Die P-Tour / PilsenPragPolen - Teil 2 (m48B)

Startbeitrag von Tw 17 am 11.12.2014 22:49

Hallo,

kommen wir zum zweiten Teil meiner neuen Reiseberichtserie. Wir hatten das Skodawerk und das Depot Karlov der PMDP besucht gehabt und machten uns nun zum O-Bus auf, der direkt vor dem Werk fuhr. Fahrkarten hatten wir bereits am Morgen im Hotel gekauft, allerdings noch nicht genutzt, da das Werke bzw. Depot nicht einmal fünf Gehminuten von unserem Hotel entfernt lag.


An die Haltestelle Techmania kam KOM 519 angefahren, der neuste Škoda 24 TrBT.


Mit dem O-Bus fuhren wir nun zunächst mit bis die ersten Straßenbahnschienen unseren Weg kreutzen und verließen daraufhin den Bus an der Haltestelle U Práce. Dort versuchten wir dann zunächst einen Zug der Linie 4 zu erwischen, allerdings wurde das Bild nichts, weshalb es vorerst wieder einen nächsten Bus gibt.


Beim zweiten Anlauf klappte das schon besser. Im Hintergrund ist die Velká synagoga (Große Synagoge) zu sehen.


Zu Fuß ging es weiter zum Sady Pětatřicátníků, immer wieder mit dem Blick nach links und rechts um einen Supermarkt aufzufinden, wo man Geld wechseln kann und vor allem Mineralwasser bekommt.


Die Linie 4 überzeugte mit Qualität als ein T3-Päärchen angefahren kam.

Ein Schild zeigte ein Kaufland in Richtung Norden und auch Google Maps behauptete selbiges am Vorabend, weshalb wir nun in eine Straßenbahn einstiegen, die uns in die Richtung bringen sollte, aber kaum nachdem wir den Mže überquert hatten, war rechts schon das Kaufland zu sehen. Die Straßenbahn fuhr dann noch 100 Meter weiter und wir liefen zurück und waren endlich froh, Geld zu einem sehr guten Kurs (1€=27CZK) wechseln zu können und vor allem endlich unseren Durst still zu können, indem jeder gleich drei Liter Wasser kaufte. Mit der Straßenbahn ging es dann zurück zum Sady Pětatřicátníků, wo die Pendellinie K zum Depot Slovany fahren sollte.


Im Depot Slovany war wesentlich weniger los als bei Skoda. Lediglich 20-30 Leute befanden sich zum Zeitpunkt im Areal. Ideal eigentlich um direkt die aufgestellte Parade zu fotografieren, aber es liefen immer Leute durchs Bild bis auf einmal sich mehrere tscheschische Fotografen zu uns gesellten und die anderen Leute vertrieben. Vor der alten Wagenhalle des Betriebshofes Vozovna Slovany dem Alter absteigend die Wagen 365 (VarioLF), 192 (T3), 133 (T2) und 121 (T1).


Irgendwie ist der T2 total hässlich. Dagegen finde ich den T1 eigentlich einen ganz hübschen Museumswagen.


Noch ein weiterer historischer Museumswagen, welchen man etwas weiter weg stellte, war der Wagen 18 Krizik&Brozik.


Seitenprofil


Zwischen den Betriebshöfen mit Berührung der Innenstadt pendelten Shuttlebusse in sehr dichtem Takt. Neben neuen Solaris Gelenkbussen, wie wir einen erwischten, waren auch mehrere historische Busse unterwegs. Die Busse kreisten alle zum Wenden einmal um den Betriebshof, da nur der vordere Teil des Betriebshofes zugänglich war, war dies auch die einzige Möglichkeit den hinteren Teil des Betriebshof sich anzuschauen.


Ein weiterer historischer Bus rollt an.


Und noch einer.


Vor der neuen Wagenhalle waren die anderen Wagentypen der Pilsner Straßenbahn ausgestellt. Links ein KT8D5, in der Mitte ein Škoda 03T und rechts ein K3R-NT.


Innenansicht des KT8D5


Der Führerstand des KT8D5.


Das System Vario. Den VarioLF4 plus gibt es glaub ich gar nicht in echt oder?


Nach knapp einer Stunde verließen wir wieder das Depot. Aber nicht nur wir, auch der historische 282 folgte uns auf unserem Weg.


Und gleich hinterher fuhr der Jungtimer 474, ein Skoda 21Ab. Für mich einer der schönen historischen Busse.


Das Depot Slovany liegt zwischen den Endstellen Slovany und Světovar und ist an beide über eine Betriebsstrecke angeschlossen. Wir liefen zur Endstelle Slovany, an welcher die Linie 1 endet. Hier wendet gerade Tw 217 in der Schleife.


Angekommen in der Abfahrtshaltestelle.


