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Nahverkehr Rhein-Neckar
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7
Erster Beitrag:
vor 4 Monaten, 3 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 4 Monaten, 2 Wochen
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Führerbremsventil, A-dot, jockeli, Lokleitung, Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R., Fabegdose, Heidelberger Straßenbahner

Streckenwanderung im „schwarzen Loch“ (Teil 8)

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 03.07.2017 22:36

Vorwort:
Bei den – eigentlich immer schönen und informativen – Reiseberichten liest man ab und an in den Kommentaren, warum eigentlich nie (oder meinetwegen auch selten) Berichte „aus der Region“ eingestellt werden.

Nun will ich diesem Manko abhelfen und das Heidelberger Streckennetz ein wenig zeigen.
Erwartet aber bitte keine perfekten Aufnahmen (dies sei anderen vorbehalten), sondern meine Schnappschüsse zeigen Betriebssituationen, in denen eben Masten, Schilder und Passanten/Fahrgäste und sogar Fahrzeuge vor den Bahnen zu sehen sind!

Bericht:
Heute meine Fortsetzung der Streckenwanderung durchs „schwarze Loch“:



Kurz hinter der Haltestelle Eichendorfplatz an der Kreuzung Karlsruher Straße/Am Rohrbach fährt Anfang September 2016 die rnv8 3273 als Linie 23 nach Handschuhsheim.

Warum die Radfahrspur/Sonderstreifen (da gibt es wohl mehrere verschiedene Auslegungen) an der Haltestelle Eichendorfplatz enden und nicht mehr Richtung Rohrbach weitergeführt wurden entzieht sich meiner Kenntnis.
Ist aber auch eigentlich wurscht – an der Verkehrssituation ändert sich dadurch eigentlich nichts.

Der 18. November 2016 war ein stürmischer und regenreicher Tag. In einer kleine Wind- und Regenpause gelang mir dieses – zugegebener Maßen nicht sehr scharfes Bild – zweier Variobahnen der zweiten Bauserie beim Fahrgastwechsel in der Haltestelle Rohrbach Markt.
Zu dieser Zeit war dies noch leicht an der Lackierung zu unterscheiden, wenn alle Bahnen (die, der ersten Bauserie) ihre 16 Jährige HU hinter sich haben, wird dies nicht mehr so leicht möglich sein.



Am gleichen Tag folgt der M8CNF dem Verlauf der Karlsruher Straße Richtung Rohrbach Süd.

Für die Ahnungslosen (damit sie es nicht bleiben); die – eigentlich - durchgehende vierspurige Römerstraße von Heidelberg kommend endet am Rohrbach Markt, seit der Haltestelle Markscheide liegen die Schienen in der Karlsruher Straße.
Aber dies ist ja etliche Meter nördlich nicht viel anders(ter): kurz nach der Brücke über die Odenwaldbahn geht die bis dahin vierspurige Römerstraße plötzlich in eine Verkehrsberuhigung über, der IV-Verkehr muss scharf links in die Schillerstraße abbiegen → Heidelberg halt! :-/

Und für die Historiker: An dieser Stelle zweigte einst (nach links) die Strecke nach Kirchheim in die Heinrich-Fuchs-Straße ab.

Wenn sich Heidelberg, so wie MA/LU einst Gedanken gemacht hätte, die Straßenbahn wenigstens teilweise „unter die Erde“ zu bringen – hier wäre meiner Meinung nach die geeignetste Stelle gewesen.
Mitten auf der Fahrbahn ist eigentlich (außer den „optimierten“ Signalschaltungen) der verspätungsanfällige Streckenabschnitt auf der Verbindung Heidelberg – Leimen.



Hier wäre ein schönes Vergleichsbild zu früher möglich, wenn ich eines hätte. Vor vielen Jahren, als ich (beruflich) mit dem Straßenbahnfahren angefangen habe, befand sich die Haltestelle Ortenauer Straße noch an der Stelle des Fotografen.
Dort, wo sich heute die Haltestelle Ortenauer Straße befindet, lag eine dreigleisige Wendeanlage, aufgebaut wie Rohrbach Süd. Nur lagen die Gleise deutlich enger beisammen, in das Mittelgleis konnten höchstens die 2,16 m breiten Gtw6a und Gtw8a gestellt werden – und dies auch nur mit eingelegten Spiegeln.



