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Oberliga - Thüringen - Handball
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vor 12 Jahren, 7 Monaten
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Handball-Sonneberg

Spielberichte Sonneberg:Ziegelheim 31:37

Startbeitrag von Handball-Sonneberg am 21.12.2005 11:31

Ernüchterung eingezogen

Spielzeugstadt Sonneberg unterliegt in beim LSV Ziegelheim 31:37

Mit zumindest einer in der Höhe enttäuschenden Niederlage kehrten die Spielzeugstädter aus dem Altenburger Land zurück.

ZIEGELHEIM — Die Stimmung war gut, wenngleich die Fahrt nach Ziegelheim am seidenen Faden hing. Wetter und Straßenverhältnisse sorgten für eine verzögerte Anreise. Entsprechend schwer tat sich Sonnebergin der Anfangsphase. Mit 3:1 ging Ziegelheim in Führung und profitierte dabei von Ladehemmungen eines an diesem Tag blassen Martin Blechschmidt.
Eine gut gestaffelte 6:0-Deckung stand allerdings sicher und bereitete Ziegelheim anfangs große Probleme. Die Sonneberger kamen zu leichten Ballgewinnen und im schnellen Gegenstoß gingen sie 6:4 (9.) in Führung. Wenig später stand es jedoch schon wieder 8:7 für die Hausherren, da jetzt im Angriff undiszipliniert aggiert wurde. Der eingewechselte Robert Blechschmidt konnte sich bei seinen Nebenleuten nicht durchsetzen und Gurtowy und Weiß schlossen Angriffe voreilig und eigensinnig ab. Ziegelheim hingegen spielte seinen Stiefel herunter und nutzte seine Chancen konsequent. So stand es zur Pause 18:13 für den Gastgeber.
Nach der Pause dann zunächst ein völlig übermotivierter Lukas Kobusinski: Mit drei Fehlaktionen in Folge verhalf er dem Gegner zu drei Treffern und somit zur 21:13-Vorentscheidung. Doch getreu ihrem Motto „Schluss mit lustig“ brach jetzt die stärkste Phase im Spiel der Gäste an. Die Deckung stand jetzt wieder aufopferungsvoll. Werner hatte eine starke Phase und im Gegenstoß war es vor allem Gurtowy der mit viel Selbstvertrauen im Torwurf erfolgreich war. So stand es nur noch 23:21 (43.) und Sonneberg witterte noch einmal eine Siegchance.
Es folgten 5 Minuten, in denen das Spiel auf Messers Schneide stand. Auf beiden Seiten mussten jetzt Unterzahlsituationen gemeistert werden und die Angriffe wurden konsequent von beiden Teams abgeschlossen.

Torhüter Zünglein an der Waage

Dann steigerten sich die Torhüter bei Ziegelheim enorm und wurden damit zur spielentscheidenden Figur in dieser Phase. Reihenweise wurden jetzt Chancen versiebt und im Gegenzug fing sich Sonneberg die Konter ein. Beim 31:28 waren noch fünf Minuten zu spielen. Allerdings hätte das Spiel an diesem Tag noch eine Stunde gehen können, Sonneberg wäre nicht heran gekommen. Am Ende ergaben sich die HV-Spieler ihrem Schicksaal. Mit 37:31 fiel der Sieg für Ziegelheim sicherlich zu hoch aus, war aber letztendlich verdient.
Beim HV Spielzeugstadt kehrt jetzt etwas Ernüchterung ein und im Umfeld der Mannschaft muss über die Feiertage nachgedacht werden. „Meine Mannschaft verfügt durch ihre Jugend, ihr Talent und ihre Erfahrung über enormes Potential. Allerdings vergessen zur Zeit einige Spieler die Konsequenz in ihrer finalen Vorbereitung. Einigen Stars werde ich gehörig ins Gewissen reden und sie über die Feiertage ordentlich belasten. Ich gebe konkret den zweiten Platz als Saisonziel an und messe jeden Spieler an dieser Aufgabe. Dafür erwarte ich in der Rückrunde eine auch in der Grundphilosophie veränderte Mannschaft. Wir müssen in dieser Liga lernen auszuteilen und dürfen in Zweikämpfen nicht zurückziehen“, so, HV-Trainer Stephan Albrecht.
In diesem Sinne allen Fans, Sponsoren und Aktiven im Verein ein schönes und gesundes Weihnachtsfest. (red)
Sonneberg: Büchel, Werner, de Rooij; Kobusinski (3), Fazik (9), Heinz, Metzler (2), M. Blechschmidt (5), Poser, R. Blechschmidt (1), Gurtowy (9), Weiß (2)

Freies-Wort 19.12.2005

VON der GegnerHP:

LSV Ziegelheim - HV Spielzeugstadt Sonneberg 37:31 (18:13)
Die Ziegelheimer Männer haben mit einer überragenden Leistung ihren Fans ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk bereitet. Was sich am Samstagabend wieder in der Wieratalhalle abspielte, war schon phänomenal. Im Spitzenspiel der Oberliga zwangen die LSV-Handballer den Regionalliga-Absteiger aus Sonneberg mit einem am Ende nie und nimmer für möglich gehaltenen deutlichen Sieg in die Knie. Dabei standen die Vorzeichen nicht günstig. Nick Sense musste an Grippe erkrankt ganz passen, Sylvio Graichen konnte berufsbedingt nicht trainieren. Doch dafür ist Handball ja ein Mannschaftssport. Und so nutzten einige Akteure im LSV-Trikot, um ganz stark aufzutrumpfen. Allen voran der junge Andre Heinig, der sein vielleicht bisher bestes Spiel für die Ziegelheimer ablieferte, im Angriff eiskalt mit wuchtigen Fernwürfen, in der Abwehr mit routinierten Blocks gegen die Sonneberger Tormaschine Martin Blechschmidt. Ein anderer war Keeper Tobias Hahn, der sich hervorragend mit Torsten Urwank ergänzte und mit drei spektakulären Paraden in der zweiten Hälfte den LSV auf die Siegerstraße brachte.

