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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 2 Jahren, 8 Monaten
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Tw237

DeuLaPa '15 (Teil 1): Bahnen in und um Nordhausen (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 01.11.2015 21:00

nachdem ich wohl vergessen hatte, auf "senden" zu klicken, jetzt auch hier:


Morsche,

nachdem Ende Juli wieder alle Prüfungen gelaufen waren, war es wieder soweit: Die Zeit mit dem DB-Deutschlandpass (kurz: DeuLaPa) begann.

Für 449 Euro lässt sich so einen Monat lang das ganz „bomböös“ ganze Land in der ersten Klasse bereisen.

Da die Berichte wieder bunt gemischt sind mit den Bezügen Straßenbahn, Museumsbahn, Bus, Eisenbahn und Ausland lässt sich das bei DSO nur schwer im Sinne einer kontinuierlichen Forennutzung umsetzen. Daher gehe ich wie im vergangenen Jahr wieder den Kompromiss ein und poste alles im Allgemeinen Forum und verlinke dann in die jeweiligen anderen Foren.


Am ersten Tag traf ich mich mit den Usern OEG96 und Frankfurter(RNLF) zu einer Fahrt gen Osten. Es war ein Tag, an dem das Wetter an sich eher bescheiden war.
Am besten war es noch für Thüringen gemeldet, weshalb wir einen Besuch in Nordhausen forcierten.





Über Kassel gelangten wir mit dem Desir(i)o hier her, wo wir in einen Reichsbahn-Doppeldecker umsteigen konnten.




Mit den kleinen Klappfensterchen sind die Wagen natürlich bis zu Unnutzbarkeit (je nach Wetterlage) entstellt.
Wir nahmen hier in einem „Grenzabteil“ Platz, wo RNLF-Frankfurter und ich Kontakt zu OEG96 halten konnten, der noch einige Tage über den weniger bombööösen 2. Klasse-DeuLaPa verfügte, ehe auch er auf die 1. Klasse umstieg.






Vor dem Bahnhof in Nordhausen wartete schon eine Straßenbahn. Der kleine Betrieb ist sehr gepflegt und setzt soweit wir das überblicken konnten nur niederflurige Fahrzeuge ein.





Combino der zweitern Generation







Eine lange Fahrt macht hungrig. Also suchten wir uns diese eher durchschnittliche Pizzabude mit Strab-Blick zum Speisen heraus.






Direkt davor bot sich dieser Anblick.






Wenn man schon mal in Nordhausen ist sollte man auch den Duo-Combino testen. Bis Ilfeld fuhren wir aufgrund er Unerträglichkeit dieser äußerlich dennoch ansehnlichen Kisten nicht durch, sondern verließen den Wagen schon in Niedersachswerfen zum City-Check. Theoretisch hätte der Bürgermeister an diesem Tag sogar Sprechstunde gehabt, wie wir vor dem Rathaus feststellten.





Aber erstmal zurück zum Duo-Combino: Wer hier einmal mitgefahren ist würde sich sicherlich über eine Umstellung auf Busbetrieb erheblich freuen!
Die Kisten sind schon als Combinos äußerst unangenehm. Durch den großen Dieselmotor bietet der Wagen kaum Sitzplätze, selbst die gut nachgefragten Stehplätze werden knapp. Die einzigen Sitzplätze, auf denen man so einigermaßen sitzen kann sind die in Bogenform angeordneten Längsbänke über den Fahrwerken. Da schlechtes Sitzen nicht genug zu sein scheint, sind meistens noch weite Teile der Fensterscheiben zugeklebt.
Die äußerst mangelhaften und rauen Fahreigenschaften erfahren durch das behäbige Beschleunigen auf eine Vmax von rasanten 30 Km/h eine weitere Abwertung.

DeLaPa-Testurteil: Vollkommener Unsinn. Hier werden eher Fahrgäste vom ÖPNV vergrault als begeistert. Entweder man stellt die Verbindung wieder ein oder man elektrifiziert die Strecke. Auf der Nutzenseite hätte man hier sicher bessere Fahreigenschaften, mehr Sitzplätze, zufriedene Kunden, kürzere Fahrzeiten. Zudem muss man keine gesonderten, teureren und wartungsaufwändigeren Fahrzeuge samt Reserve auf den Hof stellen.


Mal so als stark vereinfachte Beispielrechnung:

Würde man die eingleisige Strecke(ca. 11 Km) billigst elektrifizieren für angenommen 500.000 Euro/km Fahrleitung mit zwei Unterwerken zu je ca. 700.000 Euro ergäben sich bei einem Zinssatz von 3 % und einer Nutzungsdauer von 40 Jahren jährliche Kosten von 296.700 Euro.

Vereinfachend unterstellt dass sich die Unterhaltung der neuen Infrastruktur mit dem zusätzlichen Unterhalt der Duo-Kisten nichts gibt und die Energiekosten einigermaßen gleich sind, zumindest irgendwann in der Zukunft mal.

Den knapp 300.000 Euro stünden dann die oben aufgeführten Nutzen gegenüber, die sich auch finanziell positiv auswirken dürften.

Schätzungsweise dürfte das über eine reine Betrachtung der dann geringeren Kisten-Anschaffungskosten (also ohne Betrachtung von Fahrgastzuwächsen) wenn überhaupt zwar nur knapp ausreichen, doch sollte man sich im klaren sein, dass die derzeitige Lösung in Sachen Sitzplatzanzahl, Reisezeit, Fahrkomfort und Umweltverträglichkeit selbst einem Betrieb mit Solo-Stadtbussen unterlegen ist.

Auch hier gilt eben wieder: Der billigste Nahverkehr ist kein Nahverkehr!








In Niedersachswerfen betraten wir den Hof eines Trödel-Geschäfts. Dort parkten auch diese beiden Busse, die jedoch nicht zum Inventar des Trödlers gehörten. Da die Busse nicht zum Inventar gehörten wurden wir „freundlichst“ gebeten das Gelände wieder zu verlassen.






Um uns das Gegurke mit dem Combino zu sparen fuhren wir mit der DB zurück nach Nordhausen.





Dort scheint diese auf 1000 mm-Normalspur umgebaute V100 auf bessere Zeiten zu warten.




Ein Combino verlässt Nordhausen Hbf. Richtung Ilfeld





Auf der anderen Seite des Bahnhofes steht noch eine „originale“ V100





Zum Abschluss unseres Besuches gönnten wir uns in der Fußgängerzone noch ein Eis mit Straßenbahnblick. Auch wenn es auf dem Foto nicht so wirklich gut rüber kommt: Die Portionen sind gigantisch groß. Für ein Spaghettieis dieser Qualität würde ich in Mannheim sicher auch 2-3 Euro mehr zahlen und hätte nur gut ein Viertel der Menge.

Also was lernen wir aus diesem Bericht?

1. Duo-Combino taugt nix
2. Unbedingt in Nordhausen Eis essen gehen.





Nach so viel Eis braucht es auch noch was „Richtiges“. Das gab es im Speisewagen auf der Rückfahrt.
Mit diesem Foto beende ich den Bericht für heute und verweise auf DeuLaPa Teil 2!


Alla hopp

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