Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 4 Jahren, 7 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lokleitung

Adventskalender - Türchen 20 - (nicht nur) Altmetall im Schnee (12 Bilder)

Startbeitrag von Lokleitung am 20.12.2013 22:04

Wir begeben uns auf eine Zeitreise zurück zum Sonntag, den 20. Dezember 1981. Ich hatte mich nach Nürnberg begeben, wo ein Besuch der beiden Bahnbetriebswerke am Hauptbahnhof (damals noch nicht Bw Nürnberg 1) und am Rangierbahnhof (später dann Bw Nürnberg 2) anstand. Dazu hatte ich mich mit einem Eisenbahnfreund aus Nürnberg verabredet, den ich im Vorjahr dort kennen gelernt hatte.


Beginnen wir im Nürnberger Hauptbahnhof. Die Prototypen der Baureihe 120 waren das modernste, was die Bundesbahn damals hatte, die Abnahme der 120 001 war gerade mal 14 Monate her. Um nicht zahllose Lokführer dafür ausbilden zu müssen beschränkte sich ihr Einsatz in den meisten Fällen auf die Bespannung von Intercities zwischen Nürnberg und München und natürlich auf die allfälligen Versuchsfahrten. Die Lok wurde 1989 zur Versuchslok für das BZA Minden (das spätere Forschungs- und Technologiezentrum) und wechselte ihre Loknummer in 752 001. Sie fand ein unrühmliches Ende im April 2004 bei dem Zusammenstoß mit einem 426 im Bahnhof Süßen an der Strecke Stuttgart - Ulm und wurde dort an Ort und Stelle verschrottet:



Nebenan war auf Gleis 2 der 432 502 im Nahverkehr eingesetzt. Er war einer von sechs urigen Triebwagen dieser Baureihe, die sich wiederum auf drei verschiedene Bauarten aufteilten, ursprünglich war er 1936 als ET 31 gebaut worden. Der Zug wurde 1984 außer Dienst genommen und nach einiger Abstellzeit verschrottet:



Erstes Ziel war das Bw Nürnberg Hauptbahnhof. Ich habe dort ganze zwei Bilder gemacht, es war lauter "normales" Zeug anwesend. Aber mich interessierten vor allem die beiden abgestellten Heizloks 191 002 und 152 014.
Die 191 war schon 1925 gebaut worden und wurde damals noch mit der Bayrischen Nummer EG 5 22502 abgeliefert. Als Güterzuglok war sie nur 55 km/h schnell, bleib aber fast fünfzig Jahre im Dienst; im Jahr 1975 wurde sie ausgemustert. Danach diente sie noch einige Zeit als Heizlok - zum Vorheizen abgestellter Reisezugwagen nutzte man im Prinzip nur noch den Trafo der Lok. Bis Mitte 1981 heizte sie im Bahnhof Neustadt (Aisch) an der Strecke Würzburg - Nürnberg:



Hinter ihr ist 152 014 zu erkennen - die wahre 152, nicht das moderne Plastikzeug von heute. Auch sie wurde an die Gruppenverwaltung Bayern der Reichsbahn geliefert und hieß damals EP 5 21514. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h war sie ursprünglich für den Personenverkehr bestimmt. Sie musste, wir der Rest der Baureihe, im Jahr 1973 den Dienst quittieren. Zuletzt war sie als Heizlok im Bahnhof Pleinfeld tätig. Zusammen mit der 191 002 wurde sie 1983 im Ausbesserrungswerk Weiden verschrottet. Der nebenan stehende 614 009 war damals erst acht Jahre jung. Er schied bei der DB im Jahr 2011 aus und wurde nach Polen an die Privatbahn Koleje Slaskie verkauft. Möglicherweise (hoffentlich?) steht er dort unter seiner neuen Nummer SN84-001 A noch im Einsatz:



