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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 9 Monaten
Beteiligte Autoren:
bassemohluff

S-Bahnen ohne Notbremse

Startbeitrag von bassemohluff am 18.09.2015 11:40

Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet heute [www.rnz.de] von einem ungewöhnlichen Vorfall, als ein S-Bahnfahrer auf der Fahrt bewusstlos wurde, und der Zug durch Notbremsung nicht gestoppt werden konnte :

Eine S-Bahn ist rund zehn Kilometer führerlos durch das Elsenztal gerollt, weil der Lokführer im Führerstand offenbar bewusstlos geworden war. Die etwa 20 Passagiere durchlebten zwischen den Haltestellen Hoffenheim und Reilsheim bange Minuten, ehe der Lokführer wieder zu sich kam und die Bahn stoppte. Der Vorfall offenbart eklatante Sicherheitslücken: Weder schlugen die von den Fahrgästen gezogenen Notbremsen an, noch funktionierte das automatische Haltesystem des Zugs.

Als der Zug der Linie S 5 um 13.19 Uhr fahrplanmäßig auf Gleis 2 den Sinsheimer Bahnhof in Richtung Heidelberg verließ, ahnte noch keiner etwas von dem "Todeskommando", wie Passagiere die Geisterfahrt anschließend bezeichneten. Fünf Minuten später sollte eigentlich in Zuzenhausen gestoppt werden, aber der Triebwagen fuhr durch. Auch der Knotenpunkt Meckesheim wurde ohne Halt mit geschätzten 60 Stundenkilometern passiert. "Da wurden dann alle wirklich unruhig", schildert eine Mitfahrerin.

Passagiere wollten sich beim Lokführer melden und stellten beim Blick durch die Glasscheibe in die Fahrerkabine fest, dass der Mann auf seinem Stuhl zusammen gesunken war. Auch auf heftiges Klopfen an der Tür zum Führerstand zeigte er keine Reaktion. "Dann haben wir alle Notbremsen im Zug gezogen", wird von aufkommender Panik berichtet. Aber zum grenzenlosen Erstaunen der Fahrgäste tat sich "überhaupt nichts" - der Zug fuhr auch in Mauer durch. Erst vor Reilsheim kam der Lokführer wieder zu sich und brachte sein Gefährt zum Halten.


Interessant dazu auch einige Anmerkungen in der Drehscheibe [www.drehscheibe-online.de] :

"Ein paar Anmerkungen zur NBÜ beim 425. Zunächst ist diese im Regelfall immer aktiviert, auch wenn kein NBÜ-Abschnitt befahren wird. Zusätzlich ist die NBÜ bei den ET's der Baureihen 420 und 422-426 etwas anders als bei herkömmlichen Zügen.
Wird eine Notbremse im Zug gezogen, wird diese bei Abfahrt des Zuges bis zu einer gewissen Geschwindigkeit immer sofort wirksam, sprich der Zug bleibt sofort stehen.
Hat der Zug diese Geschwindigkeit überschritten wird eine gezogene Notbremse nicht wirksam, es erfolgt nur eine optischer und akustischer Hinweis an den Tf. Die sonst übliche Zwangsbremsung, wenn der Tf dann innerhalb einer festgelegten Zeit nicht reagiert, erfolgt nicht. Wieso und warum man das so geschalten hat, keine Ahnung - aber die ETs wurden damals so zugelassen. Diese Funktionsweise ist mir auch nur bei den o.g. ETs bekannt, alle neueren Fahrzeuge haben wieder die Funktion, dass bei ausbleibender Reaktion des Tf die gezogene Notbremse dann doch noch wirkt."
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"Die Notbremse wird nur dann im Zusammenhang mit der niedrigen Geschwindigkeit aktiv, wenn vorher eine Türfreigabe vorlag! Dann kann der Fahrgast innerhalb einer Geschwindigkeit unter 10 km/h die Notbremse ziehen, und diese wird sofort wirksam. Wenn du dagegen nur vor dem Hp0 stehst und dann wieder langsam anfährst, passiert das eben nicht. Die NBÜ beim 425 ist nicht UIC Norm, weswegen die auch nicht ins Ausland fahren dürfen!"

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