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ItaloClassicBikes
Beiträge im Thema:
17
Erster Beitrag:
vor 15 Jahren, 9 Monaten
Letzter Beitrag:
vor 15 Jahren, 8 Monaten
Beteiligte Autoren:
Lothar Eßer, heiko, Christian Mügge

Vergaserbedüsung 1000 3C

Startbeitrag von Christian Mügge am 12.05.2002 18:12

Hallo liebe Gemeinde ,
ich bräuchte von euch einmal Info's über eure Erfahrungen mit der Vergaserbestückung von 1000'er Laverda Motoren in zusammenhang mit offen Vergasern .
Wie Ihr auf dieser Seite ja mitverfolgen konntet , ist meine 1000'er frisch aufgebaut worden . Sie hat einen RGS Kopf , gedämpfte VA Jota Tüten und normale 1000 3C Krümmer verbaut . ( naja , also nicht von vorne bis hinten "frei" und auf Höchstleistung ausgelegt ) Die Vergaser sind die serienmäßigen PHF32 .
Um mich bei der Vergaserdüsen-Bestückung langsam an das Optimum heran zu tasten , wäre es eine große Erleichterung für mich wenn ich anhand Eurer Erfahrungen eine Grund-Bedüsung wähle mit der ich nicht allzu viel verkehrt mache .
Ich hoffe auf eure Erfahrungswerte .
Gruß Christian

Antworten:

Hallo Christian,

Als "Grundbedüsung" sollte 140/60/K1 oder K2 zunächst mal ausreichen.

Zum Kopf: Hat der Kopf schon 36er Einlaß-Kanäle (RGS-Corsa bzw. SFC)? Falls ja, so solltest Du Dir die Ansaug-Stutzen zwischen Vergaser und Kopf - sofern aus Alu - konisch von 32(Vergaser-Seite) auf 36 (Kopf-Seite) aufdrehen lassen. Hat bei mir ne Menge bezüglich homogenem Drehzahlverlauf und Abstimmbarkeit gebracht... Sonst hat man eine Stufe im Ansaugkanal (dort, wo der Stutzen auf den Kopf geschraubt ist, die zu ungünstigen Verwirbelungen führen kann.

An sonsten: DellOrto-Handbuch bei Stein-Dingenskirchen ordern, hilft ungemein weiter...!!

Synchronisieren nach jedem Umbau nicht vergessen!!! Und unbedingt auf die richtigen Schwimmer-Stände achten sowie die Benzinhähne säubern, damit gewährleistet ist, das das "Bild" nicht durch solche Einflüsse verfälscht wird!!!

Alles liebe und viel Erfolg!!!

mfg


Lothar

von Lothar Eßer - am 13.05.2002 10:35

hi christian,
zusätzlicher tip um eventuell zeit und geld zu sparen: das dellorto-heft gibt in englisch auch online -[www.startwin.com]

ansonsten: als ich noch mit den dellortos gefahren bin (jetzt 34er flachschieber) hatte ich auch mit den 140er hauptdüsen die besten ergebnisse. fahre allerdings offene jota-tüten.

grüsse
heiko

@ lothar: grüsse auch dir. hattest du deine jota eigentlich mal auf einem prüfstand? mit welchem ergebnis? kannst du in etwa sagen wieviel deine SFC-köpfe bringen?

von heiko - am 16.05.2002 00:43
Hallo Leute ,

ein Dankeschön an Lothar und Heiko für die prompten Antworten . Ich werde mal die 140'er Hauptdüsen ausprobieren . Das Dell'Orto Buch habe ich schon , nur ist es ja eine Sache mittels der Formel zur Berechnung der Bedüsung zu starten oder auf Erfahrungen zurück zu greifen .
Der Kopf auf meinem Mopped ist übrigens ein normaler RGS Kopf .
Nochmals Dank und .. prima , so sollte ein Forum funktionieren .
Tciao Christian

von Christian Mügge - am 16.05.2002 20:19
Hi Christian,

wir helfen gerne. Viel Erfolg!!

für Heiko: Nein, leider bis jetzt noch nicht. Da sich noch ein Lagerschaden am rechten Kurbelwellen-Lager eingestellt hat (trotz Überprüfung von mir und auch ein paar Fachleuten ;-) leider nicht aufgefallen bei der ersten Montage....), mußte der Motor nochmals komplett zerlegt werden. Dies ist - aus Zeit und Material-Mangel - jetzt leider schon 8 Monate her. Hoffe aber, sie bald wieder zusammen zu haben, dann erneut einfahren und dann...

