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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Eisdebahn, Lokleitung

Vor 25 Jahren - Mit dem KFZ durch Reichsbahnland (5) Zittau, 26 Bilder

Startbeitrag von Lokleitung am 14.04.2016 19:22

Hallo und herzlich willkommen beim fünften Teil meines Reiseberichts "Mit dem KFZ durch Reichsbahnland".

Die übrigen Teile findet ihr hier:
1 Jüterbog, Potsdam (9.4.1991 vormittags)
2 Brandenburg, Müncheberg (9.4.1991 nachmittags)
3 Oschatz - Mügeln (10.4.1991, vormittags)
4 Elbtal (10.04.1991, nachmittags)
5 Zittau (11.04.1991, vormittags)

Eigentlich wollte ich diesen Teil ja schon gestern veröffentlichen, aber die Zeit hat mir leider nicht ausgereicht - so ganz nebenbei mache ich ja auch noch andere Dinge, als Reiseberichte zu verfassen und hier zu veröffentlichen .


Zum Ende des vierten Teils war ich in Krippen, im Elbtal. Noch in der Nacht machte ich mich auf den Weg ins Zittauer Gebirge, ins Dreiländereck zwischen Deutschland, der CSFR und Polen. Wiederum erfolgte die Übernachtung auf einem Parkplatz, und dieses Mal wurde es nachts richtig kalt, es war ja noch April. Aber zur Wärmedämmung des Fußbodens meines Autos hatte ich ein paar Styrodurplatten dabei...



DONNERSTAG, 11. APRIL 1991, vormittags


01
Das erste Bild des Tages entstand in Bertsdorf, an der Schmalspurbahn von Zittau nach Oybin und Jonsdorf. 99 1757 zieht ihren Personenzug in Richtung Zittau.



02
Da offenbar auf der Schmalspur erstmal nichts mehr zu erwarten war, fuhr ich nach Zittau und ein wenig darüber hinaus. Die beiden folgenden Bilder sind mit "bei Mittelherwigsdorf" beschriftet. Zuerst kam die im Sparstreifenlook lackierte 118 722 des Bw Zittau. Im morgendlichen Sonnenlicht fallen ihre zahlreichen Lackflecken richtig auf, und nicht zuletzt deshalb ist es für mich das Starbild dieses Morgens. Die Lok hat die Umzeichnung zur Baureihe 228 wohl nur noch auf dem Papier erlebt, denn sie wurde schon Mitte Dezember 1991 z-gestellt und im Jahr darauf ausgemustert und verschrottet:



03
In der Gegenrichtung überraschte mich eine unerkannt gebliebene 112:



04
Zurück zur Schmalspur. Ich fuhr so weit hinaus, wie es mir der Fahrplan erlaubte. 99 1759 habe ich bei Kurort Oybin Niederdorf erwischt, im Zug befanden sich noch unmodernisierte Personenwagen:



05
Der Bahnübergang war durch die Übersicht gesichert:



06
Im Bahnhof des Kurortes Oybin beobachtete ich die Lok beim Umsetzen und war mir damals sicher, dass diese Strecke die längste Zeit bestanden hat:



07
Niemals hätte ich auch nur im Traum daran gedacht, dass auch 25 Jahre später hier noch Dampfzüge fahren. Aber das ist auch gut so, sonst hätte ich diese Bilder sicher nicht gemacht und wäre irgendwoanders hingefahren:



08
Auf der Rückfahrt, bei Teufelsmühle, mit dem Burgkloster aus dem 14. Jahrhundert im Hintergrund:



09
Nachschuss auf dem Bahnübergang:



10
Ich machte mich auf an den Jonsdorfer Streckenast und erwischte 99 1750 in Kurort Jonsdorf Hst. Die Lok steht heute, zusammen mit einem Personenwagen, als Denkmal in Großschönau:



11
In diesem Zug haben die Wagen die üblichen DR-Klappfenster:



12
Ich fuhr wieder in Richtung Zittau, und hatte bei Olbersdorf Niederdorf den Zug mit 99 1759 und ihren Altbauwagen wieder eingeholt:



13
Nächster Anlaufpunkt war der Bahnhof Zittau Vorstadt, rechtzeitig, um die schon von morgens bekannte 99 1757 einfahren zu sehen:



14
Nebenan wurde (in einer Eisengießerei, wenn mich meine Erinnerungen nicht trügen) noch fleißig gearbeitet. Ich habe es immer bewundert, wie man es in der DDR verstanden hat, Qualm und Rauch in den unterschiedlichsten Farben und Duftnoten zu produzieren



15
Auch der Bahnhof Zittau Vorstadt gab ein besonderes Idyll ab. Der Hydrant im Vordergrund trug noch die Inschrift "Bopp & Reuther Mannheim" und stammte mit Sicherheit aus den ersten Jahren der Schmalspurbahn:



