Diese Seite mit anderen teilen ...

Informationen zum Thema:
Forum:
SO@NET Fachartikelforum
Beiträge im Thema:
1
Erster Beitrag:
vor 11 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Heiko Kleve

Systemtheorie und Ökonomisierung Sozialer Arbeit

Startbeitrag von Heiko Kleve am 22.02.2006 07:38



Sowohl Systemtheorie als auch Ökonomisierung sind zwei seit einigen Jahren in der Sozialen Arbeit sehr angesagte Themen.

Auf der einen Seite wird die Systemtheorie in ihren unterschiedlichen Spielarten in Wissenschaft und Praxis der Sozialarbeit derzeit stärker als je zuvor thematisiert (siehe dazu etwa die Monographien von Lüssi 1992; Hollstein-Brinkmann 1993; Pfeifer-Schaupp 1995; Staub-Bernasconi 1995; Kleve 1996; Milowiz 1998; Kleve 1999; Miller 1999). Es finden Tagungen zum Thema statt, Sammelbände erscheinen (siehe etwa Merten 2000), und Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter besuchen in zunehmendem Umfang die zahlreich angebotenen Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen zur systemischen Beratung/Familientherapie, Supervision oder Organisationsentwicklung (vgl. beispielhaft dazu die empirische Untersuchung von Noack 1996).

Auf der anderen Seite halten seit Anfang der 1990er Jahre – sowohl aufgrund der knappen öffentlichen Kassen als auch wegen der disfunktional wirkenden Organisationsstruktur bzw. ineffektiven Arbeitsweise der klassischen sozialen Dienste (vgl. Schweitzer 2000, S. 17) – verstärkt betriebswirtschaftliche Denkmuster Einzug in die Sozialarbeit (vgl. etwa Müller 1997, S. 217ff.). Die Sozialarbeit ökonomisiert sich, und – wie mir scheint – in einem rasenden Tempo. Viele Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter verstehen sich bereits als Managerinnen und Manager, deren Aufgabe es ist, ihre Produkte auf dem Markt der sozialen Dienstleistungen erfolgreich anzubieten sowie effektiv und effizient an ihre Kunden zu verkaufen. Und zum Teil wird diese (neue) ökonomische Orientierung, die die Soziale Arbeit in ihren Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitäten sowie in ihren Planungs- und Interventionsmöglichkeiten klarer, eindeutiger und sicher machen soll, selbst systemtheoretisch begründet.

Im Folgenden sollen die beiden genannten aktuellen Tendenzen Sozialer Arbeit, Systemtheorie und Ökonomisierung, theoretisch aufeinander bezogen werden. Die Frage ist: Was und wie sieht man, wenn man die Systemtheorie der Bielefelder Schule[2] benutzt, um Aspekte der sozialarbeiterischen Ökonomisierung zu beobachten.

http://www.sozaktiv.at/alt/SOMAS/kleve.html#_ftn1

Antworten:

Zur Information:
MySnip.de hat keinen Einfluss auf die Inhalte der Beiträge. Bitte kontaktieren Sie den Administrator des Forums bei Problemen oder Löschforderungen über die Kontaktseite.
Falls die Kontaktaufnahme mit dem Administrator des Forums fehlschlägt, kontaktieren Sie uns bitte über die in unserem Impressum angegebenen Daten.