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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Führerbremsventil, Fabegdose, bmstrab, Das Biergleis, bassemohluff, Triebzug 420, Lokleitung

OEG- Die letzten Jahre der Halbzüge-Teil 1

Startbeitrag von Triebzug 420 am 22.11.2016 20:35

Hallo liebe Freunde der OEG,

bevor wir unsere Rundfahrt fortsetzen, möchte ich die letzten Jahre der Halbzüge beschreiben, da wir bei der Rundfahrt vermehrt Halb- bzw Ganzzügen begegnen werden.

Wie bekannt lieferte die Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg im Jahre 1928 21 Halbzüge. Diese waren für die elektrifizierte und ausgebaute Strecke Mannheim - Heidelberg bestimmt.
Bis 1966 verkehrten die Halbzüge fast ausschließlich zwischen Mannheim und Heidelberg.

Zur Illustration hier der Wagenlaufplan für Edingen, gültig ab dem 30.5.65(mo-fr):





Gemäß dem Wagenlaufplan wurden mo-fr in der HVZ 17 der 21 der vorhandenen Halbzüge eingesetzt.


Die erste größere Änderung kam 1966. Durch die Fahrplanumstellung vom 24 min auf den 30 min-Takt und die Inbetriebnahme der ersten 8 Düwags wurden in Edingen Halbzüge frei. So wurden 6 Halbzüge nach Heddesheim umgesetzt, die dort die Maximum-Triebwagen (außer Tw 4 und 17) und die alten Dampfbahnwagen ablösten. Ab Herbst 1966 verkehrten auf der Heddesheimer Strecke in der HVZ 2 Ganzzüge und ein Triebwagenzug mit Tw 4 oder 17 mit Fuchs-Beiwagen.

Bei einem Besuch in Heddesheim am 1.8.1967 waren dort die Hz 27 - 30 und 51 - 58 vorhanden. Bei dieser Gelegenheit habe ich mein einziges Bild vom Hz 57/58 aufgenommen.



Hz 57/58 am 1.8.67.

Vom Hz 55/56 habe ich leider keine Aufnahmen. Vielleicht kann ein User aushelfen.

1969 wurden zunächst die Hz 55/56 und 57/58 in der Hw Käfertal verschrottet.

Am 30.7.69 wurde Hz 51/52 bei einem Zusammenstoß mit einem LKW zwischen Wallstadt und Vogelstang schwer beschädigt.
Er wurde zwischen Oktober und Dezember 1969 verschrottet.

Die 18 übrigen Hz reichten für den Bertieb aus. Nach dem Wagenlaufplan ab 1.6.1969 wurden in der HVZ 16 Hz benötigt:





Zu den 12 in Edingen benötigten 12 HZ kamen 4 in Heddesheim dazu.

Nach der Inbetriebnahme der 2. Düwag-Serie reduzierte sich der Bedarf an Halbzügen.

Dazu die Wagenlaufpläne, die ab dem 31.5.1970 galten:









Danach wurden In der HVZ maximal 12 Halbzüge benötigt.

Im April 1970 kamen die nächsten Abgänge, es wurden Hz 29/30 und 41/42 abgestellt.
Weiter wurden im April 1970 2 Hz umnumeriert: aus Hz 25/26 wurde 51/52 (II.Besetzung), Hz 31/32 wurde 41/42 (II:Besetzung). Warum die Hz umnumeriert wurden ist mir nicht bekannt.
Aber es ging noch weiter. Tw 41(II) erhielt mit Sw 50 (neu 42 III) einen neuen Steuerwagen. Sw 42 und Tw 49 wurden abgestellt.

Im Juli 1970 erhielt Hz 41/42(I.Besetzung)die Nummer 39/40 (II.Besetzung), der Hz mit der alten Nummer 39/40 wurde abgestellt.

Ab ca Juli waren die Hz für die Heddesheimer Strecke in Viernheim stationiert. So befanden sich am 11.7.1970 die folgenden HZ in Viernheim: 27/28,35/36,37/38,41/42 (II. bzw III. Besetzung),51/52(II),53/54 und 59/60.

Im August 1970 wurden Hz 51/52(II) und 59/60 abgestelt, dafür kamen 45/46 und 61/62 nach Viernheim.

Auch 1970 wurden in der Hw Käfertal Hz zerlegt: Sw 42 und Tw 49 im Juli, Hz 29/30 im August und Hz 59/60 im Oktober.

Zun Schluß noch einige Fotos der 1970 verschrotteten Hz:



Hz 29/30 am 12.7.70 in Edingen.



Hz 59/60 und 51/52(II) am 4.10.70 in der Hw Käfertal.

Ich hoffe, daß ich euch mit den vielen Zahlen nicht gelangweilt habe. Der 2. Teil Für 1971 bis 1974 kommt später.

