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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
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Führerbremsventil, Joerg Diether, Lokleitung, bassemohluff, Funkenkutscher, Tw237

Ein Schmankerl für die Liebhaber von Fensterganzreklame

Startbeitrag von Lokleitung am 16.02.2015 18:02

Was ich heute wieder so alles ausgrabe...

In den späten 1990ern war ja bekanntlich die HEAG in Darmstadt sozusagen der "Miterfinder" der Ganzreklame auf den Fenstern von Straßenbahnen. Da die Meinungen darüber höchst unterschiedlich sind verzichten heutzutage die meisten deutschen Verkehrsbetriebe auf derartige Werbungen oder lassen Fensterbeklebungen nur zu einem Teil zu - bei der rnv hat man sich nach langen Diskussionen darauf geeinigt, dass 50 Prozent der Scheibenfläche von Werbung beansprucht werden darf. (Böse Zungen sprechen von "den äußeren 50 Prozent" der Scheibenfläche :-P)

Sechzehneinhalb Jahre danach liest sich der damalige Pressetext zur Veröffentlichung der "Odenwald-Quelle"-Reklame auf dem Wagen 9856 umso interessanter.
Ich möchte ihn euch nicht vorenthalten:



und um diesen Wagen ging es:


Man mag jetzt von der Fensterbeklebung halten, was man will. Aber durch die umlaufende Gestaltung der Reklame, unter Einbeziehung der Front- und Heckflächen sieht dieser Wagen wenigstens aus wie "aus einem Guss" und nicht so übel zerstückelt wie manche Reklame auf den GTN, die nur auf den Fahrzeugseiten aufgebracht ist, und die dann zum bunten Fahrzeugkopf noch irgendwo ein paar Zentimeter Platz lässt oder wo sich die Farbtöne von Unternehmensdesign und Werbung überhaupt nicht vertragen.

Antworten:

Nicht nur Sprudelwasser,...

...auch Geld war in Darmstadt mit voller Sichtbehinderung zu erhalten:




von Führerbremsventil - am 16.02.2015 18:10

Re: Nicht nur Sprudelwasser,...

Sieht aber ebenfalls nach einer sehr gelungenen Gestaltung aus.

von Lokleitung - am 16.02.2015 18:32

© www.zeiserl-reisen.de

auch ne Form von Fensterganzreklame! Jedenfalls komme ich mir in solchen zugeklebten Fahrzeugen so vor.

von Funkenkutscher - am 16.02.2015 19:09

Zum Zeitunglesen muss man auch nicht aus dem Fenster schauen können



von Führerbremsventil - am 16.02.2015 19:21

Die Odenwaldquelle war aber nicht der erste.

Im Mai 1997 tauchte Tw 7606 mit solch einer Reklame für eine Ausstellung auf der Mathildenhöhe auf. Er galt als der erste Straßenbahnwagen mit Komplett-Reklame Bundesweit. Leider habe ich ihn noch nicht digitalisiert.
Zusammen mit den hier gezeigten Tw schafften wir es sogar ins Straßenbahn-Magazin. Doch leider wurde das Murren der Bevölkerung lauter: "man kann nicht hineinsehen, wo noch Platz ist und wo sind die Türen?" So manche Reklame wurde daraufhin abgeändert, Die Türscheiben sollten möglichst frei bleiben. Bei Tw 9857, 9870 (Darmstädter Echo) und 9860 (Sparkasse) funktionierte das. Bei Tw 9856 (Odenwaldquelle) eben nicht. Aber die Regeln wurden durchgesetzt. Mögliche Werbepartner z.B. HEAG-Medianet und Kraft (für Milka-Schokolade) sprangen daraufhin ab. Wer weiß, was uns entgangen bzw. erspart worden ist.
Inzwischen ist unsere "Werbewelt" mehr oder minder zusammengebrochen. Im Gegensatz zu Euch in der Metropolregion fahren die Fahrzeuge der HEAG meist gänzlich ohne Reklame durch die Gegend. Nur 30 von 78 Fahrzeuge tragen überhaupt Reklame. Die meisten sind solche Popreklamen, wo nur ein Teil der Fenster beklebt sind, wie Ihr sie gier sehen könnt:

Tw 0785 (für Yeans Halle) mit Bw 9448 (für 100-Jahre HEAG) auf dem Luisenplatz am 18. Februar 2013. Beide Wagen sehen heute noch so aus.

von Joerg Diether - am 17.02.2015 08:18

Re: Die Odenwaldquelle war aber nicht der erste.