Der LSV begann mit viel Dampf nach vorn, hatte aber bereits nach drei Minuten den ersten Rückschlag hinnehmen müssen. Steffen Moritz durfte nach gelber Karte schon frühzeitig eine Zweiminutenstrafe absitzen. Die 3:1-Führung (6.) egalisierten die Sonneberger und gingen schließlich selbst in Front, weil die Hausherren zu viel riskierten und zu überhastet und zu zeitig den Erfolg suchten (4:6, 10.). Mit dem Wechsel zu Keeper Urwank wurde jedoch sofort die Wende eingeleitet. Er zeigte sich mehrfach auf dem Posten. Dazu agierten die Ziegelheimer mit Steffen Moritz etwas offensiver auf der Blechschmidt-Seite, sodass dieser kaum zur gewünschten Entfaltung kam. Konnte er doch einmal durch seine Nebenleute ins Spiel gebracht werden, dann gelangen Andre Heinig starke Blocks gegen dessen Würfe. Etwas, was die Ziegelheimer in den bisherigen Spielen gegen die Sonneberger überhaupt nicht auf die Reihe bekommen hatten. Die Gastgeber behielten ihr hohes Tempo konstant bei, sogar Andreas Zielke, seines Zeichens Abwehrchef, unterstützte die wilde Hatz und überspurtete seine Gegner, um schließlich selbst zu verwandeln (12:9, 21.). Und natürlich immer wieder Andre Heinig. Den Youngster hatten die Gäste scheinbar überhaupt nicht auf der Rechnung. Gegen seine platzierten Knaller war kein Kraut gewachsen, egal auf welcher Seite er auftauchte. So trauten wohl viele unter den gut 500 Besuchern ihren Augen nicht so recht, als zur Halbzeit ein deutliches 18:13 an der Anzeige leuchtete.

Nach der Pause schienen die Gäste noch mit den Gedanken in der Kabinen geblieben zu sein, denn es dauerte ganze 90 Sekunden und die Ziegelheimer hatten mit drei Treffern die Sonneberger glatt „überfahren“ und ihre Ambitionen auf den nächsten Heimsieg untermauert (21:13, 32.). Aber die Spielzeugstädter waren mit ihrem Latein längst noch nicht am Ende. Angetrieben von Oldie Gurtowy verkürzten sie von 15:23 (35.) auf 21:23 (41.) und ihnen kam zugute, dass die Ziegelheimer nun stellenweise durch Zeitstrafen dezimiert waren. Steffen Moritz stand hier nach der zweiten Hinausstellung am Rande der roten Karte, durfte sich kaum noch etwas leisten. Die Ziegelheimer verteidigten nun ihren Zwei-Tore-Vorsprung, angetrieben durch lautstarke „LSV“-Sprechchöre ihrer Fans. Und dann schließlich geschahen drei Aktionen, die letztlich den Ausschlag gaben. Sonneberg mit Riesengelegenheiten, um bis auf einen Treffer zu verkürzen. Doch Keeper Tobias Hahn verwandelte sich in einen Teufelskerl, biss zwei Hundertprozentige raus und dann noch einen Strafwurf (25:23, 44.). Die Halle stand Kopf! Ziegelheim antwortete zum einen mit Rückraum-Geschossen von Heinig und Moritz zum anderen mit artistischen Einlagen. Während Karsten Knöfler nach einer Flugeinlage aus der Drehung auf engstem Raum nur den Pfosten traf und ein Raunen durch die Halle ging, vollführte Ralf Reusch das gleiche Kunststück nach einem Langpass. Im Flug mit dem Rücken zum Tor, fing er den Ball, um ihn aus der Drehung noch in die Sonneberger Maschen zu stopfen (27:23, 48.). Der Vorsprung blieb konstant bei drei bis vier Toren, auch dank einer nun wieder aufmerksameren Deckung. Kurzzeitiger Herzstillstand bei den Zuschauern, als sich Knut Harles von der „Eckfahne“ einen Dreher nahm. Orkanartiger Jubel, nachdem der Ball ins Sonneberger Gehäuse trudelte (32:28, 55.). Die Gäste versuchten alles, deckten offensiver, doch Andre Heinig schlug noch einmal zu – 33:28 (56.). Die Entscheidung in einem packenden Handball-Krimi, von dem sich die Ziegelheimer wohl noch unter dem Weihnachtsbaum unterhalten dürften.

LSV: Urwank, Hahn; S. Graichen (5/1), O. Zielke, Ch. Graichen, A. Heinig (8), Moritz (13/4), Reusch (4),
Etzold (1), Knöfler (2), R. Kühnert (1), Sense, Harles (2), A. Zielke (1)
Strafminuten: LSV 20 min + 1 RK; HVS 14 min + 1 RK (3x2') 7m: LSV 5/5; HVS 2/1
Schiedsrichter: Bätz / Möller (Arnstadt)

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