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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 9 Monaten, 2 Wochen
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Tw237

[N] Tagesausflug zur TLRS-Tagung in Nürnberg gestern(mB)

Startbeitrag von Tw237 am 05.02.2017 13:43

Morsche,

der Einladung eines Berliner Straßenbahnfreundes folgend machte ich gestern einen Tagesausflug nach Nürnberg, wo an diesem Wochenende die Tagung des deutschen Ablegers der TLRS (Tramway and Light Railway Society) zum Thema „Großraumwagen“ stattfand.

Da ich für 14,25 günstige Bahntickets ergattern konnte, nahm ich auch mit einem Großraumwagenmodell teil.

Aufgrund des mitgeführten Modells war eine Anreise zum Bahnhof per Rad nicht umsetzbar, womit ich auf die Straßenbahn angewiesen war. Und normalerweise kam in den vergangenen Jahren ja an dieser Stelle eine Textpassage, in der ich mich über die realitätsferne RNV-Fahrplanabteilung ausgekotzt habe. War es doch bisher üblich, dass drei Straßenbahnlinien im Sichtabstand hintereinanderher zum Bahnhof fuhren, natürlich ohne irgendeine Ausrichtung an DB-Anschlüsse. Der SEV-Bus für die 2, der an diese Bahnen Anschluss haben sollte, kam drei Minuten nachdem alle Bahnen durch waren.
Doch nun möchte ich auf die inzwischen eingetretenen Verbesserungen belobigend hinweisen. Denn inzwischen wurden die Abfahrten der Bahnen an der Feuerwache etwas aufgelockert, so dass man nicht eine halbe Stunde am Bahnhof abhängen muss. Der Übergang vom SEV-2er zur 4 beträgt zwar immer noch unkomfortable 9 Minuten. Aber 9 sind schon mal weniger als 27.



Also bestieg ich mit meiner Kiste am Neumarkt den SEV-2er, einen Sprinter mit Niederflureinstieg von S&F-Tours. Glücklicherweise hatte ich noch den Spanngurt des Users Radrueckenmass im Rucksack, was es mir erlaubte noch ein Stück Gleis und einen Bahnsteig mitzunehmen.
Da ich nun auch auf die Schnelle kein Namensschild für den Fall eines Vergessens der Kiste im Zug hatte, musste ich improvisieren und griff auf den Stapel mit Visitenkarten auf meinem Schreibtisch. Gesucht war eine möglichst verlässliche Person, die mit Großspurmodellen nichts anfangen kann. So klemmte ich die Visitenkarte des N-sammelnden Users Lokleitung zwischen Gleis und Bahnsteig in der Hoffnung, dass ich über ihn meine Kiste im Verlustfalle wiederbekomme :-P


Der Busfahrer, der das Gleis sah, sprach mich direkt darauf an und erzählte mir, dass er daheim auch eine LGB habe. So tauschten wir uns noch aus über großspurige Modellbahnen, bis ich den „Bus“ an der Kurpfalzbrücke wieder verließ.

Der Einsatz dieser Fahrzeuge auf der 2 ist insofern bedauerlich, dass ca. acht Leute sich dort tummeln mussten. Das ist für den Sprinter zwar kein Problem, bietet aber keine Reserve. Für einen Rollstuhl wäre es da eventuell eng geworden. Doch der wäre da eh nicht rein gekommen, denn durch die tiefliegenden Außenschwenktüren dieser Fahrzeuge ist ein ordnungsgemäßes Anfahren an die Haltestellen ausgeschlossen. Die in der EAÖ genannten 5 cm für die Barrierefreiheit sind da ebenso wenig drin wie die maximalen 30 cm. Ich schätze den Spalt auf 35-40 cm.

Zu Fuß gelangte ich an die in unwirtlichem Gebiet liegende Haltestelle Neckartor mit dem für die Breite Straße üblichen Publikum.
Um die Wartezeit einigermaßen ertragen zu können lief ich weiter an den Marktplatz, wo durch die Markthändler einige Leute – für die Breite Straße untypisch – anzutreffen waren, die ihr Geld mit Arbeit verdienen.

