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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 4 Jahren, 7 Monaten
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Tw237

Ein Wochenende in Dresden und was der Nikolaus damit zu tun hat (mit vielen Bilders)

Startbeitrag von Tw237 am 11.12.2013 15:07

Morsche,

aus aktuellem Anlass unterbreche ich wieder mal meine DeuLaPa-Reihe für einen brandneuen Bericht aus der Sächsischen Landeshauptstadt Dresden, die ich am vergangenen Wochenende erreichte.

Doch die Geschichte ist eigentlich etwas länger. Also hole ich mal etwas aus...





Bereits das ganze vergangene Jahr über baute ich Berliner Tatrawagen T6A2
Da nach deren Fertigstellung noch Nachfrage von Eigenbauern nach Teilesätzen vorhanden war, versprach ich eine Anleitung zu schreiben und diese anzufertigen.


Bald darauf erhielt ich eine Einladung als Quotenwessi einer Semmelbahnveranstaltung im Dresdener Straßenbahnmuseum beizuwohnen.
Mit einer Zusage hielt ich mich etwas zurück, da ein Ticket nach Dresden ja auch nicht gerade billig ist.



Je näher der Termin rückte, desto mehr juckte es mich mal wieder einen Ausflug zu machen, der über die Nutzung der Regiozüge um Mannheim herausgeht. Außerdem bin ich schon viele Wochen kein Speisewagen mehr gefahren :-P
Was erleichternd hinzukam war die Tatsache, dass ich auf einer solchen Reise einige der Teilesätze persönlich ausliefern kann, wofür ich dann auch Portogelder spare, die ich den Abnehmern vorher abgenommen habe.



Also ging es daran die ausstehenden Reste noch zu produzieren. Doch wenns mal nicht klappt, klappt gleich alles nicht.
Da war auf einmal der Fräsmotor meiner CNC-Fräse im A... . (Allen, die mir den gut gemeinten Tipp geben wollen, ich solle ihn doch einfach wieder heraus ziehen, sei gesagt, dass es sich um eine umgangssprachliche Formulierung für "kaputt" handelt)
Während ich ihn mit einem durch eine fehlerhafte Kohle verschrammten Kollektor zur Herstellerfirma schickte, half mir glücklicherweise der User Hummelchen mit einem baugleichen Exemplar seiner Fräse aus der Patsche.

Doch jetzt wurde es zeitlich eng. Ich beschloss aber, wenn ich es schaffe die Sätze fertig zu stellen, nach Dresden zu fahren.




Bis Freitag 21:30 stand ich im Keller und habe Bausätze gepackt. Wenn man das mal einen Tag lang gemacht hat, wünscht man sich so schnell wie möglich vor der Glotze zu sitzen und sich auszuruhen :-P









Der Boden war hinterher dicht bedeckt mit Verschnittmaterial, das beim Ausbrechen der Einzelteile anfiel. Ich habe es mal bis gestern so liegen lassen.
Schließlich werde ich ja fürs Basteln von Modellen und nicht für das Halten von Ordnung bezahlt :-P




Als ich soweit war, rief ich sofort meine Kontaktleute im neuen Deutschland an und kündigte mein Kommen euphorisch an.






Zu früher Stunde stellte ich mal wieder fest, dass Mannheimer Fahrplaner immer noch nicht in der Lage sind drei Linien von der Feuerwache zum Bahnhof so zu überlagern, dass sie im 30-min-Takt nicht unbedingt alle hintereinander herfahren.

Besser bot sich der Siff-HP-Neckarstadt an, der einen Zug zum Bahnhof anbot.
Dort traf ich noch auf den User Lokleitung, der samt Bekleidung und Begleitung nach Erfurt unterwegs war.

Unsere Verabredung im SpeiWa bei Frankfurt konnte ich leider nicht wahrnehmen, da der Zug - entgegengesetzt der Online-Auskunft - unverschämterweise nur ein Bistro besaß.

