Benommenheit

Startbeitrag von fiffi am 21.02.2005 13:26

Hallo!
Hätte da mal eine fragen an euch:wie würdet ihr die, bei den symptomen,
oft erwähnte benommenheit beschreiben? Hab auch manchmal so komische
zustände, wo ich glaub ich brech gleich zusammen. ist das benommenheit
oder wie fühlt sie sich an? meine therapeutin, sagt nämlich oft ich soll meine
zustände genauer beschreiben, weiß aber nicht wie. also wie erlebt ihr das?
lg

Antworten:

Hallo fiffi!

Ich habe das oft beim einkaufen. Wenn ich dann im Supermarkt bin, kommt diese Benommenheit. Ich laufe dann durch die Gänge, aber bin dabei irgendwie garnicht richtig da. Ich denke dann "Wo bin ich?" "Wer bin ich?" und es kommt mir so unwirklich vor. Als wenn das auch ein Traum sein könnte.
Das habe ich auch oft beim Autofahren. Wenn ich mich dann spüre und sehe, kommt wieder dieses Gefühl hoch. Wenn ich nur wüsste, was der Grund dafür ist! Ich sehe es als ein Persönlichkeitsproblem oder so.

Kennst du das auch?

Sorry, das war vielleicht nicht ganz dein Thema.

LG

Nessi

von Nessi - am 22.02.2005 07:27


hallo nessi, also ich glaub das was du beschreibst sind einfach fremdheitsgefühle, sowas kann sowohl bei angststörungen als auch bei depressionen usw. vorkommen und hat bestimmt nichts mit einem persönlichkeitsproblem zu tun!

und fiffi, wie meinst du das mit "du brichst gleich zusammen", ist es eher so dass dir alles fremd und weit weg vorkommt oder dass du einfach irgendwie überreizt bist?
letzteres kenne ich sehr gut, das habe ich meistens abends und dann denke ich oft, ich hab keine kraft mehr aufzustehen und jeder gedanke stresst mich schon und ich fühle mich gleichzeitig auch "benommen" in dem sinne dass ich diesen tunnelblick habe in dem sinn dass ich mich auf das fixiere was ich grad mache usw.
ist wirklich schwer zu beschreiben:>

von anonym - am 22.02.2005 11:31
Danke für Deine Antwort @ Anonym!
Aber diese Fremdheitsgefühle hatte ich schon bevor die Angststörung ausbrach. Kann so etwas nicht auch auf Grund mangelndem Selbstbewusstsein (das meinte ich mit Persönlichkeitsproblem) auftreten?
Weißt Du, wie man an diesem Gefühl arbeiten kann bzw. es bekämpft? Gibt es Medizin?

LG
Nessi

von Nessi - am 22.02.2005 13:01


hallo nessi,

ich hatte diese fremdheitsgefühle auch zum ersten mal jahre bevor die eigentliche angststörung auftrat, schon als kind. ich dachte da immer, ich werde verrückt und das etwas mit mir nicht stimmt.
im nachhinein denke ich oft darüber nach, welche gründe es wohl hat, dass ich diese gefühle und diese ängste entwickelt habe. in meinem leben gab es weder eine traumasituation noch bin ich von meinen eltern irgendwie vernachlässigt worden. ich hatte eine überaus glückliche kindheit und meine eltern haben mir immer gezeigt dass sie mich lieben.
weißt du, ich denke oft stecken viel trivialere gründe dahinter, als man glaubt. oft fühlt man sich wegen dingen schlecht, von denen man nie meinen würde, dass sie grund genug dafür wären, sich schlecht zu fühlen, von denen man denkt dass man es eigentlich ganz gut wegsteckt nach dem motte "es gibt schlimmeres".
dann denkt man immer, andere sind vergewaltigt worden, haben den tod eines geliebten menschen beobachtet etc. popo. und dann hört man auch immer davon, wie diese menschen das ganz gut weggesteckt haben und deshalb nicht psychisch krank werden.

aber ich bin der meinung, dass nicht immer etwas ganz furchtbar schlimmes passieren muss, dass uns unterbewusst belastet. oft sind es auch nur kleinigkeiten, zukunftsängste, stress, schüchternheit, probleme in der pubertät, dinge, die eigentlich jeder oder fast jeder mal durchmacht, nur manchmal kommen dann bestimmte dinge zusammen oder man reagiert empfindlicher auf etwas wie andere oder man verarbeitet etwas nicht richtig.

ich hab auch immer gedacht, da muss doch was mit MIR nicht stimmen, weil ich keine "ausreichenden" gründe gefunden habe. aber die wahrheit ist doch - jeder hat irgendwo seine psychischen problemchen, sowas wird in der gesellschaft bloß nie richtig angesprochen, wenn du wüsstest wieviele meiner freundinnen unter zwängen, ängsten usw. leiden, nur hatte ich mich lange nicht getraut sie darauf anzusprechen! eine gute freundin hat sogar dasselbe wie ich, nur haben wir nie darüber geredet!

solche zufälle gibts nicht, und glaub mir, es gibt zwar menschen die scheinbar die heitersten und selbstbewusstesten überhaupt sind, aber auch die oder vielleicht sogar grade die haben oft auch psychische probleme. das kommt auch nicht weniger oft vor, wie dass du hinfällst oder ne erkältung hast, du bist nicht allein mit deinen fremdheitsgefühlen, und ich denke die gründe für diese psychischen probleme liegen einfach auch in den grundfesten unserer gesellschaft.