Heute findet der Fahrgast eine deutlich bessere Ein- und Ausstiegssituation vor. Er steht nicht mehr an einer schmalen Insel mitten auf eine vielbefahrenen, vierspurigen Straße und kommt ebenerdig in/aus den Fahrzeug.
„Erkauft“ hat man sich dies mit einer ziemlich engen S-Kurve, die nicht gerade förderlich für die Multigelenkfahrzeuge ist.

Seit der Verlegung der Haltestelle und dem Abbau der Wendeanlage enden alle Kurse der Linie 24 in Rohrbach Süd, dies wurde früher nur zu den Hauptverkehrszeiten gefahren, wenn „der Berufsverkehr rum war“, endete die Linie 24 an dieser Stelle.

Mit den heutigen 2,40 m breiten Fahrzeugen hätte man in dieser Wendeanlage eh' nicht mehr umsetzten können!

Warum man die Haltestelle 60 m lang gebaut hat, erschließt sich mir (eigentlich) nicht. Bei 40 m Länge (wie alle anderen auch) hätte man zum gleichen Preis z.B. eine Seite der Haltestelle Freiburger Straße erhöhen können – wie gesagt hätte.



Nach der Ortenauer Straße beginnt der eigene Gleiskörper, auf dem gerade GTW6D 3263 als Linie 24 das ehemaligen „Amikrankenhaus“ passiert.
Wer hätte an dem Tag, an dem diese Aufnahme entstanden ist, gedacht, dass Heidelberg einmal ohne amerikanische Soldaten ist?

Irgendwie habe ich auf diesem Streckenabschnitt nur Bilder mit „Rögnerwetter“, obwohl meine Bilder in unterschiedlichen Jahren entstanden sind.



Eine rnv8 wartet am Signal der Straßenquerung Christian-Bitter-Straße auf die Weiterfahrt. Der geneigte Fahrgast (bzw. Fotograf) erahnt an dieser Stelle, warum die Linie 24 zur Zeit eine der unpünktlichsten der rnv ist

Beim betrachten dieses Bildes fällt mir immer der Spruch eines Forenmitgliedes ein: „Die ganze Strecke ist versaut, wenn man Mittelmasten baut“.
Dass Diese auf Bildern nicht immer störend wirken, zeigt eigentlich dieser Schnappschuss von der Haltestelle Freiburger Straße Richtung Leimen:



Böse Zungen behaupten immer, dass die HSB Ihre Haltestellen Richtung Leimen deshalb nicht auf 60 m Länge (gut – Ausnahme Ortenauer Straße) ausgebaut hat, damit die OEG hier nicht fahren kann.
Dass sich die Zeiten ändern, zeigt mein folgendes Foto: Im Bereich der Boxbergabfahrt, umgangssprachlich auch am Hundeplatz, fährt eine rnv6 der OEG Richtung Rohrbach Süd.



Seit einigen Tagen ist auch dieses Foto historisch: Mit einer Schrankenanlage versehen heißt diese Stelle nun Bü Nord.
Und ja – ich stand mitten auf der Straße – nur kurz hinter mir (und meinem Auto, vor dem ich stand), geht die auf dem Bild zu sehende gut ausgebaute Straße als ca. 5 m breiter, geteerter Feldweg weiter → und genau so viel Verkehr herrscht hier!
Im Dezember 2016 wurde in der Umsetzanlage Rohrbach Süd eine neue Signalanlage montiert. Nachdem man (sehr) viele Jahre ohne eine solche ausgekommen war, wurde eine provisorische errichtet, dessen Masten auf dem folgenden Bild noch zu sehen sind (die mit dem rot/weißen Betonfüßen):



Das Bild entstand bei der Abnahme der momentanen Signalanlage, die aus einem Sh1 Schild und einem Gleismagnet besteht.
Selbstredend hatte ich (wir) unseren Aufenthalt der Betriebszentrale telefonische gemeldet und trugen die entsprechende Warnkleidung, während uns Tw 3272 auf seinem Weg nach Leimen passiert.

