Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
16
Erster Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 2 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Tw237, Führerbremsventil, 1-er, Joerg Diether, Fabegdose, Lokleitung, Daniel Wottringer, Jan N., mor_, bovbjerg

Auto in Edingen von OEG-Zug erfasst

Startbeitrag von mor_ am 15.10.2015 18:28

[www.morgenweb.de]


tragisch :

Zitat
Marnheimer Morgen
...
Nach Zeugenaussagen waren die Schranken an dem Bahnübergang zum Unfallzeitpunkt nicht geschlossen, das Warnlicht war erloschen.
...

Antworten:

Wir sind alles Menschen. Jedem von und passieren Fehler.

von Jan N. - am 16.10.2015 06:10
Zitat
Jan N.
Wir sind alles Menschen. Jedem von und passieren Fehler.


Das mag sein. Aber für den Schwerverletzten ist diese Begründung wohl ein schwacher Trost, zumal das Nichtschließen von Schranken auf der OEG ein scheinbar dauerhaftes Problem ist. Schon seit ich diese Strecken kenne, habe ich selbst immer wieder gesehen, dass Schranken nicht schließen. Man stelle sich mal vor, das würde bei der "richtigen" Eisenbahn in dieser Häufigkeit passieren.

Dennoch liegt der Fehler hier wohl nicht primär an einer funktionsuntauglichen Schranke, sondern am Fahrer, der scheinbar das Nichtschließen ignoriert hat und sich nicht davon überzeugt hat, dass der Übergang frei ist.

von Tw237 - am 16.10.2015 07:59
Das Offenbleiben der Schranken ist ja nicht so schlimm, solange die Straßensignale noch funktionieren.
Aber wenn man den Zeugen Glauben schenken darf, war die Anlage wohl komplett ausgefallen,
also auch kein Blinklichtüberwachungssignal.

von Fabegdose - am 16.10.2015 10:48

Für was gibt es Andreas-Kreuze?

Klarer geht es kaum. Der Schwerverletzte trägt die Schuld bei diesem "Eingriff in den Eisenbahnverkehr". Es gibt Bahnübergänge da sind nur diese Andreaskreuze vorhanden. Was tut man da? Man hält bei Annäherung eines Zuges vor dem Bahnübergang an! Und genau das hat der Autofahrer eben nicht getan.
Alles andere (Blinklichter, Schranken, Reifenaufschlitzer vor den Gleisen) sind lediglich Hilfsmittel, die auch ausfallen können, wie hier behauptet wurde. Aber seltsamerweise sind die Schranken auf den Bildern unten. Dann haben die Lampen vielleicht doch geblinkt?
Unter dem Strich steht:
Einzig und allein das Andreaskreuz ist entscheidend. Und gegen dieses Verkehrszeichen hat der Autofahrer nachweißlich verstoßen. Das sieht man am schwerstbeschädigten Tw 4155 und der Beule im Auto. Und dem armen Treibfahrzeugführer wünsche ich, das er sich von dem Schreck wieder erholt.

von Joerg Diether - am 16.10.2015 18:33

Re: Für was gibt es Andreas-Kreuze?

Zitat
Joerg Diether
Klarer geht es kaum. Der Schwerverletzte trägt die Schuld bei diesem "Eingriff in den Eisenbahnverkehr".




Zitat
§ 11(19) EBO
Ein Bahnübergang, dessen technische Sicherung ausgefallen ist, muß - außer bei Hilfszügen nach § 40 Abs.
6 - durch Posten nach Absatz 11 gesichert werden. Ein Zug, der mit dem Triebfahrzeugführer allein besetzt ist,
darf, nachdem er angehalten hat und die Wegebenutzer durch Achtung-Signal gewarnt sind, den Bahnübergang
ohne Sicherung durch Posten befahren.


von Tw237 - am 16.10.2015 19:15

...und P-Tafeln?

Hallo Jörg,

an Deiner einfachen Lösung ist sicher was dran. Zur anderen Sicht der Dinge hat Tw237 schon geantwortet. Und - die von Dir erwähnten Bahnübergänge "nur mit Andreaskreuz" sind m.E. bahnseitig mit P-Tafeln gesichert.

So eindeutig finde ich die Rechtslage denn wieder nicht - bin da aber kein Experte:-).

Grüße
bovbjerg

von bovbjerg - am 16.10.2015 23:09

Verhalten des Tf bei der DB

Am 4.10. beim Pfalzdampf war gegen 17:30 der beschrankte BÜ kurz vor Wachenheim gestört.
Der 628 hat vor dem BÜ gehalten, ist dann mit Schrittgeschwindigkeit bis zur Straßenmitte gefahren und hat danach wieder beschleunigt.

Gilt dieser Ablauf nicht für die OEG bzw. RNV?

von 1-er - am 17.10.2015 08:16

Re: Für was gibt es Andreas-Kreuze?

Zitat
Tw237
Zitat
§ 11(19) EBO
Ein Bahnübergang, dessen technische Sicherung ausgefallen ist, muß - außer bei Hilfszügen nach § 40 Abs.
6 - durch Posten nach Absatz 11 gesichert werden. Ein Zug, der mit dem Triebfahrzeugführer allein besetzt ist,
darf, nachdem er angehalten hat und die Wegebenutzer durch Achtung-Signal gewarnt sind, den Bahnübergang
ohne Sicherung durch Posten befahren.


