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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Tw237, bassemohluff, bmstrab, Lokleitung, Heidelberger Straßenbahner, Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., Führerbremsventil, Stef BRN, Joerg Diether

Park&Ride in Mannheim

Startbeitrag von bassemohluff am 24.12.2015 11:00

Alle Jahre wieder gibt es in Mannheim an den Advents-Samstagen das Angebot eines kostenlosen Park&Ride-Verkehrs mit der Straßenbahn vom Technoseum zum Paradeplatz.
Eine gute Idee: so kommt man ohne Parkplatzsuche und Stau in die Innenstadt, und Gewohnheits-Autofahrer können den ÖPNV kennenlernen.

An der Haltestelle Technoseum/Luisenpark erhält jeder seinen Freifahrschein für Hin- und Rückfahrt - schlecht nur, wenn man von der falschen Seite zur Haltestelle kommt. Bei den Freifahrscheinen handelt es sich um eine Art Ansichtskarte, die allerdings kaum Informationen enthält: weder die Fahrtstrecke noch die Abfahrtzeiten für die Rückfahrt sind aufgedruckt.

Die Abfahrt der Straßenbahnen ab der Haltestelle Technoseum erfolgt im Stolpertakt zu den Minuten 07 (P&R), 14 (Li.6), 27, 34, 47, 54 usw . Ärgerlich ist es (aus dem warmen Auto kommend), wenn einem eine Bahn gerade vor der Nase losgefahren ist und man auf die nächste Bahn frierend warten muss, die in der Stadion-Wendeschleife steht und erst kurz vor der Abfahrtzeit in die Haltestelle fährt. Bei den diesjährigen Adventstemperaturen war das allerdings kaum ein Problem, aber ein paar Sitzgelegenheiten mehr an der Haltestelle wären trotzdem nicht schlecht.

Wenn man dann in der Bahn sitzt und Richtung Innenstadt fährt, steigen in der Seckenheimer Straße auch in die P&R-Bahnen viele zahlende Fahrgäste ein. Am Wasserturm gibt es (für sie) dann die Überraschung, dass die Bahn nicht wie gewohnt in die Planken abbiegt, sondern (ohne Ansage) zum Friedrichsring weiterfährt. An der Haltestelle Rosengarten verlassen dann einige fluchtartig die Bahn.

Am Nationaltheater vorbei geht es dann über den Kurpfalzkreisel zur Haltestelle Abendakademie.
Früher, als diese Haltestelle noch Neckartor hieß, war das ein beliebter Ausstieg; jetzt, wo Karstadt, Prinz und das MVV-Kundenzentrum verschwunden sind, hat die Haltestelle für den P&R-Verkehr stark an Reiz verloren.

Wenn man dann einige Zeit in der Stadt verbracht hat, geht es an die Rückfahrt.
Da ist der Stolpertakt dann noch ausgeprägter als bei der Hinfahrt.
Ab Paradeplatz fahren die Bahnen der Linie 6 (bis ca 16 Uhr) zu den Minuten 02, 22, 42,
die P&R-Bahnen folgen im Sichtabstand zu den Minuten 05, 25, 45.
Die Bahnen der Linie 6 sind nicht nur voll und bisweilen verspätet, die P&R-Bahnen fahren oft fast leer hinterher.

Aber schuld daran sind nicht die Fahrplanmacher sondern die Schieneninfrastruktur in der Mannheimer Innenstadt.
Im Innenstadtbereich gibt es keine Wende- und Wartemöglichkeit mehr;
früher gab es wenigstens noch die Schleife auf dem Alten Messplatz an der Alten Feuerwache.
So lässt sich leider kein kundenfreundlicher Fahrplan mit einem angenäherten 10-Min-Takt in beiden Richtungen erstellen.
Das macht die Idee des Park&Ride-Verkehrs leider unattraktiv - so lassen sich wohl kaum neue Kunden gewinnen.

Doch was könnte man tun?

Die RNV bräuchte eigentlich im Bereich der Innenstadt eine Wende- und Wartemöglichkeit für ihre Straßenbahnen.

Wie könnte diese aussehen ?

Zum Beispiel eine Wendeschleife um den Paradeplatz :


Damit könnten nicht nur die Park&Ride-Züge am Paradeplatz wenden (und bei Bedarf in der Schleife warten).
Auch bei Betriebsstörungen könnte man flexibler reagieren.
Die Fahrten, die bisher vom Mannheimer Hauptbahnhof aus über die Möhlstraße wenden,
könnten hierher fahren statt durch die Schwetzingerstadt usw. usw.

Jetzt werden viele denken „das gab's noch nie“, „das geht nicht“, „das braucht man nicht“.

Meines Erachtens wäre eine derartige Wendemöglichkeit im Zentrum der Stadt für einen flexiblen Straßenbahnbetrieb sinnvoll. Und wenn man nur will, geht vieles auch – man muss nur einen genügend langen Atem haben.