Nach dann noch fünf Minuten Wartezeit bestieg ich die Linie 4, in der ich dann Mit gutem Gefühl unterwegs zum Bahnhof gelangen sollte. Leider war zur selben Zeit auch ein Obdachloser Mit gutem Gefühl unterwegs, der für ein intensives Geruchserlebnis der Fahrgäste sorgte und weite Teile der Bahn kontaminierte, wodurch die anderen Fahrgäste dann doch nicht ganz so Mit gutem Gefühl unterwegs waren.




Um 7:12 bestieg ich den EC Saarbrücken-Graz. Da die DB wie ich sie eigentlich kenne die Fahrzeiten der ICs ganz besonders nicht im Griff hat und in Vahingen ein knapper Anschluss besteht, wähnte ich mich schon im ICE über Frankfurt. So war es zumindest beim letzten Versuch den „Heckeneilzug“ Karlsruhe-Nürnberg zu nutzen.
Trotz angekündigter 2 Minuten Verspätung war der Zug früher in Mannheim und verließ mit Unterstützung des Users „Friedhofsweiche“ im Stellwerk den Bahnhof pünktlich.




Umstieg in Vahingen. Nach sechs Minuten gings weiter und nach nur drei Stunden Fahrt mit Umstieg im IC erreichte ich Nürnberg ca. 30 min schneller als mit dem direkten IC-Bus.




Mit U-Bahn und Straßenbahn erreichte ich das Museum, vor dem sich gerade TW 867 sonnte.


In einem Nebengebäude waren einige Anlagen ausgestellt:




Wie beispielsweise diese Anlage eines Nürnberger Straßenbahnfreundes, die ihre Nürnberger Herkunft mit einem Münchener Wagenpark gekonnt verschleiert ;-)




Am Nachbarmodul hält ein Vestischer Großraumwagen an einer großzügig ausgebauten Knotenpunkthaltestelle, an der zwei Spurweiten aufeinandertreffen.




Beide Anlagenteile sind noch miteinander verbunden. Doch die Ablösung der Straßenbahn in Form einer U-Bahn scheint schon im Bau.




Eine weitere vertretene Anlage war die Straßenbahnanlage nach Japanischem Vorbild des DSO-Users „GM“ in Spur N.




Im Nebenraum des Museums stellt ein Berliner Sammler eine historische HAMO-Straßenbahn aus. Im Hintergrund noch zwei Fahrzeuge aus meinem Hause und ein Benrather Vierachser der Rheinbahn, den ein Wuppertaler Modellbauer geschaffen hat.
Zum Rastatter Zug der OEG hatte ich damals diesen Baubericht gepostet: [www.buntbahn.de]

Und zum Ravensburger ET 195 diesen hier:
[www.buntbahn.de]


Aber was ist nun ein Großraumwagen?
Dabei hatten wir uns eifrig über die Frage unterhalten, ob die Rastatter nun Großraumwagen sind oder nicht.

Nach meiner Auffassung: Nein, sie sind es nicht!
Dass sie häufig in der Presse als solche bezeichnet werden, macht es ja nicht richtiger.
Wenn wir mal davon ausgehen, dass der Begriff „Großraumwagen“ aus dem Eisenbahnwesen stammt, so ist das passende Gegenstück zum Großraumwagen der Abteilwagen.
Und klassischerweise sind Straßenbahnen in mindestens drei Abteile unterteilt. „Plattform-Wagenkasten-Plattform“. Bei manchen Vierachsern, wie beispielsweise unseren Maximumwagen oder dem RHB 1122 ist der Wagenkasten selbst nochmals unterteilt.
Die Neuerung des Großraumwagens war ja das Wegfallen der Unterteilung, also das Schaffen eines „großen Raumes“. Das würde ich sowohl bei Eisenbahn, als auch bei Straßenbahn als maßgebendes Merkmal eines Großraumwagens bezeichnen.
Demnach wären beispielsweise auch die Lübecker Verbandstypen oder der T2-62 Großraumwagen.
Die häufig genannte Eigenschaft, dass Großraumwagen Vierachser sein müssen, kann auch nicht stimmen. Denn wohl kaum jemand dürfte abstreiten, dass es sich bei den Münchener M-Wagen um keine Großraumwagen handelt.