Zitat
jd

Doch leider wurde das Murren der Bevölkerung lauter:


Was heißt hier leider?

Die zugeklebten Scheiben sind doch grausam.
Wer das will, sollte seinen ÖPNV komplett auf Bus umstellen. Unattraktiver Nahverkehr ist mit denen billiger.

Ich kann mich bei meunem ersten Besuch in DA 2002 noch gut an die Dinger erinnern. Ich war entsetzt, schließlich gab es sowas bei uns noch nicht.

Man überlege nur wie abartig das ist. Man gibt für ein Fahrzeug mit großen Fenstern mehr Geld aus, nimmt ein höheres Gewicht in Kauf und dann klebt man die Fenster zu.

von Tw237 - am 17.02.2015 08:31

Re: Verklebte Fenster

Aus ihrem Pkw können Fahrer und Beifahrer ungehindert hinausschauen (sollte zumindest so sein),
nur ÖPNV-Nutzer müssen/mussten sich zuweilen eine massive Einschränkung ihrer Sicht gefallen lassen.

Immerhin werden bei Ausschreibungen diesbezüglich inzwischen fahrgastfreundliche Bedingungen gefordert.
So heißt es in einer VRN-Ausschreibung zum Beispiel:

"Eine Außenwerbung am Fahrzeug ... für Dritte ist nur in Abstimmung mit dem Konzessionsgeber zulässig.
Die Zustimmung wird insbesondere versagt, wenn die Werbung zum Verkleben der Fensterflächen
und damit zu einer Sichtbehinderung führt."


Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
.

von bassemohluff - am 17.02.2015 09:00

Re: Die Odenwaldquelle war aber nicht der erste.

Was für Hosen sind das denn?
"Yeans"?
Ich kaufe ein "J", oder ist das neue hessische Rechtschreibung? :cheers:

von Führerbremsventil - am 17.02.2015 10:29

Re: Die Odenwaldquelle war aber nicht der erste.

Zitat
Tw237
Ich kann mich bei meuinem ersten Besuch in DA 2002 noch gut an die Dinger erinnern. Ich war entsetzt, schließlich gab es sowas bei uns noch nicht.


Allzu lange musstest Du allerdings nicht warten, bis das auch bei uns Einzug gehalten hat:




Ein noch abschreckenderes Beispiel ist das hier:



von Führerbremsventil - am 17.02.2015 10:42

Re: Die Odenwaldquelle war aber nicht der erste.

Zitat
Tw237
Was heißt hier leider?

Die zugeklebten Scheiben sind doch grausam.
Wer das will, sollte seinen ÖPNV komplett auf Bus umstellen. Unattraktiver Nahverkehr ist mit denen billiger.

Ich kann mich bei meunem ersten Besuch in DA 2002 noch gut an die Dinger erinnern. Ich war entsetzt, schließlich gab es sowas bei uns noch nicht.

Man überlege nur wie abartig das ist. Man gibt für ein Fahrzeug mit großen Fenstern mehr Geld aus, nimmt ein höheres Gewicht in Kauf und dann klebt man die Fenster zu.


Als 1994 die SB 9 kamen und die Werbungen der SB 7 und 8 übernahmen, waren die Werbekunden auch nicht glücklich. Ihre Seitenwerbungen lagen nun auf einem schmäleren Streifen ein Stück tiefer. Das ist der Preis für den Niederflur. Die Popreklame, seit Jahrzehnten bei Euch Gang und Gebe, bei uns aber erst seit 1986 war dann der nächste Schritt.. Der letzte Schritt war dann die komplette Reklame. Die Triebwagen fielen auf, prägten sich ins Gedächnis ein. Sowohl beim einfachen Fahrgast, als auch beim Straßenbahn-Fan. Ich sehe ein Foto, wo ein Tw mit Reklame unterwegs ist -> Das ist der Tw xyz. Mein "leider" bezog sich eigenlich auf die Tatsache, das es zwei (oder mehr) Wagen mit Popwerbungen nicht mehr geben sollte und damit eine Identifizierung unmöglich wird, wenn der Wagen im CI-Look (gänzlich ohne Reklame) aus der Ferne fotografiert wird. Man sollte auch einen Vorteil sehen (Ich weiß, zugeklebte Fenster sind zu verteufeln), aber wenn die Sonne in den Wagen scheint, gibt es bestimmet den ein oder anderen Fahrgast, der sich dann in den "Schatten der Reklame" setzt.
Ich gebe zu: Ganz Abkleben sollte man nicht. Aber teils - teils, damit kann ich leben.

von Joerg Diether - am 17.02.2015 18:45
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