Wenn das mit den 40er Versagern hinhaut (hat bis jetzt wohl noch keiner gemacht?!?!?), dann sollte sie so um die 95 PS am Hinterrad haben und etwa ebensoviel KW... (naja - man(n) darf doch mal träumen, oder?? hehehehe ;-) )

Dies würde bedeuten, das die Leistung um fast 80% gesteigert wurde (von 55PS am Hinterrad einer serienmäßigen 1000er - gemessen von MOTORRAD irgendwann ende der 70er/Anfang der 80er). Kann man nur hoffen, daß mir das irgend ein TÜVler einträgt.... Mal sehen...

Halte euch auf dem laufenden!!

Lothar

von Lothar Eßer - am 20.05.2002 17:46
hallo lothar,

wusste doch dass du keine antwort schuldig bleibst ;)
das mit dem lagerschaden hast du mir schon mal geschrieben - sehr ärgerlich wenn man den motor nochmal zerlegen muss.

was für 40er nimmst du? dellortos? und was ist da sonst noch gemacht? sfc-kopf ist klar. ist der auch nochmal bearbeitet? hast du hochverdichtete kolben? welche krümmer, töpfe?
95 ps am hinterrad währen natürlich ne menge wenn man bedenkt dass die sfc mit 95 an der kw angegeben ist.
die gemessenen 55 ps der MOTORRAD sind doch wohl etwas untertrieben. war sicher ne schlecht eingestellte 3C o.ä.

vor 2 wochen war ich zufällig mit der jota bei bei einem netten partner von motogadget. als er
sie sah war er sofort angetan und hat sie wie selbstverständlich auf den ammerschläger gestellt.
ich hatte ihm mal von meinem vergaserumbau erzählt und dass ich mir mit der abstimmung noch nicht sicher bin.
jedenfalls waren er und ich positiv überrascht von den ergebnissen: 89,1 ps an der kupplung bei 7900 rpm :0) 87,1 Nm drehmoment und das alles bei relativ fetten 7% CO und einem etwas schräg auf der rolle stehendem bike weil ich versehentlich das hinterrad etwas schräg eingebaut hatte :o/

ich denke unter optimalen bedingungen (etwas magerer bei ca 5% CO) sollten über 90 ps drin sein. reicht mir aber auch so und ich will nicht magerer fahren, da die lavs da ja sehr empfindlich sind.
im teillastbereich stimmts noch nicht ganz und auf den diagrammen ist ein böses loch (verschlucker beim schnellen aufziehen). das merkt man aber im normalen betrieb viel weniger und ich werde da noch dran arbeiten.
jedenfalls hätte ich nicht mit diesem ergebnis auf anhieb gerechnet, da die abstimmung noch grob ist und an dem motor selbst sonst nix gemacht ist.

bei interesse kannst du die kurven auf meiner kleinen fotopage sehen:
[laverda.gmxhome.de]
dann unter 'Leistungsmessung'. die restlichen fotos sind vom letzten jahr und nicht mehr sehr aktuell.

falls sich jetzt andere leser etwas über diese 'leistungsschau' wundern sollten: auch ich fahre meine laverda begeistert, weil es ein richtig grosses, robustes, schönes, exclusives klassisches motorrad ist. aber schliesslich wurden die triples, speziell die jota in den 70ern auch wegen ihrem potential so berühmt und galten ein paar jahre als das schnellste serienmotorrad. nicht umsonst gab es ne menge sportliches zubehör und umbauten. so betrachtet gehört die leistungssuche schon zur 'tradition'. natürlich muss man nicht das letze aus ihr heraus pressen und sollte etwas auf standfestigkeit achten. schliesslich soll es noch möglichst lange möglichst viele fahrende laverdas geben.

triplegruss
heiko

von heiko - am 23.05.2002 11:33
Hallo Heiko,

hatte Dein post nicht gesehen (Asche auf mein Haupt!!), daher vielen Dank für Deinen Hinweis per Mail...

