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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 11 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 10 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., Lokleitung, 218er, Heidelberger Straßenbahner, Vetter 16SH, Führerbremsventil

Ich bin Trogensüchtig...

Startbeitrag von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. am 21.09.2016 08:00

...hehe, jaja, reißerische Überschrift, ich weiß.
Letztens war ich für ein paar Tage in der Schweiz, zwecks Tapetenwechsel und Informationsbeschaffung...
Ich fuhr unter Zuhilfenahme des BaWü-Tickets und diverser Produkte des die DieBahnBahn AG etc. pp. Nahverkehrs gen Süden, trotz der vorgenannten Umstände erschütternd pünktlich und ereignisfrei.
Via Karlsruhe, Offenburg, Singen, Schaffhausen nach St.Gallen-Birnbäumen. Dort hat die Trogenerbahn [de.wikipedia.org] eine Haltestelle vor der JuHe, so mußte ich alpine Höhenunterschiede nur auf den paar Metern von der JuHe zur Haltestelle überwinden, man muß ja was für die Gesundheit tun.

Überhaupt, die Trogenerbahn: Inzwischen zu den Appenzeller Bahnen [de.wikipedia.org]) [www.appenzellerbahnen.ch] gehörend, stellt diese Strecke die "straßenbahnigste" der AB dar, was man auch am Rollmaterial erkennt. Die Be 4/8 (8-achsige, teilniederflurige Doppelgelenkwagen mit 4 angetriebenen Achsen- im Mittelteil!), die dort eingesetzt werden, sind sehr angenehme Fahrzeuge. Wenn man hierzumetropolregions jede Kurvenfahrt teuer mit Bandscheibenschäden und Schleudertraumata bezahlt, so sind die Fahreigenschaften dieser Züge gratis, will sagen, man merkt keine Kurven negativ, und Kurven auch der engeren Art hat die Trogenerbahn gerade genug. Vier Drehgestelle sind halt vier Drehgestelle- sowas läuft eben.
Ein paar Eindrücke vom Rollmaterial und der Strecke folgen:







St. Gallen Spisertor









Hier, im Bereich der Haltestelle "Vögelinsegg" hat die Strecke den höchsten Punkt erreicht.
Rechts im diesigen Hintergrund erkennt man schwach den Bodensee.



In gesamten Großraum St. Gallen wird gerade an einer Modernisierung der Strecken gearbeitet: [www.modernisierung-ab.ch]

Aus diesem Grund ist die Umgebung des Bahnhofs St. Gallen auch eine große Baustelle:


Die Trogenerbahn endet momentan an einer provisorischen Endstelle, die weiterführenden Gleise sind bereits erneuert und liegen komplett, nur die Fahrleitung fehlt noch. Dann kann die Trogenerbahn wieder zum angestammten Endpunkt durchfahren und hat dann später, nach Ende aller Umbauten, über die "Durchmesserlinie" eine Verbindung zum restlichen Netz der AB.

Mit der endgültigen Fertigstellung der "Durchmesserlinie" wird auch das Ende der Be 4/8 der Trogenerbahn kommen, die Züge sollen verkauft werden. ;)

Natürlich habe ich auch ein Stück der Appenzellerbahnen befahren, von St. Gallen über Gais nach Appenzell:



Schöne schweizer Holzklasse, mit zu öffnenden Fenstern! Leider werden auch diese Züge mit der Modernisierung ausgemustert.

















Zurück im Bahnhof St. Gallen, mit Baustellenbildern:







Hier beginnt der Zahnstangenabschnitt, leider wird diese Strecke mit den Serpentinen und dem tollen Ausblick auf St. Gallen mit der endgültigen Fertigstellung der Modernisierung ohne Zahnstange im Tunnel verschwinden.



Hier, am Güterbahnhof, standen auch noch zwei schöne SBB-Antiquitäten herum:








Am nächsten Tag erfolgte die Rückfahrt via Romanshorn, Fähre, Friedrichshafen, Stuttgart, Bruchsal, Heidelberg.








In Friedrichshafen gleich die kalte Dusche, nach dem Genuß schweizer Bahnwelten. Ein verspakter, gammelig stinkender 628. Zum Glück mußte ich dieses Behelfsvehikel nur für die paar Meter vom Hafen zum Stadtbahnhof nutzen.


Natürlich kam es noch schlimmer. Da die Strecken gen Friedrichshafen noch nicht mit der löblichen Elektrifization versehen sind, übernahm hier der denkbar übelste Auswurf der Bahntechnik den Weitertransport.
Ich konnte diese Qualen jedoch durch ausgiebige Lektüre der neuen "BahnEpoche" ausblenden, so daß mir Hirnsausen und harter Stuhl weitgehend erspart blieben.

Antworten:

Zitat
Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R.
Mit der endgültigen Fertigstellung der "Durchmesserlinie" wird auch das Ende der Be 4/8 der Trogenerbahn kommen, die Züge sollen verkauft werden. ;)


Meines Wissens sind diese bereits verkauft, an die Straßenbahn Neuchatel, dort sollen sie die 5 Hochflurzüge ersetzen.

