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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 8 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 8 Monaten, 3 Wochen
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Lokleitung, Fabegdose, Führerbremsventil, Tw237, bassemohluff

Fastnachtdienstag 1992 HD OEG

Startbeitrag von bassemohluff am 28.02.2017 19:00

Vor 25 Jahren fiel der Fastnachtdienstag auf den 3. März (1992).

Auch damals gab es den Heidelberger Fastnachtumzug mit Sperrung des Bismarckplatzes und der östlichen Bergheimer Straße.

Damals fuhr die OEG aber noch durch die Blücherstraße und die Bergheimer Straße,
die Strecke entlang der DB zum Heidelberger Hauptbahnhof gab es noch nicht (bzw nicht mehr).

So musste der OEG-Bahnbetrieb in Heidelberg gebrochen werden mit SEV-Bussen.
Die Züge aus Mannheim - Edingen endeten in der Blücherstraße,
die Züge aus Weinheim - Schriesheim endeten auf dem Bismarckplatz,
dazwischen fuhren OEG-Busse.

Hier einige Fotos von vor 25 Jahren :

An der Haltestelle Blücherstraße :

Zug Rz 55 mit GlTw 90 steht abfahrbereit Richtung Mannheim,
während Zug Rz 50 mit GlTw 104 an seiner Endhaltestelle Blücherstraße ankommt:


Von der anderen Seite aus gesehen :
Zug Rz 55 mit GlTw 90 zusammen mit dem OEG-Bus des Schienenersatzverkehrs :


Nach dem Ausstieg der Fahrgäste fuhren die Züge entgegen der Fahrtrichtung (auf der falschen Straßenseite) zurück zum OEG-Güterbahnhof. Hier Zug Rz 46 mit GlTw 94 :


Dann das Umsetzen im OEG-Güterbahnhof :


Das gleiche beim GlTw 90 - aus dem Rz 48 wird der Rz 55 :


Damals fuhr die OEG nur im Halbstundentakt (Mo-Fr von 8 bis 15 Uhr) - heute im 10-Minuten-Takt !

Hier Auszüge aus der dazugehörenden Fahrplan-Anordnung :


Der Weg des SEV-Busses zwischen Blücherstraße und Bismarckplatz :




und ein Auszug aus der OEG-Kursbuchtabellle 1991/92 (damals KBS 568) :





Und nun drei Fotos vom Umsetzen am Bismarckplatz (3. März 1992) :

Der Zug Rz 52 mit GlTw 102 verlässt den Bismarckplatz Richtung Schriesheim vom falschen Gleis :




Der überfüllte GlTw 93 startet Richtung Weinheim :




In den vergangenen 25 Jahren hat sich eine Menge verändert :

- seit Mai 1993 fahren die OEG-Züge nicht mehr durch die Blücherstraße und die Bergheimer Straße
sondern am Heidelberger Hauptbahnhof vorbei durch die Kurfürstenanlage ;

- seit September 1995 enden die Züge nicht mehr an der Mannheimer Kurpfalzbrücke
(und sind somit erheblich verspätungsanfälliger, was sich auch an Fastnachtdienstagen bemerkbar macht) ;

- seit November 1995 besteht eine zweite Schienenverbindung nach Handschuhsheim durch die Berliner Straße ;

- und die OEG heißt nicht mehr OEG .


25 Jahre später - heute (28.02.17) :

Am Fastnachtdienstag während der Sperrung des Bismarckplatzes von ca 13 Uhr bis ca 16: 20 Uhr fahren die Züge von Weinheim - Schriesheim kommend nicht mehr zum Bismarckplatz sondern durch die Berliner Straße über die Ernst-Walz-Brücke und die Kurfürstenanlage bis zum Adenauerplatz/Seegarten. Dort wenden sie (über die Schriederweiche - heißt die noch so ?)
und fahren dann zurück über Hauptbahnhof nach Edingen - Mannheim.

Auch umgekehrt von Edingen kommend wird am Seegarten kopfgemacht, bevor es nach Schriesheim weitergeht.

Die Fahrzeit verlängert sich dadurch um rund 10 Minuten, weshalb in jeder Richtung während der Sperrung ein zusätzlicher Zug benötigt wird.


Dazu einige Bilder von heute :



Die OEG nach Schriesheim vom falschen Gleis in der falschen Richtung
- für viele Fahrgäste etwas verwirrend - aber es war genügend qualifiziertes Auskunftspersonal vor Ort
(im Internet und an den Haltestellen fehlen allerdings genaue Informationen) :


dann die OEG (RNV-Linie 5) nach Edingen (zwar vom falschen Gleis, aber immerhin in der gewohnten Richtung) :


Es geht oft recht eng zu, wenn vier Linien (23, 26, 5→S, 5→Ed) im Zehnminutentakt kopfmachen müssen
- dazu noch mit vielen staunenden/verwirrten ein- und aussteigenden Fahrgästen :


So sieht man es aus dem Zug heraus (nach einsetzendem Regen) :


Auf der Fahrt nach Schriesheim an der Mittermaierstraße mit Blick auf die gesperrte Bergheimer Straße
(wo bis 1993 die OEG fuhr - außer am Fastnachtdienstag) :

.

Antworten:

Zitat
bass1xuff
seit September 1995 enden die Züge nicht mehr an der Mannheimer Kurpfalzbrücke
(und sind somit erheblich verspätungsanfälliger, was sich auch an Fastnachtdienstagen bemerkbar macht) ;


Das liest sich so, als ob es sich bei der Einbindung der OEG ins Stadtzentrum um eine Verschlechterung handelt.
Für die Fahrgäste ist aber genau das eine massive Verbesserung.



