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Nahverkehr Rhein-Neckar
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vor 5 Monaten, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 5 Monaten, 2 Wochen
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Lindenhöfer, Tw237, Sprinter 001, Fabegdose

[MZ] Mainz, Mainzelbahn und mehr (mB)

Startbeitrag von Tw237 am 11.05.2017 22:40

Mahlzeit,

da gestern einer der inzwischen seltenen Tage war mit ausreichend gutem und beständigem Wetter, beschloss ich eine Radtour durch Mainz zu unternehmen, wobei der Fokus auf der neuen Mainzelbahn lag.
Um das ganze möglichst kostenneutral zu halten, reiste ich mit Rad im Zug bis Saulheim, von wo aus ich der Bahn bis höhe Lerchenberg folgte.
Die Rückfahrt erfolgte über die KBS 661, wobei ich nach Schienenbus und ETA vergeblich suchte.




Ab Worms hatte ich einen ganzen LINT für mich, während der Durschschnittswormser den zweiten TW nicht bemerkte und sich im ersten stapelte.
Gut man muss auch dazusagen, dass die Zielanzeigen im Stand ausgeschaltet waren und der Zug am äußersten Bahnsteigende stand. Da war ich mir selbst nicht so sicher, dass die beide nach Alzey fahren. Aber no risk – no fun!

Es war meine erste längere Fahrt im neuen Rhein-Neckar-LINT. Erst war ich noch begeistert von der Kiste. Doch dann folgendes:

Es gibt Fahrzeuge, die völlig unsinnigerweise piepsen beim Türschließen. Das nützt keinem, nervt alle und wird wohl nur gemacht „weil mans kann“. Wenn es wenigstens ein Tröten wäre, wie bei der Berliner U-Bahn. Aber nein, es muss ja nervtötend piepsen! Und dabei wäre ein Verbleiben von Körpern oder Körperteilen im Türbereich bei Schließen weitestgehend folgenlos. Zumindest für den Türsteher.

So. Nun habe ich mal ein sehr sehr nerviges Fahrzeug beschrieben. Aber es gibt noch schlimmere Kisten. Die piepsen auch, wenn die Türen öffnen.

Doch der RN-LINT legt noch eine Schippe drauf! Hier piepsen die Türen auch, wenn die Türen beim Halt geschlossen bleiben!

So das reicht nun erst mal, um meinen Frust über diese Kisten von der Seele zu schreiben. Perspektivisch muss ich mich da aber wohl wirklich mal irgendwo beschweren…







Umstieg in Alzey. Vom roten in den blauen LINT – Es gibt schönere Lackierungen….


Für einige Busbilder reichte der Halt in Nieder-Olm










In Klein-Winternheim erwischte ich noch einen Zug nach Worms





Ab hier fahren auch schon Mainzer Stadtbusse.





Nun erreichte ich den Lerchenberg nach einem Auf- und Ab von Radwegen.


Der Mainzelbahn bin ich dann gefolgt. Erst zur Endstelle, dann zum Bahnhof.

Von der recht langen Strecke war ich fasziniert. Mit zahlreichten Brücke und Unterführungen ist sie recht spektakulär trassiert und hat stellenweise sogar den Charakter einer Überlandbahn. Teilweise verläuft sie wie eine klassische Tram im Straßenraum, teils wie eine moderne Straßenbahn auf Eigentrasse. Über weite Teile aber unabhängig wie eine Stadtbahn.
Nur die recht gemächlichen Mainzer Geschwindigkeiten passen dazu nicht recht. Und scheinbar werden Bahnen noch an einfachen Kreuzungspunkten mit dem IV ausgebremst, weil die Signale nicht zeitig genug kommen.


Hier nun meine Eindrücke:










Der Bahnhof Marienborn bietet Verknüpfungen von Straßenbahn und Eisenbahn mit kurzen Wegen. Sehr gelungen ausgeführt.




Weniger gelungen ist die Zwischenschleife, die zwar auch dort liegt, jedoch keinen Bahnsteig hat. Die Fahrgäste müssen schon eine Haltestelle vorher raus.









Derzeit laufen die Arbeiten die Schottertrasse in eine Rasengleis umzuwandeln.






































Am Hbf. angekommen, sonnte sich gerade die Vlexx






Anschließend machte ich noch einen Abstecher zur Zollhafenstrecke, die eigentlich nur eine Wendeschleife östlich des Strab-Depots ist. Den Verlauf der Strecke zur Ingelheimer Aue konnte ich nicht mehr ausmachen. Scheinbar alles umgegraben.





Nächste Station war Hechstsheim am Schinnergraben. Während der Trend in Mainz erfreulicherweise zum Einrichtungswagen geht, wird hier geköpft und die Schleife nicht mehr befahren. Das Mittelgleis ist auch weg.




