[FR] Interrail 2016, Teil 23: Reise nach Bordeaux (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 08.02.2017 15:48

Mahlzeit,

nach einer Fahrt im Nachtzug von Lissabon nach Hendaye wachte ich irgendwo im Baskenland auf und konnte mich mit einem Blick auf die Landschaft, die draußen an mir vorbeizog für den Tag fertigmachen.






In Hendaye konnte ich diese beiden SNCF-Zettis ablichten.


Eigentlich hätte ich hier so gut 3-4 Stunden Aufenthalt gehabt, bis es mit einem solchen Regionalzug nach Bordeaux weiter geht.

Und sicher hätte es in Hendaye als Grenz- und Spurwechselbahnhof einiges zu sehen gegeben, aber mit Gepäck ist das natürlich auch eher bescheiden. So wäre es natürlich mein Ziel gewesen, hier möglichst schnell weiter nach Bordeaux zu kommen.

Da ich aber alles über die DB gebucht hatte, war Warten bis 15:30 angesagt, da dann der nächste der DB bekannte Zug fahren sollte.


Doch auf der Anzeige sah ich einen „ID-TGV“, der recht zeitnah fuhr, aber der DB nicht bekannt war. Also galt es schnell noch eine Reservierung zu ziehen.
Die wurde mir am Schalter aber verweigert, da man den ID-TGV nicht mit Interrail oder zu kurzfristig oder sonstwas nutzen kann.


Aber wie das mit Absagen so ist, fragt man eben so lange weiter, bis man jemanden findet, der da anderer Meinung ist. Und diesen jemanden fand ich an der Bahnsteigsperre.

Nun wieder völlig unwissend stellte ich mich an und fragte – ca. 10 min vor Abfahrt - nochmal nach. Dort war man der Meinung, dass das geht und schickte mich in einen der vorderen Wagen, wo ich mich melden und gemeinsam mit dem dortigen Zugbegleiter auf den Zugführer warten solle.

Das tat ich auch. Allerdings schickte man mich trotz intensiven Studiums meiner Fahrkarte in die 2. Klasse. Als ich dieses Missverständnis ausräumen wollte, schickte man mich in die erste weite, wo ich weiter warten sollte. Dann war es noch zwei Minuten bis Abfahrt.

Bald schlossen die Türen und wir fuhren ab, ohne dass der Zugführer eintraf.

Irgendwann kam er dann doch und versuchte mir noch einen Platz freizumachen. Der Zug war ziemlich leer aber dennoch so gut wie ausgebucht, was ihn vor eine Herausforderung stellte. Die Vorstellung, dass man nicht nach Paris durchfahren will, hatte ihn wohl überfordert.

Er bat mich Platz zu nehmen, was ich hier tat:





Bald kam er zurück und nannte mir acht Euro als Preis. Ich reichte ihm meine Kreditkarte, die das Gerät wohl nicht lesen konnte. Er ging, um ein anderes Gerät zu holen und wurde nicht wieder gesehen….


Fazit: Gut vier Stunden eher in Bordeaux, TGV gefahren und alle völlig kostenlos. Zum GH-Preis, wie man so sagt.






Ich empfand die Sitze als äußerst gemütlich. Für größere Menschen sind sie aber wohl eher problematisch. Wie gut, dass ich die SNCF-Normkörpergröße erfülle….







In Bordeaux angekommen bezog ich erst mal mein Hotel. Genommen hatte ich das Ibis in Bahnhofsnähe, das ich sehr empfehlen kann.





Nach kurzem Aufenthalt bin ich gleich wieder raus. Hier einer der Citadis mit einem Lilcht. So VBLu-kompatibel wirken die Citadis schon etwas gewöhnungsbedürftig.






Das Besondere in Bordeaux ist die nur teilweise Führung unter Fahrdraht. Die Innenstadtbereiche werden über das Unterleitungssystem APS versorgt.