Begeben wir uns nun in das immer höchst interessante Bw Nürnberg Rangierbahnhof, wo man sich als Besucher und Eisenbahnfreund damals sogar in ein Gästebuch eintragen durfte (!)
Am Diesellokschuppen wartete die 217 017, genauestens dokumentiert durch mein starkes Weitwinkelobjektiv. Die Lok war damals zehn Jahre alt und es gibt sie heute noch, allerdings ist sie seit 19. Dezember 2011 abgestellt. Sie sollte also damals fast auf den Tag genau noch dreißig Dienstjahre erleben. Die Lok war übrigens immer rot - dabei hat sie nach dem "altrot" auch orientrot und verkehrsroten Lack getragen:



Nürnberg Rbf war immer ein Paradies für Altbauelloks. In einer Reihe wartete die Würzburger 144 082 auf neue Taten. 1939 gebaut, blieb sie bis Ende November 1982 aktiv und wurde 1983 im Aw Kassel verschrottet:



Als einzige der "normalen" E44 hatte die 144 062 irgendwann einmal in die Front eingebaute Spitzenlichter bekommen, was sie irgendwie "anders" aussehen ließ. Sie war 1937 in Dienst gestellt worden und blieb bis Februar 1983 im Dienst. Im gleichen Jahr wurde sie im Aw München-Freimann verschrottet:



Damals gab es noch zahlreiche Köf II, viele aber schon ausgemustert, so wie 322 154. Die Lok war 1953 von Gmeinder als Köf 6161 gebaut worden, erhielt bei der Umzeichnung in Computernummern die Nummer 321 182. 1969 wurde sie mit Druckluftbremse ausgerüstet und wurde zur 322 154. Im Lebenslauf steht für den Juni 1981 die Abgabe an die München-Dachauer Papierfabriken, das zweifle ich aber an, denn sechs Monate später fand sie sich, immer noch im letzten DB-Outfit, hier in Nürnberg. Als letzte Stadtion steht in ihrem Lebenslauf die Abgabe an die Freunde des historischen Lokschuppens Freilassing e.V.. Auf der gesamten Homepage des Vereins findet sich jedoch keine Spur von dieser Lok, und so ist mir ihr Schicksal leider unklar:



Zu den modernen Loks zählt die hier eingeschneite 151 039. Die 1974 gebaute Lok gibt es heute noch. Ihre Karriere bei der DB dauerte 39 Jahre und eine Woche, danach wurde sie am 17. Juli 2013 an SRI Rail-Invest abgegebeben - sie dient in blau/grauer Farbgebung der EGP Potsdam:



Und noch was modernes - die 120 003 auf der Drehscheibe vor dem Ellokschuppen. Auch 120 003 war damals erste in gutes Jahr alt - nach einer Phase als "Versuchslok" 752 003 ab 1989 erhielt sie 1992 ihre ursprünliche Nummer zurück, um schon 1996 wieder zur 752 003 zu mutieren. 2001 wurde sie abgestellt und kann heute im Bahnpark Augsburg besichtigt werden:



Zum Schluss noch zwei Bilder von E94 mit Eiszapfen. 194 195 war ein Nachkriegsbau aus dem Jahr 1955 und zählte über lange Zeit zum Bestand des Bw Mannheim. Mit der Auflösung des Mannheimer 194-Bestandes kam sie 1983 nach Nürnberg, wo sie im Juni 1988 ihre aktive Zeit beendete. Sie wurde in Mülheim verschrottet:



Und noch etwas Besonderes aus der Reihe E94. Die 1954 gebaute 194 571 war eine von vier Loks, die anstatt eines handbetriebenen Nockenschaltwerkes mit Feinregler mit einem Schaltwerk mit Hochspannungssteuerung ausgerüstet waren. Die vier Exoten waren am abweichenden Dachaufbau gut zu erkennen und kamen wegen ihrer Sonderstellung meist "rund um Nürnberg" zum Einsatz - oft im Schiebedienst im Frankenwald, auf der Rampe bei Pressig-Rothenkirchen. Für die Einsätze als Schublok hatte man ihr eine umgebaute, große Loklaterne spendiert, in der ein aus dem Führerstand schaltbarer Zugschluss eingebaut war. Das sparte das Aussteigen zum umklappen der roten Blende der normalerweise eingebauten Einheits-Loklaternen. Die 194 571 wurde im November 1983 abgestellt, aber erst 1987 verschrottet:

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.