wies weitergeht

Startbeitrag von Bobo am 01.03.2006 10:26

hallo ihr lieben,
habt ihr euch schon mal in einer großen stadt verlaufen? seit iht lange umhergeirrt und ist es
euch immer schlechter gegangen, wart ihr ängstlich, unglücklich und traurig?
dann ist es euch wie mir ergangen - ich habe mich in der großen stadt des lebens verirrt -....

zwar bin ich noch nicht ganz am ziel angelangt, aber dennoch ich fühle mich schon deshalb
besser, weil ich glaube, jetzt den weg und die richtung zu kennen....
mein leben ist mir in den letzten 7 jahren wie ein "irrgarten" vorgekommen......
meine täglichen begleiter waren angst, mutlosigkeit, panik und oft unendliche erschöpfung....
oftmals habe ich gedacht ich kann nicht mehr....
angst und panik haben mir völlig meine energie geraubt.....
ich konnte nicht mehr alleine bleiben, hatte absolut panik in geschäfte zu gehen, geschweige
denn alleine die wohnung verlassen....
schon der kleinste gang - zur wohnung hinaus - in den hof gehen- abfall zu entsorgen -
war der reinste spießrutenlauf....

durch einnahme von fluoxetin, haben sich meine beschwerden damals stark gebessert....
mein notfallmedikament Diaz habe ich auch in akkutfällen eingesetzt- zwar nur in geringen
dosen- und auch nicht täglich, aber ich hatte es satt, ständig abhängig von anderen
menschen zu sein... ich wollte einfach nur wieder frei und unbeschwert leben können...
auch heute nehme ich noch fluoxetin 10mg und bei bedarf (natürlich erst überlegen)
mein nottfallmedi.....

ich habe vor 5 wochen mit einer therapie begonnen, meine therapeutin ist sehr nett und
wir verstehen uns gut......
sehr stark arbeite ich auch an meinem selbstbewusstsein, denn das ist im laufe der
jahre auch ziemlich auf der strecke geblieben....
hier im forum hab ich auch sehr viel zuspruch erhalten (vielen dank an alle)
ja seitdem ich hier lese habe ich angefangen, zu kämpfen und mein leben neu
zu ordnen....
ganz gleichgültig, ob mit oder ohne medikamente, ich werde meine gefühle von angst und panik
wieder in den griff bekommen.... auch wenn ich mich manchmal noch schlecht fühle, na und?
es ist nun mal so.....
ich werde versuchen meine eigenen gedanken zu beeinflussen, wenn ich das schaffe, verändere
ich auch meine gefühle....meine ganze energie habe ich bisher in das problem angst und
panik investiert, aber auf keinen fall in die lösung.....
jetzt ist SCHLUSS damit, ich freue mich über jeden kleinen erfolg den ich habe
auch von rückschlägen werde ich mich nicht entmutigen lassen, denn ich glaube sie
gehören einfach zu meinem weg.....

liebe gr. Bo

Antworten:

Hallo Bo,

ich lese hier seit etlichen Monaten still im Forum mit. Ich habe vor langer Zeit ähnliche
Probleme wie du gehabt.

Ich finde deine Gedanken, sowie deinen Eintrag hier sehr gut!

Auch glaube ich, dass einige Leser hier etwas für sich verwenden können.
Auch ich habe durch deinen Beitrag wieder etwas gelernt und man lernt ja
schließlich nie aus.


vielen Dank

von Alex 65 - am 01.03.2006 13:20
hallo bobo!
mir ist es auch so ähnlich ergangen. allerdings nicht lange. mir ging's nämlich so besch.....
daß ich mir gedacht hab ich geh jetzt in das geschäft, fahr mit der u-bahn, usw. und wenn ich
tot umfall ist es mir egal. damals wärs mir wirklich egal gewesen, weil ich durch das ganze vermeiden natürlich auch noch schwere depris gekriegt hab. es ging gar nix mehr.
als ich anfing alles zu tun ohne darüber nachzudenken, wurde es von woche zu woche besser.
war 2 monate stationär und hab während dem aufenthalt im spital wohnung gesucht, meinen sohn
für die schule angemeldet und alles andere erledigt, da mich mein freund wegen meinen ängsten sozusagen rausgeschmissen hat, als es mir am schlechtesten ging. aber als ich gemerkt habe mir bleibt nix anderes übrig als mein leben selbst in die hand zu nehmen, gings aufwärts.
und irgendwie hab ich alles locker geschafft. es war und ist teilweise sehr mühsam u kostet
irrsinnig viel energie. aber das einzige was mir aus dieser zeit an symptomen noch geblieben ist,
sind teilweise irrsinnig arge erschöpfungszustände. ansonsten klappts bis auf alltägliche probleme ganz super. bin alleinerziehend, geh 40h abeiten, mein haushalt ist ok. also es geht alles, wenn man wirklich will.
glg alice


von alice28 - am 01.03.2006 14:40
bobo,

du hast es mit dem in der "großen Stadt verlaufen" sehr, sehr gut beschrieben....

manchmal weiß man nicht mehr wo man steht,was in einem vorgeht, kennt die eigenen gedanken nicht mehr und alles um einem rum erscheint sinnlos.

ja, man selbst ist völlig orientierungslos, aber wie DU schon sagtest, DU wirst deinen weg aus dieser stadt finden, und wenn du daran zweifelst, gibt es immer leute die du nach dem weg fragen kannst und die ein stück mit dir gehen...

alles,alles liebe

neelchen

von neelchen - am 02.03.2006 16:03
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