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Nahverkehr Rhein-Neckar
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Frage zu Waghäusel

Startbeitrag von jockeli am 12.05.2018 10:07

Wann und warum wurde eigentlich im Bereich von Waghäusel die alte Rheinbahnstrecke verlegt und der neue Regio-Bahnhof gebaut.
Warum ist da noch ein Stück Überholgleis für Güterzüge übriggeblieben?

link zu openrailway bzw openstreetmap

Die 50 interessantesten Antworten:

Man hat durch die Verlegung des Bahnhofes die Strecke begradigt und wurde dadurch auch die schmalen badischen Bahnsteige los.
An dem alten Bahnhof gab es noch reichlich Ortsgüterverkehr mit Anschlussgleisen (Metallverarbeitende Firma und Zuckerfabrilk!).
Der neue Bahnhof ist ein reiner Personenbahnhof.

von E60 - am 12.05.2018 19:45
An den “alten” Gleisen bzw. jetzt Güterzuggleisen ist sogar noch ein kleiner Rest vom alten Bahnsteig inkl. Stationsschild erhalten. Zumindest vor ein paar Jahren hab ich mal ein Bild davon gemacht, hab es aber auf die Schnelle jetzt nicht mehr gefunden.

Die Strecke ist ja auch in anderen Bereichen teilweise etwas verlegt worden, bsp. in Neulußheim gab es ja bis Ende der achtziger anstatt der Brücke über die Gleise einen Bahnübergang, inkl. Anschlussgleisen zum Sägewerk mit Rangierverkehr. Die Strecke verlief da auch etwas näher am Ort, den alten Bahnhof gibt es ja noch. Im Zuge des Baus der Schnellfahrstrecke wurde das dann umgebaut. Evtl. datiert der Umbau in Waghäusel ja zu ähnlicher Zeit - auch wenn die Schnellfahrstrecke im Bereich Waghäusel nicht in unmittelbarer Nähe der Bestandsstrecke verläuft.

Gruß
Stefan

von Stef BRN - am 14.05.2018 12:11
Zitat

Die Strecke verlief da auch etwas näher am Ort, den alten Bahnhof gibt es ja noch. Im Zuge des Baus der Schnellfahrstrecke wurde das dann umgebaut

Und was hat die Verlegung der Strecke dann gebracht, bzw. was hatte man sich davon erhofft (außer, dass die Bahnanbindung damit für viele aufgrund der größeren Entfernung unattraktiver geworden ist)?
Ich schließe vielleicht noch die Frage an, an welchen Stellen Reste der alten Strecke (besonders Bahnhofsgebäude) übrig geblieben sind. Die Betonbunker (Hockenheim), die mit der Verlegung kamen, sehen ja alle furchtbar aus.

von Abfahrer - am 14.05.2018 20:43
Zitat
Abfahrer
Zitat

Die Strecke verlief da auch etwas näher am Ort, den alten Bahnhof gibt es ja noch. Im Zuge des Baus der Schnellfahrstrecke wurde das dann umgebaut

Und was hat die Verlegung der Strecke dann gebracht, bzw. was hatte man sich davon erhofft (außer, dass die Bahnanbindung damit für viele aufgrund der größeren Entfernung unattraktiver geworden ist)?
Ich schließe vielleicht noch die Frage an, an welchen Stellen Reste der alten Strecke (besonders Bahnhofsgebäude) übrig geblieben sind. Die Betonbunker (Hockenheim), die mit der Verlegung kamen, sehen ja alle furchtbar aus.


Die Verlegung hat gebracht, daß man 10 Sekunden früher abfahren konnte. :joke:

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 14.05.2018 20:47
der kurze Artikel in wikipedia nennt die 70er Jahre als Bauzeit, noch unabhängig von der Schnellfahrstrecke (die wurde 1987 fertig)
"In den 1970er-Jahren wurde der Bahnhof um einige hundert Meter weiter nach Norden verlegt. "

Zuckerrübenverkehr gab es wohl zuletzt 1992, die Zuckerfabrik wurde inzwischen geschlossen und stark zurückgebaut

von jockeli - am 15.05.2018 06:23
Hockenheim und Neulußheim waren damals (wenn ich mich richtig erinnere) zwar nicht wirklich begeistert von der SFS, wollten aber, wenn sie denn schon gebaut würde, eine Art "Bündelung" der Verkehrstrassen erreichen und vor allem noch Umgehungsstraßen als "Nebeneffekt" herausschlagen, die dann auch den Durchgangs-IV aus den Orten heraushielten. Und das haben sie ja erreicht. Dass damit die Bahnhöfe ein wenig aus dem Ort wegrücken war ja gewollt, das konnte man dem Normalbürger problemlos als Lärmschutzmaßnahme vermitteln.

Die Bahnhofsgebäude waren meines Erachtens für die Achtziger- und frühen Neunziger architektonisch durchaus gut gestaltet, noch weit weg vom heutigen klotzigen Einheitslook. Barrierefreiheit war natürlich noch ein Fremdwort, und alles war irgendwie ein bisschen groß geraten. Und dann hat man die Gebäude eben, wie so oft, nach dem Bau sich selbst und dem Vandalismus überlassen. Der Umsatz der Läden rechtfertigte die Mieten nicht und Fahrkartenschalter brauchte man nicht mehr. Und so sieht es heute aus...



Aber zurück zu Waghäusel.
Die Verlegung könnte möglicherweise schon im Hinblick auf die SFS geschehen sein, aber ich denke, sie hatte andere Gründe. Beim Blick auf die Karten würden mir spontan folgende Dinge einfallen:

- Platzgewinn für eine Unterführung, um einen oder mehrere (?) höhengleiche Bü abzuschaffen
- Neuanlage von Parkplätzen
- den schon genannten Entfall der schmäleren alten Bahnsteige
- den Entfall des engen Bogenradius' in der alten Trassierung, um schnellere Durchfahrten zu ermöglichen und
- die Verlegung der Bahnsteige an deutlich geringere Gleisbögen, um das Spaltmaß zwischen Einstieg und Bahnsteigkante zu reduzieren
- Ersatz des alten und sicher nie wirklich renovierten Bahnhofsgebäudes durch "etwas Zeitgemäßes"
(viele Bahngebäude waren damals ja noch mit Holz und Kohle ofengeheizt, einfachverglast und nicht wärmegedämmt.)