In Frankfurt wurde dann aber ein aus Wiesbaden kommender Zugteil mit vollwertigem SpeiWa angehängt, in den ich prompt umstieg.






Dort konnte ich endlich damit anfangen mein City-Frühstück zu genießen. Im SpeiWa war einiges los.
Bis Leipzig hatte ich einen sehr interessantern Gesprächspartner, einen Tunnelbauer, welcher bei der Kombilösung, S21 und dem CityTunnel Leipzig beschäftigt ist.
Was mir bis dahin kaum bewusst war, war die Tatsache, dass die Verwaltungen der Städte und deren Beamte oft durch behäbiges Handeln und erteilen von Genehmigungen Projekte ausbremsen ohne das wirklich zu merken. Dabei entstehen auch immer arbeitsfreie Zeiten, die aber bezahlt werden müssen. Daraus resultieren in wesentlichen Teilen die Etatüberschreiungen.
Dieser „Wasserkopf“ an Verwaltung sei im Wesentlichen ein deutsches Problem.

Darüber hinaus konnte ich über den Buseinbruch von Trudering einige Fakten erfahren. So soll der Einbruch des Busses auch darauf zurückgehen, dass der Busfahrer sich weigerte dem Anraten des Bauarbeiters Folge zu leisten und erstmal die Leitstelle anfunkte…








Wenige Stunden später schon traf ich in Dresden ein. Nach dem Aussteigen in Dresden Neustadt stieg ich in die Straßenbahn zum Wilden Mann, um ins Straßenbahnmuseum zu gelangen.
Dort bescherte ich als Nikolaus (fast) alle Kinder mit Bausätzen, die zuvor brav und artig meine Rechnungen bezahlt hatten :-P
Die anderen hatten leider nicht mehr in den Schlitten (Eastpack-Tasche) gepasst.




Neugierig wie die Anwesenden waren wurde gleich ein Paket geöffnet. Schnell hörte ich begeisterte Ausrufe.
Denn hocherfreut waren sie über die „Westzeitung“ in der ich die Einzelteile verpackt hatte. :-P





Doch bei all der Aufregung ereigneten sich bald zwei Unfälle auf der Semmelbahnanlage:






Auch der Sensenmann war gleich vor Ort.






Blick auf den Weihnachtsmarkt der Semmelaner. Die Volkspolizei sorgt für Sicherheit.






Großzug beim Umsetzen






Eines meiner Lieblingsfahrzeuge dieser Ausstellung war dieser Hallenser Lindner-Zug




Großer Hecht neben dem ganz großen Hecht.



Auf dem Weihnachtsmarkt war sogar eine kleine Straßenbahn aufgebaut, die von Pittiplatsch, Schnatterinchen und dem Sandmann rege in Anspruch genommen wurde.





Der Aufbau des Fahrleitungsbauwagens zeigt bei geöffneter Tür Einblick auf den Wunschzettel der Monteure




Auch ein LoWa-Wagen war vorhanden. Er wurde auf einem Culemeyer Straßenroller antransportiert.
Besonderes Highlight: Der Coole Meyer konnte sogar ferngesteuert gefahren werden.




Nochmal der Lindner im Detail




Einen Raum weiter wurde mit einem Tatra in 1:15(?) Betrieb gemacht.





Für mich das typische Dresden-Gesicht. Der zweilampige MAN-Wagen. So ein schönes Fahrzeug. Das war mal wieder der Moment, an dem ich mir wieder mal ein neues Fahrzeug für die Semmelbahn wünschte ;-)






Ein anderer MAN-Wagen ist im Zustand als Arbeitswagen zu sehen.







