Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
Nahverkehr Rhein-Neckar
Beiträge im Thema:
4
Erster Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 1 Jahr, 3 Monaten
Beteiligte Autoren:
Dieter Mosbach, Der Regenleisten 0 305, Blumenstraße, Tw237

Eventbesuch zur Streckenreaktivierung in Nordhessen (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 27.04.2016 07:29

Morsche,


Am 13.9.15 standen gleich zwei Events an. Zum einen der O-Bus-Geburtstag in Eberswalde und zum anderen die Reaktivierung der Bahnstrecke Frankenberg. Korbach in Nordhessen. Da sich letzteres von Mannheim aus günstiger (GH) als Tagesausflug realisieren ließ, beschlossen User Hummelchen und ich diesen Event vorzuziehen.



Zu unserer Fahrt nutzten wir ein Hessenticket, welches man in Mannheim zwar nicht am DB-Automat im Bahnhof, jedoch am RNV-Automat an der Straßenbahnhaltestelle davor erwerben kann.


Bei einem Zwischenstopp in der Frankfurter DB-Lounge nutzte ich erfreut das seit langem andauernde Provisorium der Pappbecher und füllte mir einen Tee für die Weiterfahrt ab. Leider bemerkte ich erst nachdem ich den Becher fast randvoll hatte, dass es keine Abdeckungen dazu gab.
So wurde der Gang zum Zug zum Balanceakt. Oder zumindest bis zum Stand einer Bäckerei auf halbem Wege, die passende Abdeckungen ausliegen hatte.




In Marburg erfolgte der Umstieg auf diesen schönen V100-bespannten Zug.





In einem der vierachsigen Umbauwagen nahmen wir Platz. Kurz später war die Kiste jedoch bereits ebenso randvoll wie mein Tee in Frankfurt, den ich zwischenzeitlich jedoch schon getrunken hatte.





Zugkreuzung mit DaLo






Blick aus dem Fenster auf die liebliche Landschaft Nordhessens mit einem Fotofuzzi und einer schönen Kurve um einen Baum herum. Eine Ansicht, wie man sie auf Modellbahnanlagen nicht schöner findet.





In Frankenberg angekommen standen zahlreiche historische Bahnen und Busse ausgestellt. Hier ein alter Bundesbahn O305G, dahinter ein O305 aus Göttingen.





Blick von oben auf den neu gestalteten Bahnhofsplatz mit Busbahnhof.






Ein Schmuckstück ist dieser O307 der DB. Er war einst von Ludwigshafen aus eingesetzt. Also ein richtiges Rhein-Neckar-Fahrzeug. Die neuartige Anzeige wirkt gewöhnungsbedürftig, war dort aber immer schon verbaut.





Blick in den Innenraum.





Vom DB-Museum Koblenz waren einige Fahrzeuge ausgestellt, unter anderem 111 001




E 10 348 war auch vor Ort. Mit den Schürzen untenrum sieht die Lok einfach nur gut aus. Mit den Pufferverkleidungen wäre das Bild perfekt.





Mit DiLo 65 und drei Umbauwagen konnte man eine Strecke befahren, die im Personenverkehr normalerweise nicht mehr bedient wird. Aber auch interessant zu sehen, dass es tatsächlich noch Nebenbahnen hat, auf denen sich der Güterverkehr halten konnte.
Ein weiteres interessantes Detail ist der einzelne dreiachsige Umbauwagen am Ende des Zuges, kamen diese die meiste Zeit doch eigentlich nur paarweise zum Einsatz.





Mit DaLo 52 und einem Zug der Historischen Eisenbahn Frankfurt reisten noch zwei bekannte User an.
Wir sind in Frankfurt etwa zeitgleich abgefahren, waren aber eine Stunde eher da.





Ein besonders schönes Exemplar ist dieser MAN-Standard 1-Bus. Was mich allerdings verwunderte, dass das Baujahr mit 1989 angegeben wurde. Dabei ging ich davon aus, dass zu dieser Zeit die Busse schon digitale Anzeigen hatten und himbeerrot lackiert waren. Also irgendwas scheint da nicht zu stimmen. Die Beschreibung oder der Bus?






Aus Marburg sehen wir hier DiLo Lolo eintreffen.


Anschließend suchten wir eine der zahlreichen Dönerbuden in Bahnhofsnähe auf. Mit einem äußerst bekömmlichen Falaffel konnte ich den typischen Bahnhofsfest- und TdoT-Fraß umgehen.





Anschließend gönnten wir uns eine Fahrt im Umbauwagen erster Klasse nach Allendorf, wo der Personenverkehr seit 1967 so im Wesentlichen ruht.







Umsetzen der Lok am Endbahnhof.







Zurück in Frankenberg wollten wir nun unsere Fahrt auf der frisch reaktivierten Strecke antreten. Diese wurde im Stundentakt bedient. Zusätzlich fuhren die historischen Busse parallel ebenfalls im Stundentakt.

