Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
21
Erster Beitrag:
vor 3 Jahren
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 5 Monaten
Beteiligte Autoren:
Eisdebahn, Tw237, Fahrgastwunsch, Fabegdose, jo-ke, bmstrab, Rumpelweiche, Andreas Risch

Die U-Strab-Haltestelle "LU Hauptbahnhof" und ihre mehr oder weniger bekannten Tunnelbauwerke - Ein kleiner Rundumschlag (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 13.11.2014 13:42

Nachdem letztens noch hier nach Plänen der U-Strab-Anlagen am HBF LU gefragt wurde, habe ich beschlossen mal einen Rundumschlag zum Thema der Tunnelanlagen der U-Strab am HBF LU zu machen. So auf den bloßen Verdacht hin, dass es vielleicht hier noch den ein oder anderen interessiert.
Da in der einschlägigen Literatur das Thema des Tunnelbaus und der verschiedenen Konzepte immer etwas kurz kam kursierten bisweilen abenteuerliche Gerüchte über das LU-Bahn-System. Das geht von einer ungenutzten Haltestelle unter der Haltestelle am HBF, über einen U-Haltestelle unter der Tortenschachtel bis hin zu einem Tunnel unter der Frankenthaler Str. oder einer dritten Ebene unter dem Rathaus. Alles schon gehört. Von den Leuten, die es halt ganz genau wissen.
Vielleicht kann man ja nun mal anfangen mit dem ein oder anderen Gerücht aufzuräumen.






Zur Einführung mal einen Blick auf den Stadtplan der Stadt LU mit dem alten Bahnhof am Rhein.





Im Jahr 1969 wurde der Bahnhof verlegt. Im Rahmen der Verlegung entstand die U-Strab-Anlage am HBF.





So in etwa sieht das heute aus. Den Tunnel zwischen HBF und Rathaus möge man sich wegdenken. Er wurde 2008 stillgelegt.








So in etwa stellte man sich die Erschließung mit der Strab konzeptionell vor.






Dabei spann man die Pläne schon etwas weiter, was man noch alles anschießen könnte.
Das Niederfeld kam zumindest auf dieser Trasse über das Filzstift-auf-Stadtplan-Stadium nicht hinaus.






So sah man 1967 den Endausbau für das Jahr 1985. Noch recht bescheiden, oder?

Also wenn man mal vom Rheintunnel absieht. Aber auf den komme ich später noch mal im Rahmen der Tunnelstutzen.








Der Gesamtplan für den Bereich HBF sah so aus. Im Westen mit einer niveaufreien Ausfädelung nach Friesenheim und einem Gleisdreieck.
Im Osten sind noch zwei Stutzen zu sehen.

Leider wurden die Unterlagen im Tiefbauamt Mitte der 80er nach neuen Vermessungen ersetzt und die ursprünglichen entsorgt.
Es findet sich nur der Hinweis zu den Bauwerken „Verlängerungsoption Rathaus“
Dies ist jedoch unsinnig, da das in der anderen Richtung liegt. Passen würde höchstens das Rathaus MA.





Dabei geht es um diesen Stutzen hier.





Blick in die Gegenrichtung





Hinter der Mauer geht der Tunnel noch ca. 60 m weiter. Das ist auch sinnvoll. Denn darüber befindet sich die Hochstraße Süd, die sonst bei einer Verlängerung des Tunnels hätte unterbrochen werden müssen.

Der Tunnelstutzen ist auf ein Gleis ausgelegt. Für das Gegengleis gibt es einen in die Gegenrichtung auf Höhe der Dörrhortststr.




Kuriosität am Rande: Ein Holzbierkasten aus den Zeiten des Tunnelbaus.










Wozu dieser Tunnel gut gewesen sein soll erschließt sich nicht wirklich mehr. Es sind keine Unterlagen mit entsprechenden Bemerkungen mehr in den Archiven zu finden.

Es gibt jedoch eine Theorie meinerseits:
Schaut euch mal den Plan von oben noch mal an, den mit dem Rheintunnel auf Höhe der Kaiser-Wilhelm-Str.