Beim betrachten des folgenden Bildes könnte man (oder Frau) durchaus ein Lied von Reinhard May im Hintergrund laufen lassen.
In irgendeinem singt er die Strophe: An einem nebligen Novembertag ….....................

Leider fällt mir momentan nicht ein; welches.

Auch entstand dieses Bild nicht im November, sondern an Nikolaus.



Zu meinem letzten (heutigen) Bild noch eine kleine Geschichte:
Von meinem Nachbarn (arbeitet in Leimen), muss ich mir des öfteren anhören, dass es die Schrankenanlage des Bü L 600 überhaupt nicht gut findet. Immer, wenn der angefahren käme, wären diese geschlossen und er müsse warten.
Meist entgegne ich Ihm, dass auch wenn ich gefahren käme, die Schranken geschlossen seien – aber ich finde dies gut, denn ich müsse (geschlossene Schranken!) nicht halten!

Das Ausnahmen die Regel bestätigen, zeigt ein letztens Bild: An einem der (seltenen) Tagen, an denen ich an dieser Stelle mit meinem Pkw unterwegs bin, muss auch ich halten:



Und kaum verlässt man Heidelberg, ist auch schönes Wetter; die Gemarkungsgrenze Heidelberg/Leimen befindet sich ziemlich genau am Ende der Eingleisigkeit.
Der Erdbeerverkaufsstand auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich noch auf Heidelberger Gebiet, das anschließende Weingut Seeger liegt bereits in Leimen.

Salü Erhard

Antworten:

Novembertag

[www.youtube.com] :joke:

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 04.07.2017 06:35

Re: Novembertag

Eigentlich bestes Lied überhaupt von Reinhard Mey, leider hier ohne das Originalvideo aus den Siebzigern.

von Fabegdose - am 04.07.2017 08:19
Zitat

„Die ganze Strecke ist versaut, wenn man Mittelmasten baut“.

Wer sagt denn sowas??? :confused:

von Lokleitung - am 04.07.2017 08:44
Zitat
Heidelberger Straßenbahner
die – eigentlich - durchgehende vierspurige Römerstraße von Heidelberg kommend endet am Rohrbach Markt, seit der Haltestelle Markscheide liegen die Schienen in der Karlsruher Straße.
Aber dies ist ja etliche Meter nördlich nicht viel anders(ter): kurz nach der Brücke über die Odenwaldbahn geht die bis dahin vierspurige Römerstraße plötzlich in eine Verkehrsberuhigung über, der IV-Verkehr muss scharf links in die Schillerstraße abbiegen → Heidelberg halt! :-/


Ist es nicht so, das die Römerstraße zu einer deutlich schmaleren Stadtteilstraße ausschließlich für Rohrbach bzw. die heutige B3 zu einer Anliegerstraße mit hauptsächlich Straßenbahnverkehr werden soll? Die eigentlich durchgehende neue Straße ist doch als L660a außenrum gebaut. Wieviel Heidel braucht es, die zur Bundesstraße hochzustufen?

von jockeli - am 04.07.2017 16:50
Zitat
Heidelberger Straßenbahner

„Erkauft“ hat man sich dies mit einer ziemlich engen S-Kurve, die nicht gerade förderlich für die Multigelenkfahrzeuge ist.


Ich sehe das eigentlich eher umgekehrt.
Die Multigelenkfahrzeuge sind nicht gerade förderlich für die Infrastruktur.
Aber wie man so hört sollen solche Fahrzeuge ja glücklicherweise nicht mehr beschafft werden.

von Führerbremsventil - am 04.07.2017 18:15
Zitat
jockeli
Ist es nicht so, das die Römerstraße zu einer deutlich schmaleren Stadtteilstraße ausschließlich für Rohrbach bzw. die heutige B3 zu einer Anliegerstraße mit hauptsächlich Straßenbahnverkehr werden soll? Die eigentlich durchgehende neue Straße ist doch als L660a außenrum gebaut. Wieviel Heidel braucht es, die zur Bundesstraße hochzustufen?

