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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 4 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heidelberger Straßenbahner

Wunsch (Vorstellung) und Wirklichkeit

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 13.10.2015 21:06

oder: Ein Tag bei der schwäbischen Waldbahn

Hallo erst mal, ich weiß ja nicht ob Sie's wussten, aber ich war dann mal ….............

Nein, keine Angst (oder Hoffnung), ich will hier keinen imitieren oder nachmachen, ich finde den Einstieg (eigentlich) immer lustig – und es ist langweilig, immer gleich zu beginnen.

Also – eines schönen Tages konnte ich meine Angetraute zu einem Ausflug zur schwäbischen Waldbahn begeistern, wobei der letzte Sonntag eigentlich neblig und nicht sonnig begann (aber wer Nebel halt mag!).

Zuerst mal der Streckenplan - der richtiger Weise - eigentlich:Wieslauftalbahn.

Wikipedia meint hierzu: Die Wieslauftalbahn ist eine normalspurige Nebenbahn in Baden-Württemberg. Die Strecke beginnt in Schondorf im Remstal, wo sie von der auch Remsbahn genannten Strecke abzweigt, verläuft zunächst im Tal der Wieslauf bis Rudersberg und führt dann – mit einer Maximalsteigung von 25 Promille – hinauf nach Welzheim.




Doch zurück zu meiner Geschichte: In Welzheim angekommen rangiert eine V60 (auch noch in blau) und nicht die eigentlich erwartete V100! Dabei hatte ich mir extra den Dieselfahrtag ausgesucht.

Aber, wenn man schon mal da ist ….............................



Das Zuglaufschild (heißt das eigentlich so?) verrät es, wir fuhren erst einmal zurück!



Die Motorhaube war geöffnet – sieht man nicht alle Tage – also ein Schnappschuss muss das wert sein! Zeit genug, bis zur Abfahrt war ja.



Der Andrang der reise-willigen hielt sich stark in Grenzen (gut für uns – schlecht für den Verein). So konnte ich in Ruhe alles und jenes begutachten, so zum Beispiel die verschiedenen Grüntöne am Umbauwagen. Ja, welchen ist nun der Richtige?



Vor der Abfahrt noch eine Aufnahme unseres – saisonbedingt relativ kurzen – Zuges im Bahnhof Welzheim.



Zur Geschichte: Welzheim setzte sich ab1890 für einen Bahnbau ein, 1905 lag die Linienführung Schondorf–Rudersberg–Welzheim fest, für den Bau und Betrieb war die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) vorgesehen. Diese wollte aber aus Kostengründen nur – wie ursprünglich geplant – eine schmalspurige Ausführung mit Zahnstange realisieren.

Da Verhandlungen über die Höhe der staatlichen Zuschusses aber zu keinem Ergebnis führten, wurde die Strecke durch den Staat gebaut.
Eröffnet wurde am 28. November 1908 bis Rudersberg und am 25. November 1911 das Reststück bis Welzheim.
Über die Bundesbahnzeit hüllt man am besten den „Mantel des Schweigens“: Der Fahrplan wurde immer mehr auszudünnen und die Züge durch Busse ersetzt. Zuletzt fuhr nur noch täglich ein Personenzugpaar und ein Güterzugpaar (in der Anfangszeit 5!).
Am 5.April 1988 rutschte bei Kilometer 12,9 die Erde (nach tagelangen Regenfällen). Darauf hin stellte die DB den Gesamtbetrieb auf der Bergstrecke schließlich ohne formelle Genehmigung ein.

Im Jahr 1993 übertrug die Deutsche Bundesbahn die Strecke an den Zweckverbands Verkehrsverband Wieslauftalbahn (ZVVW). Im Auftrag Dieses führt seit 1995 die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) (jetzt endlich doch) auf dem Streckenteil Schondorf–Rudersberg den Verkehr durch.
Seit Mai 2004 wurde die knapp einen Kilometer lange Strecke Rudersberg bis Oberndorf reaktiviert.Der reine Tourismusverkehr auf der Gesamtstrecke bis Welzheim wird seit dem 08.Mai 2010 betrieben. Ein Förderverein setzt sich jedoch für die Aufnahme der Wiedereinführung des Verkehres auf der Gesamtstrecke ein – hoffen wir das Beste!

Wieder zurück zu (meinem) Bericht:

Ein Bild in Höhe des (neuen) Haltepunktes Tannwald (Meiner Frau gefiel diese Seite besser)





Hier der Zug auf dem 168 Meter langen Laufenbachmühleviadukt, einem der drei Viadukte, die den Bahnbau erheblich verteuerten.
Kurz danach fährt der Zug in den Bahnhof Laufenbachmühle ein, der eigentlich ein Haltepunkt ist – aber vielleicht nimmt man dies bei den Schwaben nicht so genau!





Das „Highlight“ der Strecke ist jedoch der 121 Meter lange Strümpfelbachviadukt, auf dem der Zug sich gerade befindet. Und für die, die jetzt sagen, dass man von dem Viadukt gar nicht viel sieht, nochmal ohne Zug (der besseren Optik wegen) und von der Seite:





Kurz bevor in Oberndorf die Steilstrecke (laut Werbung steiler als die Geislinger Steige) beginnt oder aufhört, je nach Richtung nochmals ein Streckenbild.

Montags bis freitags fahren in der (morgendlichen und abendlichen) Hauptverkehrszeit sowie um die Mittagszeit Triebwagen (Typ NE 81 und Regio-Shuttle RS1) alle halbe Stunde, sonst stündlich zwischen Oberndorf und Schondorf. Samstags fährt die Bahn im Stundentakt, was sie Sonn- und Feiertags machen, ist auf dem nächsten Bild zu sehen → nix!

Der anständige Schwabe bleibt offensichtlich an diesen Tagen zu Hause! rotfl



Kurz nach dem Bahnhof Rudersberg noch ein Bild unseres Zuges. Zwischenzeitlich hatte ich mich an die Lok gewöhnt, zumal die Geschichte, warum diese fährt, eine traurige ist: Die V100 hat der Verein an eine (andere) Museumsbahn verliehen. Der dortige Lokführer überfuhr eine Gleissperre und die Lok kippte aus dem Gleis → Drehgestellschaden. Ist zwar ein Versicherungsfall, aber die Reparatur dauert eben.



Und dass ist ein Vorteil, wenn wenige Reisende im Zug sind: Mann kommt ins Gespräch, auch wenn man so schüchtern ist wie ich. :spos:



Mit meinem letzten Bild noch ein kleiner Tipp: Wenn man eine Vereinstasse im Zug erwirbt, bekommt man Kaffee, soviel man möchte. Auch bei späteren Fahrten (hierzu muss man sie halt wieder mitbringen). Könnte auch sein, dass das nur für mich zählt!

Und das Beste: Vorne drauf ist eine V100 (oder für die, denen schwarz besser als rot gefällt, halt eine 064)


Salü Erhard

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