Auf der "Durchmesserlinie" Trogen - St. Gallen - Teufen kommen dann 11 Tango mit Toilette und 1. Klasse Abteil zum Einsatz.


Prima Bericht - danke, da muss ich noch hin!


Salü Erhard

von Heidelberger Straßenbahner - am 21.09.2016 17:18
Du ungläubiger, Diesellok´s, und in besonderem die 218 sind das beste was die deutsche Lokomotivindustrie jemals auf die Gleise gebracht hat.:spos::D

von 218er - am 22.09.2016 09:28

Voll auf Trogen

Diese äußerst hübschen Fahrzeuge wurden der rnv auch angeboten.

Offenbar aber zu Preisen, für die man auch Neufahrzeuge bekommen würde.
Und der Adaptierungs- und Neuzulassungsaufwand wäre wohl auch recht hoch geworden, für Fahrzeuge, die dann auch wieder nur auf die OEG-Strecken gepasst hätten. (Zugsicherung, Klappstufen, Kupplungen und lauter so'n Zeugs)

Und ich habe virtuell schon das Gejammer der Tf gehört, wenn man jedesmal zum Verlassen oder Betreten des Führerstandes durch den Fahrgastraum hätte gehen müssen.

von Lokleitung - am 22.09.2016 09:39

Re: Voll auf Trogen

Zitat
Lokleitung
Diese äußerst hübschen Fahrzeuge wurden der rnv auch angeboten.


Na ja, nicht ganz richtig.

Nachdem unser ehemaliger Chefplaner für den Neubau der Hochstraße einige Straßenbahnen mehr (ge)braucht hat/hätte als die rnv hat, wollte dieser sich auf dem Gebraucht(straßenbahn)wagenmarkt umsehen. Darauf hin habe ich ihm einen Artikel gemailt, in dem stand, dass die Trognerbahn ihre 5 Bahnen verkaufen will. Er war sehr interesiert (also der Planer).

Danach habe ich nichts mehr von meinem Vorschlag gehört. Vor kurzem bekam ich von einem in der Regel gut informierten Kollegen (ja, es gibt noch einen, außer dir ;)), dass wohl eine "Komision" der rnv in der Schweiz gewesen sein soll, um sich die Bahnen anzusehen, ein Kauf aber an der astronomisch hohen Kaufsumme gescheitert sei.

Salü Erhard


P.S.: Immer schön, wenn man seine Vorschläge beantwortet bekommt - oder?

von Heidelberger Straßenbahner - am 22.09.2016 16:43
Zitat
Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R.
.

.


Geil, eine 218. Unvergleichlicher Dieselsound, leider mit farblich leicht verunstalteter Hülle.
Die vermisse ich echt im Metropolendreieck.

von Führerbremsventil - am 22.09.2016 17:11

Re: Voll auf Trogen

Ich kenne das anders(ter), nämlich aus einem Angebotsschreiben an die Firma.
Aber wie auch immer, die Kisten waren zu teuer.

von Lokleitung - am 22.09.2016 19:40

Re: Voll auf Trogen

Zitat
Lokleitung
Ich kenne das anders(ter), nämlich aus einem Angebotsschreiben an die Firma.
Aber wie auch immer, die Kisten waren zu teuer.


Ist vielleicht auch besser so.
Für die Fahrzeuge. :rolleyes:

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 22.09.2016 20:30
218 ist :spos::spos::spos:

von Vetter 16SH - am 29.09.2016 08:26
Daß Du aber gestern beim TdoT der HEM dem " Übelstem Auswurf der Bahntechnik" deine erhöhte Aufmerksamkeit schenkteste konnte ich sehrgut von eben jener heiligen Lok sehr gut beobachten.

von 218er - am 04.10.2016 10:41
Zitat
218er
Daß Du aber gestern beim TdoT der HEM dem " Übelstem Auswurf der Bahntechnik" deine erhöhte Aufmerksamkeit schenkteste konnte ich sehrgut von eben jener heiligen Lok sehr gut beobachten.


Nein, nein, nein, ich habe kein Detail dieses üblen Lokomtivdingens fotografisch festgehalten. Nichtmal im Bildhintergrund, das war schon schwer genug. Schlimm genug daß der Stinkediesel die ganze Zeit trommelfellzermürbend lief.
Die E 244 hab ich hingegen, als löbliche Vertreterin der Stromtraktion, auch von innen ausgiebig dokumentiert. Das ist wenigstens noch Technikästhetik, und nicht so ein Mechanikstuhl wie die Baureihe des Grauens.
Die vermeintliche "Aufmerksamkeit" war meine Vermeidungsstrategie, nur nichts von diesem Traktionsmüll auf den Chip zu bekommen. Sowas geht ja nicht mehr weg!

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 05.10.2016 04:46
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