Doch an diesem Tag war alles aus dem Ruder gelaufen. Scheinbar wollten alle, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht die Möglichkeit hatten hier zu fahren dies an dem einen Tag nachholen. Und das trotz des total besch… Wetters.
Unser Zug war 45 Minuten zu spät und dermaßen Überfüllt, dass ein Großteil der Leute am Bahnhof stehen bleiben musste.

Im ersten Moment ist das natürlich sehr ärgerlich, aber auf der anderen Seite zeigt es doch, welch ein Interesse solche Veranstaltungen auf sich ziehen.

Das ist – sofern die Züge einigermaßen pünktlich sind – nicht nur eine gute Werbung für den ÖPNV sondern auch praktizierte Wirtschaftsförderung.
Ich würde mal vermuten, dass die Dönerbude am Bahnhof an diesem Wochenende so viel Umsatz gemacht hat wie sonst im ganzen Jahr.


Wir haben jedenfalls in Herzberg den SchieBu wieder verlassen in der Hoffnung, dass man im Bus noch einen Platz ergattern kann.

Nun standen wir da. Es regnete in Strömen und nebenan war ein Fest aufgebaut, wo eine Cover-Band Lieder von der Münchner Freiheit, Herbert Grönemeyer und den Scorpions sang.
Was soll ich sagen…. Das Wetter war besser als die Musik.






In die Gegenrichtung kam ein Bus. In unsere Richtung war er lange überfällig.






Als wir uns schon wieder auf den Weg zum Bahnhof machen wollten, kam dann endlich einer….





Doch Zustiegswünsche waren zwecklos….
Die Kiste war voll.
Handyempfang gab es dort auch nicht.

So in etwa stelle ich mir vor, dass es früher zu „Bundesbahnzeiten“ gewesen sein muss. Man steht ohne irgendeine Chance auf Infortmation irgendwo am Straßenrand und wartet Ewigkeiten in der Hoffnung, dass ein Bus kommt…

Für mich als Kind der Stadt ein Kulturschock, wenn man es gewohnt ist auf die DFI zu sehen uns zu denken „Mist, die Straßenbahn kommt erst in 5 Minuten…- geh ich zu Fuß.“







Nach einer weiteren Weile kam dann der Göttinger O305, der uns eine äußerst angenehme Fahrt nach Korbach bereitete.





Als wir in Korbach ankamen, war man gerade dabei das Bahnhofsfest wieder abzubauen. Da es also nicht mehr viel zu sehen gab, stiegen wir in diesen Zug mit DaLo 78, der jedoch schon in Frankenberg enden sollte.





Im Inneren wurde für löbliche Produkte geworben.







Blick in den Innenraum. Wir nahmen in einer dieser Sitznischen Platz. In der Sitznische gegenüber saß eine Junge Familie mit einer sichtlich genervten Mutter und zwei 4-7 Jahre alten Kindern. Ein Bu und ein Mädel. Die Eltern hatten sichtlich ihre Schwierigkeiten damit die beiden davon abzuhalten sich fortwährend Zungenküsse zu geben.
Wahrscheinlich eine Reihe künftiger Incest-Enkel vor Augen konnte man die Eltern bei ihren panischen Hinderungsversuchen beobachten :-)





In Frankenberg angekommen hatten wir noch über eine Stunde um auf unseren Anschlusszug umzusteigen.
Diese Zeit nutzten wir mit einer Pizza.
Da es keine Richtige Pizzabude gab sondern die Pizza nur als Teilgeschäft der Dönerbude nahe dem Bahnhof, beschlossen wir diese dort einzunehmen. Schließlich konnte diese Bude am Mittag überzeugen.
Leider stellte sich die Pizza als weniger empfehlenswert heraus.
Da wir anschließend noch immer eine Menge Zeit hatten, machten wir noch einen kleinen Frankenberg-Check.
Man hat durchaus eine nette Fußgängerzone. Leider stehen zwischendrin immer wieder Gebäude, über die man denkt „normal sind Weltkriegsbunker schöner“.



Etwa 10 min vor Abfahrt fanden wir uns am Gleis ein. Als unser Zug bereits 30 min überfällig war, konnten wir den Anschluss in Marburg vergessen.

Glücklicherweise war noch ein DB-Mitarbeiter auf seinem Heimweg, der uns noch eine Bestätigung schrieb. Mit einem offiziellen DB-Zettel hat man es schon etwas leichter. Auch wenn nur drauf steht, dass der Zug verspätet war.
Er war unser Held des Tages…





Mit diesem 628 kamen wir dann erheblich verspätet nach Marburg. Man beachte die kreative Abgrenzung der ersten Klasse.






In Marburg hatten wir gut eine Stunde Aufenthalt, die wir dem örtlichen Busverkehr widmen konnten.

