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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Lokleitung

Adventskalender -Türchen 8 - Nochmal Franken - 11 Bilder

Startbeitrag von Lokleitung am 08.12.2013 22:58

Am Dienstag, den 8. Dezember 1987, setzte ich meine Franken-Rundreise fort.

In Nürnberg begegnete mir in der Frankenstraße die 290 406 mit einer Übergabe. Die Lok sah damals schon etwas blass aus; drei Monate später sollte sie bei einer Hauptuntersuchung in den orientroten Farbtopf fallen. Im Jahr 1999 wurde sie mit Funkfernsteuerung ausgerüstet und hieß fortan 294 406; seit einer Remotorisierung im Jahr 2008 ist sie verkehrsrot und hört auf die Nummer 294 906. Sie gehört heute zum Bw Oberhausen-Osterfeld Süd und ist 39 Jahre alt:



Ich machte einen kurzen Abstecher ins Bw Nürnberg 2 (Rangierbahnhof). Obwohl die Loks überwiegend für den schnellen Reiseverkehr Verwendung finden sollten, hatte man die neuen 120er aus personalpolitischen Gründen zunächst diesem Güterzuglok-Bw zugewiesen. 120 117 hatte erst zwölf Tage zuvor ihre Abnahmefahrt hinter sich gebracht. Seit der Ausrüstung mit einem "Nahverkehrs-Paket" im Dezember 2010 wurde sie zur Regio-Lok degradiert und nennt sich heute 120 206:



Nebenan war die Besatzung des Turmtriebwagens 702 129 tätig. Das 1973 gebaute Fahrzeug wurde 1990 noch in das damals übliche gelb umlackiert; musste aber im Jahr 2006 aus dem Bestand von DB Netz ausscheiden, außer, dass er verkauft wurde, kenne ich seinen weiteren Verbleib nicht. Was links ins Bild ragt ist das Bedienerhäuschen einer der Drehscheiben des Bw Rangierbahnhof. Manch einem Modellbahner mag die Form bekannt vorkommen - sie diente als Vorbild für die Fleischmann-Drehscheibe:



Ich fuhr weiter nach Ingolstadt; zunächst zum Bahnhof Ingolstadt Nord. Neben einigen Wagen mit den nagelneuen Produkten des ortsansässigen Automobilwerkes kommt 212 181 des Bw Augsburg vorbeigefahren - zumindest die Nummer gab es ebenfalls auf Modellen von Fleischmann, aber auf roter Farbgebung. Die im Oktober 1963 von Jung gebaute Lok war während ihrer gesamten Zeirt bei der DB ausschließlich in Bayern beheimatet, nämlich in Kempten, Nördlingen und Augsburg. Sie wurde nur knapp 32, im Juni 1996 wurde sie abgestellt und im darauf folgenden Jahr verschrottet:



Nach einem Zwischenstopp im Bw Ingolstadt machte ich mich auf an die eingleisige Strecke Ingolstadt - Regensburg, wo ich bei Ernsgaden auf interessante Züge wartete. Eher "Hausmannskost" war 111 091 mit ihren Silberlingen; sie ist vor einen "Hasenkasten"-Steuerwagen gespannt. Die mittlerweile 35 Jahre alte Lok gehört heute zu Regio Braunschweig:



Schon etwas interessanter war die Nürnberger 141 006 - grüne 141er wurde damals langsam rar. Die Lok zog neben drei Silberlingen, davon dem mittleren noch mit dem originalen, schwarzen Längsträger, auch einen der Behelfspackwagen, deren Einsatz verboten wurde, nachdem im November 1992 bei Northeim (Han) ein solcher Wagen einen Puffer verloren hatte und dies zu einem Unfall beträchtlichen Ausmaßes geführt hat. Die 1956 gebaute Lok blieb noch bis zum Juni 1994 im Bestand der DB und gehört heute dem Eisenbahnmuseum in Dieringhausen:



Auch 140er im Personenverkehr waren damals nicht unbedingt selten - 140 017 vom Bw München 1 ist noch mit den originalen Lüftergittern und dem zweiteiligen Seitenfenster ausgestattet, hat aber die Frontgriffstangen und das grauen Dach mit umlaufender Regenrinne schon eingebüßt. Sie wurde 1957 gebaut - ein Jahr später als die 141 aus dem vorherigen Bild, durfte aber bis zum Februar 2002 - zuletzt in orientroter Farbe - im Einsatz bleiben:



Die Frankfurter 140 587 war dagegen schon ozeanblau/beige. Sie zeigt sich hier vor einem Kesselwagenzug - die Raffinerie in Vohburg erzeugte starken Güterverkehr. Obwohl diese 140 mit Baujahr 1966 ganze neun Jahre jünger war als 140 017 überlebte sie sie nur um ein dreiviertel Jahr - am 19. Dezember 2002 wurde sie abgestellt und im März 2003 verschrottet:



Aber was wäre der Güterverkehr ohne die Loks gewesen, wegen denen ich diese Reise angetreten hatte? Die Einsätze der 194er lagen in den letzten Zügen; die Baureihe 120 sollte im Jahr 1988 für ihr endgültiges Ende sorgen. Die 1942 von AEG gebaute 194 075 zog einen Zug mit Tankcontainern. Die Lok sollte noch ein halbes Jahr im Dienst bleiben; im Mai 1988 wurde sie abgestellt und im Oktober des gleichen Jahres in Nürnberg verschrottet:



Man machte mir eine Freude und schickte auch aus der Gegenrichtung noch eine 194 als Lz vorbei. 194 041 des Bw Ingolstadt trägt Stromabnehmer SBS 39, die nachträglich auf Doppelwippen umgebaut wurden, sodass auch beim Betrieb mit nur einem Bügel die Funkenbildung an der Fahrleitung minimiert wurde. Es war eine der letzten Fahrten für die ebenfalls 1942 von Krauss-Maffei gebaute Lok - schon zehn Tage später, am 18. Dezember 1987, wurde sie ausgemustert und 1988 in Bremen verschrottet:



Mein letztes Bild dieses Tages stammt aus dem Bahnhof Donauwörth. Hier posiert in der untergehenden Sonne die 212 177 des Bw Augsburg. Die Lok war erst drei Monate zuvor aus Karlsruhe nach Bayern umbeheimatet worden, zuvor gehörte sie auch zu den Bw Landau und Ludwigshafen. Ihre Karriere bei der DB dauerte von 1963 bis zu ihrer Abstellung am 1. Dezember 2000. Über Alstom wurde sie dann nach Frankreich verkauft, wo sie auch als fünfzigjährige im Jahr 2013 der Firma Meccoli als Bauzuglok dient:

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