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Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
8
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren, 5 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 3 Jahren, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Fabegdose, Rumpelweiche, bassemohluff, Führerbremsventil, Joerg Diether, Lokleitung, Tw237

Nahverkehrskollaps in NRW: Interessantes Video auf WDR (mL)

Startbeitrag von Tw237 am 15.09.2014 21:37

Die Betriebe des Ruhrgebiets jammern auf hohem Niveau:

[www1.wdr.de]

Seit Jahrzehnten gibt man das Geld das man nicht hat mit vollen Händen aus und hat bis heute nichts dazu gelernt, wie Köln und Düsseldorf zeigen.

Da man von den Folgekosten damals nichts wissen wollte, soll der Bund nun für den Erhalt aufkommen.
Eine schallene Ohrfeige für all die Städte und Länder, die eine vorrausschauende und maßvolle Verkehrspolitik betrieben haben.

Antworten:

Ihr kennt doch auch Story mit der eigenen Nase fassen.

Wirklich interessant.
Aber ich glaube, so weit brauchen wir doch gar nicht zu gehen: Wie ist es denn in Ludwigshafen gelaufen? Die 12 wurde doch wegem dem Tunnel eingestellt. Gibt es eigenlich noch eine Verbindung vom Rathaus über Danziger Platz zum Hauptbahnhof? Oder wurde der Danziger Platz von ÖPNV abgehängt? Wie steht es um die restlichen Tunnel Hauptbahnhof (Linie 4 und 10), Rathaus (Linie 6, 7 und 8) und in Mannheim Dalbergstraße (Linie 2)? Gut, das Mannheim "vernüftig" geblieben war und sich nur zu dieser einen Station hat verleiten lassen.
Das andere große Thema in der Sendung war ja die die große "Einheitsgesellschaft". Sowas ist doch auch im Rhein-Neckar-Dreieck entstanden. Inwieweit hat der RNV Einfluß auf die ursprünglichen Betriebe HSB, MVG, RHB und VBL (OEG wurde ja vor dem 100 Jährigen - wohl um die "Party" nicht mehr feiern zu müßen - aufgelöst)? Ist da noch jeder Geschäftsführer mit "seinem Stab" vorhanden? Oder verwalten sie noch bis in etwa 20 bis 30 Jahren die Ursprungsgesellschaften keine alten Mitarbeiter mehr vorhanden sind (weil nur noch die RNV die Einstellungen vornimmt)?
Zeigt die Metropol-Region etwa die Ansätze, die dem Ruhrgebiet als Vorbild dienen könnten?

von Joerg Diether - am 16.09.2014 19:31

Tja, die Nase...

Zum Thema rnv:
Der Nutzen der "Einheitsgesellschaft" ist mancher Hinsicht sicher gegeben. Natürlich nicht so extrem, wie es verschiedene Consulter den Verantwortlichen immer wieder weismachen wollen.
Aber gerade was die Flexibilität bei Spitzenbelastungen betrifft (Fahrzeugtausch unter den Standorten, standortübergreifender Einsatz des Personals). Der wechselseitige Personaleinsatz hat auch schon bei hohen Krankenständen an einem bestimmten Standort manches abefangen.
Die "Altgesellschaften" der rnv - mit Ausnahme der OEG, die ist ja in der MVV Verkehr GmbH aufgegangen - gibt es auf dem Papier alle noch, sie sind Auftraggeber der rnv und werden jeweils von ihren Muttergesellschaften TWL, MVV und SWH "betreut".
Und man beschäftigt sich bei der rnv natürlich nun viel mehr als früher mit der Hin- und Herrechnerei, denn keine der Altgesellschaften will ja die Verluste bezahlen, die in einer Stadt entstehen, für die sie nicht zuständig ist. Und das noch in drei verschiedenen Bundesländern mit unterschiedlichen Förderungsrichtlinien und -sätzen.

Das Problem des Ruhrgebiets liegt m.E. aber auch ganz woanders, nämlich in den unterschiedlichen verwendeten Systemen. Da gibts in fast allen Städten ein oder zwei Linien in Regelspur mit 2,65 breiten Wagen, Regelspur mit 2,40 Breite (Düsseldorf), Regelspur mit 2,20 Breite (Duisburg) und die diversen Meterspurstrecken, die meist den Einsatz von 2,30 breiten Wagen erlauben, das alles noch ggf mit unterschiedlichen Zugsicherungssystemen. Und natürlich - und das wurde in dem Bericht ziemlich deutlich - die perverse Situation, dass man eigentrassierte Neubauten (auch Tunnestrecken) wohl auch heute noch so stark fördert, dass sie für die Kommunen billiger kommen als einfach eine bestehende Strecke sinnvoll zu modernisieren und zu verbessern. Ein Großteil der Tunnelstationen ist auch heute noch nicht barrierefrei, zu ihrer Bauzeit war das wohl kein Thema. Aber auch der Neubau und die Wartung von Aufzügen kostet nicht wenig.

Einige der Stadtbahnlinien haben sicher ihre Berechtigung und weisen auch große Fahrgastzahlen auf. Aber durch die unterschiedlichen Systeme inne Pütt ist es fast unmöglich, irgendwas zu optimieren, indem man beispielsweise bestehende Linien verbindet, um Wendezeiten oder Leerfahrten zu sparen.

