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Gottfried-Benn-Forum
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 10 Jahren, 10 Monaten
Beteiligte Autoren:
Friedrich Hartmann

Benns Anfänge als Dichter

Startbeitrag von Friedrich Hartmann am 11.01.2007 11:05

Zum Frauenbild von Gottfried Benn mit dieser Notiz wenig, wenn es in dem Brief vom 02.05.1912 an seinen Studienfreund Leo Königsmann, der heute im Feuilleton der FAZ veröffentlicht wird, u.a. auch um den Tod seiner Mutter geht. Ich will das Forum nur auf den heutigen Beitrag in der FAZ von Hugo Ernst Käufer aufmerksam machen: Das Verhältnis der ersten Prosatexte wie "Unter der Großhirnrinde" (1911) zu den Gedichten der "Morgue" (1912) wird von Käufer angesprochen. Benn selbst zitiert in dem Brief an L. Königsmann eine "recht witzige" Kritik: "Stümper wie Goethe und Mörike wollten, daß uns ein Gedicht berauscht. Benn geht weiter. Er macht uns geradezu besoffen mit dem Kognak, den man zu sich nehmen muß, um beim Lesen seiner Sachen nicht zu kotzen." Es werden auch bisher offenbar unbekannte Gedichtzeilen "Herbstglück" aus der frühen Benn-Produktion wiedergegeben:

"Man lebt wie unter einem Zelt.
Es geht jetzt um sehr stille Dinge,
um Astern und um Schmetterlinge
und ein verdorrtes Blumenfeld.

Das Zarteste ist jetzt entflammt
zum Leben mit erhöhten Sinnen,
und will aus feinen Fäden spinnen
sich einen violetten Samt.

Wir Seelen leben solches mit:
Ein reifes Wort, von fern ein Grüßen
kann unsere Tage mehr versüßen
als einst ein Glück, um das man stritt."

Friedrich Hartmann

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