Antworten:

Re: Park&Ride in Mannheim

Sinn würde eine Schleife auf dem Paradeplatz bestimmt machen. Aber wie willst du das städtebaulich umsetzen?

Die von dir skizzierte Lösung würde über die Kunststraße führen, auf der sich dauerhaft der MIV staut und vor der Post besteht schon außerhalb der Adventstage reger Fußgängerverkehr. Und die Grünanlagen auf dem Paradeplatz würde ich auch nicht missen wollen.
Eine Schleife um D1 wäre sicher unproblematischer, wenn auch nicht einfach.

Im von dir beschriebenen Fall wäre es vielleicht die einfachste Lösung die Bahnen in die Planken abbiegen und dann über Breite Straße und Friedrichsring wenden zu lassen. Das würde zumindest das fluchtartige Verlassen am Rosengarten verhindern.

Wenn man wirklich in beiden Richtungen über die Planken möchte, könnte man auch immer noch an der Rheinstraße dreiecken. Für einige wenige Tage im Jahr wäre das eine akzeptable Lösung. Früher wurde das ja planmäßig gemacht.

von Tw237 - am 24.12.2015 11:49

Re: Park&Ride in Mannheim

Die Gleisverbindung vom Schloß zum Rathaus sollte aber bleiben, sonst bringt die Wendeschleife aus der Richtung Rathaus nichts.

von Joerg Diether - am 25.12.2015 07:55

Re: Park&Ride in Mannheim -Dreiecken Rheinstraße?

Warum ist dreiecken an der Rheinstrasse verschwunden?
Angst vor Entgleisungen? Problem mit dem Block auf der Kurt-Schuhmacher.Brücke?
Danke
Frohe Weihnacht

von bmstrab - am 25.12.2015 17:38

P+R - Dreiecken Rheinstraße

In der Zeit, wo sowas dort planmäßig mit der Linie 12 gemacht wurde, gab es stets einen Rangierhelfer vor Ort, der die elektrischen Weichen mittels Stelleisen umstellte und der die Rückwärtsfahrt ausführte.
Außerdem passten die damals eingesetzten Sechsachser vorn und hinten profilfrei in alle Schenkel des Gleisdreiecks, was mit den GTN nur sehr bedingt der Fall ist; die RNV6 sind zu lang und passen überhaupt nicht.

Eine Paradeplatznahe Wendemöglichkeit wäre schon sinnvoll, wenn auch in der vorgeschlagenen Form sicher nicht durchsetzbar. Den Ausbau der Paradeplatzkreuzung mit zwei weiteren Bögen auf der Platzseite oder auf der "Hertieseite" oder gar zur Grand Union hätte auch schon extrem viele Umleitungsverkehre vereinfacht. Abseits davon wäre ein Ausbau des Kurpfalzkreisels zur Grand Union schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Und da wären wir beim Hauptproblem: in Zeiten, in denen man ernsthaft über die Herausnahme der Strab aus den Planken diskutiert (noch dazu initiiert von den Leuten, die den größten Nutzen aus der Strab ziehen) - wer macht denn da noch Geld locker für eine Maßnahme, die die "Bewegungsfreiheit" in der Fußgängerzone zusätzlich einschränkt und deren Nutzen sich nur dann zeigt, wenn Betriebsstörungen, Sonderverkehre oder Umleitungen nötig sind?
Es geht doch auch ohne.

Letztlich ist der P+R-Verkehr aber eine Sache, die von der Stadt beauftragt und bezahlt wird.
Und in den Zeiten knapper Mittel hat man wohl schon mehrfach erwogen, dieses Zuschussgeschäft komplett einzustellen.
Wie man hört war die Entscheidung für den P+R-Verkehr in diesem Jahr deshalb auch extrem kurzfristig gefallen.

von Lokleitung - am 25.12.2015 19:29

Re: Wendeschleife Paradeplatz

Nach meiner Vorstellung wäre die Kunststraße nicht betroffen.

Die Gleise müssten direkt entlang des Paradeplatzes verlaufen,
etwa so :


Da wären hauptsächlich ein paar Sauf- und Fressbuden im Weg !

Dass das derzeit nicht durchsetzbar ist, ist klar.
Aber man kann ja 'mal weiter in die Zukunft denken ! ! !

von bassemohluff - am 27.12.2015 10:40

Re: P+R - Dreiecken Rheinstraße

Zitat

Letztlich ist der P+R-Verkehr aber eine Sache, die von der Stadt beauftragt und bezahlt wird.
Und in den Zeiten knapper Mittel hat man wohl schon mehrfach erwogen, dieses Zuschussgeschäft komplett einzustellen.
Wie man hört war die Entscheidung für den P+R-Verkehr in diesem Jahr deshalb auch extrem kurzfristig gefallen.


Auch wenn die Mittel knapp sind, sollte es doch im Interesse der Stadt sein, wenigstens ein paar Autofahrer aus der verstopften Innenstadt herauszuhalten,
sollte man jedenfalls denken.


