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Nahverkehr Rhein-Neckar
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E94, Heidelberger Straßenbahner

2 Tage in Graubünden (2. Teil)

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 15.08.2016 19:45

Abermals Hallo

Nachdem wir in Landquart unsere „Rundfahrt“ beendet hatten, suchten wir zwecks einer Kaffee/Kuchen Pause eine geeignete Stätte. Obwohl dies in der Schweiz eigentlich nur schwer zu finden ist wurden wir doch einigermaßen zufrieden gestellt. Mit (fast) gestilltem Magen erreichten wir unser Hotel in Chur.

Wir hatten diese Stadt zum Übernachten gewählt, da wir uns noch „etwas Kultur“ (Stadtbummel) zu Gemüte führen wollten und die (Urlaubs)Abende gerne bei einem Glas Wein oder ähnliches ausklingen lassen.

Auto fahren scheidet ja dann bekanntlich aus!

Im Hotel angekommen fühlten wir uns in die 70 Jahre zurück versetzt (oder das Haus war da irgendwo stehengeblieben) → also nicht gerade empfehlenswert.
Das Zimmer lag so zwischen na ja und geht gerade noch, das Personal war aber sehr nett und freundlich, das Frühstücksbuffet am folgenden Tag erstklassig. Ich denke, ich besitze seit dem Begleichen der Rechnung irgendwelche Anteile an diesem Beherbergungsbetrieb.



Da im 1. Teil das obligatorische Busbild irgendwie untergegangen ist, eröffne ich diese Reiseschilderung mit einem solchen; ein Iveco Bus der PostAuto auf Linie 81 nach Nicht Einsteigen an der Haltestelle Chur Malteser.

Und bevor Protest aufkommt: Der Bahnbezug ist gegeben – im Vordergrund verlaufen die Gleise der (ehemaligen) Chur – Arosa – Bahn.



Seit 1914 fahren Züge auf dieser Strecke, 1942 übernahm die RhB die Bahn. Anfangs noch mit 2000 V Gleichstrom elektrifiziert, wurde sie vor ein paar Jahren an das Stromsystem des Stammnetzes (11 kV 16 2/3 Hz Wechselstrom) angeglichen. Seitdem können die acht originalen ABe 4/4 Triebwagen auf dieser Verbindung nicht mehr verkehren. Da der Jüngste Baujahr 1973 ist, hätten sie aus Altersgründen eh' ersetzt werden sollen/müssen.

Zu nachtschlafender Zeit (auf jeden Fall für mich) am Sonntagmorgen fährt vom Bahnhofsvorplatz Chur kommend ein Allegra-Triebwagen (Abe 8/12) über die Grabengasse in Richtung Arosa.

Der Allegra ist ein dreiteiliger elektrischer Triebwagen, von dem RhB insgesamt 15 Stück besitzt. Die Zweisystemtriebwagen sind auf dem Stammnetz (gerade gelernt: 11 kV, 16 2/3 Hz Wechselstrom) und auf der Berninabahn (1 kV Gleichstrom) einsetzbar.

Weiterhin gibt es noch 5 vierteilige Triebwagen (ABe 4/16), die jedoch nur im Wechselstromnetz einsetzbar sind.



Beim Einbiegen in den Plessurquai wird der IV, wie zuvor auch am dortigen Kreisverkehr mit einer Ampel kurz gestoppt. Ich verstehe also nicht, warum sich die Leute in Großsachsen oder Eppelheim über einen 30 Meter Zug aufregen.

Nun etwas Bildung:
Allegra ist ein rätoromanischer Gruß, der am Vormittag und späten Nachmittag verwendet wird. Laut Wikipedia kommt er dort zur Anwendung, wo sich sozial gleichgestellte Personen begegnen.
Also Aufpassen, wie ich euch demnächst begrüße! rotfl




Doch weiter geht unsere Reise, wir wollen ja zum Lago Maggiore; Die Serpentinen Richtung Churwalden hoch stoppte meine Fahrerin – ja, ich lasse mich chauffieren - den Wagen, um nochmals die Aussicht auf Chur zu genießen.
Den Haltestellennamen unseres kurzen Stopp kann man aus Auswärtiger wohl nur nach reichlich Genuss von einigen Gläsern des hervorragenden Veltliner Weines richtig aussprechen.
Und für die Wissbegierigen: In der Schlucht im Bildhintergrund verläuft die Strecke der Arosabahn (ein Foto hiervon fehlt mir leider, da der Zug nur zu hören und nicht zu sehen war).