Die Entfernung zwischen Der Ausfahrt an der Kuttererstr. und dem Rheinufer (da auch etwas unter Straßenniveau liegt) sind etwa 800 m.
Hätte man an dieser Stelle unter dem Rhein durch gewollt, hätte man mit der Schienenoberkante – schätze ich mal - von +/- 0 auf vielleicht -20 m runter gemusst. Bei einer Rampe mit 5 % hätte man da eine 400 m –Rampe gebraucht, also vorm Pfalzbau schon wieder abtauchen müssen, wo eigentlich kein Platz ist.

Da läge der Schluss nahe, dass man einfach unten geblieben wäre und die Strecke nach Mannheim unterhalb der weiter bestehenden Strecke zum Berliner Platz geführt hätte. In Mannheim wäre sie an der Rheinlust raus gekommen und schließt dort an der Hast. Rathaus an die seit 1958 geplante „A-Linie“ an. Über diese sind noch entsprechende Unterlagen vorhanden. Kann ich ja bei Gelegenheit auch mal reinstellen.


Solange ich es nicht besser weiß, würde ich – also unter Vorbehalt – davon ausgehen, dass die Stutzen in LU für einen Rheintunnel gedacht sind.






Das ist übrigens der aktuelle Stand zu dem oben gezeigten Plan mit den Ideen des Jahres 1969










Gemäß den oben zu sehenden Plänen begann man Mitte der 60er zu bauen.






Blick auf die entstehende Haltestelle LU HBF.







Sorry, das musste jetzt sein :-P
Wer nun die Seriosität der Plattform gefährdet sieht: Schnell weiterscrollen ;-)














Im Westen plante man eine Weiterführung der Bahn im Tunnel. Übrigens noch bis 1991.
Da das so schnell nicht abzusehen war, dachte man einige Provisorien an. In gelb übrigens abzureißende Buden.






Zur Eröffnung des Hauptbahnhoftunnels gab man sich noch recht bescheiden, wie dieser Zeitungsausschnitt beweist.
Man plante nur eine U-Strab.


Kleiner Exkurs:



Einige Jahre später sah das schon ganz anders aus. Man bekam in einem Gutachten bestätigt, dass eine „Stadtschnellbahn“ (im Ausbau einer „meterspurigen Voll-U-Bahn“) viel cooler ist. Also machte man dann das und träumte von einem Meterspurigen U2-Wagen. Nur 2,5 m breit, denn mehr lassen die Tunnels um den HBF in LU nicht zu.




Man sah dann dieses komplett kreuzungsfreie Stadtbahnnetz vor, das übrigens keine Strecke nach Friesenheim beinhaltete.
Aber nur soviel zur Stadtschnellbahn. Soll ansonsten hier jetzt nicht weiter interessieren ;-)






Blick in den Rohbau der Tunnelanlage





Der „Angsttunnel“



Hätte man tatsächlich die Straßenbahn im Tunnel Richtung Oggersheim fortgeführt, hätte man unter dem C-Tunnel Richtung Danziger Platz durch gemusst.
Im provisorischen Zustand, der bis heute andauert muss man jedoch über den C-Tunnel hinweg.


Um also die Bahn künftig Richtung Oggersheim unterirdisch führen zu können, baute man einen Tunnel von ca. 150 m als Bauvorleistung.



Dieser ist bis heute nicht angeschlossen und nur durch einen Treppenschacht im C-Tunnel erreichbar.
Die Mitarbeiter des Tiefbauamts beizeichnen ihn als „Angsttunnel“.








Dieser Tunnel sieht in etwa so aus. Nach Westen hin teilt er sich in zwei Röhren auf, die vom Niveau abfallen bzw. ansteigen.
Dadurch sollte die niveaufreie Anbindung Friesenheims möglich sein, die in der U-Strab-Planung der 60er noch vorgesehen war.






