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Nahverkehr Rhein-Neckar
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8
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 1 Monat
Letzter Beitrag:
vor 4 Jahren, 1 Monat
Beteiligte Autoren:
Führerbremsventil, pfaffengrunder, Stefan Klein, Vetter 16SH, Tw237, Lokleitung

[PM] Aus der Traum vom Heidelberger Mobilitätsnetz

Startbeitrag von pfaffengrunder am 01.12.2013 22:39

Antworten:

Warum überrascht das nicht....

Machen wir uns nichts vor. Das war eigentlich schon absehbar. So uneins wie sich die Politiker in Heidelberg und Umgebung sind, kann das nichts werden.
Um 2019 abrechnen zu können, hätte man ohnehin schon ziemlich zetig anfangen müssen. Und dass man bis nächstes Jahr alles auf die Reihe bekommt ist zwar nicht unmöglich (wäre für Mannheimer, Karlsruher oder Stuttgarter Verhältnisse noch massig Zeit), aber wir müssen ja bedenken dass es um Heidelberg geht.

Wären Befürwortenden Mehrheiten der Vergangenheit tatsächlich hinter den Ausbauprojekten gestanden, würde man sicher schon seit 15-20 Jahren nach Wiesloch, Schwetzingen, in die Altstadt und ins Neuenheimer Feld fahren.
Stattdessen hat man in den vergangenen 20 Jahren sicher so viel Geld in Form (übrigens nicht bezuschussungsfähigen) Planungskosten "für den Arsch" verheizt, dass es gereicht hätte mindestens eine der Strecken zu bauen.



Zitat
RNZ
Seit zwei Jahren arbeitet die Stadt an vier neuen Linien (ins Neuenheimer Feld, eventuell in die Altstadt, in die Bahnstadt und nach Schwetzingen); außerdem sollen bisherige Schwachstellen (Hauptbahnhof, Kurfürstenanlage und Eppelheimer Straße) umgebaut werden.


Wenn man das schon so schreibt sagt das ja alles....
Wenn man was zur Förderung einreichen will, sollte vorher schon feststehen, was man gefördert haben möchte :-P

Dass man nun versucht die Schuld auf Stuttgart 21oder das auslaufende GVFG abzuwälzen liegt wohl nur daran, dass man nicht eingestehen will, dass man (Stadt HD) (mal wieder) alles an die Wand gefahren hat.

Würde man sich mal mit den Umständen befassen würde man nicht an einen Planungsstopp denken, sondern weiterplanen und sich auf eine Variante zu einigen, die man dann auch beibehält.
Die Neuauflage des GVFG-Bundesprogramms (Das Landes-GVFG BaWü ist eh über 2019 hinaus von von der Regierung Ötti gesichert worden) steht auch vor der Tür.
Der Bundesrat hat das auf einen Antrag der Länder Baden-Württemberg, Bayern und NRW (Regierungen unter Beteiligung von SPD, CSU, Grüne, FDP) bereits im Sommer angenommen. Dass er noch nicht durch den Bundestag ist, ist den Wahlen und der andauernden Regierungsbildung geschuldet. Ist aber absehbar.
Damit könnte HD notfalls ins neue GVFG kommen und 2020 abrechnen. Schlimmstenfalls könnte der Förderer allerhöchstens eine Neubewertung einfordern.

von Tw237 - am 03.12.2013 09:50

Re: Darum

Ja, und? Dann kommt die Bahn nach Schwetzingen eben erst nach 2019. Ich werde sie nicht vermissen.
Und was heißt die Politiker in Heidelberg und Umgebung sind sich uneins? Das nennt man Demokratie. Vielleicht herrscht in Mannheim ja Diktatur? Oder aber es wollen alle Parteien das gleiche. Das in Heidelberg eben nicht der Fall. Da wird schon mal aus Prinzip gegen die Vorschläge des OB gestimmt. Da kann man nichts machen außer vielleicht anders Wählen. Mich wundert es nur das es in Heidelberg eine große Grüne Fraktion gibt und ausgerechnet von der Grün-Roten Landesregierung wird man nun im Stich gelassen, weil diese sparen will oder muss wegen Stuttgart 21.
Also ruhig bleiben und abwarten, der Antrag ist doch gestellt und wenns halt nix wird, siehe oben...

von Vetter 16SH - am 03.12.2013 15:20

Es überrascht nicht wirklich...

Komischerweise schafft man es aber in Mannheim, sich irgendwann mal auf irgend eine Vorgehensweise zu einigen und diese zielstrebig zu verfolgen.

Im Gegensatz dazu wird anderswo ein geplantes Projekt - wenn irgendwer mit irgendwelchen alten oder neuen, mehr oder weniger sinnigen oder unsinnigen Ideen ankommt - wieder neu in Frage gestellt, neue Varianten untersucht, neue Zweifel gesät anstatt eine einmal eingeschlagene Richtung zu verfolgen. Das hat mit Demokratie nichts zu tun, das ist eine Haltung, die es jedem versucht, recht zu machen, obwohl das natürlich nicht möglich ist. Aber man will keine Wähler verärgern und deshalb drückt man sich vor wirklichen Entscheidungen.

