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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Erster Beitrag:
vor 3 Monaten, 2 Wochen
Letzter Beitrag:
vor 3 Monaten, 2 Wochen
Beteiligte Autoren:
Heidelberger Straßenbahner, Sandhase, Lokleitung

Unterwegs mit dem Heidelberger Straßenbahner

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 01.10.2017 19:13

Meine letzten Reiseschilderung enttäuschte offensichtlich zumindest Einen. Hatte ich mit meinem Titel falsche Erwartungen geweckt?

Eigentlich wollte ich diesen Bericht überschreiben: Auf den Zähnen den Berg hinauf – aber lassen wir (also ich) dass, und so gibt es heute – und in die nächsten Erzählungen - keine gesonderte Überschrift.

Vor ein paar Tagen – oder besser gesagt – Monaten trafen sich 4 Eisenbahn Verrückte Interessierte zu extrem einstelliger Uhrzeit im Heidelberger Hauptbahnhof um eine wagemutige Zugfahrt zu unternehmen. Wagemutig aus dem Grund, da die Umsteigezeiten an den einzelnen Bahnhöfen extrem sportlich ausgelegt waren und die DB (Vielfahrer kennen dies) mit dem Begriff „pünktlich“ immerhin 6 Minuten Verspätung mit einbezieht.
Und gleich beim ersten Umstieg in Mannheim hatte „unser“ weiterführende ICE +15 (Richtung Freiburg durchaus noch ausbaufähig), der Anschluss in Basel (8 Minuten Umstiegszeit) also relativ unwahrscheinlich.



Trotz aller Unkenrufen eines Mitfahrers („wenn ich Zug fahre, geht immer was schief“), erreichten wir den Zug doch noch und bei einem weiteren Umstieg irgendwo in der Schweiz (meist lese ich unter den Bildern dann → leider Notiz verloren – oder auch gerne genommen: Rätselbild :--D) konnte ich das oben gezeigte Bild eines Triebwagenzug RABe 535 der BLS (Lötschbergbahn) aufnehmen.



Beim nächsten Foto weiß ich wieder wo ich war: In Erstfeld endete unser Zug auf Gleis 2, mit dem Flirt-Triebwagen RABe 524 der SBB auf Gleis 4 sollten wir die Gotthard – Nordrampe erklimmen.

Beim Schreiben und Betrachten meiner Bilder fällt mir nun auf: Wo ist eigentlich Gleis 3? Aber es soll ja auch in London ein Gleis 9 ¾ geben – oder Lösungsansatz 2; der Planer vom OEG-Bahnhof Käfertal hat hier die Verantwortung für die Nummerierung übernommen.

Für eine nähere Analyse blieb keine Zeit, wozu auch – ich denke nicht , dass die Schweizer Bundesbahn die Gleiseinteilung ändern wird. Ebenso unverständlich war für mich, warum mitten in der Provinz Züge enden/beginnen – aber dass soll ja auch bei anderen Eisenbahnunternehmen so sein :nixweiss:.

Und wie mein Schwager bei solchen Gelegenheiten zu sagen pflegt: Wir sind hier bei „so isses“ und nicht bei „Wünsch Dir was“.



Nach relativ kurzer Fahrzeit durchfuhren wir die Ortschaft Wassen. In der Presse liest man immer, dass die berühmte Kirche 3x von verschiedenen Seiten zu sehen sei. Entweder irrt hier die Presse, es ist eine Fake-Nachricht – oder ich habe eine der Dreien verpasst.
Auf meinem (undeutlichen) Bild habe ich sie auf jeden Fall zum 2. Mal gesehen. Welche Ansicht ich verpasst habe, ließ sich nicht mehr recherchieren.

Schnell (oder es kam mir nur so vor) war Göschenen erreicht, für uns - erst mal - das Ende unserer Fahrt mit der Normalspur.



Vor (oder hinter – je nach Sichtweise) dem Bahnhofsgebäude kann der geneigte Reisende seit 12. Juli 1917 in die Schöllenenbahn umsteigen. Im Jahre 1961 fusionierte diese mit der Furka-Oberalp-Bahn. Heute warten hier die Bahnen der Matterhorn-Gotthard-Bahn (hierzu später mehr) auf die Fahrgäste.

Für ein Bild des Steuerwagens reichte die Zeit vor der Abfahrt.