Du weißt das, ich habe es hier jetzt gelesen, aber ich garantiere Dir: Nächste Woche kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Und ich bezweifle, das die meisten Autofahrer diese (internen) Regeln kennen bzw. diese in irgendeiner Weise je vernommen zu haben. Von daher ist das Andreaskreuz unter dem Strich das, was am Ende zählt: "Achtung! Hier brauchen Tonnen den 4-fachen Bremsweg eines KFZ." Also, ich vergewissere mich, ob nicht doch eine Straßenbahn mal "durchrutschen" könnte (sind ja zuweilen doch Haltestellen dabei). Ob da technische Hilfsmittel dabei sind oder nicht, ist egal. Sie können ja eben erst ausgefallen sein. Kann ja mal vorkommen. Wenn also ein Triebfahrzeugführer einen defekten Bahnübergang nicht anhält (weil der Defekt noch nicht bekannt war), dann darf sich eben jener darüber freuen, das da der Autofahrer mitgedacht hat. Und eben dieses Mitdenken des Autofahrers hat hier einfach gefehlt.

von Joerg Diether - am 17.10.2015 09:47

Re: Für was gibt es Andreas-Kreuze?

Zitat
Joerg Diether
Du weißt das, ich habe es hier jetzt gelesen, aber ich garantiere Dir: Nächste Woche kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Und ich bezweifle, das die meisten Autofahrer diese (internen) Regeln kennen bzw. diese in irgendeiner Weise je vernommen zu haben.


Müssen sie ja auch nicht. Es langt ja, wenn der Tf weiß, was er beim Befahren einer offenen Schranke zu tun hat.


Zitat
Joerg Diether
Wenn also ein Triebfahrzeugführer einen defekten Bahnübergang nicht anhält...


... macht er einen Fehler



Zitat
Joerg Diether
weil der Defekt noch nicht bekannt war



Für solche Fälle gibt es ein Überwachungssignal.

Jetzt können ja mal die Techniker und Pra(c)ktiker hier im Porum darüber aufklären wie möglich/wahrscheinlich es ist, dass ein Überwachungssignal aufleuchtet, die Schranken aber geöffnet sind.


.

von Tw237 - am 17.10.2015 10:04

Re: Für was gibt es Andreas-Kreuze?

Zitat

Für solche Fälle gibt es ein Überwachungssignal.

Jetzt können ja mal die Techniker und Pra(c)ktiker hier im Porum darüber aufklären wie möglich/wahrscheinlich es ist, dass ein Überwachungssignal aufleuchtet, die Schranken aber geöffnet sind.
.


Das gibt es auf der Strecke der ehemaligen Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, heute gemeinhin als "Linie 5" oder manchmal auch als "Straßenbahn" bezeichnet, durchaus häufiger.
Das Überwachungssignal blinkt schon, zeigt also das Signalbild BÜ1, die Schranken sind aber noch nicht geschlossen (im Regelfall ist der Bahnübergang dann aber bereits durch ein rot leuchtendes Lichtsignal gegenüber dem Individualverkehr technisch gesichert).

von Führerbremsventil - am 17.10.2015 10:44

Re: Verhalten des Tf bei der DB

Zitat
1-er
Am 4.10. beim Pfalzdampf war gegen 17:30 der beschrankte BÜ kurz vor Wachenheim gestört.
Der 628 hat vor dem BÜ gehalten, ist dann mit Schrittgeschwindigkeit bis zur Straßenmitte gefahren und hat danach wieder beschleunigt.

Gilt dieser Ablauf nicht für die OEG bzw. RNV?


Das hört sich fast vorbildlich an. Es fehlte aber die Abgabe des Signales Zp1 vor dem Überqueren des Bahnübergangs.
Oder vielleicht gilt das nicht für bundeseigene Eisenbahnen?
In der Fahrdienstvorschrift für nichtbundeseigene Eisenbahnen (FV-NE) ist unter §48, Abs. 2 (früher §44, Abs. 8) dieses Verhalten geregelt.

von Führerbremsventil - am 17.10.2015 10:56

Re: ...und P-Tafeln?

Bei weitem nicht alle technisch nicht gesicherten BÜ sind mit P-Tafeln gesichert, meist nur bei schwer einsehbarem Gelände und/oder "stärker" befahrenen Wegen.
Zudem ruft das Signal Zp1 in jüngerer Zeit vermehrt Anwohnerbeschwerden hervor - sei es auf der RHB, bei der damaligen Reaktivierung der Strecke nach Bergzabern, oder bei den gestörten Leserbriefschreibern aus dem Krebsbachtal.

von Fabegdose - am 17.10.2015 13:52

Re: Verhalten des Tf bei der DB

Wenn der Tf augenscheinlich festgestellt hat, dass mindestens ein Straßensignal rot leuchtet oder gar die Schranken geschlossen sind hat er auf Strecken der Eisenbahn des Bundes richtig gehandelt.

von Daniel Wottringer - am 18.10.2015 06:14

Re: Verhalten des Tf bei der DB

Er wird schon auch das Horn betätigt haben. Nur habe ich darauf nicht geachtet, weil mich zunächst der Grund für den Stopp interesierte und ich zum BÜ Signal getippelt, ob`s dunkel war. Es war. Und die Schranken waren auch oben.

von 1-er - am 18.10.2015 07:53

Re: Verhalten des Tf bei der DB

Auf den NE auch.

von Lokleitung - am 21.10.2015 19:10
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.