Gruß
Stefan
KBS 700

von Stef BRN - am 27.12.2015 23:25

Re: Wendeschleife Paradeplatz

Würde man ausschließlich mit Zweirichtern fahren, könnte man sich die Überlegungen zu solchen Wendeschleifen völlig sparen. Dann müßte man nur über zwei Weichen nachdenken...

von Führerbremsventil - am 28.12.2015 15:44

Zweirichtungswägen - Gleiswechsel in Mannheim?

Zumindest für geplante Umleitungen und Sonderverkehre wie P&R ergäben sich mit mehr Zweirichtungswägen mehr Möglichkeiten.
Nur wo wären diese Gleiswechsel sinnvoll?
Wer sich die Gleispläne vor 1945 ansieht, findet sehr viele Gleiswechsel.

Rheinstrasse Eingang Tunnelstrecke

von bmstrab - am 28.12.2015 18:10

Re: P+R - Dreiecken Rheinstraße

Hat jemand Daten über die Inanspruchnahme dieses Services?

von Tw237 - am 28.12.2015 22:14

Re: Wendeschleife Paradeplatz

Ich bin ein Freund von Einrichtern. Schon alleine, weil man da mehr Sitzplätze in Fahrtrichtung hat.

Die Vorteile durch den Zweirichtungsbetrieb erscheinen mir auch nur eher theoretischer Natur.
Heidelberg als Teil des RNV-Betriebes ist da ein gutes Beispiel:

- Endhaltestelle Bismarckplatz krankt seit Aufgabe der Schleife an mangelnder Kapazität

- Flexibilität gewährende Gleiswechsel wie in der Brückenstraße werden auf Anwohnerwunsch zugeschweißt, weils offenbar zu laut poltert

- Auf der Kirchheimer Strecke kann man an den eingleisigen Stellen (so meine ich berichtete es mir User LL) auch nicht wenden, weil es die Signalanlage verschaltet

- Am Gleiswechsel Hbf. könnte man wenden. Jedoch auch nicht wirklich spontan, weil man ja erst mal jemanden braucht, der aufpasst, dass keiner in die Haltestelle einfährt


Letzteres würde sicher auch einen Gleiswechsel am Paradeplatz treffen.



Für die Zukunft würde es mir eher gefallen, wenn man auf lange Sicht auf Einrichtungsbetrieb setzt und sich nur für Sonderfälle einige Zweirichter vorhält.

von Tw237 - am 28.12.2015 22:25

Re: Park&Ride in Mannheim

Schleife auf dem B.Latz: Wo wäre die heute -realistisch!- vorstellbar?
Gleiswechsel Brückenstraße: Wenn eine Situation einträte, die die Benutzung dieses Gleiswechsels nötig machen würde, dann wäre dieser schon längst im aus der obigen Situation resultierenden Verkehrschaos erstickt bzw. zugestellt. Stelle Dir mal den "Worst Case" vor, z.b. ein OEG-Zugverband muß Richtung B-Latz zurückfahren... Persönlich halte ich den Gleiswechsel dort für vollumfänglich sinnfrei.

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 29.12.2015 10:50

Zweirichter...

Zitat
237
- Flexibilität gewährende Gleiswechsel wie in der Brückenstraße werden auf Anwohnerwunsch zugeschweißt, weils offenbar zu laut poltert
- Auf der Kirchheimer Strecke kann man an den eingleisigen Stellen (so meine ich berichtete es mir User LL) auch nicht wenden, weil es die Signalanlage verschaltet
- Am Gleiswechsel Hbf. könnte man wenden. Jedoch auch nicht wirklich spontan, weil man ja erst mal jemanden braucht, der aufpasst, dass keiner in die Haltestelle einfährt


Diese drei Punkte sind ja nicht symptomatisch für den Betrieb mit Zweirichtungswagen an sich, sondern eher für die Stadt Heidelberg.
Wobei ich mir zugeschweißte Wendemöglichkeiten auch woanders vorstellen könnte, wenn nur irgendwelche möglichst "einflussreichen" Leute laut genug motzen.
Und auch der Gleiswechsel mitten in der Haltestelle Hauptbahnhof kann natürlich nur eine Notlösung sein.
Es kommt immer drauf an, welche Funktionalitäten man fordert, und was man dann kauft und einbaut.
Und es gibt im Heidelberger Netz auch eine eingleisige Stelle, in die man beim Wenden signalisiert ein- und ausfahren kann, ohne irgendwas zu verschalten (Leimen Zementwerk).

von Lokleitung - am 29.12.2015 10:52

Re: Park&Ride in Mannheim

Nur so als Anmerkung: Zweirichtungsfahrzeuge (sehr sinnvoll) und Wendeschleifen schliesen sich ja gegenseitig nicht aus --> siehe Freiburg

Salü Erhard

von Heidelberger Straßenbahner - am 29.12.2015 13:23
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