Brücke jetzt bauen oder "Eppxit": Eppelheim stimmt ab(mB)

Startbeitrag von Tw237 am 30.06.2016 22:25

Am kommenden Sonntag stimmt Eppelheim über den Neubau der Brücke über die Autobahn ab, di auch von der SL 22 genutzt wird: [www.jetzt-bruecke-bauen.de]

Ich bin ehrlich gesagt froh hier nicht abstimmen zu müssen. Ein "Nein", also ein "JA" zur Brücke brächte mit dem zweigleisigen Ausbau und Radwegen eine erhebliche Verbesserung für alle Verkersteinehmer.
Doch wer mal die "Referenzen" betrachtet, wie die RNV baut, der weiß, dass das meist alles andere als stadtbildverträglich ist. Und bevor da abgeholzt wird wie an der Lindenhofüberführung und eine Fahrleitungsanlage wie auf der Schönau entsteht, würde ich mir selbst als ÖPNV- und Radfahrer wünschen, dass erstmal alles beim Alten bleibt.

Doch eine Ablehnung der Brücke könnte natürlich auch unerwünschte Signale über den Fortbestand der Brücke aussenden. Nicht, dass man mit einem "JA" auch am Ende für den "Eppxit" stimmt.



Gestern habe ich Eppelheim auf meiner abendlichen Radrunde mitgenommen und einige Fotos gemacht:




An zahlreichen Stellen wird für das "Nein", also für die Brücke geworben.





Hier in der Ortsmitte soll die Bahn weiterhin eingleisig bleiben. Gerade auf diesem vorderen Abschnitt würde ein zweites Gleis die Situation auch etwas entschärfen. Aufgrund des Straßenschnitts ist ein Parken auf der gegenüberliegenden Straßenseite hier ohnehin nicht möglich. Also können auch keine Parkplätze wegfallen.






Je näher man zur Brücke kommt, desto häufiger sieht man die Antwort der Gegenseite. Leider ohne irgendeine Art von Argumenten.





Gerade hier könnten eigentlich alle von einem zweigleisigen Ausbau profitieren. Die Bahn würde etwas weiter von den Einfahrten wegrücken, würde nicht mehr "gegen" den MIV fahren und die Radfahrer hätten auch Platz.
Weiter vorn würde die signalgeregelte Kreuzung durch einen Kreisverkehr ersetzt, der nur bei querenden Bahnen kurz angehalten wird. Vermutlich ist er auch leistungsfähiger als die derzeitige Anlage und würde den Anwohnern weniger Rückstau bescheren. Wieder profitieren auch die, die eigentlich dagegen sind.





Hier nun die eigentliche Brücke. Hier würde nicht nur eine erheblich breitere Brücke entstehen, sondern auch neue Rampen, wofür ein großer Teil der Grüns weichen müsste. Auf der Brücke würde ein eigener Bahnkörper entstehen, der jedoch bereits auf der westlichen Rampe wieder endet.

Betrachtet man den Schnitt der bestehenden Brücke, ist er - gefühlt - eigentlich schon so breit, dass er für alle Platz bieten würde.
Würde man bei bestehenden Rampen einfach die Brücke durch eine mit gleicher breite ersetzen, könnte man locker zwei Gleise, Gehwege und einen Radweg unterbringen. Nur eben keinen eigenen Bahnkörper.
Als betrieblichem Laien muss man mir auch erstmal erklären, welchen Vorteil mir 100 m mehr eigener Bahnkörper an dieser Stelle bringen. Auch nach langem Nachdenken bin ich nicht drauf gekommen. Schließlich kann man das über Ampeln bereits so regeln, dass sich Strab und MIV nicht in die Quere kommen. Ähnlich der Luzenbergstraße in MA.

Warum man nun doch auf Teufel komm raus noch 100 m eigenen Bahnkörper reinpressen will liegt - vermutet - wohl eher daran, dass es gefördert wird. Gemutmaßt wäre ein zweigleisiger Ausbau auf dem bestehenden Straßenschnitt eventuell sogar günstiger. Selbst wenns nicht gefördert wird.