Man beachte hier eine Beschilderung, wie man sie in Rhein-Neckar nicht besser hinbekäme.
Scheinbar sind die Anzeigen auf DFI und Bus in ihren Stellen beschränkt.
Nun könnte man meinen, dass es eigentlich ausreicht, wenn als Ziel „Stadtwald“ angegeben wird. Das scheint dem Marburger aber irgendwie zu schwammig, weshalb man das Ziel mit „Platz der weißen Rose“ noch konkretisieren muss.

Auf der DFI gibt man statt dem Stadtwald nur den Platz der weißen Rose an, den man kreativ mit „Platz d. W. Rose“ angibt. Der Nutzer bleibt noch völlig im Unklaren darüber, wo der Bus eigentlich hinfährt.

Bis er kommt. Denn dieser Schildert nun Stadtwald und zusätzlich „Pl. D. Weissen Ros“ Hier dafür dann auch mit großem „D“ und ausgeschriebenem „Weiß“, jedoch in Schweizer Schreibweise. Dafür passt die Rose nicht mehr ganz drauf.

Nun wo Bus und Haltestelle nebeneinander stehen, kann der interessierte Nutzer mit detektivischem Geschick feststellen, wo der Bus nun eigentlich hinfährt.

Wie schön war das doch noch mit den Zielfilmen, als ein VU alle 10 Jahre jemanden beauftragte, der Ziele richtig beschriftet…. Meistens zumindest.
Während in Rhein-Neckar „B.latz, DF5DF5DF5 und Vögelstang“ in die Zeiten der Digitalanzeigen fallen, gab es „Rheingönnheim“ oder „Rheingold-Halle“ nur auf dem guten alten Zielfilm.





Nun habe ich meinen Exkurs über Zielbeschilderungen beendet und bin auch schon beim nächsten Bild angekommen. Es zeigt den IC, der Marburg von Brenem kommend auch verspätet erreichte und unsere Fahrtmöglichkeit nach Frankfurt war. Mit unserer Verspätungsbestätigung ließ uns der Zugchef dankenswerterweise zum GH-Preis mitfahren.






In Frankfurt angekommen hätten wir mit ausreichender Wartezeit über Heidelberg fahren können. Früher wären wir allerdings in Mannheim gewesen, wenn man den ICE nimmt. Da uns das lieber war, ließen wir uns am Service-Schalter ein upgrade ausstellen, das uns die Fahrt im ICE gestattete.

Dafür galt es sich noch mal anzustellen, wobei sich teilweise dramatische Szenen abspielten.
Irgendwann ist vielleicht mal ein Punkt überschritten, ab dem es günstiger ist mehr Züge fahren zu lassen (vor allem in den unattraktiven Randlagen), als zig Taxi- und Hotelgutscheine auszustellen. Und natürlich die Leute zu bezahlen, die dies machen.
Hoffen wirs mal…


Damit beende ich diesen Bericht für heute.


Alla hopp

Antworten:

Schöner Beitrag.

Der SÜ 240 scheint kein DB-Bus zu sein, sondern dürfte von der Westerwaldbahn stammen. Dort wurden diese bis 1989 in purpurrot, mit Rollbändern und solchen Radkappen beschafft. Allerdings passt die Ausführung der Front nicht zum Baujahr 1989.

von Blumenstraße - am 27.04.2016 15:35
Sehr schöner Bericht. Leider hatte ich keine Zeit hin zu gehen. Dort waren herrliche Züge geboten. Vor allem die Auswahl der Lokomotiven und auch die eingesetzten Wagen waren sehr schön zusammengestellt. Die V 65 und vor allem die Lollo sind natürlich ein absolutes Highlight, zumal die Lollo noch ihren Maybach Motor mit dem entsprechenden Sound hat.

Auch die Gummifraktion kam nicht zu kurz. Sehr schöne Auswahl vor allem aus der Standard I Zeit.

Wenigstens ne kleine Info zu den Bahnbussen gibts unter folgendem Link:

[www.museumseisenbahn-hamm.de]

Demnach müsste der abgebildete Bus vom Baujahr 1984 sein und der auf dem Foto vorne stehende 1989 (lt. dem Text auf der Seite).

Original Bahnbusse sind es wohl beide nicht, aber dennoch sehr schöne Fahrzeuge.

von Der Regenleisten 0 305 - am 27.04.2016 19:50
Ich habe zwei verschiedene Herkünfte gefunden:

a)
ex Briel, Allendorf KB-AE 909 - ex Westerwaldbahn, Steinebach AK-KL 5

b)
ex Kornab, Niedersayn WW-DK 250 - ex Westerwaldbahn, Steinebach AK-KL 4

vermutlich Bj. 1984.

von Dieter Mosbach - am 28.04.2016 21:09
Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.