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Oberliga - Thüringen - Handball
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Stufn, Suhler Fan

HSV Apolda vs HC Suhl 99 Spielbericht

Startbeitrag von Suhler Fan am 16.01.2006 12:55

Handball – Oberliga: HSV Apolda – HC Suhl 23:24 (12:11)

Der Start in das neue Kalenderjahr hätte für die Oberliga – Handballer des HC Suhl 99 nicht besser laufen können: In einer zwar nicht unbedingt hochklassigen, dafür aber bis zuletzt dramatischen Partie fügten sie dem Titelverteidiger HSV Apolda eine unerwartete 23:24- Heimniederlage zu und sorgten damit durchaus für eine kleine Sensation.

Sicherlich machte nach dem Spiel schnell das berühmte Wort vom Glück des Tüchtigen die Runde; dieses Glück hatten sich die Südthüringer an diesem Abend allerdings auch redlich verdient. Obwohl mit einem weiteren personellen Handicap ins Rennen gegangen – Christian Münzner war auf Grund von Zahnproblemen kurzfristig ausgefallen -, stand von der ersten Minute eine Suhler Mannschaft auf dem Parkett, die nicht nur fest an ihre Chance glaubte, sondern auch immer besser als Team zusammenwächst. Wie erwartet musste man sich jedoch zunächst erst einmal der Apoldaer Anfangsoffensive erwehren. Nach einem nervösen Beginn auf beiden Seiten fanden die Gastgeber schneller ihren Rhythmus und setzten sich bis zur 11. Minute bereits auf 6:2 ab. „Aber es war schon toll zu sehen, wie die Mannschaft auch in dieser kritischen Phase den Kopf oben behielt und die taktische Linie weiter gut umsetzte“, zollte Gerd Stefanowsky seinem Team anschließend dickes Lob. Auch er hatte inzwischen reagiert und fortan kümmerte sich stets ein Suhler Spieler intensiv um den Apoldaer Torjäger Viorel Sava, der im weiteren Verlauf des Spieles dann auch nur noch zu einem Torerfolg kam. Dies sollte in der Tat ein vorentscheidender Schachzug werden, denn in der Folgezeit offenbarten die Angreifer des HSV Apolda allergrößte Probleme gegen eine sehr bewegliche und leidenschaftlich fightende Suhler Abwehr. Und obwohl das Angriffsspiel der Gäste in der Anfangsphase noch von einiger Nervosität und zahlreichen leichten Fehlern geprägt war, fand der HC auch vor dem gegnerischen Tor jetzt immer besser ins Spiel und holte wieder Tor um Tor auf. Der knappe 11:12 – Rückstand zur Pause ließ den Südthüringern jedenfalls noch alle Chancen offen.

Wie motiviert das Team aus der Kabine zurückkam, demonstrierte Kapitän Remo Gerstenberg mit seiner deutlichen Ansage für die zweite Hälfte: “He Jungs, wir wollen hier nicht nur ein gutes Spiel machen, wir wollen dieses Ding gewinnen.“ Und seine Mitstreiter hatten wohl sehr gut zugehört, denn der HC Suhl übernahm sofort das Zepter. Die ersten Minuten nach der Pause gehörten vor allem Maik Gerstenberg. Der Suhler Youngster spielte jetzt seine ganze Dynamik aus, verurteilte die Apoldaer Abwehrspieler fast zu Statisten und sorgte mit vier Toren maßgeblich dafür, dass der HC Suhl in der 40. Minute sogar mit 17:13 in Führung ging. Eine Vorentscheidung sollte dies indes noch lange nicht sein. Denn ausgerechnet jetzt leistete sich der HC erneut einige Undiszipliniertheiten im Abschluss und baute so die fast schon ratlos wirkenden Gastgeber wieder auf. Und während die Gäste zwischen der 45. und der 53. Minute ohne Torerfolg blieben, brachte sich der HSV Apolda wieder mit 21:19 in Front. Aber die Suhler waren fest entschlossen, bis zum Schluss um ihre Chance zu kämpfen. Die Abwehr um den trotz Verletzung einmal mehr vorbildlich kämpfenden Remo Gerstenberg stemmte sich noch einmal mit aller Wucht den Angriffen der Gastgeber entgegen und erkämpfte sich wertvolle Ballgewinne. Und vorne kurbelte vor allem der erneut unermüdlich rackernde Lars Thieme das Suhler Angriffspiel noch einmal wirkungsvoll an. Dank der Treffsicherheit von Routinier Mario Krieg auf der Rechtsaußenposition schaffte der HC Suhl tatsächlich 80 Sekunden vor dem Ende wieder den Ausgleich. Und als Frank Hornschuch, der inzwischen für den gleichfalls gut aufgelegten Steffen Wetzl zwischen die Pfosten gerückt war, den letzten Apoldaer Torwurf parierte, blieb den Gästen noch eine halbe Minute, um vielleicht sogar noch den Siegtreffer zu erzielen. Doch das letzte Anspiel auf Remo Gerstenberg ging ins Leere und die beiden Teams hatten sich bereits mit dem Remis abgefunden. Aber die beiden Schiedsrichter erkannten bei dieser Aktion ein Foulspiel am Suhler Kapitän und entschieden auf Siebenmeter für den HC Suhl. Oliver Behling behielt die Nerven und Sekunden später lagen sich die überglücklichen Suhler Spieler mit ihren Fans in den Armen.