Die náměstí Milady Horákové kommt Tw 218 hinaufgefahren, der wie Tw 217 ebenfalls für die INGBank wirbt.


Ein weiterer historischer Bus kommt angefahren und hält für einen rennenden Fahrgast noch schnell an der Haltestelle Slovany bevor er als Pendellinie H zum Depot Karlov weiterfährt.


Ich hätte ja noch gerne nach den ganzen INGBank-Werbewagen einen werbelosen T3 an dieser Fotostelle gehabt, aber der war mir wohl nicht gegönnt. Nunja dann halt ein Werbeloser VarioLF, wenigstens etwas gelbes :).


Wir fuhren ein Stück mit der Linie 1 Richtung Hauptbahnhof, allerdings wollten wir noch einen kurzen Abstecher zur Linie 2 machen, aber in der Sladkovského waren nur zwei Skoda 03T zu sehen, weshalb wir den Plan nach diesem Foto direkt wieder verworfen.


Stattdessen machten wir noch einen Abstecher in die Innenstadt, wo die Straßenbahn aktuell mitten durch eine große Baustelle fährt. Am ehemaligen Kino in der Nähe der Haltestelle Anglické nábřeží treffen wir auf den VarioLF 338 auf der Linie 1.


Eines der schönsten Fotos aus Plzen machten wir dann am Náměstí Republiky von T3 228, der hier als Linie 1 nach Bolevec angefahren kam.


Ihm folgt ein Skoda 03T.


VarioLF 339 passiert den Náměstí Republiky und den Mariánský sloup (der Brunnen rechts).


Wieder an der Haltestelle Sady Pětatřicátníků konnten wir dann endlich den ersten KT8D5 aufnehmen. Tw 297, der für das typische Bier, die Pilsner Urquell, wirbt, kommt als Linie 4 nach Bory angefahren. Da es so langsam wieder Zeit war, dass Gepäck am Hotel abzuholen, nutzen wir direkt den Wagen um Richtung Plzeň-Jižní předměstí zu kommen.


Da die Straßenbahn etwas weiter fuhr, liefen wir zurück und konnten dabei noch dieses T3-Päärchen auf dem Weg nach Bory eingefangen.


Direkt vor dem Hotel kam die Pendellinie K vorbei. Auf ihr waren leider im Gegensatz zur Pendellinie H nur neue Solaris Gelenkbusse unterwegs.

Mit dem O-Bus ging es zum Hauptbahnhof und dort in der Empfangshalle hinauf. Eigentlich völlig normal und öde, bis wir dann einen Blick nach links warfen und seltsame Wagen sahen bzw. die uns bekannt vorkamen. Und zwar hatten wir die Wagen erst neulich mit einem Taurus bespannt nachts in Mannheim gesehen, es war der Orientexpress. Also Koffer geschnappt und einmal schnell die Treppe runter und auf dem anderen Bahnstieg wieder hochgerannt.


Während der Zug in Deutschland weitestgehend nachts verkehrt, verkehrt er durch Tschechen und Bayern (mit 232!) zu fotografierfreundlichen Zeiten und deshalb war auch der ganze Bahnhof voller Fotografen, die im ganzen Bahnhofsumfeld herum standen (auch zwischen den Gleisen und wo schon längst der Bahnsteig endete). Gestört hatte es niemand. Wären wir nur früher da gewesen...


Ein PESA-Link bzw. Regioshark, der wie ich nochmal betonen kann in der neuen CD-Lackierung richtig schick aussieht, verlässt den Bahnhof Plzen hl. n..


Eine Rangierlok verlässt das Gleis ebenfalls.


Mit dem bereits gebuchten Ticket ging es dann von Plzen nach Prag. Wir hätten zwar freie Zugwahl gehabt, nutzen aber trotzdem die gebuchte Verbindung. Auf die Sitzplätze verzichteten wir allerdings direkt und begaben uns direkt in den Speisewagen. Lustigerweise war einer der beiden Mitarbeiter, der selbe wie am Vortag und kannte uns noch. Diesmal bestellten wir allerdings nicht das Schnitzel, sondern entschieden uns für den Lendenbraten mit Rahmsauce, Semmelknödeln und Preiselbeeren, das "Czech specials". Dieser wurde auch direkt nachdem der Zug wieder Strom hatte zubereitet. Wie hätte man denn auch ohne Knödelpresse Semmelknödel machen sollen? :)


Optisch sah das Essen vielleicht nicht ganz so schön aus, geschmeckt hat es aber sehr gut und sollte das Schnitzel mit Bratkarttoffeln bei meiner Tschechienreise im Januar nicht verfügbar sein, bestelle ich auf alle Fälle dieses Gericht wieder.