Nun aber weiter mit der Bahn: Nachdem meine erste Idee – ich fahre mit dem Zug nach Arosa und zurück, meine Frau gönnt sich derweil einen Einkaufsbummel in Chur an den Ladenöffnungszeiten Sonntag morgens gescheitert war, schlug ich vor, dass ich in Tiefencastel in die Bahn umsteige und meine Frau mich in Sameden wieder einsammelt, liegt ja quasi „auf dem Weg“

Zuerst aber ein „Landschaftsbild“: Das Soliser Viadukt ist das höchste der RhB, der Bogen spannt sich 89 m über dem schäumenden Albula. Den auf der Aufnahme fehlenden Zug hatten wir um wenige Minuten verpasst, würde hier die DB fahren, hätten wir (wahrscheinlich) sogar noch einige Minuten Zeit gehabt uns einen passenden Fotostandort zu suchen.



In Tiefencastel dann erst einmal das Studium des Fahrkartenautomaten; eigentlich wollte ich ja „nur“ die Albulastrecke (be)fahren, d.h. in Preda in den Gegenzug umsteigen. Leider erwies sich dies vom Fahrplan her sich als sehr ungünstig (Zugkreuzung), eine Stunde „in der Einöde“ stehen wollte ich keinesfalls (gut, den Punkt, an dem sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, sollte ich noch kennen lernen – aber dazu später mehr), deshalb beschlossen wir (meine Reisebegleitung eröffnete mir kurzfristig, dass sie doch mit fahre), bis nach Samedan zu fahren (in Bever hält der Zug nicht).

Und eine Tunnelfahrt hat ja auch was → dunkel halt.:nee:

Da meine Frau nun mit mir den Zug bestieg, war mir natürlich nicht unrecht, kam ich doch so in den Genuss 2 x über die Albulastrecke zu fahren.
Im folgenden Bild die Einfahrt des Gegenzug aus St. Moritz in Tiefencastel.



Im ersten Teil meiner Reiseerlebnisse war der Landwasserviadukt nur von weitem zu sehen. Dies hole ich jetzt nach, ich will euch ja nicht „im Regen stehen lassen“. Und weil wir gerade beim Regen sind; Leider musste ich meine Fotos bei geschlossenem Fenster anfertigen. Wie bereits am Vortage hatten meine Mitreisenden wegen ebensolchen etwas dagegen, dass ich die Fenster öffnete.

Und was bei der Modellbahn als Fauxpas gilt, geht bei der Rätischen Bahn: Viadukt mit anschließenden Landwassertunnel in einem 180 Grad Bogen mit 100 m Radius:



Obwohl ich den Gleisplan der 1903 eröffneten Strecke als Plan „vor Augen“ hatte, wusste ich kurz nach dem Bahnhof Muot nicht mehr „was rechts oder links ist“.
Das anschließende Bild zeigt auch annähernd nicht das Verwirrspiel der Gleisführung.



Zwischendurch ein paar Bäume vor dem Fenster:






Kurz zur (Bild) Erklärung: „Unser“ Zug, aus dem wir ausgestiegen waren, fährt durch den Tunnel/Unterführung im Bildhintergrund nach St. Moritz, das Gleis, das links abzweigt führt seit 1908 nach Pontresina an die Berninabahn.

Vielleicht gibt sich (für mich) irgendwann die Gelegenheit auch diese Strecke zu bereisen, vielleicht in Verbindung mit einer Fahrt ins Engadin?

Meine Frau war auf jeden Fall mal der Meinung: „Für diesen Urlaub bist du mal genug Zug gefahren.


Salü Erhard

Antworten:

Danke für den schönen Bericht

von E94 - am 15.08.2016 20:04
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