Welche durchgehende Straße? Die B535 und L600a führen im großen Bogen an vollkommen andere Stellen in Heidelberg bzw. dienen hauptsächlich der Anbindung der Autobahnzufahrt Heidelberg/Schwetzingen (B535 aus Richtung Leimen und Rohrbach, L600a aus dem Rest der Stadt).

Die Römerstraße bleibt vorgesehen durchgehend vierspurig in Rohrbach und in der Südstadt. Eine Tunnelung oder Tieferlegung, wie insbesondere in der Südstadt im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Konversion Mark-Twain-Village intensiv gefordert, wird von der Stadt aus Kostengründen (bzw. ohne Angabe von Gründen) von vornherein abgelehnt; in Rohrbach dürfte die letzte Forderung nach Tunnelung der Römerstraße inzwischen ein Jahrzehnt alt sein.

Hauptsächliche aktuell geplante Änderung bei der Römerstraße ist eine Ausbreitung der Verkehrsfläche in der Südstadt durch Anlegen von Längsparkplätzen bei gleichzeitigem leichten Verkleinern der Fahrspuren.

Die Karlsruher Straße in Rohrbach / Rohrbacher Straße in der Südstadt kann faktisch nur zu einer Anliegerstraße werden, wenn die Durchfahrt im heutigen Stil - d.h. hauptsächlich die Anbindung in der Weststadt - deutlich geändert wird. Die Entwicklung seitens der Stadt und Heidelberger Parteien * ist hier (leider) allerdings genau gegenläufig - die Verkehrszuwegung war vor Einrichtung des unsäglichen Kreisels zwischen Rohrbacher Straße und Franz-Knauff-Straße deutlich mehr darauf ausgelegt, Verkehr aus der Rohrbacher Straße wegzulenken. Die Hauptverkehrsbelastung in der Rohrbacher Straße verläuft auch nicht aufgrund der Zuwegung aus Richtung Leimen/Rohrbach (d.h. in die Stadt rein), sondern als Verkehr aus der Innenstadt heraus in Richtung Leimen/Wiesloch mit zusätzlichem Elterntaxiverkehr hauptsächlich aus dem Heidelberger Osten.
Bei dem Wort "Anliegerstraße" schwingt allerdings übrigens auch immer "30 km/h" mit, was man nicht vergessen sollte; es gibt auch durchaus Lobbygruppen, die entsprechendes in den letzten Jahrzehnten forderten. Und das wäre für den Straßenbahnverkehr auf dem Abschnitt wenig förderlich.

Momentane Entwicklung bei der Rohrbacher Straße geht in die Richtung, den Parkdruck und die Verkehrsbelastung zu erhöhen indem Parallelstraßen (insbesondere die Turnerstraße) in nur noch halbseitig beparkbare Fahrradstraßen umgewandelt werden sollen. Prinzipiell sinnvoll insoweit, als dass damit vielleicht mal der Fahrradverkehr nicht mehr den Straßenbahnen im Weg steht - ob das angenommen wird solange die massivst unfallträchtigen Seitenstreifen in der Rohrbacher Straße weiter bestehen ist eine andere Sache.
Dazu als Anmerkung:
Zitat

Warum die Radfahrspur/Sonderstreifen (da gibt es wohl mehrere verschiedene Auslegungen) an der Haltestelle Eichendorfplatz enden und nicht mehr Richtung Rohrbach weitergeführt wurden entzieht sich meiner Kenntnis.

Weil beim erst deutlich später umgesetzten dritten Bauabschnitt - der Abschnitt zwischen Eichendorffplatz und Am Rohrbach - die Sinnhaftigkeit des Seitenstreifens (nach StVO ist es ein solcher, und damit ein Fußgängerverkehrsbereich mit erlaubter Mitnutzung durch Fahrräder und Halteplatznutzung für KFZ) so langsam mal in Frage gestellt wurde. Dies dabei auch unter der Überlegung dass der zweirädrige Hauptquellverkehr erst an der Haltestelle Eichendorffplatz aus Seitenstraßen zusickert.

--
* hauptsächlich betrieben durch eine Partei, die vom Parteiprogramm eigentlich nicht gerade den kontinuierlichen Autofahrerlobbyismus betreiben sollte, den sie in Heidelberg tut.

von A-dot - am 06.07.2017 23:34
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