Also: Die komplette Konfiguration ist:
-40er Dell'Orto PHM (mit Choke-Tupfer - DIE Show beim Biker-Treffen...hehehe)
-offene Trichter ca. 65 mm lang
-SFC Kopf mit überarbeiteten Ansaug-Kanälen (Flow-Benching)
-Ansaug-Flansche (zwischen Kopf und Vergaser) von 36 auf 40 mm konisch erweitert (keine Stufe mehr im Ansaug-Trakt)
-10:1 Verdichtung durch geschmiedete Kolben
-Krümmer derzeit noch 34mm (sollen auf 40er umgebaut werden
-derzeit noch kleiner Sammler (wird mit Krümmern zusammen geändert)
-offene Jota-Tüten von Campell ("dem Original nachempfunden")
-C4 Ein- und Auslaß (geplant eventuell eine überarbeitete Version der C7 im Einlaß-Bereich; hat ein Freund von mir berechnen und schleifen lassen und bei sich verbaut - geht affenartig der Kahn!!! - mal sehen....)

Bezüglich 55 PS im Motorrad-Test: kann derzeit nicht sagen, welcher Typ getestet wurde und in welchem Zustand, aber mal ganz offen: Deine Jota hat nix mehr mit der Serie 3C in original Deutschland-Bestückung zu tun... Die 3C's und 3CL's hatten viel schlechter Köpfe (hab Erfahrungswerte von diversen Köpfen hinsichtlich Flow-Benching... die originalen 3C-Köpfe hatten eine Potential-Ausnutzung von gerade mal 30%, die Jota's bereits von über 60%, RGS lag bei ca. 70 und SFC bzw. RGS Corsa bei ca. 80%; Mein überarbeiteter SFC-Kopf liegt jetzt bei ca. 93%...). Da sind Leistungs-Unterschiede nicht ganz verwunderlich... Im Original-Zustand einer 3C mit original Luftfilter, Vergasern und Auspuff-Anlage etc. liegen zur Jota mit veränderten Details durchaus mal 20 bis 30 PS drin. Wer beides mal gefahren ist, wird's merken...hehehe...

Übrigens: Glückwunsch für Deine Werte!! höhrt sich ziemlich gut und sauber an!!!

Mittlerer Bereich und Leistungsloch: könnte die Nadel sein; Häng sie mal in die unterste Kerbe. Falls sie da schon ist, geh mit dem Zerstäuber ein bis zwei Einheiten nach oben, eventuell mehr (ein Zuviel kann dann durch senken der Nadel (höhere Kerbe) wieder ausgeglichen werden).

Welche Vergaser hattest Du nochmal drauf? Wenn 36er und Dein Ansaug-Kanal noch 32 ist, dann hast Du diese berühmte Stufe zwischen dem Alu-Flansch auf dem der Vergaser sitzt und dem Vergaser. Dies beeinträchtigt die Verwirbelung und kann sich auch negativ auswirken. in dem Fall diese Alu-Flansche konisch von 32 auf 36 aufdrehen lassen und danach erneut testen. Dann erst die Vergaser optimieren.

mfg


Lothar

von Lothar Eßer - am 31.05.2002 09:01

hallo lothar,
zur konfiguration:
- 40er vergaser für ca. 330 ccm einzelhubraum (oder hast du aufgebohrt?) ist natürlich ne menge.
gibt das keine probs mit langsamen gasgeschwindigkeiten bei niederen drehzahlen?
- offene trichter hab ich auch. sieht klasse aus aber mit schlechtem gewissen hier im märkischen sand.
- ansaugflansche (oder -stutzen) habe ich mir auch neu gedreht da ich die originalen nicht bearbeiten wollte. die bekommt man meines wissens nicht mehr. bei mir ist der konus natürlich nur 34 auf 32.
- welche kolben hast du? asso?
- offene jota-tüten sind schon ein muss wegen des sounds. krümmer/sammler sind bei mir original.
- C4 nocken waren bei mir original drin. sind die auch in den SFC-köpfen serie oder gibts da etwas anderes? aber gegen C7 oder axtell hatte ich auch nix einzuwenden ;o)

wer macht denn das flowbenching bei laverdaköpfen? wie teuer kommt das ungefähr?
woher hattest du eigentlich den sfc-kopf? was bezahlt man dafür?
hat man überhaupt eine chance noch so etwas zu bekommen?