Der Tunnel ist vom der Haltestelle aus bereits durchgehend vorhanden. Über den ersten Bereich hinweg hat er jedoch keine Tunneldecke. Dafür ist eine Rampe aufgeschottert, auf der die Bahnen Richtung Oggersheim/Friesenheim ausfahren und über den C-Tunnel hinwegfahren können.





So sieht das von oben her aus.





Hier sieht man den C-Tunnel bereits oben, den Angsttunnel unten, die prov. Ausfädelung darüber.






























Stelle der Überwerfung





Gut zu erkennen die Niveauunterschiede der beiden Angsttunnelröhren.







So sah das im Bau aus.















Darüber sieht es so aus. Von links kommen die Gleise, die seit 1976 von Oggersheim kommend in den C-Tunnel führen. Er diente den Anilinzügen der RHB zur Direktverbindung BASF-Dürkheim. Der sog. RHB-Buckel ist seit 2008 stillgelegt.







Die Ausführung zur Frankenthaler Str.




Wie oben bereits zu sehen, hatte man 1969-76 (Eröffnung des C-Tunnels) eine provisorische Ausfahrt auf den heute nicht mehr existierenden Teil der Frankenthaler Str.




Davon gibt es nur wenige Bilder. Zum Beispiel dieses aus einer Werbeanzeige der Firma Benckieser.
Zu sehen auch die Direktverbindung Frankenthaler Str. –Oggersheim, die 1976 durch den RHB-Buckel (Einfädelung in den neuen C-Tunnel) abgelöst wurde.






Hier existiert das durchgehende Gleis auf der Frankenthaler Str. noch.





Hier bereits nicht mehr






Die Einführung in den C-Tunnel.






Soweit von meiner Seite. Sollte sonst noch jemand was wissen. Z.B. zum Thema Rheintunnel, nur her damit :-)


Ansonsten natürlich meinen besten Dank an die Leute vom Stadtarchiv und dem Tiefbauamt in LU, die mir alles zeigten und freie Hand bei meinen Recherchen gaben. Würde mich freuen, wenn das in anderen Städten (nicht dass ich da jetzt auf eine andere Rheinseite schielen würde ;-) ) auch so gut klappen würde….



Alla hopp

Antworten:

Sowas...

...habe ich mir schon lange gewünscht!

Besonders schön auch der Wandel auf den Stadtplänen.

Toller Bericht & frühzeitiges Weihnachtsgeschenk!

Danke!

:hot:

von Eisdebahn - am 13.11.2014 14:26
Wie war denn die prov. Verbindung Oggersh. - Jägerstr. Richtung Oggersh. angeschlossen?
Der neue Hbf. war da ja schon im Kern fertig und die alte Frankenthaler Str. weg.

von Fabegdose - am 13.11.2014 16:38
So ungefähr wie jetzt der RHB-Buckel.

von Tw237 - am 13.11.2014 16:39
Dann war die Frankenthaler Str. ab dann wohl unterbrochen wegen des Baus des Tiefgleises Hbf. - BASF ...

von Fabegdose - am 13.11.2014 16:53
Herzlichen Dank für diesen sehr informativen Bericht. Gibt es ihn als PDF zum aufheben?
Herzlichen Dank

von bmstrab - am 13.11.2014 17:53
Weltklasse :up:

von Rumpelweiche - am 13.11.2014 18:08

Da möchte ich mich...

Zitat
Rumpelweiche
Weltklasse :up:


...vorbehaltlos anschließen.

Bitte mehr davon!!!

von Eisdebahn - am 13.11.2014 19:26
Zitat
Tw237
Kann ich ja bei Gelegenheit auch mal reinstellen.


Ja bitte!

:cheers:

von Eisdebahn - am 13.11.2014 19:43
Vielen Dank für diese ausführliche Reportage und die detaillierten Zeichnungen!

von Andreas Risch - am 16.11.2014 11:57
Vielen Dank!

von jo-ke - am 17.11.2014 12:24
Zitat
Tw 237
Der Gesamtplan für den Bereich HBF sah so aus. Im Westen mit einer niveaufreien Ausfädelung nach Friesenheim und einem Gleisdreieck.
Im Osten sind noch zwei Stutzen zu sehen.

