Heute vor 125 Jahren

Startbeitrag von bassemohluff am 13.07.2016 07:00

Vor 125 Jahren: Edingen und Neckarhausen rücken enger zusammen

Der 13. Juli 1891 war ein historischer Tag – Die Bahnverbindung Mannheim-Heidelberg wurde vollendet – Ein Schritt in die Moderne

Es war wahrlich ein historischer Tag, der 13. Juli 1891. Als vor 125 Jahren die Bahnverbindung Mannheim-Heidelberg vollendet wurde, machten Edingen und Neckarhausen den Schritt in die Moderne, in die weite Welt. Im Zeitalter des Individualverkehrs und der Hightech-Transportmittel ist die Bedeutung dieses Tages kaum mehr nachvollziehbar. Und doch war er einst etwas ganz Besonderes.

In Zeiten der Postkutsche war der Aktionskreis der Menschen sehr begrenzt. "Reisen" von Edingen oder Neckarhausen aus zum Beispiel dauerten nicht nur etliche Stunden, sie waren körperlich auch sehr anstrengend. So wundert es nicht, dass, als man das große Potenzial des Bahnverkehrs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erkannte, jeder daran teilhaben wollte. Das war auch in Edingen und Neckarhausen nicht anders.

Ein Eisenbahnkonsortium baute zunächst 1887 eine Verbindung von Mannheim nach Weinheim und anschließend 1890 von Weinheim nach Heidelberg. Fehlte nur noch das Teilstück Heidelberg-Mannheim.

Die Eröffnung des letzten Teilstückes schloss das Dreieck und die Vorteile waren für alle greifbar. Arbeitnehmer konnten bequemer und aus größerer Entfernung nach Mannheim oder Heidelberg pendeln. Der Warenverkehr in und aus der Stadt wurde vereinfacht. Die Region erlebte einen ungeheuren Boom.

Ab 1911 wurde die Bahn von der neu gegründeten Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft (OEG) betrieben, die aus der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft (SEG) hervorgegangen war. Aber die Freude hielt in Edingen nicht lange vor, denn schon bald war man vom Lärm und Gestank genervt. Besonders die Rauchbelastung der Dampflokomotiven machte den Bürgern zu schaffen.

In Neckarhausen war dies nicht so gravierend, da die Züge nicht durch den Ort sondern auf dem Neckardamm fuhren. Krieg und Inflation machten der Eisenbahngesellschaft schwer zu schaffen. 1928 konnte die Elektrifizierung der Strecke Mannheim-Heidelberg über die eingleisige Strecke Edingen und Neckarhausen fertiggestellt werden. Problem gelöst. Da aber die Trassenführung zwischen Edingen und Seckenheim über Neckarhausen nur eingleisig und sehr umständlich war, entschlossen sich die Eisenbahnmanager, eine zweigleisige Schnellbahntrasse zwischen Edingen und Seckenheim zu bauen, die 1929 eingeweiht wurde.

Sehr beschaulich ging es derweil in Neckarhausen zu, wenn der Zug den Oberndorffschen Park am Neckar passierte. Dort musste der Lokführer nämlich aussteigen, die Tore öffnen und wieder schließen (Info Stephan Kraus-Vierling). Eine sehr umständliche Prozedur. So kam der 31. Juni 1969, der Tag, an dem die letzte OEG auf der Strecke Edingen über Neckarhausen nach Seckenheim fuhr.

Zum Weiterlesen :
- Ralf Fetzer, Edingen. Dörfliche Entwicklung im Rhein-Neckar-Raum. Eine Chronik (Edingen-Neckarhausen 2008)
- 75 Jahre OEG. 1911-1986. Festschrift zum Firmenjubiläum (Mannheim 1986).

Quelle : Rhein-Neckar-Zeitung vom 13.07.2016 [www.rnz.de]
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