Weiter gings zum Bürgerhaus. Da das Mainzer Netz derzeit in zwei Teile gespalten ist durch Baumaßnahmen dient die Schleife als provisorisches Depot. Meine Hochachtung für diesen langen Inselbetrieb. Andere Verkehrsbetriebe nutzen solche Situationen bereitwillig mehrmonatige SEVs zu fahren, um den Fahrzeugmangel zu kaschieren, in der Hoffnung, dass nach Ende der Baumaßnahmen
a) Woanders gebaut wird
oder
b) Irgendwelche Fahrzeuge vom Himmel fallen






Das Stück bis zum nächsten Gleiswechsel wird dann im Gegengleis gefahren.





Von Hechstheim führte mich mein Weg nach Guntersblum, wo der VRN wieder beginnt.




In Gau-Bischofsheim traf ich auf die ehemalige KBS 661 von Bodenheim nach Alzey, die ich bis Köngerneim befuhr.

1995 abgebaut ist die Trasse, soweit ich sie befuhr, noch komplett erhalten, meist als Radweg. So ist sie zwar vor Überbauung gesichert, eine Rückkehr der Bahn aber wohl dennoch ausgeschlossen.




Das EG steht noch. Samt Bahnsteig und Bahnsteigbeleuchtung. Wo ich mit dem Rad fuhr, hielten in den 80ern noch ETA und Schienenbusse im wenig attraktiven Bundesbahn-Bedarfsfahrplan, der sich an den Bedürfnissen der Bundesbahn orientierte.





















Auch das soll wohl irgendein Denkmal sein, auch wenn es eher nach Abfall aussieht. Was es aussagen soll, erschließt sich mir nicht.









Am Radweg wird auch auf die Bahn hingewiesen.






Ab Undenheim folgte ich noch ein Stück der schon in den 60ern abgebauten Strecke 3567 Richtung Nierstein, die ich nahe Dalheim wieder verließ.


Nun galt es noch um 20:21 den letzten Zug im Halbstundentakt zu bekommen – Es kam zum Showdown des Radfahrtages. Denn Gurgel Maps ermittelte meine Ankunft für exakt für 20:20.

Durch steile Gassen und Feldwege schien die Zeit immer weiter ins Hintertreffen zu geraten. Und als Blechelse mich immer wieder auf holprige und grasbewachsene Trampelpfade leiten wollte, sah ich den Zug schon wegfahren.

Doch dann gelangte ich auf eine Landstraße, mit 1000 m 9 % Gefälle!
So konnte ich trittfrei mit gefühlt 50 Km/h nach Guntersblum Downtown hinunterschnerren, bis ein Laster mich in der Hauptstraße ausbremste. Doch meinen Zug bekam ich noch :-)


Soviel für heute!

Alla hopp!

Antworten:

Rheinhessen ist das Paradies für stillgelegte Strecken schlechthin.
Mit dem Ende des Zuckerrübentransportes war es mit vielen Strecken vorbei, die wenigstens noch im Güterverkehr zeitweise bedient wurden,
ganz abgesehen von den Strecken, welche bereits in den Sechzigern verschwanden ...

von Fabegdose - am 12.05.2017 06:56

Re:

Zitat
Tw237
Es gibt Fahrzeuge, die völlig unsinnigerweise piepsen beim Türschließen. Das nützt keinem, nervt alle und wird wohl nur gemacht „weil mans kann“. Wenn es wenigstens ein Tröten wäre, wie bei der Berliner U-Bahn. Aber nein, es muss ja nervtötend piepsen! Und dabei wäre ein Verbleiben von Körpern oder Körperteilen im Türbereich bei Schließen weitestgehend folgenlos. Zumindest für den Türsteher.

So. Nun habe ich mal ein sehr sehr nerviges Fahrzeug beschrieben. Aber es gibt noch schlimmere Kisten. Die piepsen auch, wenn die Türen öffnen.

Doch der RN-LINT legt noch eine Schippe drauf! Hier piepsen die Türen auch, wenn die Türen beim Halt geschlossen bleiben!



Hast du dich schon einmal mit der entsprechenden TSI PRM beschäftigt?

Bevor du hier einen vom Stapel läßt würde ich dir empfehlen, dies zu tun. Speziell das Kapitel "4.2.2.4.2 Außentüren"...
Zitat

Wenn eine Tür zum Öffnen freigegeben wird, muss ein akustisches Signal ertönen, das für Personen innerhalb und außerhalb des Zuges deutlich hörbar ist.
Kurz bevor eine Tür automatisch oder fernbedient geschlossen wird, muss ein akustisches Signal ertönen, das für Personen innerhalb und außerhalb des Zuges deutlich hörbar ist.