Ursprünglich hatten die Planer der Gotthardbahn den Eingang des Scheiteltunnel (Voriges Bild) bei Andermatt vorgesehen. Auf Grund der hohen Baukosten mit einer weiteren Schleife ins Göscheneralptal nahm man hiervon Abstand, was zum Bau der 3,5 km langen, 179 ‰ steilen Schöllenenbahn führte.

Leider sieht man von der Landschaft extrem wenig, entweder der Zug fährt in einem der 3 Tunnel, oder eben durch eine Lawinenschutzgalerie.

Kurz nachdem wir Andermatt erreicht hatten, fuhr vom Oberalppass kommend ein Zug aus Disentis ein, bespannt war er mit einer der 13 HGe 4/4.
Auch dieser Zug endete in Andermatt. Die einzigen durchgehenden Züge nach Brig scheinen lediglich die Glasierexpress zu sein.





In Andermatt ist der Rangiertraktor Tm 2/2 74 stationiert, er wurde 1991 von der Kerkerbachbahn übernommen.

Während wir uns – zu Fuß übrigens – in Richtung unseres Quartiers aufmachten, fährt im Zahnstangenabschnitt zum Oberalppass hoch ein Pendelzug, geschoben von einem der Gepäcktriebwagen Deh 4/4.



In Andermatt verbrachten wir, bevor wir am nächsten Tag weiterfuhren, eine Nacht. Ein passender Grund, meine Geschichte zu unterbrechen.


In ein paar Tagen – oder etwas später – mehr.


Salü Erhard

Antworten:

Zitat
Heidelberger Straßenbahner
...
In Andermatt ist der Rangiertraktor Tm 2/2 74 stationiert, er wurde 1881 von der Kerkerbachbahn übernommen.
...


Danke für den Bericht, und schön eine alte Bekannte wiederzuentdecken.
Aber ich weiß schon, warum ich der Schweiz nichts abgewinnen kann. Wenn man dort aus einer hübschen Kleinlok mit dem wohlklingenden Namen 333 901 eine Bruchrechnung macht, die Eins ergibt :nee:
:nee: Und was hat die geritten, die Maschine Traktor zu nennen?
Bei den Franzosen heißt sowas wenigstens Locotracteur, da kommt noch die Lok drin vor, aber die Bezeichnung Traktor hat dieses gute Stück wirklich nicht verdient.

Die Lok wurde übrigens 1958 von Ruhrtaler als Lok 18 für die meterspurige Kerkerbachbahn gebaut, bei Aufgabe der Meterspurstrecke 1961 auf Regelspur umgespurt und bei der Übergabe der kurzen regelspurigen Reststrecke an die DB Anfang 1975 mit übergeben, 333 901 genannt und beim Bw Limburg stationiert. Ende 1978 muss sie auch mal kurzzeitig beim Bw Mannheim beheimatet gewesen sein, wurde aber schon im Mai 1979 aus dem DB-Bestand gestrichen und kam über einige Zwischenstationen, unter anderem bei der VEBEG und bei der sogenannten Schweinebacke in die Schweiz (aber erst 1991, nicht 110 Jahre zuvor), wo sie auf Meterspur zurückgebaut wurde und diese schändliche Bezeichnung erhielt.
Siehe auch >>> hier

von Lokleitung - am 01.10.2017 21:11
Zitat
Heidelberger Straßenbahner



Trotz aller Unkenrufen eines Mitfahrers („wenn ich Zug fahre, geht immer was schief“), erreichten wir den Zug doch noch und bei einem weiteren Umstieg irgendwo in der Schweiz (meist lese ich unter den Bildern dann → leider Notiz verloren – oder auch gerne genommen: Rätselbild :--D) konnte ich das oben gezeigte Bild eines Triebwagenzug RABe 535 der BLS (Lötschbergbahn) aufnehmen.


Das ist Luzern Hauptbahnhof.


Zitat
Heidelberger Straßenbahner


Beim nächsten Foto weiß ich wieder wo ich war: In Göschenen endete unser Zug auf Gleis 2, mit dem Flirt-Triebwagen RABe 524 der SBB auf Gleis 4 sollten wir die Gotthard – Nordrampe erklimmen.


Nicht Göschenen, sondern Erstfeld. Links die Krokohalle.

von Sandhase - am 02.10.2017 06:53
Hallo,

Ah - danke für die Berichtigungen. Wäre doch besser gewesen, meine Schilderung morgens zu schreiben - und nicht abends. seufz


Salü Erhard

von Heidelberger Straßenbahner - am 02.10.2017 09:20
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