Meine Vermutung geht in Richtung Abschaffung des höhengleichen Bü als Hauptgrund.

von Lokleitung - am 15.05.2018 10:01
Vielen Dank, Lokleitung. Deine Beschreibung entspricht auch genau meinen Einschätzungen. Ich glaube aber dennoch, dass die Entscheidung rückwirkend eine schlechte für die Hockenheimer und Neulußheimer war.
Bei meinem letzten Besuch in Hockenheim staunte ich nicht schlecht, wie unglaublich lange es sich in das Stadtgebiet zu Fuß zieht. Die Bahnhöfe sind ohne Rad oder PKW (P+R) völlig unbrauchbar und das verursacht natürlich auch Mehrverkehr in der Stadt selbst. Ist wohl auch der autoaffinen Poltik von damals zuzuschreiben.

Die wirklich sehr zentrale Bahnhofslage in Schwetzingen (direkt am Schloss) und Oftersheim ist doch ein Segen. Die beiden Bahnhöfe erschließen praktisch das gesamte Stadtgebiet mit sehr kurzen Fußwegen und günstiger noch als z.B. die SL 22 den Pfaffengrund an die Innenstadt von HD anbindet (mit viel mehr Haltestellen und Fahrzeit). Noch gescheite Taktfahrpläne und die zwei Haltepunkte in Hirschacker und die Stadt hat den perfekten Nahverkehr, besser als jede Straßenbahn.

Aber auch da traue ich unseren Reigonalpolitikern zu, dass irgendeiner auf die Idee kommt, den ganzen Gleisanlagenkomplex mit den Bahnhöfen aus Schwetzingen und Oftersheim heraus an die SFS zu verlegen, damit man dort ganz toll Sozialwohnungsbau, Umgehungsstraßen und eine lahme, teure, unvernetzte und überfüllte Stadtbahn mit ewigen Fahrzeiten als Ersatz planen kann.
Heidelberg hat es schon vorgemacht. In Altona machen sie es nach. Eigentlich lustig, wenn es nicht so traurig wäre. :(

Von den schönen historischen Bahnhofsgebäuden blieb auch nichts übrig. In HD wenigstens noch Karlstor.

von Abfahrer - am 15.05.2018 14:50

Hockenheim etc.

Zitat
Zp9
...Ich glaube aber dennoch, dass die Entscheidung rückwirkend eine schlechte für die Hockenheimer und Neulußheimer war.
Bei meinem letzten Besuch in Hockenheim staunte ich nicht schlecht, wie unglaublich lange es sich in das Stadtgebiet zu Fuß zieht. Die Bahnhöfe sind ohne Rad oder PKW (P+R) völlig unbrauchbar und das verursacht natürlich auch Mehrverkehr in der Stadt selbst. Ist wohl auch der autoaffinen Poltik von damals zuzuschreiben.


Das hättest Du vielleicht mal in vorausschauender Weise vor ein paar hundert Jahren mit den Erbauern der Stadt Hockenheim besprechen sollen. (Aber wahrscheinlich konntest Du bei dem damaligen Termin nicht anwesend sein, weil irgendeine Postkutsche 10 Sekunden zu früh abgefahren ist und dich nicht mitgenommen hat.)

Der Bahnhof lag natürlich schon immer an der heute "Rheinbahn" genannten Strecke, die eine einigermaßen gerade Verbindung von MA-Friedrichsfeld nach Karlsruhe beschreibt. Auf >>> OpenRailwayMaps

von Lokleitung - am 16.05.2018 08:32

Heidelberg

Aber zum Thema "Heidelberg hat es schon vorgemacht":

HD hat den Bahnhof verlegt. Man hat sich damals eines veralteten Bahnhofs entledigt, der sich schon in den 50er Jahren an seiner Kapazitätsgrenze befand und dessen teilweise Ausgestaltung als Kopfbahnhof ein Betriebshindernis war. Außerdem konnte der Bü inmitten der Stadt entfallen, dessen Schranken in den Spitzenzeiten wohl nur 15 Minuten pro Stunde geöffnet waren.

Bahnbetrieblich konnte man ein modernes Betriebswerk bauen. Kraftverkehrstechnisch wurde der IV in den ehemaligen Bahntunnel verlegt, und mit der Kurfürstenanlage ein Verteiler geschaffen, der den Kfz-Verkehr ein wenig aus der Innenstadt heraushält.

Was wäre die Alternative gewesen?
Neubau am alten Standort, mit der Beibehaltung der wesentlichen betrieblichen Einschränkungen? Ersatz des Bü durch eine Unter- oder Überführung mit gigantischen Betonrampen, mitten in der Innenstadt? Man stelle sich nur den heutigen IV ins Neckartal vor, der über Tunnel und Kurfürstenanlage geht, müsste ebenfalls die Straße am Neckarufer mitbenutzen.

Immerhin war man damals so weitsichtig und hat gleich die Straßenbahntrasse auf der Kurfürstenalage mit eingeplant. Wenn man heute vom Bismarckplatz zum Bahnhof will, dauert das etwa zehn Minuten länger als noch 1953. Dafür können die Züge zügiger ein- und ausfahren. Vom Bahnhof geht es zehn Minuten schneller ins Neuenheimer Feld und nach Handschuhsheim, der Weg zu den Gerichtsgebäuden an der Stadtbücherei ist ungefähr der gleiche geblieben.
Und das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs ist architektonisch heute ein echter Hingucker, der Denkmalschutz verdienen würde (wobei ich nicht wissen möchte, was es kostet, das hohe verglaste Ding zu heizen).

Viele der damaligen Argumente gibt es nach 63 Jahren nicht mehr. Mit der Aufgabe von Stückgut- und Postbeförderung braucht man dafür keinen Platz am Bahnhof mehr. Behandlungsanlagen für Dampfloks auch nicht, und durch die Umstellung des Personenverkehrs auf Triebwagen und Wendezüge sind auch viele Zugbildungsaufgaben weggefallen. Damals war das alles noch wichtig und die weitere Entwicklung nicht vorhersehbar. Und die unzureichende Streckenkapazität auf der schmalen durchgehenden Trasse (die heute sicherlinks und rechts von hübschen Lärmschutzwänden gesäumt würde) hätte das auch nicht geändert. Daher ist der Umzug völlig nachvollziehbar.

Und nicht alles, was alt ist, ist nur deswegen auch gut.

von Lokleitung - am 16.05.2018 09:26

Re: Hockenheim etc.

