplatz hat man ein Bahndenkmal eingebaut.






Hier fährt auch heute der SEV ab.





Der Blick auf den Fahrplan gibt sich übersichtlich, aber vermutlich wesentlich üppiger als zu Bahnzeiten. Was schockiert ist die Bedienung an Sonntagen, die sich nicht nur auf diese Haltestelle, sondern auf ganz Herxheim bezieht.


Gemäß den Reaktivierungsplänen (die als volkswirtschaftlich nicht sinnvoll befunden wurden) hätte die Bahn (10 Km länge) um weitere 6 km Nebenbahn-Neubau nach Rülzheim verlängert werden sollen, wo sie auf die Strecke Schifferstadt-Wörth träfe. Die Bahnlinie hätte dann elektrifiziert und mit Karlsruher Stadtbahnwagen befahren werden sollen.
Schade, dass man immer solche Maximal-Pläne aufstellen muss. Wenn man die Fahrgastbelastung (lt. VRN) betrachtet, zeigt sich für die Strecke Landau-Herxheim ein vierstelliger Fahrgastwert, vergleichbar mit den meisten SPNV-Strecken der Region. Die Strecke Rülzheim-Herxheim weist im Busverkehr hingegen nur gute 500 Fahrgäste aus - eine Belastung die nicht mal eine Reaktivierung rechtfertigen würde, wenn es da schon eine Strecke gäbe.

Ob man das Naheliegenste - nämlich eine Reaktivierung mit Dieselkisten (evtl. als Verlängerung der Linie Pirmasens-Landau) - auch untersucht hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Zumindest die Busse, die aus Kapaztätsgründen "doppelt" gefahren werden könnte man sich dann sparen.
Durch die zunehmende Zersiedlung der Orte kann der Bus diese heute ohnehin nicht mehr so attraktiv bedienen wie früher. Bzw. er kann es genauso gut, wie es die Bahn auch könnte - nur eben langsamer.
Mehr kosten als der Ausbeutungs-Subheini dürfte eine Bahn mit Infrastruktur und einigermaßen vernünftig bezahltem DB-Personal auf jeden Fall (trotz evtl. Fahrgastzuwächse).
Wenn man sieht, dass die Stadt(!) Herxheim an Sonntagen nicht mal ein Linientaxi springen lässt, zeigt dies offen und deutlich, wie viel man dort vom ÖPNV hält.




Bahnsteigansicht in Herxheim. Etwa dort wo die weiße Bude steht, stand vor 30 Jahren die Lokleitung, als sie das folgende Bild machte:




Zitat
Lokleitung


Im Gegensatz zu den Bildern der Altrheinbahn , konnte ich frohlocken, als ich diesen Beitrag der Lokleitung fand, in dem das Bild eingebunden war: [20066.foren.mysnip.de]

Ich war da einfach mal so dreist und habe es hier rein kopiert. Ich hoffe sie kann mir noch einmal verzeihn... :-P





Ich bin dann noch etwas durch Herxheim gelaufen und habe den Bus nach Rülzheim genommen.





Von hier konnte ich mit der gelben Kiste nach Germersheim fahren, wo ein Quitschie auf mich wartete.

Antworten:

Wenig Betrieb auf der Bahnlinie Landau-Herxheim (m 1 Scan)

Wenig Betrieb war schon früher - leider habe ich kein Kursbuch aus dem Jahr der Stilllegung des Personenverkehrs mehr (Sommer 1983), sondern nur das aus dem Winterfahrplan 1980/81. Damals gabs sonntags auch keinen Zugverkehr, die Tabelle sah so aus:


An diesem Zustand dürfte sich, bis auf eventuelle Anpassungen im Minutenbereich, bis zur Stilllegung nichts geändert haben. Und wie man erkennt, es gab nur ein lokbespanntes Zugpaar, das ich mir für die Bereisung selbstverständlich gezielt ausgesucht hatte. Die Beschreibung "an Samstagen als Zug" in der Zeichenerklärung ist ja auch nicht schlecht. Als ob Schienenbusse keine Züge gewesen wären. Mit dem eklatanten Manko, dass die Nummer vornedrauf in der Regel gefehlt hat.

PS. Urheberrechtsklage folgt :--D

von Lokleitung - am 24.11.2013 10:31
Zwei Fragen an euch:

Der einzig Lokbespannte Zug nach Herxheim kam von wo?

Die paar Meter "Bahndenkmal" in Herxheim liegen dort wo ursprünglich mal die Strecke verlief? Mitten durch den Ort?

von Vetter 16SH - am 26.11.2013 09:26
Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass der aus Dortmund kam.


Die Gleise des Denkmals liegen in einem Beet vor dem EG, also auf dem Vorplatz. Die Züge fuhren auf der anderen Seite des Bf. ab.

von Tw237 - am 26.11.2013 22:06

Re: Dortmund-Herxheim? (k. T.)

*

von Vetter 16SH - am 27.11.2013 13:08
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