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Informationen zum Thema:
Forum:
EFC Freigericht / Hasselroth 1989
Beiträge im Thema:
2
Erster Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 14 Jahren, 2 Monaten
Beteiligte Autoren:
Kai

Auf geht´s, nach vorne schauen

Startbeitrag von Kai am 25.05.2004 08:21

Hallo Leute,

ich will mal versuchen die Grabesstimmung langsam zu beenden. Was ist denn schlimmes passiert ? An sich nichts was nicht jeder von Anfang an erwartet hatte. Läßt man die Saison revue passieren muß man allerdings feststellen das dies der unnötigste Abstieg von allen war. Zu viele Punkte leichtfertig verschenkt, manchmal verpfiffen worden und oftmals auch einfach zu ängstlich agiert.

Ich weiß das ich mich jetzt mit der Ross/Ruth Fraktion (RRF) :D anlege aber bis dato war ich noch immer pro Reimann aber langsam reichts mir jetzt auch.
Da hat unser Trainer nichts dringender zu tun als sofort nach dem Abstieg in Urlaub nach Sylt zu fahren. Das Ticket nach Frankfurt zurück war bereits gezahlt und auch Bruchhagen war davon sehr überrascht. Nicht geung das wir eine ganze Saison fast nur Angsthasenfußball gespielt haben, der Jugend keine Chance gegeben wurde und WR durch den Schiri-Schubser das Tief einleitete, nein, Herr Reimann macht sich auch noch vom Acker in einer der schwärzesten Stunden der Eintracht.
Wenn ich dann noch höre, daß ein Ervin Skela, Alex Schur um nur zwei zu nennen sich nicht mehr vorstellen können unter WR zu spielen ("Es fehlt die Spielfreude, daß Spielsystem ist nicht unbedingt ein Erfolgreiches") dann wird mir Angst und Bange.

So das mußte jetzt mal raus, ich hoffe auf die Bruchhagen und sags nochmal ganz deutlich: Danke Willi Reimann aber nun reicht es.

Gruß
Kai :cool:

Antworten:

Hier ein Kommentar FR von heute, mehr muss man glaube ich nicht dazu sagen:

Es muss ein für allemal mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, Willi Reimann habe immer etwas gegen Offensivfußball gehabt. Der Trainer von Eintracht Frankfurt hat in 287 Bundesligaspielen für Hannover und den HSV 93 Tore erzielt. Der wusste, wie die Fußballer sagen, wo das Tor steht. Was also ließ in Reimann die Erkenntnis reifen, sein dank verrückter zehn Minuten aufgestiegenes Team könne in der Bundesliga nur bestehen, wenn es beharrlich Beton vor dem eigenen Strafraum anrührt ? Nun, vermutlich hat er sich seinen Kader angeschaut, hat dessen spielerische Qualitäten gewogen und für zu leicht befunden.

Reimann handelte bei den taktischen Vorgaben im Großen und Ganzen vernünftig. Natürlich hielt er zu lange an Spielern fest, deren Leistung zu wünschen übrig ließ, und strafte dieselben (in der Hinrunde Günther und Bürger, in der Rückrunde Wiedener und Bindewald) mit Nichtachtung, hatte er sie erst mal aus seinen personellen Planspielen verbannt. Auch fachliche Fehler muss sich Reimann ankreiden lassen. Im Heimspiel gegen den HSV bot er in Puljiz und Cipi plötzlich eine neue Innenverteidigung auf, was er, nachdem es schief gegangen war, zur Halbzeit korrigierte. Und im Schlüsselspiel am Betzenberg riss er kurz vor Schluss beim Stand von 0:0 einen bis dahin bestens funktionierenden Abwehrverbund auseinander - mit fatalen Folgen.

Aber das oder der fehlende Mut zum zweiten Stürmer bei Heimspielen war für das Scheitern seiner Mission nicht allein entscheidend. Es waren die kleinen und größeren persönlichen Fehltritte des Trainers im Verlauf der Saison, die sich schließlich in Summe als beträchtlicher Ballast auf dem ohnedies beschwerlichen Weg zum Klassenerhalt erwiesen. Sein Naturell stand dem 54-Jährigen zunehmend im Weg. Öffentliche Kritik, eine Selbstverständlichkeit in diesem Geschäft, empfand er schnell als beleidigend. Das nötige Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Fans, die er als "Ochsen" titulierte, den Journalisten, die er für eine Art Geißel Gottes hält, und den Spielern, denen der Mensch Willi Reimann wie so vielen anderen ein Rätsel blieb, ging dem Westfalen ab.

Einsichtsfähigkeit und Selbstkritik zählen nicht zu den Stärken dieses Fußballtrainers. Vermutlich würde Reimann noch jetzt darauf beharren, dass seine Attacke auf einen Unparteiischen im Dortmunder Westfalenstadion keinen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Saison hatte. Was die Aufenthalte im Container und auf der Tribüne betrifft, hat er womöglich Recht. Doch musste einer, der so gern die Vorzüge von Disziplin und Geschlossenheit preist, durch ein solches Verhalten zwangsläufig an Autorität im Mannschaftskreis einbüßen. Es ist ein schwerer Fehler, das nicht zu erkennen, und ein Kündigungsgrund, es nicht erkennen zu wollen.

von Kai - am 25.05.2004 08:28
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