In gewissem Maß hat die rnv ähnliche Probleme, aber immerhin eine einheitliche Spurweite. Und nach und nach beseitigt man die Hindernisse zumindest teilweise - Strecken nur für schmale Fahrzeuge (nur noch Eppelheim), breite Altfahrzeuge (OEG) umgekehrte Polarität in HD, Betrieb nach BoStrab und ESBO, Einrichtungswagen in MA und LU, die für OEG und HD nicht verwendbar sind.

In dem Beitrag wurde ja auch die Situation in Mülheim des öfteren angesprochen. Ich habs in diesem Forum und in DSO schon mal geschrieben, man hat dort offenbar so viel gespart, dass man weder seitens der Werkstätten noch beim Personal noch im Bereich der Fahrzeuge Reserven hat. Während man das ganze schöne Geld in den Betrieb und Erhalt weitgehend überflüssiger Tunnels reinbuttert gibts keine Reservefahrzeuge, kein Material und keine Reservefahrer, und es scheint, als wäre die Motivation der Mitarbeiter deshalb ebenfalls fast auf dem Nullpunkt.
Fahrtausfälle sind die Folge und offenbar schon die Regel, und wenn der Verkehrsbetrieb einmal so unattraktiv gemacht worden ist, dann überlege ich mir dreimal, ob ich nicht lieber gleich mit dem Auto fahre.

Meines Erachtens wäre es (nicht nur im Ruhrgebiet) sinnvoll, sich Gedanken zu machen, wo man auf teure Infrastruktur verzichten kann, und zum Beispiel wieder statt im Tunnel oberirdisch fahren könnte. Nur sind wir ja mittlerweile so weit, dass oberirdische Neubauten (und auch die kosten ja Geld) - für die man vielleicht gar keine Stellwerke benötigen würde - in der Öffentlichkeit fast nicht mehr durchsetzbar sind....

von Lokleitung - am 17.09.2014 11:04

Tunnel

Zitat
Joerg Diether
Die 12 wurde doch wegem dem Tunnel eingestellt.


es heißt nicht "wegen dem Tunnel"

[www.youtube.com]

von Führerbremsventil - am 17.09.2014 12:08

Re: Tunnel

Das war 1944, als es noch den Genitiv gab.

Inzwischen ist der Dativ dem Genitiv sein Tod !
.

von bassemohluff - am 17.09.2014 17:35

Re: Tunnel

Nein, inzwischen gibt es ganz neue Grammatikformen, die von Dr. Türk und Dr. Schönauer eingeführt wurden ...

von Fabegdose - am 17.09.2014 21:40

Schön, daß es wenigstens hier noch die Bewahrer und Befürworter der ursprünglichen deutschen Sprache gibt ...

... und immer wieder interessant, wie die Sprachgewohnheiten gewisser Einfältigkeiten, sich eher an der propagandistisch militaristischen Simplifizierung der deutschen Sprache orientieren, die von unintelligenten, ungebildeten, national gesinnten österlitschen Bauerntrampeln mit 1.Weltkriegstraumata, eingeführt wurden. Aber für manche beginnt und endet die deutsche Sprache halt da, wo ihre eigene Intelligenz das ganze Sprachzentrum nicht so sehr überfordert. Dr. Türk und Dr. Tschänau sind auf jeden Fall entwicklungsfähiger als Härr H(is)I(ntelectual)T(eutonic)-LEER und Co. Aber die Ultrakonservativen glauben halt alle IHR Bildungsstand und IHR Sprachschatz ist die Krone der Schöpfung, verkennen aber, daß Sprache etwas sich beständiges Wandelndes mit neuen Einflüssen, Grammatik und Begriffen ist. Wenn der Herr Schiller, der Herr Goethe, oder der Herr Bloch sich mit "geringschätzigen" Begriffen, wie Dr. Türk und Dr. Tschänau auseinandersetzen würden, kämen ,kleingeistige bayrisch nationale Großmäuler nicht aus dem Ohrenschlackern raus, weil sie in der Ihnen angeborenen einfachen Strukturiertheit das Ganze nicht verstehen würden.

EIN SCHWIERIG ZU VERSTEHENDER BEITRAG, BITTE BEI PROBLEMATISCHER AUFFASSUNGSGABE IGNORIEREN

Post Scriptum oder so : Hatte jetzt keinen Bock ein undeutsches pseudointellentes Lateinzitat anzuhängen.

Wiki-Zitat:Si vis pacem para bellum (Wörtlich: "Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor")
Ach so, Deutschland hat zwitschgen 33 und 45 (keine Plattenspieler-RPM´s) nur befrieden wollen, ...
... jetzt habe ich das erst verstanden.

von Rumpelweiche - am 18.09.2014 20:24

Re: Schön, daß es wenigstens hier noch die Bewahrer und Befürworter der ursprünglichen deutschen Sprache gibt ...

Zitat
Rumpelweiche
... jetzt habe ich das erst verstanden.


Eher nicht ...

von Fabegdose - am 21.09.2014 21:48
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