Leider wurden die Unterlagen im Tiefbauamt Mitte der 80er nach neuen Vermessungen ersetzt und die ursprünglichen entsorgt.
Es findet sich nur der Hinweis zu den Bauwerken „Verlängerungsoption Rathaus“
Dies ist jedoch unsinnig, da das in der anderen Richtung liegt. Passen würde höchstens das Rathaus MA.


"Verlängerungsoption Rathaus" ist schon richtig. Werfen wir einen Blick auf den Entwurf mit dem komplett kreuzungsfreien Stadtbahnnetz:



Zwischen LU Hbf und LU Rathaus waren zwei verschiedene Tunnelstrecken geplant. Die eine über Danziger Platz (Linie E durch den "C-Tunnel"), die andere über Pfalzbau (Linie A). Vor diesem Hintergrund ist es logisch, die beiden Tunnelstutzen als "Verlängerungsoption Rathaus" zu bezeichnen.

So ähnlich kennt man das ja in Mannheim. Zwischen MA Hbf und Paradeplatz gibt es zwei verschiedene Stadtbahnstrecken. Die eine Strecke über Schloss (Linien 1 und 5), die andere über Wasserturm (Linien 3 und 4).

Den abgebildeten Plan habe ich übrigens unverändert aus dem Beitrag von Tw 237 entnommen.
Ob die darin enthaltene U-Bahnstation "Cafe Ostbahnhof" (Linie A) tatsächlich unter diesem Namen geplant war?
Da habe ich so meine Zweifel. Aber wie Tw 237 ja im selben Beitrag an anderer Stelle schon geschrieben hat:

Zitat
Tw 237
Sorry, das musste jetzt sein :-P
Wer nun die Seriosität der Plattform gefährdet sieht: Schnell weiterscrollen ;-)


von Fahrgastwunsch - am 20.11.2014 11:26
Zitat
FW
"Verlängerungsoption Rathaus" ist schon richtig. Werfen wir einen Blick auf den Entwurf mit dem komplett kreuzungsfreien Stadtbahnnetz:

Zwischen LU Hbf und LU Rathaus waren zwei verschiedene Tunnelstrecken geplant. Die eine über Danziger Platz (Linie E durch den "C-Tunnel"), die andere über Pfalzbau (Linie A). Vor diesem Hintergrund ist es logisch, die beiden Tunnelstutzen als "Verlängerungsoption Rathaus" zu bezeichnen.




Eben nicht. Der Bahnhofstunnel stammt ja aus der U-Strab-Zeit, als man die oberirdische Trasse in der KW behalten wollte.
Die Tunnelstrecke unter der KW plante man erst ab 71 in der Stadtbahnplanung. Die hätte wohl da angeschlossen, wo heute die Strab rauskommt.

Den 7m-Stutzen wollte man - im Gegensatz zu seinem Gegenstück - sogar noch verwenden. Und zwar um den Luitpoldhafen (eingleisig) provisorisch über die Dörrhorst und Berliner Str. provisorisch anzubinden, bis es ein neues Depot gibt:






Die E durch den C-Tunnel hat auch einen Grund. Der Mannheimer (Pampel) und Ludwigshafener (Grabe) Gutachter haben nicht einheiltliche Linienbezeichnungen verwendet. Um einen fiktiven Netzplan aufzustellen, musste ich diesen Kompromiss eingehen.



Zitat
FW
So ähnlich kennt man das ja in Mannheim. Zwischen MA Hbf und Paradeplatz gibt es zwei verschiedene Stadtbahnstrecken. Die eine Strecke über Schloss (Linien 1 und 5), die andere über Wasserturm (Linien 3 und 4).



Ja klar, "ähnlich" :-P



Zitat
FW
Ob die darin enthaltene U-Bahnstation "Cafe Ostbahnhof" (Linie A) tatsächlich unter diesem Namen geplant war?