Ich geb ja zu, dass ich das Beispiel Hockenheim mit höchstens 200m mehr Entfernung zu einem größeren Problem gemacht habe, als es wirklich ist.
Und trotzdem. Bahnhöfe aus der Stadt an den Rand zu verlegen, damit man dort mehr Parkplätze für P+R schaffen kann, erscheint wenig sinnvoll, wenn man vorher auf ein Auto überhaupt nicht angewiesen war, um da hin zu kommen. Nicht jeder, der mit dem ÖPNV pendelt, kann sich zusätzlich noch ein Auto leisten, das er über den ganzen Tag am Bahnhof stehen lässt.
Und bei den Buslinen von "Anbindung an den Bahnhof" zu sprechen, ist ein Witz. Die Durchgehenden Linien sind mit den RB-Fahrplänen nicht abgestimmt und der Stadtbus fährt einen Ring (großartig, wenn man an den ersteren, bzw. letzeren Haltestellen ein-, bzw. austeigt). und auch der sieht Umstiegszeiten von rund 15min. vor. Rechne ich die Fahrzeit und das Risiko den Anschluss zu verpassen drauf, ist es sinnvoller die >20min. Fußweg einfach zu laufen. Wie es in HD überall so ist.
Zitat

Aber das eiegentliche Ziel muss es heutzutage sein, die Vernetzung der Verkehrsmitel zu erreichen.
So viel zum Thema.

von Abfahrer - am 16.05.2018 09:45

Re: Heidelberg

Vollste Zustimmung, alle Gründe, die man damals hatte, gibt es heute nicht mehr. Ich folgere, die Verlegung war ein Fehler.

Zitat

Ersatz des Bü durch eine Unter- oder Überführung mit gigantischen Betonrampen, mitten in der Innenstadt?

Die gibt es heute 1km weiter westlich.

Auch nach so vielen Jahren, ist der HD Hbf mit Bergheim über die Verwaltungsbunkersiedlung Kurfürsten-Anlage nach wie vor nicht wirklich zusammengewachsen. Da änderten auch Kurfürsten-Passage, Print Media und der Kaufland nichts daran. Sogar auf Wikpedia teilt man noch diese Auffassung. Für mich ist der Hauptbahnhof nur ein großer grauer Bunker, den man irgendwo ins Nirgendwo gesetzt hatte und jetzt noch eine weitere Bunkersiedlung (Bahnstadt) herum baut, um ihn zu etwas "Zentralem" zu machen.

Straßenkreuzungen? Die hätten sich auch mit Tunneln lösen lassen können. Heute kreut sich der PKW-Verkehr in der Innenstadt.
Beschleunigung des Fernverkehrs... spielt bei den wenigen heute noch existierenden IC-Ex-IR-Leistungen FFM-RK, FFM-S und natürlich dem je Richtung einmal täglich verkehrenden Flixtrain wirklich keine Rolle mehr.
Bahn-Post gibt es nicht mehr.
Güterverkehr. Eine Güter-Umgehung durch den Königstuhl hätte es auch getan.
IV. Alternative: Umgehungsstraße durch den Königstuhl und direkt nach MA. Hätte sich sogar als Autobahn planen lassen können.


Zitat

Immerhin war man damals so weitsichtig und hat gleich die Straßenbahntrasse auf der Kurfürstenalage mit eingeplant.

Na Gottseidank.

Zitat

Wenn man heute vom Bismarckplatz zum Bahnhof will, dauert das etwa zehn Minuten länger als noch 1953.

Eher 20. Umstiegszeit beachten!

Zitat

Dafür können die Züge zügiger ein- und ausfahren.

Von denen heute 3/4 dort enden oder durchs Neckartal weiter fahren.

Zitat

Vom Bahnhof geht es zehn Minuten schneller ins Neuenheimer Feld

Das es damals in dieser Form noch nicht gab. Dafür braucht man 10min. länger nach Neuenheim, was sich damals vom Bahnhof sogar zu Fuß erreichen ließ. Genauso wie die Altstadt.
Edit: Und 2003 hätte man dieser Gegend dann bestimmt auch einen S-Bahnhalt spendiert.

Und dann kommt noch das viele Geld, das die Straßenbahn heute kostet, weil sie die Aufgaben des Bahnverkehrs übernehmen muss.

Und dann kommt noch LU. Ach, lass mal lieber.

von Abfahrer - am 16.05.2018 10:02

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer


Zitat

Wenn man heute vom Bismarckplatz zum Bahnhof will, dauert das etwa zehn Minuten länger als noch 1953.

Eher 20. Umstiegszeit beachten!


Welcher Umstieg? Es gibt doch Direktverbindungen.
Zitat
Abfahrer



Und dann kommt noch das viele Geld, das die Straßenbahn heute kostet, weil sie die Aufgaben des Bahnverkehrs übernehmen muss.



Der Abschnitt Hauptbahnhof-Bismarckplatz ist nicht der Streckenabschnitt, der das Defizit der HSB in die Höhe treibt, um es zurückhaltend zu formulieren. Aber gute Idee. Die rnv sollte die Deutsche Bahn um Betriebskostenzuschüsse für ihren jahrzehntelangen SEV vom neuen zum alten Hauptbahnhof bitten. (Sagt man SEV, wenn eine Schiene durch eine andere Schiene ersetzt wird?)

von erbsenzähler89 - am 16.05.2018 16:20

Re: Heidelberg

Zitat

Welcher Umstieg? Es gibt doch Direktverbindungen.

Richtig. Da hatte ich mich verlesen. Ich meinte damit die Reisezeit für diejenigen, die mit der DB anreisen und den Bismarckplatz, Altstadt, Bergheim oder Neuenheim als Reiseziel haben. Für die hat sich die Reisezeit um rund 20min. erhöht. Das ergibt sich aus den etwa gleich gebliebenen Fahrzeiten zum alten, bzw. neuen Hbf beim Regionalverkehr, den etwas mehr als 10min. Umstiegs- und Wartezeiten am neuen Hauptbahnhof und 10min. Fahrzeit mit der Straßenbahn von/nach Bismarckplatz.
Edit: Sicher ginge letzteres auch in 5min. Dazu gibt es aber zu viele IV-Kreuzungen und "Heidelberger" Signalanlagen in der Kurfürsten-Straße.

Zitat

Der Abschnitt Hauptbahnhof-Bismarckplatz ist nicht der Streckenabschnitt, der das Defizit der HSB in die Höhe treibt, um es zurückhaltend zu formulieren.

Doch schon irgendwie. Diente die Straßenbahn einst als Verkehrsmittel, dass die Bürger aus den Stadtteilen oder vom Hbf in die Fußgängerzone gebracht hat (ersatzlos gestrichen), so dient sie heute dazu, einerseits weiterhin zu ersterem und dazu, die vielen Pendler, die am Hauptbahnhof, weil der so fern liegt, umsteigen, mit deutlich kleineren Fahrzeugen in die Innenstadt zu schaufeln. Die Verstärkerlinie SL. 21 existiert [k]nur[/k] deshalb. Die Linien 22 und 26 werden künftig auch mit zum Teil erheblichen Fahrzeitverlängerungen über den Hauptbahnhof geführt, damit dort Verknüpfungen geschaffen werden.