So beschlecht ich das auch finde, bei dem von mir für unsinnig und als Gelverschwendung erachteten Projekt Stuttgart21 hat es funktioniert, eine einmal getroffene Entscheidung mit großem Nachdruck weiterzuverfolgen, sodass selbst die grüne Fraktion in der Regierung nun gar nicht mehr anders kann als weiterzumachen. Warum sollte das nicht auch mit wirklich sinnvollen Projekten wie dem Mobilitätsnetz möglich sein?

von Lokleitung - am 03.12.2013 15:31

weil...

Zitat
Lokleitung
Warum sollte das nicht auch mit wirklich sinnvollen Projekten wie dem Mobilitätsnetz möglich sein?


...weil man das wünschenswerte und sinnvolle Projekt "Mobilitätsnetz" versehentlich in Jahren gerechnet hat anstelle der ortsüblichen Heidel...

von Führerbremsventil - am 03.12.2013 18:03

Re: Es überrascht nicht wirklich...

Zitat
Lokleitung
Warum sollte das nicht auch mit wirklich sinnvollen Projekten wie dem Mobilitätsnetz möglich sein?


Dann sollte Herr Würzner auch an einem Neckarufertunnel festhalten. :-)

von pfaffengrunder - am 03.12.2013 20:31

Re: Es überrascht nicht wirklich...

Warum sollte das nicht auch mit wirklich sinnvollen Projekten wie dem Mobilitätsnetz möglich sein?
Weil es beim Mobilitätsnetz nicht um millionenschwere Immobilienspekulationen geht. Bei S21 ging es ja auch nie wirklich um den Bahnhof sondern in erster Linie um Selbstbeweihräucherung, Stadtbildverschönerung (*hust*) und das wertvolle freiwerdende Bahngelände. Die NBS wäre schon längst da, denn die war schon Anfang der 90er quasi in trockenen Tüchern, bis sie mit dem Bahnhofsprojekt zusammengepanscht wurde. Der Bahnhof als solches hätte niemals eine realistische Chance gehabt, auch wenn das konservative Gewürm allen Widrigkeiten zum Trotz seit fast 20 Jahren davon faselt, dass "seit 88 noch nie ein Großprojekt mit so viel Sorgfalt dargestellt und veröffentlicht wie dieses|...| wurde" (ein O-Ton von Stuttgarts OB Rommel aus dem Jahr 1996, diese Floskel wurde von allen anderen diplomierten Dummschwätzern bis heute fleißig nachgeplappert, ohne dass das bis heute in irgendeiner Weise belegt werden konnte, denn auch mehrere Jahre nach der Schlichtung ist mitnichten sorgfältig zu Ende geplant)

Es geht bei der Haushaltslage des Landes BaWü ja nicht nur um das sinnfreie Projekt S21, sondern auch um diverse Milliarden die rund um diese niedliche ENBW-Geschichte nun nicht mehr dem Landeshaushalt zur Verfügung stehen. Die Grünen stecken nun die Prügel dafür ein, dass einem Krösus mit einem politischen Finanzgebahren aus der Wirtschaftswunderzeit (unter dem S21 geboren wurde) erst jemand folgte, bei dem die Namensähnlichkeit zu einem ungenießbaren Getreideerzeugnis empfindliche Zweifel schon fast nahelegt (in seine Zeit fiel der eigentlich recht klare Tod von S21 wegen Unfinanzierbarkeit wie auch die Wiederbelebung mit Landesmitteln), welcher von einem arroganten Schnösel abgelöst wurde, der die Universalinkompetenz seines Vorgängers mit einer gehörigen Prise krimineller Energie eines der wohlhabensten Länder zu empfindlich klammen Kassen verholfen hat.

Dass sich die Heidelberger Kommunalpolitik seit Jahrzehnten eher damit befasst, wie man sich mit politischen Gegnern aneinander abarbeiten kann, aber ansonsten keinen wirklichen Schritt weiterkommt, bleibt dem unbenommen. Das hat aber nichts wirklich mit der Landesregierung zu tun, die wäre unter schwarz-gelb genauso handlungsunfähig. Schwarz-Gelb würde man gleiches Vorgehen nicht so krumm nehmen, den von denen ist man ja eh nichts anderes gewohnt.

von Stefan Klein - am 03.12.2013 21:15

Re: Es überrascht nicht wirklich...

Zitat
Stefan Klein
jemand folgte, bei dem die Namensähnlichkeit zu einem ungenießbaren Getreideerzeugnis


Hmmm.... Malzbier?

Ja, ne, ist schon klar, "wir können alles außer Englisch..."

von Führerbremsventil - am 04.12.2013 07:15
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