Blick in die Halle. Rechts ein Wagen mit offenen Plattformen der sehr sehr schön ist. Nur der Scherenbügel wirkt etwas befremdend.
Links ein langer MAN, der noch seiner Fertigstellung durch den Verein harrt.
Insgesamt muss ich sagen, dass sich das Dresdener Straßenbahnmuseum richtig gemacht hat. Es kann jetzt ohne weiteres mit Stuttgart oder Frankfurt mithalten. Besonders schön ist, dass man Fahrzeuge aus allen Epochen zeigt.
Was an diesem Event positiv dazu kam war die Tatsache, dass man zum Aufbau der Semmelbahn einige Fahrzeuge vor der Halle aufgestellt hat. Damit hatte das Museum eine Freifläche, die es erlaubte die Fahrzeuge auch einigermaßen vernünftig zu fotografieren.
Ich hoffe das macht man nächstes Jahr wieder ;-)







Blick in den Innenraum des langen MAN






Für mich auch ein besonders schönes Fahrzeug ist der TW der Lockwitztalbahn, der ein Umbau aus einem Erfurter Wagen, baugleich dem 92 (der ja bekanntlich immer fährt :-P ) entstand.
Nach Stilllegung der Bahn kam er nach Bad Schandau. Erfurt hält heute noch zwei Exemplare vor, die hier zu sehen sind: [20066.foren.mysnip.de]





Besonders schön urig ist auch der Innenraum dieses Fahrzeuges, der wenig verändert scheint.




Auch auf die Nachzahlungen für Schwarzfahrer wird hingewiesen.




Nach der bereits bekannten face-to-face-Telefonie haben findige Wissenschaftler nun die face-to-face-Fotographie entwickelt.





In die Meterspursektion des Museums hat auch die Dreiwegweiche Einzug gehalten, die zuvor im Depot Kreischa eingebaut war.







Blick in die Büroarbeit des Verkehrsbetriebs.







Besonderes Fahrzeug: der Gleismesswagen.






Beonders schön bei diesen Fahrzeugen: Auf den Hightech-Kram wie Blinker oder eine Frontverglasung wurde verzichtet.




Ein „Fahrerpult“ musste wohl dennoch rein.





Blick in den Innenraum






Blick auf die Modellbahnanlage nach dem die Besucher das Museum verlassen haben.
Rechts ist ein Dresdener Original, der große Hecht, zu sehen.




Der Innenraum des großen Hechts.







Auf diesem Event gab es natürlich viele andere Stände. Ein ausgewiesener Kenner meiner Reiseberichte empfahl mir dieses „Dunkle-Ecken-Buch“.
Auf die Frage warum das Buch keine Farbfotos enthalte, entgegnete mir ein Gothaer Modellbauer, dass es früher in der DDR nur drei Farben gegeben habe: Hellgrau, grau und dunkelgrau. ;-)







Und was wäre so ein Event nur ohne Essensbilder…








Augrund der großartigen Organisation dieses Events durch die Dresdener Straßenbahnfreunde war auch eine Übernachtung für uns in einer konspirativen Ferienwohnung drin. Hier sehen wir den Frühstückstisch.
So ein Event im Rhein-Neckar raum in diesem Rahmen wäre natürlich auch mal was Besonderes.






Am Sonntag wollte ich mich erstmal dem Außenaufgebot der Ausstellung widmen.
Hier sehen wie die CarCo-Tram, mit der VW Gütertransporte innerhalb Dresdens durchführt.






Tatra-Großzug zum Ausrücken bereit.






Für die Besucher wurden extra Rundfahrten vom Museum in die Innenstadt angeboten. Im Einsatz war unter anderem der kleine Hecht.







Blick in den Innenraum mit umlegbaren Sitzbänken







Blick auf den Führerstand. Besonders interessant die Bedienung durch Druckknöpfe.





Auch im Außenbereich ausgestellt waren ein T4D und ein T6A2.





Der Ticketkauf erfolgt in den Wagen per Zahlbox.





Ein weiteres interessantes Fahrzeug ist der Groha-Großraumwagen, der leider etwas nah am Tor stand. Das hätte bei dem Wetter auch keiner aufhaben wollen ;-)





Auch er wird mit Druckknöpfen gefahren.