Zusätzliche Fahrzeuge, zusätzliche Kilometer, usw....

von Abfahrer - am 16.05.2018 19:03

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Die Verstärkerlinie SL. 21 existiert [k]nur[/k] deshalb. ...


...und hat mit den Pendlerströmen vom Hbf ins Neuenheimer Feld rein gar nichts zu tun?

von Führerbremsventil - am 16.05.2018 19:31

Re: Heidelberg

Die Aussage, dass die Linie 21 nur wegen der Verbindung zwischen Altstadt und Hauptbahnhof fahre, trifft nicht zu. Die Linie 21 ist auch auf dem Abschnitt in der Berliner Straße erforderlich.

Die Verbindung durch die Bahnstadt bringt für Fahrgäste der Linie 22 zum Bismarckplatz keine nennenswerte Änderung der Reisezeit. Es ist auch nicht gesagt, dass ein Stadtteil wie die Bahnstadt nicht entstanden wäre, wenn es die Verlegung des Hauptbahnhofes nicht gegeben hätte.

Edit: Wie ich sehe, hatte das Führerbremsventil unabhängig von mir den gleichen Gedanken, war aber schneller mit der Formulierung fertig.

von erbsenzähler89 - am 16.05.2018 19:35

Re: Heidelberg

Zitat

...und hat mit den Pendlerströmen vom Hbf ins Neuenheimer Feld rein gar nichts zu tun?

Okay. Auf jeden Fall der Abschnitt Hbf-Bismarckplatz. :)

Ich bin mir sicher, dass das Neuenheimer Feld in seiner jetzigen Form nicht existeren würde, hätte man den Bahnhof damals nicht verlegt. Das Gelände, auf dem der heutige Hauptbahnhof und die Bahnstadt steht wäre dann meines Erachtens nach weitaus besser geeignet gewesen für die Uni (und ist es auch heute noch).

von Abfahrer - am 16.05.2018 19:43

Re: Heidelberg

Das mit der 21 war so, wie ich es geschrieben hab, Quatsch, das sehe ich ein.

Aber:
Zitat

Die Verbindung durch die Bahnstadt bringt für Fahrgäste der Linie 22 zum Bismarckplatz keine nennenswerte Änderung der Reisezeit.

1. glaube ich das erst, wenn die Bahnen rollen und 2. wie kommen jetzt die Pfaffengrunder und Eppelheimer zur Uni, bei denen man ständig betont, dass das eine achso tolle und beliebte Wohngegend für die Studenten ist?
Die gesamte Stammkundschaft der Straßenbahnen wird auf den Kopf gestellt. Es braucht Jahre bis sich das wieder aufbauen wird.

von Abfahrer - am 16.05.2018 19:48

Re: Heidelberg

Sicher? Wäre die elektrifizierte Bundesbahn nicht viel zu gefährlich für die sensiblen Messgeräte, wenn die Universität da wäre, wo jetzt die Bahnstadt ist?

von erbsenzähler89 - am 16.05.2018 19:49

Re: Heidelberg

Und was ist mit den Straßenbahnen, die durch die Berliner Straße fahren? :D

von Abfahrer - am 16.05.2018 19:51

Re: Heidelberg

Aber bitte, wenn ihr da nicht meiner Meinung seid. Ich entgegne gerne die Frage, was sich für Euch mit dem "neuen" Hauptbahnhof für den öffentlichen Nahverkehr in HD verbessert hat.

von Abfahrer - am 16.05.2018 19:55

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Aber bitte, wenn ihr da nicht meiner Meinung seid. Ich entgegne gerne die Frage, was sich für Euch mit dem "neuen" Hauptbahnhof für den öffentlichen Nahverkehr in HD verbessert hat.


Ich glaube, das ist die falsche Frage. Die Verlegung des Hauptbahnhofes hat doch nicht stattgefunden, um den ÖPNV in Heidelberg zu verbessern (was auch niemand behauptet hat), sondern um auf bestimmte Nachteile des alten Standortes zu reagieren, wie sie die Lokleitung beschrieben hatte.

von erbsenzähler89 - am 16.05.2018 20:07

Re: Hockenheim etc.

Von mir auch noch einige Antworten bzw. Gedanken..

Ich würde mal sagen nur in Schwetzingen ist das originale Bahnhofsgebäude noch erhalten, und ja auch seit einigen Jahren wieder recht gut in Schuss. Zu Oftersheim kann ich gar nichts sagen, ob es da auch mal ein historisches Gebäude gab. Zu Hockenheim hab ich mal eine Zeit lang recherchiert bzw. versucht etwas herauszufinden, weil mich auch interessiert hat, wie dort der alte Bahnhof ausgesehen hat, bin aber leider nicht fündig geworden. In Neulußheim wie gesagt existiert das Gebäude auch noch, auch gut erhalten, liegt aber halt nicht mehr an der Bahnstrecke.

Zur Lage der Bahnhöfe würde ich auf jeden Fall auch sagen, dass der Schwetzinger Bahnhof natürlich optimal liegt. Aber wie von Lokleitung geschrieben, liegen die Bahnhöfe in Neulußheim und Hockenheim jetzt auch nicht sooo extrem schlecht, halt am Stadt-/Ortsrand, aber das war durch die Streckenführung bedingt vorher auch schon so, es hat sich jeweils nur um wenige 100 m verlagert. Das Argument mit den Parkplätzen denke ich ist heutzutage schon sehr wichtig, um speziell Pendler, aber auch Gelegenheitsfahrer anzusprechen.

Das Auto ist nun mal, immer noch, der Dreh- und Angelpunkt unserer Gesellschaft, ich glaube da muss man sich nix vormachen, und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Solange man das Autofahren nicht unattraktiver oder teurer macht, wird sich da meines Erachtens nichts dran ändern. Da nützt auch kostenloses Bahnfahren nichts, aber das ist ein anderes Thema.
Ich glaube der Großteil der Bevölkerung sieht Bus, Straßenbahn und Zug hauptsächlich als Beförderungsmittel für Schüler, Bedürftige, Rentner, Behinderte an. Durch die Flüchtlinge/Asylanten sind auch wieder mehr Leute in Bus und Bahn gekommen, speziell in den Bussen auf dem Land ist es mir auch aufgefallen. Aber leider ist das ja für den Großteil der Bevölkerung eher noch abschreckender dann.
Das Auto ist einfach bequemer, und speziell in Deutschland ist es auch für viele glaube ich so eine Verkörperung nach außen, Statussymbol eben, wofür keine Kosten und Mühen gescheut werden. Alle Wegbeschreibungen, Einkaufsprospekte, usw. drehen sich immer in erster Linie um Autobahnanschluss und ausreichend Parkplätze, in der Werbung wird einem vorgegaukelt dass man mit dem SUV quer durch den Wald rasen kann, oder sonstige absurde Sachen - man muss sich also über nichts wundern :-( .