meine vergaser sind wie gesagt 34 mikuni flachschieber. die nadel hab ich in den letzten tagen schon 2 mal umgehängt. einmal nach unten (magerer): wenig unterschied, subjektiv etwas zäh beim beschleunigen, leichtes ruckeln bei konstantfahrt. dann nadel 2 stufen nach oben: neigung zum verschlucken beim beschleunigen deutlich grösser, ruckeln ist aber weg.
bin jetzt ein wenig unschlüssig. in orginalstellung (mitte) wars wohl noch am besten. oder tendenziell eher etwas magerer. bei volllast läuft sie klasse. will mit dem drehen gar nicht aufhören. muss beim überholen aufpassen dass ich nicht über die 8500 komme. kann da eigentlich etwas unangenehmes passieren? wo ist wohl das limit für den ventiltrieb?

mit der leistung bin ich erst mal zimlich zufrieden. gestern vom 'roadrunners paradise' zurückgefahren und mit der getunten 900 MHR eines freundes ein bisschen 'vergleiche' gefahren und schön ein duzend harleyfahrer erschreckt ;). hab momentan mehr probs mit meiner gabel. da hab ich eine andere feder drin (wilbers für BMW) aber kaum dämpfung. trotz umgerechnet ca. W18-19 gabelöl. mit der wilbers-feder hat das wohl nix zu tun. war schon vorher besch....n. kann ja schlecht honig reinfüllen. ansprechverhalten ist auch miserabel.

hast du eigentlich einen tipp zum benzin? bisher bin ich sicherheitshalber immer super plus mit blei-additiv gefahren. bei den spritpreisen und meinen angespannten finanzen überlege ich ob super (95roz) mit blei-additiv bei meiner relativ geringen serienverdichtung (ca. 1:9) auch reicht. hast du da erfahrung?

hoffe deine 'schrankwand' (so nannte tom, der werkstattmeister von v2moto meine dicke vor kurzem scherzhaft) läuft auch bald wieder und du kannst ihr das schöne wetter zeigen...

triplegrüsse
heiko

von heiko - am 03.06.2002 16:45
Hallo Heiko,

-40er Vergaser: was fahren denn die modernen 4-Zylinder-Bikes...? 40er Mikuni zumeißt und das bei 250ccm/Zylinder... Der Einwand ist nicht unberechtigt, jedoch nicht pauschal zu beantworten: für die Wahl der Vergaser ist nicht nur der Hubraum alleine entscheidend. Natürlich hat ein heutiges BigBike einen 4-Ventil-Kopf, andere Kanäle etc. etc. Das mit den Gasgeschwindigkeiten ist teilweise richtig (unterer Drehzahlbereich in erster Linie) jedoch mehr für das Drehmoment als für die Spitzenleistung verantwortlich. Und bei zu erwartenden 32 PS/Zylinder schlägt das Dell'Orto Handbuch 36 - 40er Vergaser vor...

Wir werden sehen. Wenn mal alles optimal eingestellt und eingefahren ist, kann ich auf die Rolle und berichten...

Übrigens: die 55 PS im Testbericht waren nicht richtig - es waren 57 PS... Gemessen auf einem wassergebremsten MKIII-Prüfstand in England. Gemessen wurde eine 1978er 180° Jota... Hochgerechnet ergab das an der Kupplung ca. 68-69 PS.