Gruß
Treibzug 420

Antworten:

Herrlich, diese alten Dokumente. Ganz ähnlich waren auch die Übersichten über die Dienste der Wagenführer gestaltet, für die Fahrdienstleiter das Arbeitsmaterial um bei Störungen das Personal wieder auf die richtigen Kurse zu bringen. Ich muß sagen, ich konnte damit sehr gut arbeiten.

von Das Biergleis - am 22.11.2016 22:59
Zitat
420
...
Weiter wurden im April 1970 2 Hz umnumeriert: aus Hz 25/26 wurde 51/52 (II.Besetzung), Hz 31/32 wurde 41/42 (II:Besetzung). Warum die Hz umnumeriert wurden ist mir nicht bekannt.
Aber es ging noch weiter. Tw 41(II) erhielt mit Sw 50 (neu 42 III) einen neuen Steuerwagen. Sw 42 und Tw 49 wurden abgestellt.
...


Man erzählt sich, dass Fahrzeuge mit Schäden oder Fahrzeuge, die sich in schlechtem Zustand befunden hatten abgestellt wurden.
Wenn diese aber noch gute HU-Fristen hatten, hat man diese Betriebsnummern durch Wagen mit schlechteren Fristen neu besetzt und gehofft, dass es keiner merkt.
Es galt ja nur noch drei Jahre bis zur Lieferung der nächsten Düwags zu "überbrücken" :)

von Lokleitung - am 23.11.2016 10:44
Zitat
Lokleitung
Man erzählt sich, dass Fahrzeuge mit Schäden oder Fahrzeuge, die sich in schlechtem Zustand befunden hatten abgestellt wurden.
Wenn diese aber noch gute HU-Fristen hatten, hat man diese Betriebsnummern durch Wagen mit schlechteren Fristen neu besetzt und gehofft, dass es keiner merkt.


Damals war der große schwarze Vogel noch anderweitig im Einsatz.

von Fabegdose - am 23.11.2016 11:13

Re: OEG-Halbzüge und Wagenlaufplan 1965

Interessant, da existieren noch uralte OEG-Wagenlaufpläne !

Zum 1965er OEG-Wagenlaufplan hier noch ein paar Ergänzungen :

Von der Wagenhalle Edingen wurden damals 17 Halbzüge eingesetzt.
20 der insgesamt 21 Halbzüge waren damals in Edingen stationiert,
nur der Halbzug 29/30 wurde von der Wagenhalle Heddesheim aus eingesetzt.

Bei den vier Triebwagen neu handelt es sich um die Wagen 63, 67, 68 und 71;
der erwähnte "Triebwagen alt" (Wagen 1 oder 13) kam in der Praxis kaum zum Einsatz,
stattdessen fuhr bei Wagenmangel der Gütertriebwagen 18 mit drei Beiwagen (die Züge 1625 Mk - 1718 Ed - Wgh).

Außerdem war in Edingen noch der neue Gltw 80 stationiert, der aber nur bei den Zügen
619 Mk - 704 Ed - Wgh - 1601 Mk - 1654 Ed - Wgh zum Einsatz kam.

Bei den 13 Beiwagen C4 handelt es sich um die Wagen 190 - 198 sowie 209,
und die alten Fuchs-Beiwagen 147 - 149.


Hier noch der damalige Wagenlaufplan der Wagenhalle Viernheim :


Die 7 "Tw neu" sind die Wagen 66, 69, 70, 72, 75, 76 und 77,
außerdem der Gltw 81, der auf dem Umlauf 209 W bis 88 V zum Einsatz kam.
Der "Tw alt" war wohl der Wagen 11.

Es wurde damals streng darauf geachtet, dass alle Wagen abends wieder in ihre eigene Wagenhalle einrückten.
Dadurch kam es zu seltsamen Zugkompositionen:
An den Halbzug P 72 wurde von Weinheim bis Viernheim ein Triebwagen angehängt (aus P 277);
der Zug P 62 endete - von Mannheim (Mk) über Heidelberg (Hb) kommend - bereits in Weinheim,
und wurde dann mit dem Zug P 77 zurück nach Edingen geschleppt.

Hier noch der damalige Wagenlaufplan der Wagenhalle Schriesheim :


Bei den Schriesheimer "Tfz neu" handelt es sich um die Triebwagen 64, 65, 73 und 74;
der "Tw alt" war wohl der Wagen 8.

Die 17 Beiwagen C4 sind die Wagen 177 bis 182 , 199 bis 204 , 208
sowie die Fuchs-Beiwagen 143 bis 145.

