[AT/SL/HR] Interrail II: Die Balkanroute rückwärts nach Sofia(mB)

Startbeitrag von Tw237 am 06.03.2017 17:02

Mahlzeit,


Heute werde ich eine neue Interrail-Reiseberichtsserie beginnen. Da die Bahn-Reisegeschwindigkeit in den bereisten Ländern nur unwesentlich über Schritttempo liegt, ergeben sich lange Reisezeiten.
Daher werde ich erstmalig die Gelegenheit nutzen, die Reiseberichte „live“ zu verfassen, auch wenn sie erst Monate später gepostet werden :-) .

So kann ich jetzt natürlich noch nicht sagen, ob alles läuft, ob wir ankommen oder wie viele Teile die Berichtsreihe haben wird. Lassen wir uns überraschen…


Noch kurz zur Vorgeschichte:

Schon länger bestand der Wunsch einmal nach Sofia zu fahren und dort die ex-Bonner Düwags vor ihrer Abstellung zu erleben. Natürlich hätte man das auch mit einem Billigflieger übers Wochenende machen können, doch ziehe ich die Bahnfahrt dem Fliegen vor.
Während es westwärts ab Mannheim bereits möglich ist zu humaner Zeit abfahrend zum Abendessen in Barcelona zu sein, muss man gen Osten etwas mehr Zeit einplanen. Schnell stellte sich heraus, dass es nicht sinnvoll möglich ist, von Mannheim nach Sofia durchzufahren.

Also wurden einige Zwischenstationen eingeplant, um die täglichen Reisezeiten in einem erträglichen Rahmen zu halten und möglichst bei Tageslicht stattfinden zu lassen.
Start war für den 10.9. vorgesehen, zum 25. wollten wir zur Innotrans in Berlin sein.
Auf dem Hinweg sollte die Reise über Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien nach Bulgarien führen, auf dem Rückweg über Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Tschechien. Stattfinden sollte das alles möglichst in der ersten Klasse.

Es stand also einiges auf dem Programm. Doch beim Gedanken daran hierfür wieder über Stunden einen Schalter am Bahnhof zu blockieren und das Personal und mein Stehvermögen zu strapazieren ließ uns fast schon wieder zweifeln. Dazu käme ja noch die Hotelbuchung übers Internet mit der oft schier unlösbaren Aufgabe Absteigen mit Gemeinschaftsbad herauszufiltern und möglichst auszuschließen in einem französischen Doppelbett zu landen. Und das ohne aus dem Konzept gebracht zu werden, weil das System meldet, dass drei Personen aus Dänemark sich gerade dieses Hotel ansehen, während eine aus Polen bereits gebucht hat.

Da User Friedhofsweiche gerade über das Bahn-Reisebüro Gleisnost in Freiburg einen Süditalien-Urlaub gebucht hatte und damit sehr zufrieden war, folgten wir seinem Ratschlag. Gehört hatte ich von Gleisnost bereits, ging aber davon aus, dass man beim Buchen über ein Reisebüro auch persönlich dort erscheinen müsste. Dem war aber nicht so und die Buchung erfolgte übers Telefon.
Nach insgesamt drei Stunden am Hörer waren alle Zugfahrten, Reservierungen und 15 Übernachtungen gebucht. Dabei fielen die Preise für die Hotels(4 Sterne) günstiger auch als ich dachte, ging ich bis dahin davon aus, dass die Buchung über Reisebüros stets teurer sei.
Dabei achtete der Gleisnost-Mitarbeiter stets auf eine Bahnhofsnähe und konnte viele Hotels bereits aus eigener Anschauung empfehlen.

Als Problem der Reise stellte sich jedoch heraus, dass die Balkanzüge allesamt keine erste Klasse führen. Somit wäre ein Interrail-Pass in der 1. Klasse zwecklos gewesen. Da wir zum Intterrail-Pass ohnehin noch zwei Fahrten hinzukaufen mussten, da die Tageszahl des nächst günstigen Passes zu gering war, gönnten wir uns für den EC München-Zagreb die erste Klasse. Für den ICE bis München benötigten wir diese natürlich nicht, da 3 Stunden Fahrzeit der optimale Zeitraum für ein Frühstück im Speisewagen sind.
Für Tickets, Reservierungen und Hotels zahlten wir nun pro Person 940 Euro, was eigentlich ein annehmbarer Preis ist. Nicht ganz 24 Stunden nach dem Telefonat trafen sämtliche Unterlagen per Post bei mir ein.






Unser Abteil bis Zagreb. Da Abteile nur dann gut sind, wenn man sie für sich hat, ziehe ich den Großraumwagen eigentlich vor. Den gab es hier aber nicht. Mit einem Viererabteil, das wir ab Rosenheim für uns hatten, waren wir aber doch ganz gut bedient.







Einen APS gab es leider nicht, womit der Besuch im Speisewagen anstand. Der Umgang mit Reservierungen und Gepäck beim Speisewagengang ist jedoch noch ein ungelöstes Problem im Eisenbahnwesen.
Wir begegnetem diesem, in dem wir unser Abteil mit einem Vierkant verschlossen, wie man ihn in jedem Baumarkt bekommt. Eine Universallösung kann das jedoch nicht sein. Doch gerade bei einem Zug(Euro“City“, eher EuroVillage), der schier öfter stoppt als bei uns eine S-Bahn, sollte man da auf Dauer eine Lösung finden.
Aber um beim Thema zu bleiben Henry am Zug ist nach wie vor sehr empfehlenswert.







Leider fuhr Henry ab Villach nach Klagenfurt, während sich unser Zug mit nun nur noch drei Wagen auf den Weg nach Zagreb machte.




Anbei noch einige Eindrücke von der Fahrt durch Slowenien:








An den Grenzen wird hier noch immer kontrolliert, was den Zügen lange Aufenthalte beschert.







Bei unserer Ankunft wurde am Nachbargleis gerade der Zug aus Belgrad in die Abstellung geschleppt.



Aus zeitlichen Gründen mussten wir uns in Zagreb auf eine reine Übernachtung ohne längeren Aufenthalt beschränken. Diese sehr schöne und gepflegte Stadt hatte ich in den Sommerferien 2006 bereits besucht, als noch zahlriche Düwags und Duro-Dakovic-Zweiachser anzutreffen waren.






Ohne noch mal auf den Schrieb von Gleisnost zu sehen gingen wir direkt zum Hotel gegenüber dem Bahnhof. Der Rezeptionist konnte zwar unsere Buchung nicht direkt finden, gab uns aber schon mal den Schlüssel für ein Zweibett-Zimmer, das wir nach kurzem Aufenthalt für einen kurzen Stadtrundgang verlassen wollten.
Beim Gehen fragten wir, ob wir nun unsere Ausweise wieder haben könnten. Doch der Rezeptionist war aufgrund unserer Buchung noch immer ratlos. Letztendlich stellte sich heraus, dass wir im falschen Hotel waren und unser eigentliches Hotel 300 m weiter entfernt war.





Darauf hin „checkten“ wir wieder aus und im richtigen Hotel ein. Im Arcotel sprach das Personal sogar sehr gut Deutsch und teilte uns mit, dass wir nicht die ersten waren, die im falschen Hotel gelandet sind.

Anschließend erfolgte der kurze Stadtrundgang:












Soviel für heute.
Weiter geht’s mit Teil 2

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