-Nocken: meines Wissens nach wurde auch bei den 120° Motoren die gleiche Palette an Nockenwellen (nur mit anderer Kröpfung natürlich...) angeboten; für die RGA und RGS vermutlich die A11-Profile, die SFC und RGS Corsa hatte ein Profil das sich F1 nannte (wohl C4?!?!?). C7 bringt nur was, wenn Du wirklich nur noch am Quirl drehen willst... untenrum kaum noch fahrbar (unter 3.000) obenrum wie eine Rakete (ab 5.700).

8.500 Umdrehungen sollten schon das max sein für Deinen Motor. Wenn Du die SFC-Stößel-Tassen drin hast (kürzer als die alten) hast Du weniger Gewicht auf das die Ventil-Feder zurück bewegen muß, also schnelleres schließen der Ventile dadurch höhere Drehzahl-Festigkeit. Hast Du die langen Tassen drin, solltest du bei 8.000 spätestens schluß machen, sonst klemmt irgendwann mal ein Ventil...

-Deine Vergaser: eventuell Nadel wieder in original-Position und die Hauptdüse leicht variieren...denn: wenn die oben rum sich tot drehen will, ist meißtens das Gemisch hier zu mager... Also: lieber ein wenig weniger Leistung dafür lange Freude dran...

SFC-Kopf: Flow-Benching kostet ca. 250,- bis 300,-€/Zylinder. Scheint viel, bringt aber auch imens was...

Würde heute keinen SFC-Kopf mehr nehmen, da Dein Jota-Kopf bis auf den etwas flacheren Ansaugkanal und die Maße des Ansaugkanals fast identisch sein wird (40,5er Einlaß-Ventil, 34,8 Auslaß oder so). Der Vorteil wenn Du Deinen Kopf überarbeiten läßt: Du sparst etwa 1500,-DM für den SFC-Kopf (wenn Du ihn bekommst...), durch die 32er Kanäle hast du mehr "Fleisch", an dem gefräst und optimiert werden kann. Beim SFC-Kopf kann man nicht viel machen: der hat schon 36er Kanäle...

Benzin: unbedingt bei ROZ 98 bleiben!! Wenn Du auf 10:1 raufgehst sogar Optimax überlegen... Weiß ja nicht, wieviel Du fährst, aber rechne mal den effektiven Mehraufwand pro Jahr... sind vieleicht 30 oder 40 Märker...

Wegen Gabel hab ich im Moment keinen Tip. Ruf mal OCT an, vieleicht können die Dir helfen.

Merci für die lieben Wünsche!! Reporte, wenn sich was tut!!

mfg

Lothar

von Lothar Eßer - am 04.06.2002 19:36

hallo lothar,
dass die 40er vergaser funktionieren wollte ich wirklich nicht grundsätzlich bezweifeln.
bei deinem gemachten kopf mit flowbench-optimierung usw. kann sicher auch einiges
mehr einströmen. bist du denn mit dem setup schon gefahren? praktische erfahrung ist ja immer noch der weisheit letzter schluss.

kleine anmerkung noch zu den modernen mopeds: ist schon richtig dass die oft 40er fahren. allerdings haben die, wenn überhaupt noch vergaser, dann fast immer gleichdruckvergaser (CV). und die kann man nicht 1:1 mit schiebervergasern (SU) wie dellortos vergleichen.
ein 40er gleichdruckvergaser entspricht ungefähr einem 36er schiebervergaser und genau diese beiden grössen stehen nebeneinander in meiner tabelle, in der reihe für 35 ps zylinderleistung.
ist aber natürlich nur ein anhaltspunkt.

wegen der drehzahlen: da meine spitzenleistung schon fast bei 8000 liegt, dreht sie einfach gierig weiter. welche stösseltassen bei mir drin sind weiss ich leider nicht. hab sie zwar schon beim ventile einstellen gesehen aber nicht vermessen. die sind sicher standard.
jedenfalls ist es nach meiner meinung nicht zum ventilflattern gekommen. das merkt man doch sicher, oder? dann dreht sie doch sicher nicht weiter hoch. du meinst mit ventilklemmer sicher dass es flattert und den kolben berührt oder meinst du dass der schaft oder die tasse frisst?
schade eigentlich, dass man dieses potential nicht oder nur mit schlechtem gewissen nutzen kann - wenn die lav drehen will möchte man sie auch drehen lassen ;)

am gemisch liegts jedenfalls nicht: bei volllast und höchster leistung hatte sie ja noch recht fette 7% CO auf dem Prüfstand. das war ja einer meiner hauptgründe für den lauf. erst seit ich das weiss, geb ich ihr auch einigermassen entspannt die sporen.

