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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Tw237

DeuLaPa'14 - Teil 19: Unstrutbahn und Tram Naumburg (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 17.02.2015 23:20

Mahlzeit,

an Tag 19 stand ein Besuch bei der Unstrutbahn auf dem Programm.
Die hier verkehrenden Züge beginnen in Naumburg Ost.
Daher ließ sich das gut mit einem Kurzbesuch bei der Naumburger Straßenbahn verbinden.





Der vorbildlich aufgearbeitete Stralsunder TW 37







Ähnlich wie in Zwickau setzt man im Busbereich auf Gas-Citaros.




Und so sieht diese Stelle mit Tram aus










TW 37 kurz vorm Depot






Nach kurzem Fußmarsch erreichten wir den Bahnhof Naumburg Ost, wo der VT eine ca. 10 minütige Wendezeit hat.
Früher ging es von hier mal weiter nach Teuchern. Seit einigen Jahren liegt diese Strecke jedoch still.
Wie sinnbildlich diese Strecke für den SPNV in Sachsen Anhalt zu sein scheint, sollte sich noch herausstellen.





Blick auf den Führerstand






Blick in den Innenraum des Triebwagens.







Ankunft in Wangen. Scheinbar hat man sogar einen neuen Bahnsteig gebaut.
Von hier aus geht es eigentlich weiter Richtung Thüringen, wo wieder Anschluss ans Restnetz besteht. Doch auch diese Strecke liegt leider still.






Stattdessen endet die Fahrt mitten in der Pampa. Hier steht der TrieWa dann fast eine Stunde(!)





Zu Fuß gelangten wir nach Nebra, wo der Gegenzug kam.
Mit dem VT, mit dem wir kamen, fuhren wir auch wieder zurück nach Naumburg.

Nun mein Fazit zur Unstrutbahn:
Die Auslastung war eher lau. Sicherlich gibt es da noch eine Menge potential. Nicht nur touristisch. Denn mit einer durchschnittlichen Reisgeschwindigkeit von ca. 30 km/h ist das Angebot auch nicht unbedingt attraktiv.
Was zu bemerken ist, dass auf der Bahn auf einem Abschnitt sogar noch Güterverkehr stattfindet.
Die Fahrzeit beträgt im Stundentakt 57 Minuten. Dazu setzt man drei Triebwagen ein. Also beträgt ein Umlauf drei Stunden, wobei es insgesamt 66 Minuten(!!!!!!!!) unproduktive Wendezeit gibt.
Mit etwas Investition in die Strecke lässt sich da sicher ein Umlauf sparen. Die Betriebskosten des Verkehrs also um ca. 1/3 senken. Und das bei einer besseren Nachfrage. Oder man spart es sich einfach ganze Streckenabschnitte einzustellen, ohne dabei nennenswert zu sparen.
Aber wie kommt es überhaupt zu solchen merkwürdigen Konstellationen?
Hier mal eine Theorie aus der Reihe „Vollkostenfalle“, wie ich mir das vorstellen könnte:

Finanzminister(FM): Lieber Verkehrsminister, wir müssen sparen.
Verkehrsminister (VM): Der SPNV ist relativ teuer, da gibt es Optimierungspotential
FM: supi!
VM: Ich habe mal die Betriebskosten des SPNV durch die erbrachten Kilometer dividiert und festgestellt, dass wir für einen Kilometer 5 Euro zahlen.
FM: Ok, das heißt, wenn wir 2 Mio. Euro sparen wollen, müssen wir einfach nur 400.000 Kliometer einkürzen?
VM: Exakt!
FM: Genau so machen wirs und legen einfach nur einzelne Streckenabschnitte still!
VM Supi!
Heini mit Taschenrechner: Wenn ihr eine Strecke einkürzt sinken zwar die gefahrenen Kilometer, aber nicht in gleichem Umfang die Kosten. Denn wenn ihr hinterher auch noch drei Triebwagen braucht, steht einer davon einfach nur ne Stunde in der Pampa rum!
VM&FM: Das hat nicht eine solche Relevanz, wir müssen sparen!

FM: Was ist mit den 2 Mio Euro?
VM: konnten wir leider nicht einsparen. Denn der Preis für einen gefahrenen Kilometer ist auf 6 Euro geklettert. Außerdem wird der SPNV schlechter in Anspruch genommen
FM: Wie das?
VM: Allgemeine Preissteigerung, Abwanderung und die Amis und der Ölpreis und so. Da machste nix.
FM: Vielleicht sollten wir noch ein paar Kilometer einkürzen?
VM: Ja, ein Kilometer ist ja jetzt bei 6 Euro. Das heißt, wenn wir nochmal 400.000 km einkürzen sparen wir sogar 2,4 Mio. Ist das was oder ist das nix?
FM: Klasse, so machen wirs!

Ich weiß zwar nicht wie es wirklich war. Aber ich könnte mir irgendwie vorstellen, dass es so oder so ähnlich abgelaufen ist.


Insgesamt haben wir auf der Unstrutbahn mit Stellwerken, glaube sogar auch an Schranken und mit dem Fahrpersonal insgesamt 13 Personale gezählt. In einem Zwei-Schicht-Betrieb sind das 26 Personale!
Für das was man bei uns so in der Vorderpfalz an Nebenbahnen fährt, befördert man mit weniger Aufwand mehr Passagiere.
D.h. man zahlt für die paar Passagiere und das bisschen Güterverkehr gut 2,5 mio Euro nur für den täglichen Betrieb an Personal.
Würde man in die Strecke etwas investieren ließe sich sicher die Einnahmenseite etwas erhöhen und die Kostenseite senken.

Ich bin auf eventuelle Kommentare von Leuten, die die Situation vielleicht besser kennen sehr gespannt.

Der gefühlte Eindruck war hier auf jeden Fall so, dass man da sehr viel Potential verschenkt und das verbrannte Geld dann bei anderen wichtigen Angeboten (z.B. Wipperliese, Bericht folgt noch!) auf Teufel komm raus mit begrenzten Erfolgsaussichten einsparen will.






In Naumburg stand diese wunderschöne V100 in blau-beige in der Sonne.







DoSto





Hinterher kam dieser S-Bahn-Zug der S-Bahn Rhein-Main, wahrscheinlich auf Auslieferungsfahrt.






In Leipzig zurück schauten wir uns noch etwas die Tram an, bis wir uns mit zwei Semmelbahnern von vor Ort trafen.






Im Plenum zusammengefunden, suchten wir eine Futterbude in der Stadt auf.





Anschließend machten wir noch einen Rundgang durch die Stadt. Dabei sahen wir auch in einer Bilderbude dieses Gemälde, dessen Schöpfer sich wohl im HSM inspirieren ließ.






In einem speziellen Geschäft für Ostprodukte konnten wir uns eindecken, unter anderem mit diesen zwei Flaschen Badusan, die wir für die User Frieder Schwarz und Lokleitung ins NSW importierten.




Abschließend gabs im Bahnhof noch ein Eis. Mit diesem Bild möchte ich den Bericht für heute abschließen..



Alla hopp

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