Scan 12241 und 12242, oder warum das scannen so wichtig ist...

Startbeitrag von Lokleitung am 23.01.2018 20:53

Nur mal so nebenbei bemerkt...

...es ist ja schon irgendwie ein Lebenswerkund erfordert extreme Gelassenheit, unzählige Dias und Negative Tag für Tag durch den Scanner zu ziehen. Ich habe in den 1970er Jahren zu fotografieren angefangen, verstärkt etwa ab 1980. Früher gab es auf (fast) jeder Filmpackung den Hinweis zu lesen "Da sich Farben im Laufe der Zeit verändern können, leisten wir bei Farbveränderungen keinen Ersatz".

Es war ja schon irgendwie normal, dass die gleiche Szene, aufgenommen mit Agfa, Fuji oder Kodak auf dem Bild letztendlich unterschiedlich aussah. und von einigen Filmtypen war man es ja gewöhnt, dass sie, sagen wir mal, die Realität in "speziellen" Farben abbildeten.Ganz vorne dabei die Foto-Quelle-Eigenmarke "Revue", die oft vom Labor schon irgendwie rotstichig zurückkam. Außerdem der Orwochrom UT 18, der bei gutem Wetter auch gute Ergebnisse lieferte, aber wenn die Sonne fehlte oft durch sehr matschige Farben "glänzte". Bei irgendwelchen No-Name-Filmen durfte man sich dann auch gerne mal überraschen lassen :)

Sobald es mir mein Budget erlaubte, griff ich ab 1983 eigentlich fast immer zum Fujichrome RD 100. Der zeigt sich auch heute noch überwiegend in gutem Zustand, am Farbregler hilft oft etwas weniger Blau und manchmal ein bisschen mehr rot. Selbst namenlose Filme aus der Zeit zwischen 1975 und 1982 sind oft noch recht gut erhalten. Und auch die "alten" Agfa CT 18, CT 21 und Perutz C 19 sind oft noch ziemlich gut, obwohl ihr Filmaufbau eigentlich schon damals technisch überholt war. Produkte aus dem Hause Kodak waren mir damals viel zu teuer, und in Anbetracht der schlechten Scanbarkeit von Kodachrome-Filmen bin ich im Nachhinein auch ganz dankbar dafür. Zugegeben, was die Farbtreue betrifft war Kodachrome aber wohl das stabilste, was es auf dem Markt gab.

Etwa 1992 freundete ich mich mit den "neuen" Agfa-Filmen an, der CT 100 lieferte Ergebnisse, die mit "meinem" Fuji RD 100 vergleichbar waren, und der CT 200 war oft nur unwesentlich teurer, aber dafür bekam man eine Blendenstufe "geschenkt". Wenn ich damals gewusst hätte, was mal aus diesen Dias wird, ich hätte diese Filme nie gekauft. Sie sind heute meine absoluten Problemfälle und zeigen sich häufig in tiefem Blau bis violett - völlig egal, ob sie bei ProMarkt, Horten oder original bei Agfa entwickelt wurden. Etwa zwei Jahre lang habe ich sie des öfteren eingesetzt, ehe ich wieder zum Fuji zurückgekommen bin.

Und, nur mal so als Beispiel, ein Bild, das am 16. Juni 1993 im Bahnhof Dresden Neustadt aufgenommen wurde. Die noch ziemlich junge 112 029 ist in der rechten Hälfte schon gewaltig gealtert. Was allerdings daran liegt, dass ich sie auf Agfa CT 200 fotografiert habe. Ein Bild mit gutem Kontrast und mit der Sonne, wo sie sein sollte. Die rechte Hälfte ohne Farbkorrektur, die linke Hälfte massiv an den Reglern gedreht...




Auf anderen Bildern, die für mich wertvoll und historisch gesehen interessant wären, aber nicht unter optimalen Belichtungsbedingungen aufgenommen wurden, versinken die schlechter belichteten Partien in einem kontrastlosen Matsch. Gleicher Tag, gleicher Film, gleicher Ort, gleiche Baureihe, aber anderer Blickwinkel - 112 027 mit IC-Garnitur und tschechoslowakischem Speisewagen, aber wo ist die Pufferbohle?!?:



Es ist wirklich allerhöchste Zeit, diese Dias zu digitalisieren...

Scan Nr: >>> 10.000 10.500 11.000 11.500 12.000

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