Innenraum






Hier hängt auch noch ein Liniennetz, das noch Strecken übers Blaue Wunder nach Pillnitz oder die Lockwitztalbahn zeigt.











Auch wenn das Wetter alles andere als das ideale Fotowetter war, beschloss ich die historische Rundfahrtslinie einmal abzulaufen. Unweit des Museums begegnet mir hier der kleine Hecht.





Direkt neben der Fotostelle wurde dieser interessante Adventskalender angeboten. Aber ich hab ja schon einen….







Wenig später kam auch schon der Gotha-Großraumzug entgegen.






Da mich dunkle Ecken irgendwie anziehen, landete ich in dieser dunklen Ecke, wo schon seit Jahren diese Fleischer-Busse vor sich hinrosten.







Eine dunkle Ecke weiter, einem an sich weniger erotischen Ort, wurde eine erotische Fahrzeugreinigung angeboten





Gothazug in der Altstadt






Hecht überquert die Elbe.






Gothazug am Albertplatz. Im Hintergrund der alte Verwaltungsbau der Verkehrsbetriebe, der auch schon eher der dunkle-Ecken-Galerie zuzuordnen ist.








Hier der Beweis, dass nicht nur weiße Lieferwagen störend sein können.



Anschließend bekamen wir noch Zutritt zur Werkstatt des Vereins gewwährt:




Hier noch einer der MAN-Wagen, der im Ursprungszustand wieder in Betrieb gehen soll.




Dieser ist für einen Steilstrecke geeignet. Statt einer Schienenbremse verfügt er aber über diese interessante Konstruktion.
Im Notfall kann der Fahrer dieses Gestell auf der Gleis herabfallen lassen, wo es dann auf die hintere Achse wie ein Hemmschuh wirkt.




Durch die eigene Werkstatt können die Mitglieder ungestört und professionell an den Fahrzeugen arbeiten.




Dieser Beiwagen wird neu mit Alu-Zierleisten versehen, für die es sogar einen Hersteller gibt. Wäre evtl. ja auch mal in Zukunft was für einen der ganzen Rastatter ;-)



Um 17 Uhr war die Veranstaltung dann zu Ende und gegen 18 Uhr begab ich mich zum Bahnhof Neustadt, wo ich den ICE Richtung Frankfurt bestieg.
Gemäß meinem Plan enterte ich sofort den SpeiWa mit dem Plan hier bis Frankfurt zu verweilen.

Wenig später hatte ich meine Bestellung beisammen. Leider war der Salat gerade aus, weshalb ich mich bis Leipzig mal mit einer Cola begnügte.





In Leipzig wurde dann nachgeladen und mein Salat konnte serviert werden.





Kurz nach dem Verzehr des Salates waren auch meine Nudeln fertig zum Verzehr.



So gegen Eisenach machte sich nach diesen Ereignisreichen Tagen schon Müdigkeit bemerkbar. Ich liebäugelte etwas mit dem Gedanken in den Großraum umzuziehen.
Bei einem Gang zur PiBu konnte ich aber feststellen, dass mir das Publikum dort nicht behagte und auch keine ganz freien 2er Sitze in Fahrtrichtung frei waren.






Also beschloss ich im SpeiWa zu bleiben, wo niemand seinen MP3-Player zu laut aufgedreht hat o.ä.
Der SpeiWa ist eben ein Hort des Anstandes und der Rücksicht, der geeignete Platz für mich, wie ihr euch vorstellen könnt :-P
Neben mir und einem weiteren Ruhesuchenden saß im SpeiWa noch ein Deutschlehrer, der Bier trank und (Erlebnis?-)Aufsätze korrigierte.
Ich Entspannte mich dann mit dem letzten Stadtverkehr und einem leckeren Schokokuchen, mit dessen Bild ich mich nun für diesen Bericht abmelde.


Mal sehen. Wenn nächstes Jahr wieder entsprechendes geboten wird, fahre ich vielleicht wieder nach Dresden.

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