die infos zum flowbenching sind sehr interessant. wenn auch nicht erschwinglich momentan. zumal ich das nie am originalkopf machen lassen würde sondern nur an einem zweitkopf. und der kostet zusätzlich ne stange geld, wenn auch nicht sfc.
ich dachte der sfc kopf müsste auch andere ventilwinkel haben (?). die 95 ps müssen doch irgendwo herkommen. die ventile sind glaube auch nicht identisch. ich dachte z.b. dass ich einlass 38,1 und auslass 35,1 habe. aber woher soll man da wirklich zuverlässige infos herbekommen.

beim benzin hast du sicher recht aber recht verstehen kann ichs nicht, warum bei 9:1 kein super reichen soll. aber hauptsache man ist auf der sicheren seite.
falls du meinen vergaserumbau mal sehen willst: ich hab auf meiner kleinen laverda-seite ein paar neue bilder dazu eingestellt.
[laverda.gmxhome.de] dann vergaserumbau

danke für deine ausführlichen antworten und viele grüsse
heiko

von heiko - am 06.06.2002 23:14
Hallo Heiko,

sicher richtig mit der Vergaser-Bestückung. Hab sie schon so gefahren, jedoch nicht mit dem richtigen Setup (Bedüsung, Schieber, Nadel, Zerstäuber etc.). Da liegt noch was vor mir...

Ventil-Tassen: hat nicht nur was mit dem "Flattern" zu tun, sondern es kann - aufgrund der Trägheit der Masse - bei diesen Umdrehungen dazu kommen, daß das Ventil langsamer schließt als die Nocke/der Motor sich dreht. Dann kann es a) zu Berührungen des Ventils mit dem Kolben und b) zu Berührungen der Einlaß und Auslaß-Ventile kommen (EXTREMFALL!!! Nur bei geänderten Steuerzeiten normaler weise!!). Dies kann je nach dem ziemlich miese Auswirkungen haben... schau mal unter [home.t-online.de] (ganz unten auf dieser Seite...).

mit den Ventil-Winkeln hast Du recht (SFC-Kopf). Darüber hinaus ist allerdings auch der Ansaug-Trakt steiler (weniger Unterschied im Weg für die Gase zwischen oberem Rand und unterem Rand, dadurch bessere Verwirbelung u. gleichmäßigere Befüllung der Brennräume => mehr Power). ABER: hierdurch kann es Probleme geben mit den Vergasern...: Die Vergaser stehen u.U. am Tank an bzw. am Zentrahlrohr des Ramens...

Ventile: Ich hatte in meiner Jota (81er 180°) bereits den RGA-Kopf drauf (große Einlaß-Ventile, aber 32er Einlaß-Kanal...). Also: am besten - testen!!!

Wegen des Sprits: mag sein, sie fahren auch mit normal. Aber: irgend etwas werden sich die Ing. von Laverda dabei gedacht haben, ausschließlich ROZ 98 freizugeben - meinst Du nicht?

mfg


Lothar

von Lothar Eßer - am 11.06.2002 14:23
hallo lothar,
jo, so ne abstimmung ist immer ein geduldsspiel. aber wichtig ist immer
mit der hauptdüse zu beginnen. und da ist zur orientierung ein testlauf
auf dem prüfstand ganz hilfreich (wenn man die möglichkeit hat). dauernd
auf die bahn um volllast zu fahren ist nervig und zeitraubend.

hab am wochenende meine nadeln wieder runter gehängt. jetzt ist es im
teillastbereich schon einiges besser. obwohl ich diese stellung schon mal
ohne verbesserung ausprobiert hatte. vielleicht lag es damals an der
ungenügenden synchronisation.

ventiltassen: das mit der ventilberührung ist mir klar aber davor müsste
doch eigentlich erst mal 'ventilflattern' auftreten, oder?