Und das Lastenheft des Bundes-kompetenzzentrums Barrierefreiheit (BKB) schreibt zusätzlich im Kapitel "01.06.01 Fahrzeug-Außentüren"...
Zitat

Türöffnungsdauer mindestens 6 s.
Türfindesignal, das als Ersatz zum Türöffnungssignal bei geöffneter Tür bzw. nach Aussetzen des Türöffnungsfreigabesignals bis zum Beginn des Türschließwarnsignals abgestrahlt wird und blinden und sehbehinderten Fahrgästen die Position der Tür signalisiert.
Signalmerkmale Türfindesignal:
a) Stationäres, regelmäßig wiederholtes Tackgeräusch
b) Frequenzgemisch, das ein Tackgeräusch ergibt (wie in DIN 32981)
c) 3,6 Hz ±0,1 Hz
d) Schalldruckpegel geregelt; Sollwert einstellbar bis 5 dB über Umgebungsgeräusch, jedoch mindestens LAeq,T = 60 ± 2 dB


Sonst noch irgendwelche Probleme?

von Lindenhöfer - am 12.05.2017 07:32

Re: Re:

Zitat
Lindi
Sonst noch irgendwelche Probleme?


Ja.

Nur weil etwas in irgendeiner Regelung so geregelt ist, muss es noch lange nicht gut sein.

Um so etwas dann auch umsetzen zu können, braucht es eben Leute, die jeden Unsinn hinnehmen und nicht hinterfragen. Also Leute wie dich.



So kratzt mich als Fahrgast die TSI PRM recht wenig, wenn ich angenehm reisen will.

Wenn ein Betrunkener in den Zug kotzt, stört mich das Erbrochene. Die Information, was er getrunken hat um das Erbrechen herbeizuführen ist dabei für mich nachrangig.


Ferner vertrete ich den Standpunkt, dass man für eine große Mehrheit nichts gravierend verschlechtern sollte, damit sich für eine kleine Minderheit eine geringfügige, fast nichtige Verbesserung einstellt.

von Tw237 - am 12.05.2017 07:40

Es zwingt dich niemand, mit TSI- konformen Fahrzeugen zu fahren. (owT)

nix

von Lindenhöfer - am 12.05.2017 07:45

Re: Es zwingt dich niemand, mit TSI- konformen Fahrzeugen zu fahren. (owT)

Zitat
Lindi
Es zwingt dich niemand, mit TSI- konformen Fahrzeugen zu fahren




Klar. Das ist doch mal eine Einstellung.

Scheiß Fahrplan?, Langsam? Unfreundliches Personal?

"Es zwingt dich ja keiner mit der Bundesbahn zu fahren".

Mit dieser Einstellung gegenüber dem Kunden hat man es geschafft das deutsche Eisenbahnwesen über Jahrzehnte hinweg in einen Abwärtstrend zu stürzen.

von Tw237 - am 12.05.2017 07:49

Bundesbahn gibt es nicht mehr...

Und im Gegensatz zu "Bundesbahn"- Zeiten hat sich einiges verändert. Aber du bist noch jung, du kannst das nicht wissen...

von Lindenhöfer - am 12.05.2017 07:56

Re: Bundesbahn gibt es nicht mehr...

Zitat
Lindi
Und im Gegensatz zu "Bundesbahn"- Zeiten hat sich einiges verändert. Aber du bist noch jung, du kannst das nicht wissen...



Geh nochmal nach oben. Es ging um deine Einstellung. Und die hat sich offenbar nicht geändert.

Der Rest schon - zum Glück. So manche Nebenbahn, die sonst Leuten mit deinem Marketingverständnis zum Opfer gefallen wäre, konnte durch die Bahnreform gerade noch so gerettet werden.

von Tw237 - am 12.05.2017 08:03

Re:

Du wirst dich daran gewöhnen müssen, daß die kommenden Fahrzeuggenerationen *alle* TSI- Konform konstruiert werden. Somit werden wir (du, ich, alle) damit leben müssen. Das hat auch nichts mit "Einstellung" zu tun. Es ist eine Vorgabe, und damit ist das Thema gegessen.

Eine erblindete Person wird sich darüber freuen, daß es für sie einfacher geworden ist, mit der Bahn zu fahren. Soetwas kannst du als "sehende" Person wohl nicht nachvollziehen. Dafür kann ich dann auch nichts...

Und ja, mich nervt das gepiepe auch, besonders in der frankfurter S- Bahn. Und? Ich muß damit leben und gut ist's. Und du wirst es auch müssen, solltest du in Zukunft nochmals mit der Bahn fahren. Wenn es sich dann nicht gerade um Museums (Zirkus-)züge handelt...

von Lindenhöfer - am 12.05.2017 08:15

TSI Normen

Diese TSI Türnormen sind ebenfalls in den neuen Errungenschaften Velaro ( Baureihe 407 ) bzw ICE 4 ( Baureihe 412 ) eingebaut ! Bleibt die Frage, gilt diese TSI Norm Europaweit oder erstmal auf Deutschland beschränkt ???

von Sprinter 001 - am 12.05.2017 18:53

Europaweit (owT)

nix

von Lindenhöfer - am 12.05.2017 19:13
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