In diese gute Gesellschaft stellte ich auch den mitgebrachten Hamburger V7, der auf die der Regelspur entsprechenden 64-mm-Spur ausgelegt ist. Einen Baubericht hatte ich hier gepostet: [www.buntbahn.de]




Anschließend an die Diskussion ließen wir den Ravensburger auf der Nürnberger Vereinsanlage einige Runden drehen.

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Eine Nummer größer war hingegen der Nürnberger 100er in 1:10

Zufälligerweise kam ich auch mit dem Erbauer und seiner Frau ins Gespräch, die darauf hinwies, dass es persönlich für die beiden sehr wichtig sei, dass es sich hier um die Linie 21 handle.

Sie hatte zwei Fotos dabei von der Entstehung des Modells, das ihr Gatte 1953(!!!) in der Lehrwerkstatt der Nürnberger Straßenbahn baute. Sie gestattete mir diese Bilder hier zu zeigen:








Nach einiger Zeit im Museum verließ ich dieses wieder, um eine kleine Runde über den Burgring zu drehen.




Der eingesetzte 900er ist der Vorgänger des Modells und kommt dem einst geplanten deutschen Einheitsstraßenbahnwagen der 30er Jahre am nächsten. Unglaublich wie „plump“ die Zweiachser der 50er Jahre gegen ihn wirken.




Vom Hauptbahnhof aus gelangte ich zur Maximilianstraße. Zuvor konnte ich noch einige Fotos der wohl fotofreundlichsten deutschen U-Bahn machen.





An der Maximilianstraße verließ ich die U-Bahn wieder





Nicht in erster Linie wegen dieses schicken Adler-Denkmals, aber das nimmt man so am Rande mit.




An der Maximilanstraße kann man noch einige hundert Meter der stillgelegen Betriebshofanbindung entlang laufen.





Hier fährt nur noch der Bus. Und die Autos natürlich. Ja gut und Fahrräder. Auch wenn ichs nicht empfehlen würde.





Nach wenigen Minuten Fußweg erreicht man die reichlich rückgebaute Wendeschleife am Südfriedhof, die Kunigunde hier gerade verlässt.








Mit der Straßenbahn erreichte ich den Plärrer.




Hier erfolgte der Umstieg auf die U-Bahn. Der Fahrer fehlt in der Kabine. Nicht, weil er auch gerade ein Foto machte, sondern weil es ihn hier nicht mehr gibt.


Man sagt ja, dass die Nürnberger U-Bahn (Linien 2 und 3) „führerlos“ sein soll. Dass das nicht in jeglicher Hinsicht stimmen kann, zeigt dieses Bild, das ich 2012 in der U 3 aufnahm:



Den Reisebericht von damals gibt’s hier: [20066.foren.mysnip.de]




Fahrerblick aus der U3




Eigentlich wollte mich mal wieder in die Abstellanlage fahren lassen. Leider wird dies auf der U3 derzeit nicht praktiziert, da sie an beiden Enden erweitert wird.




Also fuhr ich zur U2





Mit etwas Glück erwischte ich einen Zug ohne Führerstand und konnte einen Blick in die Abstellanlage werfen.




Und das ist der Blick in die Gegenrichtung.





Oberhalb des Bahnhofes Röthenbach kann man umsteigen in den Bus.



Mit Mahlzeiten versorgen kann man sich auch…



Auf einer Pizza Funghi sind Pilze, auf der Pizza Salami liegt Wurst und auf der Spinachi Spinat. Doch was ist auf der 30? Und kann ich sie als Vegetarier dann überhaupt noch essen?





An der Frankenstraße wechselte ich wieder von der U- in die Straßenbahn.
Hier nur eines von vielen Beispielen: Wer in Nürnberg war, der wird sich wundern, wie gut in >>Heidelberg

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