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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Lokleitung, Heidelberger Straßenbahner

Unterwegs mit dem Heidelberger Straßenbahner

Startbeitrag von Heidelberger Straßenbahner am 07.12.2017 20:54

Weiter geht es mit unserer Reise zur Furka - obgleich ich heute über unsere Rückfahrt berichte!

Obwohl mein letzter Bericht in Zermatt geendet hat, übernachtet haben wir in Brig. Dem ersten Eindruck nach in einem ehemaligen „Stundenhotel“.
Nur – mein erster Eindruck (von außen) täuschte: Die Angestellten waren sehr nett und zuvorkommend, das Zimmer (mit Bahnhofsblick) eigentlich prima und das Frühstück erstklassig. Bis heute verstehe ich Niemanden, der auf seinen Reisen auf ein Frühstücksbuffet verzichtet.

Gut ausgeschlafen und frisch gestärkt liefen wir über den Bahnhofsvorplatz (mit dem Bahnhof der MGB, wie wir im letzten Teil „gelernt“ haben) zum Bahnhof der SBB.
Auf Gleis 1 wartete bereits unser Zug, der uns nach Lausanne bringen sollte – und natürlich auch brachte.

Unsere Zugfahrt führte uns Rhone abwärts. Bei einem kurzen Zwischenhalt in Martigny gelang mir ein Schnappschuss von einem der drei RaBe 527 der Transports de Martigny et' Règions (TMR). Die normalspurige Strecke verbindet seit 1910 Orsière mit dem Bahnhof, in dem die Aufnahme entstand.



Der Bahnhof Lausanne liegt etwas oberhalb des Genfer Sees - und unterhakb der Stadt. Unser „Reiseleiter“ wollte uns „seine“ Stadt, in der er einige Jahre gewohnt hat, näher bringen; ständig bergauf liefen wir einmal quer durch die Stadt, die mir eigentlich noch weniger gefiel, als das bekannte Bergsteigerdorf.

Wenigstens ein Bild eines richtigen Oberleitungsbusses (also keine verkrüppelte Form, wie in einer Monopolregion) war möglich, wenn auch nur "schräg von vorne":



Doch irgendwann ist jede Umstiegszeit vorbei, und wir fanden wieder zum Bahnhof zurück. Vor der Einfahrt „unseres“ Zuges, gelang mir ein Bahnhofstandartbild von zwei Flirt RABe 523 der SBB, hergestellt 2004 bei Stadler Rail.





Unser Zug fuhr pünktlich in den Bahnhof ein. Zum wiederholten Male wunderte sich unser Reiseleiter, dass alles wie am berühmten Schnürchen klappt – zum x-ten Male bekamen wir auf unserer Reise den Satz: „Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, passiert immer etwas“, zu hören. :eek:

Offenbar hatte sein Wunsch irgendwo Gehör gefunden: Kurz vor Basel SBB erklang die nette Stimme der Zugführerin dass aufgrund eines Ereignisses in Deutschland der Zug am nächsten Bahnhof ende und nicht weiterfahre. In 30 Minuten verkehre eine S-Bahn zum Badischen Bahnhof, vor dort aus, „bemühe sich die DB einen Zug bereitzustellen“.

Wie die Reisenden eines Fernzuges in eine 70m lange S-Bahn passen sollen, war mir ein Rätsel! Und ich wollte es auf keinen Fall gelöst haben, die Chance, dass wir auf dem Bahnsteig stehen würden und nicht in dieselbe passen würden, lagen meiner Schätzung unter 30%. Neben der Rolltreppe sah ich auf einem DFI der Straßenbahn, dass die Linie 2 in 3 Minuten zum Badischen Bahnhof fahren würde.
Und wozu doch 3 Minuten alles langen – sogar zum Fahrkartenkauf (also insgesamt 4) am Automaten.



Alles Weitere in Kurzform: Infoschalter – gleich ICE auf Gleis 2 – Zug da, fährt nicht – wieder Infoschalter – zweiter ICE auf Gleis 3 – Sitzplatz ergattert – Ansage: Zug auf Gleis 2 fährt eher – wir (und viele Andere) umgestiegen – Ansage: kein Personal da – Zug auf Gleis 3 fährt wohl doch eher – viele rennen zurück (wir nicht, ich streikte) – urplötzlich und ohne Ansage fährt der Zug, in dem wir saßen, unter den verdutzen Gesichtern der Ausgestiegenen, los – in Freiburg geht nix mehr – nach 30 Minuten Ansage: Durch den Sturm viele Bäume auf der Strecke + Fahrleitung gerissen, heute fährt nix mehr gen Norden – alle zum Infoschalter – dort warten schon die Reisenden der 10 Züge vor uns – Hotelzimmer aus – Verzweiflung!

Und zur Krönung dann der Satz: „Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, passiert immer etwas“ - danke für das Gespräch!

Unnötig zu sagen, dass die grünen Busse ebenfalls ausgebucht waren, obwohl der Fahrpreis innerhalb von Minuten ins unermessliche gestiegen war – Angebot + Nachfrage eben.

Nach einer geraumen Zeit bot uns einer der vielen Taxifahrer an, uns für 260,-- € nach Baden-Baden zu bringen → Wucher. Bei 200,-- € wurden wir uns handelseinig – und los ging's.



Mit Baden-Baden meinte er natürlich Baden–Oos. Wenige Minuten nach unserer Ankunft brachte uns eine Straßenbahn auf den Bahnhofsvorplatz nach Karlsruhe – wieder ein Stück der Heimat näher.





Beim betreten der Bahnhofshalle wurde mir schlagartig klar, warum nur wenige Reisende in Baden-Oos gestanden hatten, die befanden sich noch in der Fächerstadt. Obwohl es meines Erachtens viel weniger waren, als in Freiburg, aber vielleicht ist hier auch die Bahnhofshalle größer!

Offenbar waren in Karlsruhe auch keine Zimmer mehr zu bekommen, wobei ich die Bezeichnung Hotelzug leicht für übertrieben halte. Aber eine Bessere ist mir – bis heute übrigens – auch nicht eingefallen.



Kurze Zeit später fuhr ein ICE in den Bahnhof ein, dieser hatte tatsächlich auch Personal. Mit einer leichten Verspätung (so um die + 120) setzten wir unsere Reise fort.
In Mannheim erreichte ich gerade den RE in Richtung Heimat, die ich dann ca. 5 Stunden später als ursprünglich geplant erreichte.



Aber getreu dem schwäbischen Motto: „Net geschend is scho globt genug“ wollte ich die Reise dann doch nicht beenden!
Unser „Reiseleiter“ hatte alles perfekt geplant und gebucht – Respekt! :spos:
Wobei es mir immer noch rätselhaft ist, wie er dass mit den Bäumen auf der Strecke zwischen Freiburg + Baden-Baden so plötzlich organisiert hatte.

Und getreu einem anderen Wahlspruch (immer wieder gerne!); er kann sofort die nächste Reise planen → ich bin dabei!



Salü Erhard

P.S.: Die DB zeigte sich bei der Fahrpreiserstattung sehr kulant. Und man sollte ja auch Erfahrungen sammeln. Um eine war ich jetzt auf jeden Fall reicher.

Antworten:

Das sind die Erlebnisse, die eine Reise interessant machen :spos:

von Lokleitung - am 08.12.2017 15:29
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