In Prag angekommen kauften wir eine 24h-Karte für günstige 110 Kr und begaben uns dann zur Metro. Bei meinem letzten Besuch kostet die Tageskarte noch 100 kr, aber durch den neuen Wechselkurs, waren es umgerechnet wieder 4€, also keine direkte Preissteigerung. Jedenfalls wusste ich nicht mehr genau, wie man zum Hotel Fortuna gelangt. Auf der Landkarte würde ich es sofort wieder finden, daher stimmte die Richtung schon einmal. Wir landeten im Endeffekt eine Metrohaltestelle weiter wie geplant, von wo nur eine Linie statt zwei zum Hotel fuhren, aber egal. Die Straßenbahn kam direkt, wir checkten ein und machten uns erst einmal wieder frisch, den mehr als 30 Grad bemerkt man schon :).


Direkt vor dem Hotel liegt die Strassenbahnhaltestelle Solidarita, einer der Faktoren, warum ich das Hotel wieder besucht habe und wieder besuchen werde. Mit der Strassenbahn erreicht man dann nach 2-3 Haltestellen je nach Linie eine Metrostation und ist 15 Minuten in der City.


Die Linie 5 brachte uns diesmal zur Station Želivského, wo sich auch der jüdische Friedhof mit Kafka befindet.


Es geht wieder ewig in die Tiefe und nachdem man die Rolltreppen langsamer gestellt hat, dauert es noch länger.


Mit der Metro ging es in die Innenstadt, wo wir einen Trdelník-Stand sahen. Dieses rochen und sahen auch so lecker aus, dass SRR und ich gleich eine kaufte. Meine hätte ruhig noch ein paar Minuten auf dem Feuer bleiben können und ich hätte mich lieber auch für eine Füllung entscheiden sollen.


Zusammen mit tausenden Schnaken ging es dann über die Karlsbrücke. Die Burg leuchte schon ganz nett.


Ich wollte auf alle Fälle bei blauer Stunde ein Tatra am Malostranské náměstí haben und das bekam mich mehr oder weniger.


Die Tatras von Prag sind einfach geil. Schöne Lackierung, schöne Liniennummer, einfach alles schön :)


Wir fuhren ein Stück weiter. Allerdings verließen wir dooferweise die Tatralinie 22. Nunja dafür haben wir ein mittlerweile auch historisches Foto, denn die Skoda 14T sind ja momentan abgestellt, scheinen aber wohl saniert zu werden. Ein Wagen wurde zumindestens ins Werk zurückgeholt.


Noch ein neuer Skoda 15T bei schöner blauer Stunde, bevor wir uns schnell ans Ufer aufmachen sollten, denn die Prager Burg bei blauer Stunde wollte ich unbedingt auch haben.


Die Boote muss ich bei Gelegenheit mal retuschieren, sonst ist es perfekt :)


Und noch ein zweites Foto etwas näher an der Karlsbrücke.


Da wir nun nicht so richtig wussten, wo man gut Nachtfotos machen könnte, entschieden wir uns für den Prager Hauptbahnhof, der eigentlich auch sehr schön ist. Es war gerade auch "Nachtzugzeit". Die orange 362 019-2 steht mit ihrem Nachtzug (leider weiß ich nicht welcher) zur Abfahrt bereit.


Ein Zug bestehend aus einem Triebwagen der ČD-Baureihe 854 (früher Baureihe 852 bzw. M 296.2 und 853 bzw. M 296.1) und einem Steuerwagen wartet als Regionalzug auf seine Abfahrt.

Nun war es fast Mitternacht und wir erinnerten uns daran, dass in Prag die Metro genauso wie in London ja nicht die ganze Nacht durchfährt... - Also liefen wir schnell zur Metro und hatten Glück mit einem der letzten Züge noch zum Hotel zu kommen, wo wir nach diesem heißen Tag wieder kaputt ins Bett fielen.

Gute Nacht
Tw 17

Antworten:

Zitat
TW17
Irgendwie ist der T2 total hässlich. Dagegen finde ich den T1 eigentlich einen ganz hübschen Museumswagen.


Also ich finde beide sind sehr schöne, formvollenedete Fahrzeuge.
Wobei ich deinem Sinneswandel nur schwer folgen kann. Vor nicht allzu langer Zeit hast du mir mal genau das Gegenteil erklärt :-D


Der T1 ist in meinen Augen auch ein Favorit für die Semmelbahn (jetzt nicht, dass es T2 und T3 nicht wären...). Er ist eines der elegantesten und schönsten Straßenbahnfahrzeuge die ich kenne. Ich würde ihn gleich setzen mit dem Düwag, den Stangas in Rom oder dem Original Ami-post war-PCC!
Natürlich macht er mit Stange noch etwas mehr her als mit einer globigen Schere. Und der Russenstern ist Kult!

von Tw237 - am 11.12.2014 23:10
Die Tatras sind generell häßliche Klumpen, aber eben funktional und damit für den Ostblock gut genug.

von Fabegdose - am 12.12.2014 08:38
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