Da habe ich mir wohl einen kleinen Scherz erlaubt und du hast es gemerkt :-)
Aber ernsthaft: Während auf der Mannheimer Seite alle vorgesehenen Haltestellen bereits einen vorgesehenen Namen hatten, war das in LU nicht der Fall. Für die Haltestellen in der Stadt und einige außerhalb gab es welche. Aber eben nicht für alle.
Auch wurden Haltestellen dann mit Eröffnung (sofern geschehen) auch wieder anders bezeichnet. So hieß Westkreuz z.B. von Anfang an Handelshafen.

Was Ellerstadt angeht ist eh unklar, was geworden wäre, daher habe ich die RHB im Netzplan so übernommen.
Es gab da verschiedene Szenarien der Umfahrung oder einer Komplettaufgabe zugunsten einer neuen Führung über Birkenheide und die Akaziensiedlung.

von Tw237 - am 20.11.2014 13:51
Zitat
Tw 237
Leider wurden die Unterlagen im Tiefbauamt Mitte der 80er nach neuen Vermessungen ersetzt und die ursprünglichen entsorgt.
Zitat
FW
Zwischen LU Hbf und LU Rathaus waren zwei verschiedene Tunnelstrecken geplant.
Zitat
Tw 237
Eben nicht. Der Bahnhofstunnel stammt ja aus der U-Strab-Zeit, als man die oberirdische Trasse in der KW behalten wollte.


Das wird ja eine interessante Diskussion jetzt.

Wenn die ursprünglichen Unterlagen ersetzt und entsorgt wurden: Woher kannst du dann so genau wissen, was in der U-Strab-Zeit geplant war? Ich weiss es zwar auch nicht und habe nur eine Erklärung dafür gesucht, warum diese Tunnelstutzen als "Verlängerungsoption Rathaus" bezeichnet worden sind. Zugegeben, da hab ich mich im oben genannten Zitat etwas ungenau ausgedrückt und behauptet, dass zwei verschiedene Tunnelstrecken geplant sind. Das war es dann vielleicht (noch) nicht. Aber kannst du sicher ausschließen, dass man nicht schon damals eine Option offen halten wollte? Denn das ist ja gerade der Unterschied zwischen einer "Verlängerung" und einer "Verlängerungsoption". Das eine ist bereits geplant, das andere könnte man vielleicht irgendwann mal ins Auge fassen.

Bereits in den 70er Jahren war man in LU offensichtich bestrebt, im Bereich Hauptpost bzw. Rathaus die Drehscheibe des ÖPNV entstehen zu lassen. Dazu passt dein von mir zitierter Netzplan. Alle Wege führen nach Rom. Und alle (L)U-Bahnlinien sollen zum LU Rathaus führen. Vergleiche mal die städtebauliche Entwicklung rund um den Berliner Platz (Tortenschachtel) mit der Entwicklung rund um das Rathaus (Rheingalerie). Das ist sicher nur ein Zufall.

Die Linienführung der RHB wurde in den 70er Jahren so geändert, dass sie nicht mehr über Berliner Platz und Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim gefahren ist. Statt dessen über LU Rathaus und Kurt-Schumacher-Brücke. Das war in der Zeit, als Ludwigshafen die Mannheimer RHB-Anteile übernahm und damit die RHB de facto zur VBL kam. Also genau dann, als LU bei der RHB das "Sagen" hatte. Inzwischen gibt's die RNV und die Linie 4 ex RHB fährt wie früher über Berliner Platz und Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim. Aber das ist sicher auch nur ein Zufall.

Eben genau diese Linienführung der RHB in den 70er Jahren lässt diese "Verlängerungoption Rathaus" sinnvoll erscheinen. Denn der RHB-Buckel kann das nicht leisten. Damit käme man zwar zum LU Rathaus, aber nicht mehr nach Mannheim weiter.

Aber wie schon gesagt: ich weiss es nicht und habe nur eine Erklärung für deine Frage gesucht. Die ursprünglichen Unterlagen wurden entsorgt und wir tappen weiter im Dunkeln.

von Fahrgastwunsch - am 20.11.2014 15:46
Zitat
FW
Wenn die ursprünglichen Unterlagen ersetzt und entsorgt wurden: Woher kannst du dann so genau wissen, was in der U-Strab-Zeit geplant war?