wenn ich dir einen rat geben darf - lass dich davon nicht unterkriegen, sie es einfach als warnsignal, so wie wenn dir dein körper durch schmerz wenn du hinfällst signalisiert, dass du dir weh getan hast und was dagegen tun musst, signalisiert er dir durch psychischen probleme dass du evlt. unzufrieden mit deinem leben bist und gern glücklicher sein willst. tu etwas dafür, geh raus, hab spaß mit freunden, schau dir deine lieblingsfilme an, geh essen oder ins kino - man lebt nur einmal. und vielleicht ist es genau das, was dir deine psyche sagen will - nutze es einfach aus.

so war es zumindest bei mir. durch meine angst hab ich erst wieder gelernt, mir selbst mal wieder was gutes zu tun.

versuch erst mal das, bevor du medis nimmst. ich konnte es so sehr gut bekämpfen.

lg

von anonym - am 22.02.2005 13:57
Wow, danke für Deine Antwort! Es ist genau so wie Du schreibst! Ich habe auch nichts Traumatisches erlebt, wüßte ich jedenfalls nicht. War eigentlich immer sehr glücklich. Früher in der Schulzeit war ich sehr ruhig und zurückhaltend. Hatte natürlich auch meine Problemchen. Egal woher es kommt, ich muss dran arbeiten, dass ich wieder mit beiden Beinen im Leben stehe!
Das ist ja schon Hammer mit Deiner Freundin. Über so etwas redet keiner, dabei wäre es viel einfacher, wenn man sich gegenseitig helfen kann.Man weiß ja garnicht, wer alles solche Probleme hat. Find ich schon mutig von Dir, dieses Thema einfach mal anzusprechen!
Darf ich fragen, wie schlimm es bei Dir war, dass Du so damit klargekommen bist? Hast Du eine Therapie gemacht?
Danke für Deinen Rat!

LG
Nessi

von Nessi - am 23.02.2005 08:08

hallo nessi,

also wie "schlimm" es war kann ich nicht so leicht sagen, schlimm findet ja eigentlich jeder seinen zustand, weil man eben auch nie weiß dass es noch schlimmer geht.
ich hatte weniger eine panikstörung, mehr eine "reine" angststörung. angefangen hat alles mit einer panikattacke die ich in der schule bekommen hab, ich wusste nicht was es ist und hatte einen totalen schock danach. dann kam dieses angstgefühl dass dann über 1,5 jahre ungefähr immer kam und ging. alles in allem fühlte ich mich einfach "krank", immer wieder hatte ich diese angst, manchmal einfach so, und dann eben bei solchen dingen wie essen gehen, kino, schule etc.
ich hatte dann eben auch angst, die kontrolle über die angst zu verlieren, sprich wieder eine attacke zu bekommen, zusammenzubrechen usw. panikatacken hatte ich dann noch 2 mal.
ich hab immer an die angst gedacht bei egal was ich gemacht hab, weil ich immer dieses bild vor augen hatte, wie sie mich wieder einnimmt, wie ich es dann nicht mehr verbergen kann und so etwas wie "vorfreude" hatte ich auch fast nicht mehr. und dann hatte ich eben auch so wie du diese fremdheitsgefühle, das war auch schlimm weil die mich vor allem immer daran erinnert haben, dass ich mich von meiner umwelt unterscheide, was "psychisches" habe, evtl. verrückt werde..
diese fremdheitsgefühle hab ich auch heute noch. diese gefühle kann man auch selbst heraufbeschwören, probier zum beispiel mal aus dich auf das zwinkern deiner augen zu konzentrieren, oder auf deine atmung, oder auf deine zunge. wenn du dich auf so selbstverständlichkeiten so konzentrierst dann kommen die dir irgendwie anormal vor, eben WEIL sie eigentlich selbstverständlich sind und man nicht darüber nachdenkt. denkt man dann darüber nach wie man grad so rumsitzt, spürt man sich selber oder denkt man über die umwelt nach und lässt sie nicht wie selbstverständlich auf sich einwirken dann spürt man diese fremdheitsgefühle ganz automatisch. bei dir wird das, wie bei mir früher auch, von selbst passieren, aber du kannst das ganz gut umgehen indem du dich da nicht so reinsteigerst, lenk dich mit irgendwas ab, telefonier mit ner freundin oder schüttel dich durch, spazieren gehen oder sport machen hilft auch generell ganz gut.
denk dir einfach - dieses gefühl heißt nicht, dass du verrückt wirst, sondern einfach nur, dass du dich unnötig auf was konzentrierst. ich kenn das gefühl wirklich sehr gut, es ist absolut schrecklich, aber man kann das umgehen, und wenn du es nicht mehr so ernst nimmst dann geht es von selbst weg, glaub mir. aber bei solchen sachen muss man geduld haben. du darfst dich einfach nicht so ärgern lassen davon:>
je gelassener du das nehmen kannst desto stärker wirst du und umso schwächer werden diese fremdheitsgefühle.

mein rezept ist sowieso immer - versuch spaß zu haben in deinem leben. versuch ab und zu einfach aus deiner laune heraus mal was zu machen. ich hab mich immer viel zu viel auf regeln und pläne vesteift, hab meine freizeit mit aufräumen und irgendwelchen dingen verbracht, die mich nur ablenken. aber manchmal muss man sich selber auch mal was gutes tun. einfach faulenzen oder weggehen und spaß haben, tanzen, mit freunden was machen.
ich glaub unsere probleme sind wie gesagt nur ein hinweis dafür, dass wir nicht glücklich und zufrieden genug sind. man freut sich nicht mehr genung, genießt nicht mehr genug, entspannt sich nicht mehr genug und weiß generell nicht, wofür man eigentlich jeden tag aufsteht:>

versuchs mal, bei mir hats geholfen.

wünsch dir weiterhin alles gute:)

von anonym - am 23.02.2005 16:39
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