16
Das sollte mein letztes Bild von der Schmalspurbahn gewesen sein. Die nächste Lücke im Fahrplan erschien mir zu groß, um auf weitere Züge zu warten, und so suchte ich anschließend den Bahnhof Zittau auf. Als erstes begegnete mir dort die optisch hervorragende 753 190 der CSD:



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Zu den Zügen, die in die Tschechoslowakei fuhren, musste man durch eine Grenzkontrolle; sie fuhren auf einem ansonsten abgesperrten Bahnsteig ab. Und so habe ich von den dort eingesetzten CSD-Triebwagen leider keine Bilder. Aber ebenfalls in optisch tollem Zustand war die war die als "Reinhold 14" eingesetzte 106 858. Sie hatte erst gut einen Monat zuvor, am 5. März 1991, in Chemnitz eine Hauptuntersuchung erhalten und blieb bis Ende 1998 im DB-Bestand:



18
Nebenan stand die 52 8160 unter Dampf - vermutlich zu Heizzwecken. Die Lok befindet sich heute unter ihrer alten Nummer 52 532 in den Niederlanden bei der Zuid Limburgse Stoomtrein Maatschappij:



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Ebenso gut wie "Reinhold 14" sah auch "Reinhold 13" aka. 105 069 aus:



20
Aus der Gegenlichtrichtung kam die 118 734 des Bw Görlitz mit ihrem Kohlezug, sie sollte mir nicht zum letzten Mal an diesem Tag begegnen:



21
118 748 fährt ein, mit einem Zug, den ich entweder als E 981 Dresden - Zittau oder als E 681 Berlin - Zittau identifizieren würde. Die Lok war auch nach ihrer DR- und DB-Zeit noch betriebsfähig und diente bis zu ihrem Fristablauf im April 2015 der MEG als Lok 206. Sie hatte dazu sogar noch die NVR-Nummer 92 80 1228 748-0 D-MEG erhalten. Mittlerweile wurde sie an die Dampflokfreunde Salzwedel weitergegeben:



22
Ein Blick auf den ausfahrenden Kohlezug mit 118 734 offenbart auch, dass das Bw Zittau damals noch eine echte 118-Hochburg war. 120er und 132er durften, wegen der höheren Achslast, damals nicht nach Zittau eingesetzt werden, und auf die 119er waren wohl die Lokführer noch nicht eingewiesen. Neben 118 762 zeigt sich auch die 52 8012. Und im Hintergrund gibts einen Schmalspurwagen auf Regelspurwagen verladen:



23
Aber es gab auch abgestellte 118er - dieses Exemplar hat sich durch das Abnehmen aller Schilder geschickt getarnt, sodass sie für mich bis heute unerkannt geblieben ist:



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Neben den 118ern waren natürlich auch die V100, aber in deutlich geringerer Anzahl, hier eingesetzt. Neben einer Reihe abgestellter und schon massiv vom Vandalismus gezeichneter Rekowagen nähert sich 112 563. Diese Lok hat überlebt, sie gehört heute, in wasserblauer Farbgebung, als 92 80 1202 563-3 D-DB dem Dampflokwerk Mainingen:



25
Ein Blick auf das "andere Ende" des Bw Zittau. Da musste ich einfach den Bahndamm erklimmen, hatte ich mit 118 260 eine der wenigen 118er entdeckt, die noch mit ihrem ursprünglichen Motor unterwegs waren. Sie sollte nur noch vier Betriebsmonate vor sich haben und wurde nicht mehr zur 228 umgezeichnet, sondern schon im Februar 1992 zerlegt:



26
Ich wollte nun wieder Richtung Bautzen zurückfahren. Unterwegs durchquerte ich ein kleines Örtchen, dessen Ortsschild mit "Ninive" beschriftet war. Nun bin ich zwar kein besonders Bibelfester Mensch, fand den Namen aber doch so auffällig, dass ich hier gerne ein Bild machen wollte. Glücklicherweise führte dort auch eine Brücke über eine eingleisige Bahnstrecke, und ich wartete einfach mal, ob denn etwas käme. Es kam etwas, nämlich der schon in Zittau aufgenommene Kohlezug mit 118 734. Und damit habe ich völlig zufällig ein Bild auf der mittlerweile stillgelegten Strecke Zittau - Oberoderwitz - Herrnhut - Löbau gemacht:



Hier endet der fünfte Teil dieses Reiseberichts. Morgen oder übermorgen gibt es Teil 6, mit Bildern vom Nachmittag des 11. April 1991.

Antworten:

Zitat
Lokleitung

16
Das sollte mein letztes Bild von der Schmalspurbahn gewesen sein. Die nächste Lücke im Fahrplan erschien mir zu groß, um auf weitere Züge zu warten, und so suchte ich anschließend den Bahnhof Zittau auf. Als erstes begegnete mir dort die optisch hervorragende 753 190 der CSD:


...hier kamen die "Minions" auf der Suche nach Ihrem Meister also auch vorbei...

rotfl

Super Berichte! Danke!

von Eisdebahn - am 15.04.2016 11:51
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