Zu dem Thema mit den neuen Haltepunkten in Schwetzingen - kann man geteilter Meinung sein. Das mit Hirschacker lass ich mir noch gefallen, aber diesen zweiten zusätzlichen Haltepunkt finde ich nicht für nötig. Ich weiß, es ist ja dann eine S-Bahn, aber die stoppt dann dreimal in Schwetzingen, und dann noch in Oftersheim, quasi im Minutentakt. Das gibt dann das gleiche Gezuckel wie bei den schon bestehenden S-Bahn-Linien, und verlängert für die über Schwetzingen rausfahrenden noch die Fahrzeiten.

Übrigens zu den Busanschlüssen, beispielsweise Linie 717, die sind vom Fahrplan her aber schon aufeinander abgestimmt, zumindest auf dem Papier. Dass es natürlich relativ oft nicht klappt mit den Anschlüssen ist eine andere Geschichte, und natürlich erst recht am Wochenende blöd, wenn man dann noch das Pech hat, die teilweise vorhandenen Taktlücken zu erwischen.

Gruß
Stefan

von Stef BRN - am 16.05.2018 20:10

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Und was ist mit den Straßenbahnen, die durch die Berliner Straße fahren? :D


Die sind weit genug weg von den Messgeräten.

von Führerbremsventil - am 16.05.2018 20:52

Re: Heidelberg

Zitat
erbsenzähler89
Die Aussage, dass die Linie 21 nur wegen der Verbindung zwischen Altstadt und Hauptbahnhof fahre, trifft nicht zu. Die Linie 21 ist auch auf dem Abschnitt in der Berliner Straße erforderlich.

Die Verbindung durch die Bahnstadt bringt für Fahrgäste der Linie 22 zum Bismarckplatz keine nennenswerte Änderung der Reisezeit. Es ist auch nicht gesagt, dass ein Stadtteil wie die Bahnstadt nicht entstanden wäre, wenn es die Verlegung des Hauptbahnhofes nicht gegeben hätte.

Edit: Wie ich sehe, hatte das Führerbremsventil unabhängig von mir den gleichen Gedanken, war aber schneller mit der Formulierung fertig.


Ja, ich hab halt weniger geschrieben wie Du... :-P

von Führerbremsventil - am 16.05.2018 20:53

Re: Heidelberg

Zitat
erbsenzähler89
Zitat
Abfahrer
Aber bitte, wenn ihr da nicht meiner Meinung seid. Ich entgegne gerne die Frage, was sich für Euch mit dem "neuen" Hauptbahnhof für den öffentlichen Nahverkehr in HD verbessert hat.


Ich glaube, das ist die falsche Frage. Die Verlegung des Hauptbahnhofes hat doch nicht stattgefunden, um den ÖPNV in Heidelberg zu verbessern (was auch niemand behauptet hat), sondern um auf bestimmte Nachteile des alten Standortes zu reagieren, wie sie die Lokleitung beschrieben hatte.


Der Vorteil war, wie schon weiter oben beschrieben, der unendliche Platz, den es da gab, weil da halt nix weiter war.
Am alten Standort hätte es wohl eher kein Entwicklungspotential gegeben.

von Führerbremsventil - am 16.05.2018 20:55

Zusammenfassung: Don't feed the troll... (owT)

nix

von Lindenhöfer - am 16.05.2018 21:23

Re: Heidelberg

Genau. Und die Entfernung der Bahnstadt zu den Gleisanlage ist sogar noch größer.

von Abfahrer - am 16.05.2018 21:45

Re: Heidelberg

Zitat

Der Vorteil war, wie schon weiter oben beschrieben, der unendliche Platz, den es da gab, weil da halt nix weiter war.

ÖPNV.


Zitat

Am alten Standort hätte es wohl eher kein Entwicklungspotential gegeben.

Dieses Entwicklungspotential hat man aber toll genutzt.

Die richtige Frage ist, wie man die Fehler (im Nahverkehr) wieder ausbessert. Und der alleinige Ausbau der Straßenbahn mildert höchstens sehr geringfügig ab.
Kleines HD, große Reisezeiten, gibt wenig Anreiz, das Auto aus der Stadt zu lassen.

von Abfahrer - am 16.05.2018 21:50

Re: Hockenheim etc.

Danke für den Beitrag, sehe ich im Großen und Ganzen genauso. An Bildern des alten Hockenheimer Bahnhofs wäre ich auch wirklich sehr interessiert.

Zitat

Zu dem Thema mit den neuen Haltepunkten in Schwetzingen - kann man geteilter Meinung sein. Das mit Hirschacker lass ich mir noch gefallen, aber diesen zweiten zusätzlichen Haltepunkt finde ich nicht für nötig. Ich weiß, es ist ja dann eine S-Bahn, aber die stoppt dann dreimal in Schwetzingen, und dann noch in Oftersheim, quasi im Minutentakt. Das gibt dann das gleiche Gezuckel wie bei den schon bestehenden S-Bahn-Linien, und verlängert für die über Schwetzingen rausfahrenden noch die Fahrzeiten.

Ich finde aber schon, die Einwohnerzahl der angrenzenden Gemeinden insgesamt rechtfertigt vier Halte. In Hirschacker empfinde ich den Halt als dringlichst erforderlich. Die Einwohner sind komplett auf den Bus angewiesen. Ein Haltepunkt verkürzt die Fahrzeit für die Bewohner auf einen Bruchteil. Auch den Halt dazwischen empfinde ich als sinnvoll. Die Hemmschwelle den Bus als Zubringer zum Bahnhof zu nutzen ist sehr groß und wenn die Notwendigkeit wegfällt, dann sind die Leute, die nicht in der Nähe des bestehenden Bahnhofs wohnen bereit, die Bahn zu nutzen.

Mehr als zwei Minuten wird sich die Fahrzeit auch nicht verlängern. Vielleicht werden die Fahrpläne mit der Umstellung zur S-Bahn dann aber auch anderswo verschärft. Ich durfte erst gestern feststellen, dass ja immer noch n-Wagen mit 111 auf einem Teil der Umläufe zum Einsatz kommen, auch wenn scheinbar nicht mehr im selben Umfang wie 2016 (zu allen Tageszeiten). Dafür, dass sie jedes Jahr auf ein neues für tot erklärt werden... :)

von Abfahrer - am 16.05.2018 22:31

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Vollste Zustimmung, alle Gründe, die man damals hatte, gibt es heute nicht mehr. Ich folgere, die Verlegung war ein Fehler.

Zitat

Ersatz des Bü durch eine Unter- oder Überführung mit gigantischen Betonrampen, mitten in der Innenstadt?