HC Suhl: Wetzl, Hornschuch; Benecke (n.e.), Denz (2), Jicha, Krieg (4), Leipold, R. Gerstenberg (1), M. Gerstenberg (7/1), Behling (4/1), Thieme (6)

Schiedsrichter: Steidl (Hohenstein-Ernstthal) / Steiner (Waldheim)

Zuschauer: 200

Siebenmeter: Apolda: 6/4 Suhl: 4/2

Zeitstrafen: Apolda: 8 x 2 min und rote Karte für Gierschick (30.; grobes Foulspiel)

Suhl: 8 x 2 min

quelle: www.hcsuhl99.de

Antworten:

Und hier der Bericht aus Apoldaer Sicht [Quelle: www.hsv-apolda.de] :


Spielbericht
HSV Apolda - HC Suhl 99 23:24 (12:11)
14.01.06
Abschied ins Niemandsland

Die Heimbegegnung gegen den HC Suhl sollte Auftakt zur Aufholjagd auf die Medaillenränge sein. Mit einem Erfolg Selbstvertrauen tanken und die Weichen auf den Weg nach oben stellen. Das war unser Ziel. Doch einige unserer Jungs dachten wohl, dass gegen die Südthüringer ein Sieg auch mit halber Kraft zu erreichen ist. Zumindest traten wir zeitweise so auf. Suhl hingegen, derzeit mit Personalsorgen, hatte nichts zu verlieren.
So entwickelte sich eine Partie der Gegensätze, des ständigen Wechselbades der Gefühle. Das HSV-Team begann souverän und beim 6:2 für uns schien es, als sollte alles den erhofften Gang gehen. Die Defensive arbeitete solide, wenn auch manchmal ungeschickt und die eigenen Angriffe konnten wir oft genug mit Erfolg abschließen. Doch Fehler schlichen sich ein. Unzulänglichkeiten, die es den Gästen stets erlaubten, auf Tuchfühlung zu bleiben und den Funken Hoffnung beim HC Suhl immer am Glimmen hielten. Mit anderen Worten; wir kamen nicht weg. Wir bauten die Moral der Stefanowsky-Truppe immer wieder auf und konnten unsererseits die Verunsicherung nicht ablegen. Fehlwürfe, technische und taktische Fehler häuften sich und mit dem Pausenpfiff waren die Gäste wieder dran.
Nach Wiederanpfiff der guten Unparteiischen das gleiche Bild. Unsere Männer mit halbherzigem Auftritt auf der einen, die Suhler mit Begeisterung auf der anderen Seite.
Es kam, wie es kommen musste. Die Gäste setzten sich ab, führten bereits mit 17:13 und bei uns schien niemand in der Lage, der sich abzeichnenden Niederlage Einhalt zu gebieten. Doch jetzt regte sich wohl der Überlebensinstinkt der HSV-Männer. Nein, verlieren wollten wir nicht! Und siehe da, mit einem energischen Zwischenspurt glichen unsere Jungs aus und gingen mit zwei Toren in Führung; 22:20. Jetzt, cirka fünf Minuten vor dem Abpfiff sollte sich noch alles zum Guten wenden und wir als Sieger die Platte verlassen. Suhl schien geschlagen, gab sich aber noch nicht auf. Dennoch lag es nur an uns, die eigenen Angriffe geschickt auszuspielen, den Erfolg aus eigener Kraft herbeizuführen. Doch was jetzt folgte war an Leichtsinn (oder Dilettantismus?) kaum zu überbieten. Satte vier Ballgewinne unserer Abwehr gingen unverzüglich an die Gäste zurück. Für diese förmlich eine Einladung, zuerst den Ausgleich und mit dem Schlusspfiff per Strafwurf den, nicht unverdienten, Siegtreffer zu erzielen.
An dieser Stelle des Berichts kommt noch der Hinweis auf die, hoffentlich, heilende Wirkung einer solchen Niederlage. Ebenso die sachliche Feststellung, dass sich der Meister des Vorjahres mit nunmehr fünf Punkten Rückstand auf die Tabellenränge wohl endgültig in deren Niemandsland wieder findet. Eigentlich schade, denn in der Truppe steckt viel mehr.

Unsere Mannschaft:
Markus Helm, Matthias Worms (Tor);
Marco Stanek (1), Roger Gierschick (1), Viorel Sava (6),
Dominik Althoff (3), Volker Goldmann, Florian Dejmek (2),
Mark Rath (4), Andre Jäschke (4), Steffen Müller (2)

Strafwürfe : HSV 6/4 Suhl 4/2
Zeitstrafen : HSV 8 + 1RK Suhl 8
Schiedsrichter : Steidl / Steiner (HSV Glauchau)

Spielfilm : 1:0, 4:2, 6:2, 7:6, 10:8, 12:11 (Hz.)
13:17, 16:19, 19:19, 22:20, 23:21, 23:23, 23:24

von Stufn - am 20.01.2006 15:49
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