DeuLaPa '15 (Teil 2): Der Regierungsbunker im Eisenbahntunnel (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 03.11.2015 14:33

Morsche,

der heutige Bericht hat auf den ersten Blick gar nicht so viel mit der Bahn zu tun. Aber eben nur auf den ersten Blick…


Ziel war der Atomschutz-Regierungsbunker der Westdeutschen Regierung, der in den 60ern gebaut und 1997 geschlossen wurde.




Die Anreise erfolgte über Bonn, wo ich glücklich war noch einen schönen B-Wagen zu sehen, welcher noch nicht irgendwie entstellt wurde.

Die Bonner Straßenbahn ist so eine Sache…
Schöne Fahrzeuge (noch), aber alles total versifft. Schöne Stadt, jedenfalls m.E. etwas schöner als Köln, aber von der Bahn nicht besonders gut erschlossen. Schade finde ich nur das Kriechtempo, das man auf den teilweise sehr gut ausgebauten Strecken zurücklegt.

Hier an der Stadthalle verließen wir die Bahn, als folgende Durchsage des Fahrers ertönte: „Vor mir ist ne 66, vor der 66 ist noch ne 66. Bis wir am Bahnhof sind dauert das locker 15 Minuten. Gut gemeinter Tipp von mir: Steigen Sie hier aus und gehen Sie zu Fuß.“

Hier zeigt sich mal wieder die „Überlegenheit“ der U-Stadtbahn.




Mit der MRB gelangten wir nach Remagen. Die 1. Klasse steht der 2. in Sachen „Komfort“ in nichts nach.





In Remagen erfolgte der Umstieg auf den bedeutend angenehmeren LINT der DB.









Vom HP Ahrweiler Markt aus ist der Bunker fußläufig zu erreichen. Hier der Eingang.

Im 1. Weltkrieg baute man zwischen dem Ruhrgebiet und der französischen Grenze eine „strategische Eisenbahn“, was so viel heißen sollte wie „möglichst schnell viele Kanonen zum Fronzos an die Grenze schaffen“.

Als der Fronzos den Krieg gewann, wollte er dass diese Bahn nicht fertig gebaut wird, also lag sie über Jahrzehnte brach. Bei Ahrweiler gab es dabei schon zwei Tunnels und eine angefangene Brücke.


Ab 1960 wurden beide Tunnels Verbunden und darin mit einigen Seitenstollen ein Bunkerbauwerk mit einer Ganglänge von ca. 17 Km angelegt.
Ausgelegt war es laut der Führerin darauf einer Atombombe des „Topsellers“ „Hiroshima“. Da es zu diesem Zeitpunkt bereits erheblich stärkere Atomwaffen gab wurde kurzerhand beschlossen, dass der Russe mit diesen einfach nicht angreift. :-P

Als in den 90ern der Russe wieder gut war, begann man ab 1997 mit dem Rückbau der Bunkeranlagen bis aus einen kleinen Abschnitt, der heute als Museum dient.

Hier ein Rundgang:





Hier kann die Strahlung „abgeduscht“ werden. Hinten mit dem Scheibenwischer das Fenster für den Aufpasser, der Acht darauf hatte, dass sich die Neuankömmlinge auch in den Ritzen waschen….









Viele RNLF-Nutzer kennen diese gestalt aus einem in Rhein-Neckar-Kreisen weithin bekannten Bild aus dem sog. „blauen Katalog“.





Wagen 12 wäre VBLu-Kompaibel gewesen.






Blick den Gang entlang. Hier lässt sich die Wölbung des Eisenbahntunnels erkennen.





Besprechungszimmer des Bundespräsidenten.






Schlafzimmer des Bundeskanzlers.






Nach bereits 250 m beginnt der alte inzwischen wieder entkerne Eisenbahntunnel.






Schlafzimmer





Zweijährlich wurde im Bunker 3.Weltkrieg gespielt. Dafür gab es dann auch Filmvorführungen.




Mit dem Regioverkehr gelangten wir von Ahrweiler weiter nach Köln.





Erheblich besser als die MRB.





Bevor es auf die Heimreise ging, stärkten wir uns in der Kölner DB-Lounge noch etwas.


Damit endet auch dieser Bericht für heute.

Alla hopp

Antworten:

Die Lampe in der Besprechungsecke ist ja megageil. Voll Retro...

Und die Filmliste erst. Wobei "War Games" zum Bunkerspiel passt wie der Arsch auf den Eimer.

von Sandhase - am 04.11.2015 06:54
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