Auch der Hinweis auf das auslaufende Bundes-GVFG und das Mobi-Netz wirkt fragwürdig. Das Bundes-GVFG wurde ja inzwischen - unverändert - verlängert: [www.gesetze-im-internet.de]
Für das Mobi-Netz gäbe es wohl auch Zuschüsse. Aber genau das wird wohl trotz des guten Ansatzes leider nichts mehr. Oder besser gesagt: Der Unsinn (Bahnstadt) kommt, die wirklich wichtigen Projekte (Altstadt, Feld, Schwetzingen) liegen auf Eis. Nicht zuletzt wohl auch durch die örtliche Kommunalpolitik verschuldet.
Ohne Altstadt und Neuenheimer Feld düfte wohl nicht nur die Förderwürdigkeit etwas angeschlagen sein, sondern auch die 50-Mio-Euro-Grenze für das Bundes-GVFG nicht erreicht werden.

Antworten:

Naja, die Straßenbahn in die Altstadt und nach Schwetzingen halte ich nun für weniger Wichtig. Aber wir können ja gerne in einem Bürgerentscheid darüber abstimmen. Das ist ja jetzt in. :)
Da entscheidet dann jeder so wie es für ihn persönlich am Besten ist und nicht so wie es für die Mehrheit der Bevölkerung das Beste wäre. Denn die Mehrheit geht vielleicht erst gar nicht zur Wahl oder hat sich nicht umfassend darüber informiert. Das hat man beim Brexit gesehen und das wird auch so beim Eppxit sein. Das hast du anhand der Positionierung der Plakate ja schon Richtig festgestellt. Ich halte solche Abstimmungen für Bedenklich, besonders wenn es nur eine knappe Mehrheit gibt.
Übrigens, das erste Bild gefällt mit sehr gut! ;)

von Vetter 16SH - am 01.07.2016 10:31
Zitat
Vetter 16SH
Denn die Mehrheit geht vielleicht erst gar nicht zur Wahl oder hat sich nicht umfassend darüber informiert.


70% Wahlbeteiligung sind für einen Bürgerentscheid erforderlich

von pfaffengrunder - am 02.07.2016 18:58

Die Vernunft hat gesiegt.

Zitat
SWR
Eppelheim

Mehrheit stimmt für Brücken-Neubau


Die Autobahnbrücke zwischen Eppelheim und dem Heidelberger Stadtteil Pfaffengrund kann wie geplant gebaut und auf zwei Straßenbahngleise erweitert werden. Dafür haben die Eppelheimer am Sonntagabend in einem Bürgerentscheid mehrheitlich abgestimmt. Die Bürger sollten entscheiden, ob der Gemeinderatsbeschuss über die Zustimmung zum Brückenbau zurückgenommen werden soll oder nicht. Laut Stadt stimmten knapp 22 Prozent der Wahlberechtigten mit "Nein", rund 17 Prozent mit "Ja". Die Befürworter der Brücke erzielten die Mehrheit der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,5 Prozent. Eine Bürgerinitiative wollte den Bau verhindern, vor allem wegen der Kosten. Die Stadt und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH versprechen sich von der neuen Brücke einen besseren Verkehrsfluss.


Quelle: SWR

Ein rechtsgültiger Bürgerentscheid kam zustande, das Quorum von 20 Prozent wurde erfüllt. Er bindet den Gemeinderat in den kommenden drei Jahren.

von Sandhase - am 04.07.2016 05:55

Wenn das richtig wäre...

Zitat
pfaffengrunder

70% Wahlbeteiligung sind für einen Bürgerentscheid erforderlich


gäbe es wohl keine erfolgreichen Bürgerentscheide!
Zur Klarstellung:
Die gestellte Frage wird in dem Sinne entschieden, in dem sie von der Mehrheit der gültigen Stimmen beantwortet wurde. Diese Mehrheit muss mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten betragen (darunter versteht man das sogenannte „Abstimmungsquorum“).

Die Wahlbeteiligung spielt keine wesentliche Rolle. Wenn 100% der Abstimmenden die gestellte Frage in gleichem Sinn entscheiden, genügt eine Wahlbeteiligung von 20%.

von Linie 8 muss wieder her - am 08.07.2016 17:46
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