kopf: 'am besten testen' - du hast gut reden. ich hab nicht die
möglichkeit drei köpfe zu kaufen oder leihen und dann testweise
draufzuschrauben. oder wie meintest du das?
wie wars denn mit dem rga-kopf? hat er irgendwas gebracht?

sprit: ja, ich sagte ja dass es sicherer ist und ich werds ja weiterhin
beachten. ich will ja nur verstehen wieso das notwendig ist. meine
einzige erklärung: die brennräumme müssen wohl recht ungünstig geformt
sein.

also melde dich bitte wenn du ergebnisse hast und viel erfolg beim abstimmen.

triplegruss
heiko

von heiko - am 12.06.2002 19:51
Hallo Heiko,

immerhin - wenigstens wir zwei halten die Frequenz in diesem Forum hoch... ;-)

Also:

Abstimm-Reihenfolge ist schon weitesgehend klar, Optimum sind hoch-empfindliche Lamda-Sonde und Prüfstand, zumindest aber CO-Tester und Prüfstand - schon klar... Aber...: da ich sie ja nicht mal ordentlich einfahren konnte und der Kurbelwellen-Lagerschaden mich leider mangels Material immer noch zum warten zwingt (Asso scheint derzeit keine Kolben übrig zu haben...) muß ich hier wohl noch was warten...

Wegen Ventil-Flattern: weiß ich nicht, könnte sein. Allerdings. Der ganze Ventil-Trieb ist so schwehr ausgelegt bei der Laverda, das die Trägheit der Masse wohl ein "Flattern" in dem Sinne wie ich es verstehe verhindert...Da ich mit meiner Mühle kein Rennen fahren will, bleib ich unter 8.500 und genieße streßfreie Power... ;-)

Mit "am besten Testen" war gemeint, Deine Ventile zu vermessen um herauszufinden, welche montiert sind.

Der "RGA" Kopf (oder was immer das für einer war...) war bei meiner Maschine von Hause aus montiert, daher kann ich nicht sagen, was das an Unterschied gemacht hat.

Sprit: wie gesagt: der originale 3C/3CL-Kopf hat laut Flow-Benching ca. 30% seines Potential ausgeschöpft. Ich glaube allerdings nicht, daß dies der Grund war für 98 ROZ. Bin aber weder Physiker noch Chemiker, weiß auch nicht die Unterschiede hier technisch zu belegen. Vieleicht haben wir ja einen Spezi im Forum, der das weiß...??!?!?!?

mfg

Lothar

von Lothar Eßer - am 12.06.2002 22:21
hallo lothar,

ja, wir sind richtig fleissig. nächstes mal sollten wir wegen der
übersichtlichkeit vielleicht ein paar eigene 'threads' beginnen ;)

achso, die asso-kolben kommen nicht - hoffentlich kein schlechtes zeichen
und es gibts da weiterhin kolben für laverda.

ventilflattern heisst meines wissens, dass das ventil (und entsprechende
bewegliche teile wie tassen, kipphebel etc.) bei hohen drehzahlen nicht
mehr der von der nocke vorgesehenen bewegung folgen können. somit
schliessen die ventile nicht mehr richtig bzw. später. führt erst mal zu
leistungsverlust. falls das verzögerte schliessen der ventile zu stark
wird kann es zu der von dir angesprochenen berührung von kolben und ventil kommen.
abhängig von drehzahl, ventilfedern, bewegten massen und dem verfügbaren abständen
zwischen kolben und ventilen.

also du gönnst dir bis 8500 wegen deiner leichten tassen?
mir empfiehlst du bis 8000 wegen original (schwerer) tassen?

vielleicht kann auch zu dem thema 'maximale empfohlene drehzahl' noch
jemand anderes etwas sagen.... wäre interessant.

viele grüsse
heiko

von heiko - am 13.06.2002 11:41
Hallo Heiko,

Ventil-Flattern: dies liegt halt an der Trägheit der Massen: Die Stößeltassen, das Ventil etc. sind relativ schwehr, die Feder aber (da keine gehärteten Ventilsitze bis 80 oder 81 verbaut wurden) zu weich, um das Ventil schnell zu schließen. Hier gibt es zwei grundsätzliche Ansätze:

1. stärkere Federn einbauen, die dann das Ventil schneller wieder raufholen und die hohen Massen ausgleichen. Nachteil: Das Ventil wird stärker in den Ventil-Sitz "gehauen", wodurch entweder dieser oder/und der Ventil-Teller leidet. Es sollten also gehärtete Sitze und Ventile von hoher Qualität verbaut werden. Weiterer Nachteil: beim runterdrücken des Ventils muß mehr Kraft aufgewendet werden, was sich durchaus in einem meßbaren Leistungs-Verlust bemerkbar machen kann.

2. Das Gewicht der Ventil-Einheit verringern um das Problem Trägheit der Masse zu verkleinern. Hierzu sind kleiner Stößeltassen (1000 SFC z.B.) notwendig sowie - für ein Optimum - auch leichtere Ventile. Dann kann sogar mit einer leichteren Feder gearbeitet werden, was wiederum sich in Drehzahlen und Leistung feststellen läßt. (siehe auch 4-Ventiler: 2 x kleines Ventil, 2 x kleine Masse, höhere Drehzahl möglich - natürlich nicht nur ALLEINE deswegen aber eben AUCH).

Ich fahre im übrigen im normalfall WEIT unter den 8.500 (zumeißt in Bereichen zwischen 3.000 und 6.500). Die 8 1/2 werden maximal mal beim Überholen oder auf der Autobahn erreicht. Ich fahre sie wenn dann nur, weil ich mir aufgrund leichter Tassen UND stärkerer Federn in Verbindung mit gehärteten Ventil-Sitzen und Ventilen modernerer Bauart (Opel Vectra glaube ich...) sicher bin, daß da nix passiert. Aber selbst meine 1000er SFC fahre ich sehr selten in diese Bereich rein (und die soll sogar 10.000 U/min. vertragen...naja...).

Bei original-Konfiguration (wie bei Deinem Moppäd) sollten kurzfristig Ausreißer in den 8.500er Bereich aber auch problemlos sein (wurde in Tests aus den 70ern auch mehrfach ausdrücklich beschrieben, daß dies durchaus möglich sei mit den 1000ern...).

Also: Gut Holz!!

Lothar

von Lothar Eßer - am 13.06.2002 12:13

hallo lothar,
hab nochmal wegen der drehzahl bei den aussis down under gepostet. sind auch nicht alle einer meinung. irgendwo zwischen 8000 und 8500 wirds sich scho ausgehn - wie der österreicher sagt.
kolbengeschwindigkeit liegt ab 8500 schon leicht im kritischen bereich. allerdings hab ich 3 formeln (v max, v max korrigiert und korrigierte mittlere kolbengeschwindigkeit) so dass ich da auch nicht richtig schlau draus werde. es bestätigt sich das alte dilemma: je mehr man weiss umso verwirrender wirds ;o).
vielleicht sollte ich einfach mehr fahren und mir weniger gedanken machen....

triplegruss
heiko

p.s.: hatte in den letzten tagen von der primärseite beim beschleunigen ein zwitscherndes/klickendes geräusch. klang irgendwie nach primärkette.
kennst du das? hat das was mit der kettenspannung zu tun? habe vor ca. 3 wochen mal
nach gehör nachgestellt. das geräusch ist aber erst seit ein paar tagen.

von heiko - am 18.06.2002 23:19
Recht hast Du: mehr fahren, weniger grübeln!! ;-)

Wegen dem Geräusch: könnte entweder zu stramme Primärkette sein oder - und das wäre nicht so gut... - ein ausgeschlagenes Lager, was sich jetzt mit der strammeren Primärkette bemerkbar macht.

Unbedingt prüfen!!! Das Lager kann sich im Extremfall durch den Seitendeckel fräsen (hat ein Freund von mir bereits gehabt...) und die sind bekanntlich schwehr zu bekommen...

mfg


Lothar

von Lothar Eßer - am 02.07.2002 15:35
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