Adventskalender - Türchen 9 - rund um die bayrische Hauptstadt (16 Bilder)

Startbeitrag von Lokleitung am 09.12.2013 22:48

Es war Mittwoch, der 9. Dezember 1987. Ich war immer noch in Bayern unterwegs, auf der Suche nach E94 und was sonst noch so auf den Gleisen der DB zu finden war.

Über Nacht hatte es ein wenig geschneit. Beginnen wir unsere fotografische Rundreise im Münchner Hauptbahnhof. Einige wenige Züge wurden von der Baureihe 194 von hier zu den Abstellflächen in Pasing oder Laim befördert; in der Regel war das damals die Aufgabe der ältesten 140er - oder eben dem, was man gerade so zur Verfügung hatte. Leider sind die Stromabnehmer abgeschnitten, aber ich wollte dennoch nicht auf diese stimmungsvolle Aufnahme der 194 133 verzichten. Sie hatte sich schon an den Zug gesetzt, nun waren noch die Formalitäten zu erledigen. 194 133 wurde während des zweiten Weltkrieges im Jahr 1944 gebaut und wurde Ende Mai 1988 ausgemustert, ihr Ende fand sie bei der Verschrottung in Verona in Italien:



Ich begab mich nach Vaterstetten an die Strecke München - Rosenheim. Hier wurde gerade viergleisig ausgebaut, um künftig die S-Bahn und den übrigen Verkehr zu trennen. interessant waren vor allem die Leistungen zwischen Österreich und Deutschland, so auch dieser Schnellzug mit einem bunt gemischten Park aus italienischen Sitz- Liege- und Schlafwagen, gezogen von 111 205. Die Lok sollte nicht alt werden. Abgenommen am 18. Januar 1983 stand sie damals kurz vor ihrem vierten Geburtstag. Am 19. Dezember 2012 wurde sie abgestellt und damit fehlte ein Monat zum Erreichen der 30 Dienstjahre. Im April 2013 wurde sie bei Bender verschrottet:



Lz kam die österreichische 1110 015 vorbei. Diese, zwischen 1956 und 1961 in 30 Exemplaren gebaute Reihe war eigentlich als Schnellzuglok konzipiert, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h aber recht langsam. Und so waren diese Sechsachser zwischen München und Österreich auch überwiegend im Güterzugdienst eingesetzt. 1110 015 wurde 1959 gebaut und blieb als eine der letzten Ihrer Art noch bis 2002 oder 2003 im Einsatz. Sie hat überlebt und gehört heute zum Bestand des Eisenbahnmuseums in Knittelfeld:



Gegen Mittag wechselte ich nach Landshut (Bay), wo vom Schnee fast nichts zu sehen war. Freundlicherweise ließ sich stattdessen die Sonne blicken, und mit ihr auch die Ingolstädter 194 112, von der ich dieses schöne Profilbild machen konnte. Die Lok wurde 1943 geliefert, und auch sie wurde Ende Mai 1988 abgestellt, und auch sie wurde in Verona dem Rohstoffkreislauf wieder zugeführt:



Nochmal eine Breitseite, dieses Mal mit Bügelfalte. 110 384 gehörte für mich damals zu den "seltenen" Loks des Bw Hamburg-Eidelstedt. Sie ging im Juli 1965 in Dienst und wurde im September 2004 beim Bw Freiburg ausgemustert. Ihr Schicksal hieß Bender:



Im Rangierdienst betätigte sich die 1960 gebaute 360 844 des Bw Mühldorf. Die Umzeichnung der Baureihe 260 zu "Kleinloks" der Reihe 360 lag gerade zehn Wochen zurück, und so war die Baureihenbezeichnung noch etwas ungewohnt für mich. Sie sollte sie noch einmal wechseln - im Januar 1996 wurde sie mit Funkfernsteuerung ausgerüstet und hieß fortan 364 844. Die Lok wurde im November 2003 abgestellt und ein Jahr später ausgemustert und verschrottet:



Heute gibts E94 satt - vor dem Lokschuppen sonnte sich 194 024, eine der ältesten E94 der DB, gebaut im Jahr 1941. Sie wurde zum 1. Mai 1988 außer Dienst gestellt und ebenfalls 1988 in Verona verschrottet:



An der Tankstelle versorgte sich 332 209 mit neuen Betriebsstoffen. Die Kleinlok wurde 1965 von Gmeinder gebaut, und im Jahr 2001 abgestellt. Verschrottet wurde sie von Theo in Trier im Jahr 2004:



Ich fuhr erneut an die Strecke Ingolstadt - Regensburg, dieses Mal in die Nähe von Vohburg. Erstes Bild hier war die im Regionalverkehr eingesetzte 111 208 - wobei es den Ausdruck "Regionalverkehr" damals noch nicht gab; es gab Nahverkehrszüge oder Eilzüge. Auch 111 208 wurde, wie die zuvor gezeigte 205, im Jahr 1983 abgenommen. Sie gehört heute zum Bestand von Regio Nürnberg:



Ja, ich weiß, das Bild ist ein wenig bewegungsunscharf. Und damals hätte ich viel lieber eine 194 gesehen als eine der allseits missachteten 150er. Und wer hätte gedacht, dass von dieser einst 194 Stück umfassenden Baureihe gerade mal zwei Loks erhalten bleiben würden? Die im Juni 1957 gelieferte 150 006 erlitt im Jahr 1972 einen Unfallschaden und wurde in einem fast dreijährigen Aw-Aufenthalt vom Ausbesserungswerk München-Freimann wieder aufgebaut. Dabei dürfte sie auch die Klatte-Lüftergitter, die Doppelscheinwerfer und die damals aktuellen weißen Fenstergummis erhalten haben. Sie war eine der ersten 25 Loks, die ab Werk noch mit Tatzlagerantrieb ausgerüstet waren. Sie wurde in den frühen Neunzigerjahren noch mit Gummiringfeder-Drehgestellen ausgerüstet und konnte so der "vorzeitigen" Ausmusterung bis zu ihrer Abstellung im August 2001 entgehen:



In Nahverkehr tauchte die Nürnberger 141 382 auf. Wie sie sahen damals die meisten Nürnberger 141 aus - ozeanblau/beige, Klatte-Lüfter und ansonsten keine besonderen Merkmale. Die Lok überlebte von September 1965 bis zur Firma Bender im Juni 2004:



Aus der Gegenrichtung kam 140 033 mit dem eigenartigen Erscheinungsbild durchgehende Regenrinne und graues Dach, aber schon entfernter Umlauf-Griffstange, festes, einteiliges Seitenfenster und den Erstserien-Klatte-Lüftergittern mit dünnem Rand, wie sie mit den 140ern der 800er-Nummernserie geliefert worden waren. Und auch sie trägt zum originalen grün die auffälligen weißen Fensterdichtungen. 140 033 wurde am 3. Dezember 1957 abgenommen, war also zum Zeitpunkt der Aufnahme gerade mal dreißig. Überlebt hat sie - zuletzt in orientrot - bis Februar 2002, auch sie wurde bei Bender verschrottet:



Und nun nochmal E94. Wir sehen noch einmal die gestern schon gezeigte Nürnberger 194 075 mit einem Kesselwagenzug, trotz einfachem Schleifstück ist nur der vordere Stromabnehmer gehoben:



Und noch ein Nachschuss...



Ein letzter Standortwechsel, bevor die Dunkelheit hereinbrach, brachte mich an den Bahnhof der Marktgemeinde Gaimersheim an der Strecke (München) - Ingolstadt - Würzburg. Für die Fans von VW Transportern hat die 151 066 einige dieser fabrikneuen Fahrzeuge am Haken; vielleicht werden sie ja nach Österreich gefahren, um dort mit Allradantrieb ausgerüstet zu werden. Die Lok wurde im Oktober 1974 in Dienst gestellt und im Juli 2013 außer Dienst genommen. Sie ist wohl derzeit in Rostock-Seehafen abgestellt:



Zuletzt noch dieser wunderschöne Nahverkehrszug mit 140 009 und einem Silberling auf einer höhengleichen Kreuzung mit mechanischem Läutewerk und Schranken mit Gitterbehang. Die Lok war im November 1957 an die DB übergeben worden und hat bis zur Abstellung im September 2000 durchgehalten. Obwohl sie noch im gleichen Jahr bei Bender verschrottet wurde, wurde sie erst ein Jahr später buchmäßig durch Ausmusterung aus dem Bestand von DB Cargo entfernt:



Für alle, denen die drei "nur-Vollbahn"-Türchen zu langweilig waren, sei angemerkt, dass auch wieder Straßenbahnbilder kommen. Ich hab eben versucht, immer schön tagesgleiche Bilder zu finden.

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