Wenn man mit übelst verbauten Fahrzeugen mit nur 3 asymetrisch angeordneten Türen je Wagenseite durch die Stadt fährt und dort den Verkehr aufhält, braucht man sich über Verspätungsanfälligkeit nicht zu wundern.


Bei der "alten OEG" hat man über die Orte Fahrgäste eingesammelt hat, die dann an der Kurpfalzbrücke alle ausgestiegen sind, dürfte es heute erheblich mehr Fahrgastwechsel geben.

von Tw237 - am 28.02.2017 19:19

Re: MA - Breite Straße und OEG

Zitat
TW 237

Zitat
bassemohluff
Seit September 1995 enden die Züge nicht mehr an der Mannheimer Kurpfalzbrücke
(und sind somit erheblich verspätungsanfälliger, was sich auch an Fastnachtdienstagen bemerkbar macht) .


Das liest sich so, als ob es sich bei der Einbindung der OEG ins Stadtzentrum um eine Verschlechterung handelt.
Für die Fahrgäste ist aber genau das eine massive Verbesserung.


Das war sicherlich für die Fahrgäste eine Riesenerleichterung, dass die OEG aus Heidelberg seit 1995 wieder durch die Breite Straße fährt (wie schon von 1928 bis 1943), und dass man seitdem umsteigefrei z.B. zum Paradeplatz fahren kann.

Ob es der Breiten Straße gut getan hat, bezweifeln manche, denn an Karstadt sind seitdem viele (zu viele !?) vorbeigefahren,
das Medienhaus Prinz hat zugemacht, das MVV-Kundenzentrum wurde verlegt usw.

Und für die OEG / RNV-Linie 5 besteht seitdem das Problem, dass man keine Endhaltestelle hat, an der man Verspätungen auffangen kann. Derzeit hat man dieses Problem dadurch ganz gut in den Griff bekommen, dass die Züge an mehreren Stellen (Schriesheim, Edingen usw) Wartezeiten im Fahrplan haben, die allerdings pünktliche Züge nicht gerade attraktiver machen.

In der Summe war die Einbindung der OEG ins Stadtzentrum Mannheim sicherlich eine massive Verbesserung.
.

von bassemohluff - am 28.02.2017 20:06
Zitat
Tw237
Wenn man mit übelst verbauten Fahrzeugen mit nur 3 asymetrisch angeordneten Türen je Wagenseite durch die Stadt fährt und dort den Verkehr aufhält, braucht man sich über Verspätungsanfälligkeit nicht zu wundern.


Sehe ich genauso, diese Fahrzeugtypen mit ihrer unmöglichen Türanordnung behindern sich selbst und den anderen Verkehr.
Daß man vom gängigen Beförderungsfall nicht erwarten kann, sein Verhalten der Problematik anzupassen, dürfte jedem klar sein.
Ein GT8N bringt wahrscheinlich trotz Trittstufen mehr Fahrgäste schneller durchs Stadtgebiet als die Klobrillenkiste.

von Fabegdose - am 01.03.2017 11:50
Mag sein.
Aber die Zweirichter-RNV6 sind ja auch keine Stadtfahrzeuge, sondern Überlandwagen.
Sie werden nur häufig "zweckentfremdet" verwendet :)

von Lokleitung - am 01.03.2017 11:51
Zitat
Lokleitung
Mag sein.
Aber die Zweirichter-RNV6 sind ja auch keine Stadtfahrzeuge, sondern Überlandwagen.
Sie werden nur häufig "zweckentfremdet" verwendet :)


Von einer Überlandkiste würde ich mehr Sitzkomfort bzw. Abstand erwarten.

von Tw237 - am 01.03.2017 11:53
Aber bei der Bestellung der RNV6ZR war doch die Problematik des Stadtverkehrs seit Sept. '95 schon bekannt, oder wurden die noch früher bestellt?

von Fabegdose - am 01.03.2017 11:58
Sie wurden ja auch mit vier Doppeleinstiegen je Wagenseite bestellt...

von Lokleitung - am 01.03.2017 14:40

RNV6Z mit vier Fahrgasteinstiegen pro Wagenseite

Zu diesem Thema ist mir gerade diese nette Grafik in die Hände gefallen:



von Lokleitung - am 02.03.2017 15:30
Ursprünglich hätten die Dinger 32 Meter langes Fahrzeug werden sollen wie die V6, aber mit einer Doppeltür mehr in zwei völlig identischen Hängemodulen.

Aus diversen Gründen, die massiv mit Gewichtsproblemen zu tun haben, wurden die Fahrzeuge auf die uns bekannte Version zurecht geschnitten, was diesem Fahrzeugtyp und den mit diesem Fahrzeugtyp erreichbaren Betriebsablauf erheblich geschadet hat.
Sehr schade, denn diese Wagen wären in der ursprünglich geplanten Form zwar "auch nicht das Gelbe vom Ei" gewesen, aber immer noch wesentlich gelber, als sie es in der verkorksten Ausführung jetzt sind.

Dass man nicht einfach mal schnell einen anderen Fahrzeugtyp entwickelt hat, nachdem die Probleme zu Tage traten, hat andere Gründe, die nicht die OEG zu vertreten hatte.

von Führerbremsventil - am 02.03.2017 19:10
Zitat
Tw237
Von einer Überlandkiste würde ich mehr Sitzkomfort bzw. Abstand erwarten.


82 Sitzplätze bei einem 29 Meter langen Fahrzeug sind jetzt auch nicht so viel weniger wie 90 Sitzplätze bei einem 32 Meter langen.

von Führerbremsventil - am 02.03.2017 19:33

Re: "Wissen schafft Lösungen"

Mehr muß man nicht sagen :spos: :spos: :spos: :spos: :spos:

von Fabegdose - am 02.03.2017 19:43
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