Die gibt es heute 1km weiter westlich.

Auch nach so vielen Jahren, ist der HD Hbf mit Bergheim über die Verwaltungsbunkersiedlung Kurfürsten-Anlage nach wie vor nicht wirklich zusammengewachsen. Da änderten auch Kurfürsten-Passage, Print Media und der Kaufland nichts daran. Sogar auf Wikpedia teilt man noch diese Auffassung. Für mich ist der Hauptbahnhof nur ein großer grauer Bunker, den man irgendwo ins Nirgendwo gesetzt hatte und jetzt noch eine weitere Bunkersiedlung (Bahnstadt) herum baut, um ihn zu etwas "Zentralem" zu machen.

(...)


Blödsinn!

Ich bin in Bergheim aufgewachsen, über 30 Jahre, in Höhe der Hst. Römerstraße und habe die Entwicklung des Stadtteils wie wohl kaum ein Abgefahrener miterlebt und mitgelebt.
Der Bahnhof gehört zu Bergheim wie die PMA, der Römerkreis, der Betriebshof etc. Irgendwelche Ressentiments gegenüber der Gegend um den Hbf kenne ich nicht und habe diese auch
nie erlebt. Es gibt (bzw. gab) hier aber auch alles was man für den täglichen Bedarf braucht, selbst kleinste Einzelhändler halten sich hier seit Generationen, z.B. Stahlwaren Schad, Elektro Rimmler,
mein Großvater hatte hier das letzte Maßschuhatelier Heidelbergs, und Lebensmittel gibt es auch für jeden Geschmack.
Zugegeben, es sind auch einige Geschäfte verschwunden oder haben sich verändert, aber Bergheim ist größtenteils noch wie es war. Eine Tendenz zu Ramsch- und Kettenläden gab es hier nie.
Ich zähle dazu auch die Bahnhofstraße, was es in der Bergheimer nicht gab hat man sich eben dort geholt. Berührungsängste? Ach was...

von Heinrich Fuchs, Fabrikant i.R. - am 17.05.2018 07:29

Re: Heidelberg

Wo genau in der Bergheimer?
Bin im runden Eckhaus, wo die Apotheke unten drin ist immer im Wartezimmer.
Da könnte ich mal Deine alte Bude betrachten anstatt seltsamer Zeitschriften, die nichts mit Autos, Fußball, Alkohol oder Sex zu tun haben.

von Fabegdose - am 17.05.2018 08:37

Re: Heidelberg

Ich bin auch Heidelberger Urgestein und trotzdem bin ich der Überzeugung, dass die Verlegung und die Entwicklung dieser Gegend in allen Punkten negativ war.
Zitat

Der Bahnhof gehört zu Bergheim wie die PMA, der Römerkreis, der Betriebshof etc.

Die Hauptverkehrsstraßen rund um den Bahnhof (Mittermaier, Kurfürsten, Lessing) und die großen Entfernungen trennen die Bahnhofsgegend und den Rest von HD fast mehr als der alte Kopfbahnhof das mit der Innenstadt gemacht hat.

Zitat

Irgendwelche Ressentiments gegenüber der Gegend um den Hbf kenne ich nicht und habe diese auch
nie erlebt.

Mag vielleicht auch daran liegen, dass sich dort kein Mensch über längere Zeit aufhält. Das sind alles Durchreisende.

Zitat

Es gibt (bzw. gab) hier aber auch alles was man für den täglichen Bedarf braucht, selbst kleinste Einzelhändler halten sich hier seit Generationen, z.B. Stahlwaren Schad, Elektro Rimmler,
mein Großvater hatte hier das letzte Maßschuhatelier Heidelbergs, und Lebensmittel gibt es auch für jeden Geschmack.

Das ist alles sehr schön. Die Leute wollen aber trotzdem in die Innenstadt. Die Kurfürstenanlage hat zu viel Verkehr, zu wenig Flair, es fehlt der Neckar, es fehlt die Untere, es fehlt die Neckarwiese, es fehlt die Hauptstraße.
Und je mehr Du dort aufbaust, desto mehr sinkt der Stellenwert der ohnehin schon angeschlagenen Hauptstraße. LU lässt grüßen.
Das ist ein Fall von "Wir bauen zuerst Schienen und Bahnhöfe und überlegen uns dann, wie wir sie nutzen können".
Und auch als Wohngegend (auch Bahnstadt) profitiert das nicht von der Bahnhofsnähe. Wer zieht denn schon nach HD, um in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim oder Darmstadt arbeiten zu gehen, nur weil das mit dem IC relativ flott geht. Da gibt es nähere und günstigere Möglichkeiten.

von Abfahrer - am 17.05.2018 11:06

Re: Nachtrag zu Hockenheim etc.

Zum Thema Hockenheim und Neulußheim erreichte mich per Mail die Zuschrift eines Mitlesers, der hier im Forum aber nicht angemeldet ist.

Er schrieb mir:
Zitat

Guten Tag Ralph,
deinem Beitrag:

"Hockenheim und Neulußheim waren damals (wenn ich mich richtig erinnere) zwar nicht wirklich begeistert von der SFS, wollten aber, wenn sie denn schon gebaut würde, eine Art "Bündelung" der Verkehrstrassen erreichen und vor allem noch Umgehungsstraßen als "Nebeneffekt" herausschlagen, die dann auch den Durchgangs-IV aus den Orten heraushielten. Und das haben sie ja erreicht. Dass damit die Bahnhöfe ein wenig aus dem Ort wegrücken war ja gewollt, das konnte man dem Normalbürger problemlos als Lärmschutzmaßnahme vermitteln.

Die Bahnhofsgebäude waren meines Erachtens für die Achtziger- und frühen Neunziger architektonisch durchaus gut gestaltet, noch weit weg vom heutigen klotzigen Einheitslook. Barrierefreiheit war natürlich noch ein Fremdwort, und alles war irgendwie ein bisschen groß geraten. Und dann hat man die Gebäude eben, wie so oft, nach dem Bau sich selbst und dem Vandalismus überlassen. Der Umsatz der Läden rechtfertigte die Mieten nicht und Fahrkartenschalter brauchte man nicht mehr. Und so sieht es heute aus..."

Diesem Beitrag kann ich ja noch teilweise zustimmen. So war es, aber soweit wurden die neuen Haltepunkte nicht vom Ort abgerückt. Im Ort selbst waren sie nie. Genausowenig in Oftersheim oder den anderen Stationen zwischen Schwetzingen und Karlsruhe.
In Neulußheim war die Verlegung vom bisherigen Ortsrand schon ein gutes Stück aber nicht die Welt. Und den Zwischenraum hat man mittlerweile gut zugebaut.