Aus den vorliegenden Plänen und Gutachten. Ein Streckenplan aus einem Gutachten, den ich oben eingestellt habe zeigt ja den Endausbauzustand für 1985 mit oberirdischen Strecken in KW und Ludwigstraße. Und eben der Option eines Rheintunnels.

Einen konkreten Hinweis für die Stutzen gibt es nicht. Den den müsste man ja in den Bauwerksakten des TBA finden. Und die wurden eben in den 80ern durch neue ersetzt.

Zitat
FW
ereits in den 70er Jahren war man in LU offensichtich bestrebt, im Bereich Hauptpost bzw. Rathaus die Drehscheibe des ÖPNV entstehen zu lassen.


Da hat man schon gebaut. Wenn du die 60er meinst: JA. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht klar, wie dieser konkret auszusehen hat. Ob unter-oder oberirdisch. Ob mit oder ohne Strab auf der KSB. Das oben gezeigte Gutachten-Netzbild von 67 zeigt für den Endausbau 1985 eine unterirdische Variante mit KSB.




Zitat
FW
Die Linienführung der RHB wurde in den 70er Jahren so geändert, dass sie nicht mehr über Berliner Platz und Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim gefahren ist.


1988! :-P



Zitat
FW
Das war in der Zeit, als Ludwigshafen die Mannheimer RHB-Anteile übernahm und damit die RHB de facto zur VBL kam.



Das war 11 Jahre vorher, 1977.



Zitat
FW
Inzwischen gibt's die RNV und die Linie 4 ex RHB fährt wie früher über Berliner Platz und Konrad-Adenauer-Brücke nach Mannheim. Aber das ist sicher auch nur ein Zufall.


Kaum, denn die 4 fuhr immer schon über die Adenauerbrücke. Also musste die RHB das auch. Ich fands vorher besser, da ich auf dem Weg nach E-Town nicht durch die ganze Stadt gurken musste. Die Verbindung Neumark-Ellerstadt war früher sicher 10 -15 min schneller.



Zitat
FW
Eben genau diese Linienführung der RHB in den 70er Jahren lässt diese "Verlängerungoption Rathaus" sinnvoll erscheinen. Denn der RHB-Buckel kann das nicht leisten. Damit käme man zwar zum LU Rathaus, aber nicht mehr nach Mannheim weiter.


Da sind aber eine U-Strab-Planung von 65, eine U-Bahn-Planung von 71, der Ausstieg Mannheims 73, die RHB-Übernahme 77, die EInstellung der Planungen 80 und die RHB-Umlegung 88, die du da in Zusammenhang bringst.
Halte ich für sehr gewagt. Denn irgendein Konzept, gleich welches, hatte bedeutend kaum mehr als 4-7 Jahre unverändert Bestand. Das macht ja den ganzen Murks aus.

Die Stutzen hätte man ja nur gebraucht, wenn die KW oberirdisch bleibt, aber eine Strecke unterirdisch weitergeführt wird. Sonst hätte man den Tunnel ja an der Kuttererstr. angeschlossen. Die Rampe dort ist ganz sicher kein Provisorium. Denn dann hätte man sich die Fußgängerunterfühtrung und die massive Ausführung gespart.

Ein Anschluss des Rathauses LU, das es zur Planungszeit des Bahnhofstunnels noch lange nicht gab, hätte man auch nicht über einen Tunnel anschlließen müssen. Denn man hatte ja schon einen. Und eine oberirdische Strecke.

von Tw237 - am 20.11.2014 17:28
Zitat
Tw237
Was Ellerstadt angeht ist eh unklar, was geworden wäre, daher habe ich die RHB im Netzplan so übernommen.
Es gab da verschiedene Szenarien der Umfahrung oder einer Komplettaufgabe zugunsten einer neuen Führung über Birkenheide und die Akaziensiedlung.