Die Haltestelle „Place de la Bourse“ zeigt wie schön sich so eine Straßenbahn einfügen kann.






Die 2003 eröffnete Straßenbahn umfasst heute schon drei Linien und ca. 50 Streckenkilometer







Mit oder ohne Fahrleitung fügt sich die Straßenbahn hier besser ein als der Busbetrieb in den Englischen Garten in München.





Apropos München: DFI mit roter Schrift auf rotem Grund hat man auch hier. Doch der Einstieg ist barrierefrei.






Haltemöglichkeiten bieten die Fahrzeuge in kindgerechter Höhe.









Die alte Straßenbahn in Bordeaux gehörte wohl zu den „besseren Betrieben“ bei den Straßenbahnen der ersten Generation.

Eine Modernisierung fand jedoch nicht mehr statt. Als 1947 Chaban-Delmas Oberbürgermeister wurde, war es wohl eines seiner Anliegen die Straßenbahn platt zu machen, was ihm bis 1958 gelang.
Er blieb bis 1995 Oberbürgermeister. Nach seinem Ausscheiden wurde die Wiedereinführung der Straßenbahn angegangen. Acht Jahre später rollten die ersten Bahnen.


Hier einige Bilder aus der Fußgängerzone, wo auch mit APS gefahren wird:






Die Fahrzeuge sind als Multigelenker eher weniger gleisfreundlich. Allerdings muss ich sagen, dass ich noch nie so eine leise Straßenbahn erlebt habe wie hier.
Selbst in den engen Kurven der Innenstadt ist kein Quietschen zu vernehmen. Hier hat man sich beim Gleisbau wohl ordentlich Mühe gegeben.











APS funktioniert quasi nach dem Prinzip Märklin. Die dritte Schiene in der Mitte dient als Mittelleiter und die Fahrzeuge sind mit einem großen Schleifer an der Unterseite ausgestattet.
Der Mittelleiter ist aber in verschiedene Abschnitte eingeteilt, die die darüberfahrende Bahn erkennen und nur dann Strom zuschalten, wenn eine Bahn darüber ist.

Eigentlich wäre das auch was für die Straßenbahn in der Breiten Straße in Mannheim: Wenn eine Bahn darüberfährt, führt die Schiene eine Spannung von 750 Volt, wenn keine darüber ist ca. 5000-10000. Dies wäre eine Verbesserung des seit langem geforderten „Projekt Stromschiene“: [20066.foren.mysnip.de]









Am Rathaus





Rathaus ri. Merignac








Victorie





Im Busbereich setzt man auf lahme Gasbusse, wie diesen hier von MAN. Sein Bruder von Irisbus im Hintergrund hat einen großen Haltebügel am Dach, der an einer zu niedrigen Brückendurchfahr hängen bleibt, bevor der Gastank das tut.





Die Linie B fährt Richtung Süden relativ weit im APS-Betrieb.




Auflösungserscheinungen der isolierten Abschnitte begegnet man mit Abdeckplatten.




Ob sich das an Passanten mit großen Füßen oder an die Feuerwehr richtet? Oder an all die, die sich überfahren lassen wollen.







Blick in das geräumige Innere der Fahrzeuge. Innenausstattung und Sitzpolter wirken sehr harmonisch, wenn man mal ins Auge fasst, was man daheim so geboten bekommt.






Es ist vorgesehen die Straßenbahn noch weiter nach außen zu verlängern. Nach Alouette verkehrt die Straßenbahn fast schon klassisch in Seitenlage eingleisig.






Endstelle Alouette





In der Innenstadt sind die Bauarbeiten für die Linie D schon in vollem Gange


Bei meinem abendlichen Rundgang suchte ich auch nochmal den Bahnhof auf.

Hier ein Blick ins EG:








Mit diesem Blick auf die Streckenkarte der Umgebung (ich nehme mal an, dass es das meiste nicht mehr gibt) beende ich den Bericht für heute


Alla hopp!

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