In Hockenheim war die Bahn immer die Trennung zwischen Wohngebiet (Stadt) und Industriegebiet. Meines Wissens wurden sogar Gewerbebetriebe westlich der alten Bahntrasse verlegt, um Platz für die B36neu und die SFS zu schaffen. Und wer das alte Bahnhofsgebäude kennt ... Schwamm drüber. Ich durfte damals in den 70ern mal ein- und aussteigen.

Die Hockenheimer haben aber das große Los gezogen: Sie gewannen ein schönes Parkgebiet für eine Landesgartenschau. (Die OEG hat damals sogar einen Betriebsausflug dahin gemacht). Und der neue "Bahnhof" war nicht viel weiter von der Stadt weg, als vorher der alte Bahnhof.


von Lokleitung - am 17.05.2018 12:58

Nachdem ich den größten Teil des Kopfwehs überwunden habe...

...das mich beim Lesen deiner "Beiträge" überkommen hat, ein letzter Kommentar:

Zitat

Vollste Zustimmung, alle Gründe, die man damals hatte, gibt es heute nicht mehr. Ich folgere, die Verlegung war ein Fehler.

Erstens - nicht alle damaligen Gründe gibts nicht mehr.
Zweitens - das konnte man ja vor über 63 Jahren auch alles so voraussehen, die Kristallkugel lässt grüßen
Drittens - dort wo früher mal der Hbf war gibts jetzt Innenstadt, passt doch

Und dann:
Zitat

Die Leute wollen aber trotzdem in die Innenstadt. .

Ach? Alle? Besteht HD nur aus der Innenstadt?

Zitat

Die Kurfürstenanlage hat zu viel Verkehr, zu wenig Flair...

Stimmt. Unten am Neckar wäre der Verkehr sicher viel viel besser aufgehoben und würde der Stadt mehr Flair verleihen.

Zitat

Und je mehr Du dort aufbaust, desto mehr sinkt der Stellenwert der ohnehin schon angeschlagenen Hauptstraße.

Die Hauptstraße ist doch heute eine fast reine Tourigasse. Aber sie hat, im Gegensatz zu vielen anderen Städten (nicht nur LU) und gerade wegen der Touris noch zahlreiche Geschäfte, die wohl auch nicht über schlechte Umsätze klagen müssen. Von "angeschlagen" kann doch überhaupt keine Rede sein, obwohl heute 50% der Bevölkerung ihren Kram im Internet bestellen und die als Kundschaft für Innenstädte praktisch weggebrochen sind. Ich gehe dort übrigens in der Regel nur hin, um auf den Weihnachtsmarkt zu kommen, oder wenn ich Besucher durch HD führen möchte. Denn HD hat auch abseits von Hauptstraße und Schloss durchaus schöne Ecken.


Bloß weil DU meinst, es wäre so, sind Deine kruden Behauptungen noch lange keine Tatsachen. Ich behaupte dagegen, dass der nicht mehr ganz so neue Hauptbahnhof hier durchaus zur Entwicklung Bergheims und auch des Neuenheimer Feldes und auch der Innenstadt im Bereich Seegarten / Adenauerplatz positiv beigetragen hat.


Troll ist dafür schon die richtige Bezeichnung.
Du könntest Deinen Nickname natürlich auch in "Dummschwätzer" ändern...

von Lokleitung - am 17.05.2018 12:58

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Die richtige Frage ist, wie man die Fehler (im Nahverkehr) wieder ausbessert.
.


Genau. Wie denn? Du hast sicher eine passende Antwort, sonst würdest Du diese Diskussion nicht immer wieder neu anheizen.
Oder was ist sonst Deine Intension?

Zitat
Abfahrer
Und der alleinige Ausbau der Straßenbahn mildert höchstens sehr geringfügig ab.
.


Was sonst außer Straßenbahnen sollte hier fassungsstark zum Einsatz kommen? Kreuzfahrtschiffe?
Oder soll die DB ihre Gleise wieder durch die Innenstadt legen, mit IC-Halt am Bismarckplatz?

Sorry, aber Deine anfänglich noch nachvollziehbare Argumentation wird immer kruder...

von Führerbremsventil - am 17.05.2018 13:57

Re: Hockenheim etc.

Zitat
Abfahrer
Ich durfte erst gestern feststellen, dass ja immer noch n-Wagen mit 111 auf einem Teil der Umläufe zum Einsatz kommen, auch wenn scheinbar nicht mehr im selben Umfang wie 2016 (zu allen Tageszeiten). Dafür, dass sie jedes Jahr auf ein neues für tot erklärt werden... :)


ja, ein Zugpaar morgens und eines am Nachmittag, 15:40 ab Mannheim.

von Führerbremsventil - am 17.05.2018 13:58

Re: Heidelberg

Zitat

Sorry, aber Deine anfänglich noch nachvollziehbare Argumentation wird immer kruder...

Der erste Teil beruhigt mich etwas. Dann bin ich also nicht ganz alleine. :)

Zitat

Oder soll die DB ihre Gleise wieder durch die Innenstadt legen, mit IC-Halt am Bismarckplatz?

Der alte Bahnhof ist Geschichte, da kann man leider nichts mehr daran ändern.
Trotzdem regt es mich auf, dass man unbedingt alles aus der Stadt rausnehmen musste. Man hätte ja gerne den Durchgangsbahnhof in kleinerer Form bauen können und den Alten erhalten oder hätte doch wenigstens die Neckartalstrecke (für den Personenverkehr) mit zwei Gleisen für den Durchgangsverkehr in der Stadt gelassen, damit die Stadtmitte weiterhin am DB-Netz angeschlossen/erreichbar bleibt.

Rückgängig kann man das nicht mehr machen. Und genau weil das so irreversibel ist, stehe ich diesen großen Bahnhofsverlegungen erstmal sehr kritisch gegenüber.

Zitat

Genau. Wie denn?