In den frühen 70er Jahren war südlich von Birkenheide (also bei der Akaziensiedlung) eine Großsiedlung ähnlich Pfingstweide oder Vogelstang geplant.
Eine direkte Führung der RHB dort vorbei war ebenfalls in Erwägung gezogen worden.
Da man sich dann glücklicherweise gegen die Silos entschieden hat, wurden weitere Streckenplanungen hinfällig.
Allerdings gibt es kaum zugängliches Datenmaterial über das Projekt.
Die Änderung des RHB-Fahrweges zugunsten der Nordbrücke müßte vor '88 gewesen sein.
Jedenfalls bin ich vorher auch schon auf dem Weg nach MA über Rathaus LU gefahren.

von Fabegdose - am 20.11.2014 18:56
hab nochmal nachgesehen und muss mich korrigieren: Es war 1980.

von Tw237 - am 20.11.2014 19:52
Demnach erfolgte die Linienänderung nur drei Jahre, nachdem LU die RHB übernommen hatte.
Hab leider keinen Zeitungsartikel mehr von damals. Aber wenn ich mich recht erinnere, war es damals eine politische Entscheidung, die "RHB-Gemeinden" besser ans Rathaus-Center in LU anzuschließen.

Mit der 4 ist das natürlich anders. Die wurde immer über die Konrad-Adenauer-Brücke geführt. Das möchte ich auch nicht bestreiten.

Aber aus "Bad Dürkheimer" Sicht (und meine Anmerkung sollte sich nur auf die Linienführung der RHB beziehen) wurde erst mit die Zusammenlegung der Linien 4 und 14(ex RHB) wieder der alte Zustand hergestellt.
(Die RHB wendete bis 1977 in der Schleife am Alten Messplatz (heute: Alte Feuerwache) und die Linie 4 fährt nach Heddesheim, ich weiss... aber zwischen Bad Dürkheim und Alte Feuerwache ist es weitgehend wieder die alte Linienführung.)

von Fahrgastwunsch - am 20.11.2014 21:13

Auja...

Zitat
Tw237
Da läge der Schluss nahe, dass man einfach unten geblieben wäre und die Strecke nach Mannheim unterhalb der weiter bestehenden Strecke zum Berliner Platz geführt hätte. In Mannheim wäre sie an der Rheinlust raus gekommen und schließt dort an der Hast. Rathaus an die seit 1958 geplante „A-Linie“ an. Über diese sind noch entsprechende Unterlagen vorhanden. Kann ich ja bei Gelegenheit auch mal reinstellen.


...bitte!

von Eisdebahn - am 12.01.2015 09:56
Zitat
Tw237



Die Einführung in den C-Tunnel.


...und diese Stelle, an der der nächste Bauabschnitt Richtung Hauptpost / Rathauscenter weitergeführt wurde, sieht man, noch, hier:



Zumindest m.M. nach, denn das Tunnel-Profil wechselt:

Leicht: angeschrägte Tunneldecke und Wechsel der Fahrleitungs-Isolierung (von "alt" (grau) zu "neu" (schwarz)).

So gesehen bei der Tunnelführung am 11.06.16.

Die Gelegenheit nutze ich doch gleich mal:

Hat noch jemand Informationen über die Pläne in Mannheim, Rheintunnel, etc und möchte die hier reinstellen?

:hot:

Nerv ich? Ich nerv doch nicht? Oder?

:xcool:

von Eisdebahn - am 20.06.2016 15:20

Re: Auja...

Zitat
Eisdebahn
Zitat
Tw237
Da läge der Schluss nahe, dass man einfach unten geblieben wäre und die Strecke nach Mannheim unterhalb der weiter bestehenden Strecke zum Berliner Platz geführt hätte. In Mannheim wäre sie an der Rheinlust raus gekommen und schließt dort an der Hast. Rathaus an die seit 1958 geplante „A-Linie“ an. Über diese sind noch entsprechende Unterlagen vorhanden. Kann ich ja bei Gelegenheit auch mal reinstellen.


...bitte!


:rp:

von Eisdebahn - am 20.06.2016 15:23
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.