Den Wagenlaufplan 1965 der Wagenhalle Heddesheim habe ich leider nicht.
Von dort aus kam der Halbzug 29/30 zum Einsatz sowie die Tw 4 und 17
mit den Fuchs-C4-Beiwagen 141, 146, 147 und 150 bis 154.
(Auch der Gelenkbeiwagen 221 gehörte damals buchmäßig zur Wagenhalle Heddesheim).

Der 1965er Fahrplan stellte bei der damaligen OEG eine große Änderung dar:
Von 1956 bis 1965 waren nur einzelne Züge tagsüber am Heidelberger Bismarckplatz als Rundfahrtzüge durchgebunden; die meisten Züge endeten bis dahin am Heidelberger Bismarckplatz und setzten dort um oder fuhren durch die dortige Schleife.
Ab dem 30. Mai 1965 wurde die Durchbindung am Bismarckplatz als Rundfahrtzug zum Regelfall, und somit gelangten die Edinger Ganzzüge nicht nur an die Bergstraße sondern auch weiter über Viernheim bis zum Mannheimer OEG-Bahnhof an der Alten Feuerwache.


Zitat

Die erste größere Änderung kam 1966. Durch die Fahrplanumstellung vom 24 min auf den 30 min-Takt und die Inbetriebnahme der ersten 8 Düwags wurden in Edingen Halbzüge frei. So wurden 6 Halbzüge nach Heddesheim umgesetzt, die dort die Maximum-Triebwagen (außer Tw 4 und 17) und die alten Dampfbahnwagen ablösten. Ab Herbst 1966 verkehrten auf der Heddesheimer Strecke in der HVZ 2 Ganzzüge und ein Triebwagenzug mit Tw 4 oder 17 mit Fuchs-Beiwagen.


Bei den von Edingen umgesetzten Halbzügen handelt es sich um die Züge 53&54, 57&58 und 59&60,
die im September 1966 von Edingen nach Schriesheim (!) umstationiert wurden.
Im Dezember 1966 kam der Halbzug 27&28 von Edingen nach Heddesheim und ergänzte dort den Halbzug 29&30.
Im Januar 1967 kamen die Halbzüge 57&58 und 59&60 von Schriesheim nach Heddesheim,
somit waren dort dann zwei Ganzzüge vorhanden.
Im Juni 1967 folgten dann die Halbzüge 53&54 aus Schriesheim und 55&56 aus Edingen als dritter Heddesheimer Ganzzug.


Zitat

1969 wurden zunächst die Hz 55/56 und 57/58 in der Hw Käfertal verschrottet.
Am 30.7.69 wurde Hz 51/52 bei einem Zusammenstoß mit einem LKW zwischen Wallstadt und Vogelstang schwer beschädigt. Er wurde zwischen Oktober und Dezember 1969 verschrottet.


Der Halbzug 51&52 wurde nach seinem Unfall am 30.07.1969 als erster OEG-Halbzug Anfang November 1969 verschrottet,
mit ihm zusammen wohl auch die kurz vorher abgestellten Halbzüge 55&56 und 57&58.
Als Ersatz kam im September 1969 der Halbzug 31&32 von Edingen nach Heddesheim.

Im April 1970 begann dann die große Halbzug-Umnummerierungsaktion bei der OEG,
deren Sinn sich für mich bis heute nicht erschlossen hat (es hieß damals, es seien möglicherweise steuerliche Gründe).
.

von bassemohluff - am 23.11.2016 12:00

Re: OEG-Halbzüge und Wagenlaufplan 1965

Zitat
bassemohluff
Im April 1970 begann dann die große Halbzug-Umnummerierungsaktion bei der OEG,
deren Sinn sich für mich bis heute nicht erschlossen hat (es hieß damals, es seien möglicherweise steuerliche Gründe).
.


Es werden wohl am ehesten die von der Lokleitung bereits eingebrachten Gründe sein.

Ähnliches hat sich viele Jahre später bei der damaligen MVG zugetragen, als aus dem 327 der 341 wurde, der kurz zuvor verunfallt war...

von Führerbremsventil - am 23.11.2016 18:22
Zitat
Triebzug 420

Ich hoffe, daß ich euch mit den vielen Zahlen nicht gelangweilt habe.


Nein, in keinster Weise, weder mit den Zahlen als mit den Bildern.
Daumen hoch!

von Führerbremsventil - am 23.11.2016 18:23
Herzlichen Dank.
Solches Material wird viel zu selten vreöffentlicht.
Danke

von bmstrab - am 23.11.2016 19:29
Zitat
bmstrab
Herzlichen Dank.
Solches Material wird viel zu selten veröffentlicht.
Danke


Und was noch schlimmer ist - solches Material ist im Original meist schon vernichtet.
So wurde 2015 der RHB-Keller in Dürkheim geräumt, um das Gebäude vermieten zu können.
Unterlagen ab 1913 waren dort noch eingelagert.

von Fabegdose - am 23.11.2016 19:42
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