Tunnel-S-Bahn durch die Altstadt über den Bismarckplatz. Ansonsten zumindest einen weiteren Halt im Bahntunnel wie von A-dot vorgeschlagen. Varianten hatte ich hier schon einmal diskutiert und auch postive Rückmeldungen erhalten.
Klar ist das ein riesiger Batzen, aber unvermeidbar, wenn man wieder halbwegs zeitgemäße Reisezeiten in die Heidelberger Stadtmitte haben will. Ich bin von den Heidelberger Stadtteilen mit S-Bahn-Halt in etwa genauso schnell in den Quadraten wie in der Hauptstraße, außerhalb der Stadt sowieso. Das sollte zu denken begeben.

von Abfahrer - am 17.05.2018 16:41

Re: Heidelberg

Damit der Abfahrer nicht denkt, es seien alle gegen seine Vorschläge: Ich bin auch für die Tunnel-S-Bahn unter dem Bismarckplatz, wenn sie vom Himmel fällt, alle baulichen und betrieblichen Herausforderungen gelöst werden und sie nichts kosten würde. Allerdings halte ich wegen der bekannten Art und Weise, wie in Heidelberg Entscheidungen getroffen werden, schon den Gedanken an eine tiefere Prüfung dieser Idee für ganz weit weg von allen Realitäten.

von erbsenzähler89 - am 17.05.2018 17:30

Re: Heidelberg

Zitat
Abfahrer
Ich bin von den Heidelberger Stadtteilen mit S-Bahn-Halt in etwa genauso schnell in den Quadraten wie in der Hauptstraße, außerhalb der Stadt sowieso. Das sollte zu denken begeben.


Das glaube ich nicht. Der einzige Kandidat, wo das zutreffen könnte (Pfaffengrund/Wieblingen) hat in der Fahrplanauskunft eine signifikant längere Reisezeit zum Paradeplatz als zum Bismarckplatz. Die anderen S-Bahnstationen in Heidelberg kommen erst Recht nicht in Frage.

von erbsenzähler89 - am 17.05.2018 17:39

Re: Heidelberg

Zitat
erbsenzähler89
Damit der Abfahrer nicht denkt, es seien alle gegen seine Vorschläge: Ich bin auch für die Tunnel-S-Bahn unter dem Bismarckplatz, wenn sie vom Himmel fällt, alle baulichen und betrieblichen Herausforderungen gelöst werden und sie nichts kosten würde. Allerdings halte ich wegen der bekannten Art und Weise, wie in Heidelberg Entscheidungen getroffen werden, schon den Gedanken an eine tiefere Prüfung dieser Idee für ganz weit weg von allen Realitäten.


In Ludwigshafen haben sie ein paar Tunnelanlagen übrig. Einfach mal nachfragen, ob die Pfälzer diese vielleicht kostengünstig abgeben.
Ansonsten macht das in einer Großstadt wie Hannover, München oder sonstwo sicher Sinn.

von Führerbremsventil - am 17.05.2018 18:01

Re: Heidelberg

Am MA Hbf bist Du bereits in den Quadraten. Ich hab die Straßenbahn noch nie benötigt, aber nutze sie dort sehr oft, weil es einfach klasse ist, wenn die Straßenbahnen direkt in die Fußgängerzone fahren und genau so gehört sich das auch.

von Abfahrer - am 17.05.2018 18:02

Re: Heidelberg

Du hast mich nach meiner Intention gefragt. Das will ich, glaube aber genauso wenig wie ihr, dass es kommt.

von Abfahrer - am 17.05.2018 18:03

Re: Heidelberg

In HD hieß die Alternative "Straßenbahn ODER Fußgängerzone". Man hat sich in den Siebzigern für das damals modernere entschieden.
Ich war zum ersten Mal in der Heidelberger Hauptstraße, als dort gerade das Straßenbahngleis herausgerissen wurde.

von Lokleitung - am 17.05.2018 18:33

Aber im Gegensatz zu HD gibt es in LU...

...mittlerweile einen stadtnahen S-Bahn-Haltepunkt, der sogar ein Bahnhofsteil ist. rotfl rotfl rotfl

Vom Hauptbahnhof ist es allerdings (zu Fuß oder per Zweirad) auch nur unwesentlich weiter.

von Lokleitung - am 17.05.2018 18:35

Re: Aber im Gegensatz zu HD gibt es in LU...

Ich bezog mich aufs Stadtbild. Da ist LU natürlich das allerletzte und HD auf dem besten Weg dorthin.
Aber hey, richtig LU Mitte ist super, da sind unsere Ansichten wohl doch nicht so verschieden, wie Du es Dir selbst bloß einredest. ;)

von Abfahrer - am 17.05.2018 19:12

Re: Aber im Gegensatz zu HD gibt es in LU...

Lu ist bei weitem nicht so schlecht wie sein Ruf. Und es gibt dort ordentliche Ampelschaltungen und sogar die eine oder andere gute Restaurantbude. Die Fußgängerzonen sind leider nicht mehr wirklich schön, seit es das Internet zum Einkaufen gibt und man die Ludwigstraße aus vermeintlicher Kundenfreundlicheit wieder für den IV freigegeben hat. Genutzt hat es nix. Und seit man meinte, alle ordentlichen Läden in drei Einkaufszentren verlagern zu müssen, von denen eins schon zu Anfang nix taugte und mittlerweile praktisch leer steht. Aber die meisten Ludwigshafener gingen sowieso schon früher und gehen auch heute noch in Mannheim einkaufen, wenn sie was "aus der Stadt" brauchen. Dafür hat man ja extra zwei Hochstraßen gebaut, um möglichst schnell dorthin zu kommen. Ich gehe auch nur noch ab und zu in die Rheingalerie oder ins Rathaus, wenn ich Klamotten brauche, mal zum Bankautomat muss oder mal schnell was essen möchte. Oder ins Kino. Und seit ich nicht mehr analog fotografiere ist mein früher fast wöchentlicher Weg zum Ludwigshafener Kaufhaus Horten überflüssig geworden. Deshalb haben die wohl auch geschlossen. So isses halt.

Aber Deine wirklich ausgesprochen bescheuerten und vorurteilsbehafteten Ansichten würde ich mir nie zu eigen machen.
Die darfst Du gern behalten.

von Lokleitung - am 17.05.2018 20:21

Passend dazu...

19.05.2016 mit RB Hockenheim-Biblis:


23.09.2016 aus etwas anderer Perspektive:


von Abfahrer - am 19.05.2018 11:11

Re: Passend dazu...

Lasst es mich wissen, wenn ich gegen irgendwelche Richtlinien verstoße. :tatü:

von Abfahrer - am 19.05.2018 12:34

Re: Heidelberg

Zitat
Lokleitung
Und das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs ist architektonisch heute ein echter Hingucker, der Denkmalschutz verdienen würde

Da es - glaube ich - keiner in der Folge erwähnt hat: Das Hauptgebäude des Hauptbahnhofs steht seit 1972 unter Denkmalschutz.

von A-dot - am 19.05.2018 16:34
Erstaunlich was für Kommentare und Heidelberger Abgründe meine Frage zu einem Bahnhof deutlich weiter südlich ausgelöst hat.:swing:

allerdings bleibt das Datum des Baus der "neuen" Personenverkehrsanlage dortselbst nach wie vor vage rund um die Mitte der 70er...

bei scheint die Grenze der historischen Erinnerung im internet erreicht.

von jockeli - am 21.05.2018 00:54
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